Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
453
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7III. Ja

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Secretärs, der Mädchen gegen⸗ ungeheuchelte bewogen, ver⸗

Eleonore iha der hören und mir an ſol⸗ 1. Aeben Sie ing verließ ſie as Rathſamſte, gnung mit der im gegeben, das

ziden Chauſſeen, er Chauſſee von Kanonen armirt welche den hin⸗ diejenige ander onnete nran bemerkte ek nde am Winkel bückte ſich und machte Vlt dem

meiſter rauh.

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Nr. 29.)

Geſchehene ungeſchehen machen zu können, doch die Worte waren einmal geſprochen, und es blieb ihm nichts Anderes übrig als zu ſuchen, die begangene Thorheit auf irgend eine Weiſe wieder gut zu machen. Auf der Straße ange⸗ langt, warf er einen Blick auf die Uhr und bemerkte zu ſeiner Beſtürzung, daß es ſchon nahe an halb Zwei war. Er kam athemlos in dem Poſtgebäude an und ſchlich, ſich furchtſam nach allen Seiten umſehend, ob der Poſtmeiſter ſein verſpätetes Konimen nicht bemerke, in die Expeditions⸗ ſtube, in der er haſtig ſich an's Pult ſetzte, die Feder ergriff und die Bücher öffnete, um ſich den Anſchein zu geben, als ſei er ſchon ſeit einer halben Stunde mit Erfüllung ſeiner Amtspflicht beſchäftigt. Kaum aber ſaß er hier, als der Poſtmeiſter eintrat, und ein Blick auf die durchbohrenden, in unheimlichem Feuer glühenden Augen des Vorgeſetzten belehrte den Secretär, daß wieder ein drohendes Gewitter im Anzuge war. Der Poſtmeiſter warf einen Blick auf die Uhr und blieb neben dem jungen Maune ſtehen.Seit wann ſind Sie hier? fragte er barſch. Der Ton, in welchem dieſe Frage geſtellt wurde, ließ Gottfried nicht daran zweifeln, daß der alte Herr die Autwort darauf ebenſo genau wußte, als er ſelbſt.

Seit fünf Minuten, erwiderte er zögernd;ein hef⸗ tiges Kopfweh, welches mich plötzlich überfiel

Ich kenne dieſes Kopfweh, unterbrach ihn der Poſt⸗ Sie haben ſich wahrſcheinlich nach dem Eſſen auf's Sopha gelegt und die Stunde verſchlafen; na, Sie laſſen Ihre Rechnung hoch aulaufen; mich däucht, es iſt Zeit, daß wir ſie einmal ordnen. Wie viele Paſſa⸗ giere hatten Sie heute Morgen nach Nordhauſen? Gottfried ſah betroffen auf, er wußte ſich den Grund

dieſer Frage nicht zu erklären.

Nun? Haben Sie mich nicht verſtanden?

Zwei, verſetzte der Secretär ſchüchtern,ein Herr und eine Dame.

Na, der Herr hat ſich ſoeben bei mir gemeldet; ſtatt

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das tarifmäßige Fahrgeld für eine Meile zu berechnen, haben Sie den elffachen Betrag gefordert und auch erhal⸗ ten, weil der Herr hier fremd und mit dem Poſttarif nicht vertraut iſt. Hätte der Secretär drüben in Nerdhauſen ſich dieſelbe Summe für die Rückfahrt zahlen laſſen, ſo würde unſere Poſt in ganz Europa als ein Prellinſtitut verſchricen worden ſein, glücklicher Weiſe aber war dieſer bei geſunder Vernunft und forderte nicht mehr als den Tarifſatz. Ich frage Sie nun, wie kommen Sie dazu, dergleichen Dummheiten zu begehen? Als abſichtlichen Betrug will ich's nicht deuten, ich halte Sie zu klug für eine ſolche grobe Prellerei, der die Entdeckung vorausſicht⸗ lich auf dem Fuße folgen muß. Wo haben Sie eigentlich Ihre Vernunft? Poſten, die nach Nordhauſen gehen, dirigiren Sie nach Kopenhagen, ſtatt des einfachen Tarif⸗ ſatzes berechnen Sie den elffachen, dazu machen Sie ſich der Pflichtverletzung, Verſäumniß und des unverzeihlichſten Leichtſinns ſchuldig, letztern beweiſen die Defectzettel, deren Summe eine anſtäudige Höhe erreicht hat. Woran denken Sie eigentlich?

Gottfried zog es vor, auf dieſe Frage keine Antwort zu geben, faßte aber im Stillen den Entſchluß, in Zukunft beſſer auf ſeinen Poſten zu achten.

Na, das kann länger nicht mehr ſo fortgehen! fuhr der ſich mehr und mehr ereifernde Herr fort.Zum Staatsdienſt ſind Sie untauglich, und ich rathe Ihnen, ſich nach einem andern Unterkommen umzuſchauen, lange wird's hier doch nicht mehr währen! Haben die Mädels Ihnen den Kopf verrückt, dann heirathen Sie in Kuckucks Namen und ſehen Sie zu, wie Sie durch die Welt kommen, in meinem Bureau dulde ich keinen Secretär, der für derglei⸗ chen Thorheiten ſchwärmt. Es iſt ſchon oft vorgekommen, daß ſolche Liebeleien zu Unterſchlagungen und Betrügereien geführt haben.

Jetzt riß dem jungen Manne die Geduld.Mein Herr, erwiderte er,das Verſehen, welches ich beging,

Er ertheilte Milhaud den Befehl, mit ſeinen Küraſſieren das Plateau von Mont⸗Saint⸗Jean wegzunehmen.

IX. Das Unerwartete.

Es waren 3500 Mann. Sie bildeten eine Fronte von einer Viertelſtunde. Es waren Rieſen auf coloſſalen Pferden. Sie bildeten 26 Schwadronen und hatten zu ihrer Unterſtützung hin⸗

ter ſich die Diviſion Lefebvre⸗Desnouettes, die 106 Gensd'armen

der Elite, die Chaſſeurs der Garde, 1197 Mann, und die Lanciers der Garde, 880 Lanzen. Sie trugen den Helm ohne Pferdehaare und den Küraß von Eiſenblech, und waren mit ihren Piſtolen in den Satteltaſchen und dem langen Reiterſäbel bewaffnet. Des Morgens hatte die ganze Armee ſie bewundert, als ſie um neun Uhr unter Trompetenklang und während alle Muſikcorps die Me⸗ lodie: Veillons au salut de l'empire ſpielten, eine ihrer Batterien zur Seite, die andere in der Mitte, in dichter Colonne gekommen waren, um ſich zwiſchen der Chauſſee von Genappe und Friſche⸗ mont in zwei Reihen zu entfalten und ihren Schlachtplatz in dieſer mächtigen zweiten Linie einzunehmen, die von Napoleon in ſo kluger Weiſe zuſammengeſetzt war, welche gewiſſermaßen zwei

weiſe in Colonnen gebildet, mit der nämlichen Bewegung und wie ein einziger Mann mit der Präciſion eines bronzenen Mauer⸗ brechers, der eine Breſche öffnen will, den Hügel von La Belle Alliance hinab, drang in die furchtbare Vertiefung ein, wo ſchon ſo viele Leute gefallen waren, verſchwand darin in dem Rauche, erſchien dann, aus dieſer Dunkelheit hervorkommend, wieder auf der andern Seite des Thales, immer dicht und feſt zuſammenge⸗ und ritt in ſcharfem Trabe durch eine Wolke von Kar⸗ tätſchen, die über ihr zerplatzte, den furchtbar kothigen Abhang von Mont⸗Saint⸗Jean hinan. Sie ritt ernſt, drohend, in voller Faſſung; in den Zwiſchenräumen des Musketen⸗ und Artillerie⸗ feuers vernahm man das coloſſale Stampfen der Roſſe. Da es zwei Diviſionen waren, ſo bildeten ſie zwei Colonnen; die Divi⸗ ſion Walthier war zur Rechten, die Diviſion Delord zur Linken. Von ferne glaubte man zwei ſehr große ſtählerne Schlangen zu ſehen, die ſich nach dem Gipfel des Plateau hinaufſchlängelten. V Das verſetzte die Schlacht wie durch ein Wunder nach einer andern Seite. Seit der Einnahme der großen Redoute an der Moskwa durch die ſchwere Cavallerie hatte man nichts Aehnliches geſehen; Murat fehlte hier, aber Ney war wieder dabei. Es ſchien, als ſei dieſe große Maſſe ein Ungeheuer geworden, das nur eine Seele habe. Jede Schwadron bewegte ſich wellenförmig und blähete ſich wie der Ring eines Polyps auf. Man nahm ſie durch eine hier und da zerriſſene dichte Rauchwolke wahr. Helme, Geſchrei⸗ Säbel, ſtürmiſches Bäumen der Pferde bei dem Kanonendonner

und dem Trompetengeſchmetter untereinander gemiſcht, ein geord⸗ neter und ſchrecklicher Lärm, und über dem Allen die Küraſſe wie die Schuppen auf der Hydra.

drängt,

geichen. 1 zälhae ernſt⸗ eiſerne Flügel hatte, weil an ihrer äußerſten linken Spitze die

. Küraſſiere unter Kellermann, an ihrer äußerſten rechten Spitze teꝛichen durch aber die Küraſſiere unter Milhaud ſtanden. Der Adjutant Bernard überbrachte den Letztern den Befehl ne Stafette in des Kaiſers. Ney zog ſeinen Degen und ſtellte ſich an ihre Spitze. ulden, daß die Die rieſenartigen Schwadronen ſetzten ſich in Bewegung. Man le ſah nun ein furchtbares Schauſpiel. e. Donner her⸗ Dieſe ganze Cavallerie ritt mit gezogenen Säbeln, wehenden deſſen Schlag Fahnen und unter dem Geſchmetter der Trompeten, diviſions⸗ 4

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