Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
447
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III. Jahrg

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Nr. 28.]

Dritte die ſie beherrſcht, den ganzen Anſchein und alle Gefahren einer Politik einprägt, die praktiſch auszuführen ſie weder die Abſicht, noch die Kraft hat.

Und die Regierung ſollte das Haupt dieſer Partei der Kammer als Fahne geben und es ſelbſt als ſolche anneh⸗ men? Die Regierung würde dieſen Einfluß laut procla⸗

miren, während gerade aus dieſem Einfluſſe alles Falſche, ren.

Läſtige, ja das Gefährlichſte in ihrer eigenen Lage her⸗ rührt!

Folge.

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Was mich anbetrifft, ſo würde ich die officielle Auf⸗ ſtellung und den Erfolg dieſer Candidatur als eine Er⸗ ſchwerung eines ſchon ſehr bedenklichen Uebels betrachten. An ſich ſelbſt würde die Thatſache von keiner großen Be⸗ deutung ſein; ſie würde aber den Einfluß der Linken in unſern Angelegenheiten laut ausſprechen und ihn vermeh⸗ Sie hat deſſen für die Würde unſerer Regierung ebenſowohl wie für ihre Sicherheit ſchon viel zu viel.

(Schluß folgt.)

3 Literariſche Briefe von Otto Bauck.

Heimliche und unheimliche Geſchichten, von Friedrich Gerſtäcker. Leipzig, Arnold'ſche Buchhand⸗ lung. 1862.

Im Gebiete der Reiſebeſchreibung iſt der Autor welt⸗ bekannt und mit Recht gefeiert genug. Beſonders eignete ſich ſein Talent für ſolche Reiſeberichte, die auf ein kühnes, unerſchrockenes Vordringen in unbekannte Gegenden be⸗ ruhen, ein Unternehmen, das ſchon literariſch ſehr dan⸗ kenswerth bleibt, weun der Verfaſſer auch nicht mit beſon⸗ ders gründlichem Wiſſen oder gar Fachkenntniſſen für irgend ein Gebiet der Natur⸗ oder Völkerkunde, der Sprachforſchung oder phyſikaliſchen Geographie ausge⸗ rüſtet iſt, ſondern nur mit lebendiger allgemeiner Beobach⸗ tungsgabe das Geſchehene und Erlebte friſch zu ſchildern vermag. Dies war Gerſtäcker immer im Stande, und man muß ihm Dank ſagen, daß er dabei das für Jedermann Ermüdende ausſchloß. Seine leichte, heißblütige, dauer⸗ hafte und ſich in alle abenteuerliche Lagen findende, ja dieſe gefliſſentlich auffuchende Natur kam ihm zu Hülfe, um die Ergebniſſe ſeiner Reiſen um ſo bunter und beweg⸗ ter zu machen. Die ſchwerſten Entbehrungen fochten weder ſeinen immer heiteren Geiſt, noch ſeinen geſtählten Körper an, und es war ihm kein Opfer, ſondern ein reicher Ge⸗ winn an Erfahruugen, ſich eine Zeit lang als Gehülfe bei Wallfiſchjägern zu verdingen, oder in den Gruben Califor⸗ niens mit Landſtreichern, Mördern und Taugenichtſen um die Wette zu arbeiten.

Er iſt eine echt deutſche Wandernatur mit dem nie zu ſtillenden Trieb nach der Ferne, und dabei frei von jeder ſchwärmeriſchen Ueberſpanntheit. Die gewichtigſten Ge⸗ lehrten hatten endlich, wie bei der muthigen, ebenfalls dilet⸗ tantiſchen Iva Pfeiffer, alle Urſache, auf die Urtheile und Entdeckungen Gerſtäckers zu achten, denn wo ſie oft ſämmt⸗ lich nicht hingelangt waren, da das Allang-Allang zu hoch und dicht oder der Boden zu gefährlich war, da hatte er ſorglos ſeinen Fuß hingeſetzt, da ſchlief er unter freiem Himmel, er allein, ohne jede ſchützende Begleitung, als ſeine alte Doppelflinte, für welche ihm noch oft genug die Munition ausging. Abends er Wurzeln, die ihm oft gar nicht bekannt waren, um nur ſeinen Hunger zu ſtillen, Nachts deckte er ſich mit dem geſtirnten Firmament zu, weil ihm die Eingebornen die gute wollene Decke geſtohlen hatten,

und Morgens lief er hinter dem erſten beſten Rhinoceros her, um es wo möglich zu erlegen oder wenigſtens in der Nähe zu beſehen. Zu andern Zeiten fuhr er wieder mitten im Innern des unbekaunten Auſtraliens in einem ausge⸗ höhlten Baumſtamme auf einem Fluſſe entlang, unermüd⸗ lich aufpaſſend, daß unter ihm nicht die Wirbel und Strom⸗ ſchnellen, die Felſenriffe und Baumwurzeln und neben ihm nicht die hinter dem Gebüſch des Ufers verſteckt lauernden Wilden ſeine Mörder wurden. Plötzlich aber verſandete der Fluß, und das gebrechliche Canot mußte ſtellenweiſe auf den Schultern getragen werden, bis endlich das Waſſer im dürren Boden ganz verſchwand, kaum eine Spur von Feuchtigkeit zum Löſchen des Durſtes zu entdecken war und die Wanderung zu Fuß in den Gummibaum⸗ und Kängu⸗ ruſteppen ihren Fortgang nahm. Wenn dann endlich Gerſtäcker eine Küſtenſtadt nach ſeiner Umkehr erreicht hatte oder ſich wieder einſchiffen wollte, ſo war vielleicht der kleine Wechſel von J. G. Cotta ausgeblieben, und der gute Rath war gerade ſo theuer, wie die Lebensmittel oder die Ueberfahrt.

So begab ſich Gerſtäcker von einer mißlichen Situa⸗ tion in die andere, und immer gelang es ihn,, ſich ſiegreich durchzuſchlagen, wenn auch nicht ohne bittere Entbehrun⸗ gen und Anſtrengungen gewaltigſter Art. Wer dieſe aber aufzubieten im Stande iſt, den darf man nicht als toll⸗ kühn tadeln, ſobald er die Brandung der Gefahren auf⸗ ſucht und zwar zum Wohle des Wiſſens.

Daß dieſes wirklich dabei gefördert iſt, vermögen ſelbſt alte pedantiſche Köpfe der Gelehrtenwelt nicht mehr in Zweifel zu ziehen. Auf anderer Seite iſt aber auch dem deutſchen Unternehmungsgeiſt durch Gerſtäcker's Expeditio nen eine nationale Ehre angethan, denn ganz Europa hat nicht umhin gekonnt, ſeine Fahrten zu bewundern. Er wird dereinſt immer in die vorderſte Reihe der energievollſten

Weltreiſenden geſtellt werden müſſen, und gerade für die Zukunft werden ſeine Berichte erſt recht intereſſant werden, wie es uns noch jetzt culturgeſchichtlich ungemein feſſelt, die Schilderungen von Le Vaillant oder einem andern Touriſten der Wildniß zu leſen. Es ergibt ſich dadurch V am ſicherſteu der Fortſchritt, die Anbauentwickelung, die ethnographiſche und klimatiſche Veränderung oder auch der Rückſchritt ferner Ländergebiete. Nur treuherzige Augen⸗