Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
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Nr. 28.]

den Preis unſerer Ehre. Wir ſagen ſeit zehn Jahren: es iſt die Ehre unſerer Regierung, am Tage nach einer Revo⸗ lution eine Regierung geworden zu ſein, unſere Rechte be⸗ wahrt zu haben, ohne einen Aufruf an die Leidenſchaften zu machen, ſich durch den Widerſtand erſchaffen und durch die Ordnung und den Frieden aufrecht erhalten zu haben. Wollen wir aufhören, das zu ſagen? Wollen wir plöͤtzlich Maximen, Sprache, Haltung, Verfahren ändern?

Das iſt nicht möglich; der Verſuch würde ſchmählich und unheilvoll ſein. Um ſeiner Ehre wie um ſeiner Sicher⸗ heit willen iſt Frankreich jetzt der Sache des Friedens ge⸗ weiht. Der Krieg für die größten, die dringendſten natio⸗ nalen Intereſſen, der nothwendige, der unvermeidliche, augenſcheinlich unvermeidliche Krieg, der Vertheidigungs⸗ krieg allein ſchickt ſich jetzt für uns. Wenn Frankreich angegriffen wird, dann ſchlage es den Angriff zurück. Wenn ſeine Würde irgendwo, ſei es im Orient, in Aut⸗ werpen, in Ancona oder in Mexico, irgend einen Act ſeiner Gegenwart und Stärke fordert, ſo möge es ihn vollziehen und, während es ihn vollzieht, zu Europa ſagen: Sucht mich zu Hauſe! Das iſt für uns das allein ſichere, folge⸗ richtige und würdige Verfahren.

Sie wiſſen, Sie denken das Alles wie ich, mein theu⸗ rer Freund; ich bin deſſen gewiß. Auch ſage ich es nur

um meinet-, nicht um Ihretwillen. Ich bin fern. Ich ſehe von fern die Bewegung, die Leidenſchaftlichkeit. Ich kann nichts thun, um ihr Widerſtand zu leiſten. Ich bin

entſchloſſen, mich derſelben nicht anzuſchließen. Ich ſchrieb es Ihnen vor drei Wochen; ich konnte über den Zuſtand

des Geiſtes in Frankreich nicht urtheilen, nech würdigen, und meine hingebendſte Mitwirkung haben. Ich werde in Es kann Paris ſein, ich weiß nicht an welchem Tage, doch ſicher für ſein, daß der Krieg, dieſer Krieg, von dem ich ſprechen die erſten Debatten in der Kammer. höre, der allgemeine, revolutionäre, aggreſſire Krieg, der keinen Preis davon losſprechen, denſelben beizuwohnen. Ich bin es mir ſelbſt ſchuldig. Urlaub, welcher, wie ich glaube, mir ohne Schwierigkeit be⸗

was er der Regierung erlaube oder vorſchreibe.

mir durch die Sachlage nicht geboten zu ſein ſcheint, durch den Stand der Ideen und der öffentlichen Geſinnungen unvermeidlich gemacht worden iſt. Wenn das der Fall

Dritte Solge.

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iſt, ſo würde ich mich nicht länger einer Politik anſchlie⸗ ßen, die nach meiner Ueberzeugung voller Irrthum und voller Gefahr iſt. Ich würde dann zur Seite treten. Ich ſetze Vertrauen in die Kammern. Ich habe immer in ſehr kritiſchen Augenblicken geſehen, daß das Gefühl der Gefahr, der Pflicht und der Verantwortlichkeit ſich der Kammern bemächtigt und ihnen Einſicht, einen Muth, Kräfte gibt, die in einer ruhigen Zeit ihnen wie Jedermanu gefehlt haben würden. Das trug ſich 1831 zu. Wir haben es uns ſehr oft geſagt: ohne die Kammern, ohne ihre Ge⸗ genwart, ihre Mitwirkung, ihre Debatten, ohne dieſe ge⸗ ſetzliche Exploſion, dieſen organiſirten Kampf der öffentli⸗ chen Leidenſchaften und Vernunft hätte die Regierung von 1830 nie den damals ſo lebhaften und ſo natürlichen kriegeriſchen und revolutionären feurigen Wünſchen wider⸗ ſtanden; das Land würde nie in ſich ſelbſt ſo viel Weisheit und Energie gefunden haben, um ſeine Regierung zu unter ſtützen. Stehen wir am Vorabend einer zweiten Prüfung? Kann man einen zweiten Erfolg erwarten? Ich weiß es nicht; meine Aengſtlichkeit iſt groß; aber mein Vertrauen beruht auf derſelben Adreſſe; durch die Kammern, durch ihre Unterſtützung, durch die vollſtändige und aufrichtige Discuſſion in ihrer Mitte kann man das Land aufklären und die Gefahr beſchwören, wenn man es vermag.

Mein theurer Freund, rathen Sie zu dieſer Politik, unterſtützen Sie dieſelbe und machen Sie ſie geltend, denn noch einmal, ich bin ſicher, daß ſie auch die Ihrige iſt. Sie wird, ſei es hier in London, ſei es in Paris in der

Kammer, überall und unter allen Formen, meine thätigſte

Ich kann mich um Ich bitte heute um einen

willigt werden wird.

H. Berlepſch's Neueſtes Reiſehandbuch für die Schweiz. 1862. Verlag des Bibliographiſchen Inſtituts in Hildburghauſen.

Von allen Reiſehandbüchern, die wir kennen, erſcheint uns dieſes als das bei weitem vorzüglichſte. Wir'wüßten, nach ſorg⸗ fältiger Prüfung, auch nichts an demſelben auszuſetzen. Berlepſch iſt ein ſehr gründlicher Kenner der Schweiz; ſeine Werke über das intereſſante Alpenland liefern den Beweis, daß er nicht nur um⸗ faſſende Studien gemacht, ſondern auch als rüſtiger Wanderer, mit dem Stab in der Hand, alle Cantone durchzogen hat. In dem vorliegenden Buche befriedigt er zugleich die Wiſſen⸗ ſchaft und die praktiſchen Bedürfniſſe des Reiſenden. Er thut es in einer durchaus überſichtlichen Weiſe, in klarer Sprache, läßt alles Unwichtige bei Seite und lenkt die Aufmerkſamkeit auf das, was man zu wiſſen wünſcht und was man braucht. Phyſikaliſche, politiſche und Culturgeographie, Landesgeſchichte, Alterthümer, Kunſt, Volksgebräuche, Naturſchönheiten, finden gleich ſehr Be⸗ rückſichtigung; nicht minder die Verhältniſſe von Gewerbe und Handel, und die ſtatiſtiſchen Angaben ſind neu und zuverläſſig.

Der Touriſt wird überall praktiſche Winke finden und das Buch

nie vergeblich um Rath fragen. Herr Berlepſch erſetzt ihm den Führer und iſt unter allen Umſtänden ein ſicherer Rathgeber und Wegweiſer.

Der Verfaſſer hat in jeder Beziehung ſeine Schuldigkeit ge⸗

than, aber auch die Verlagshandlung that in Betreff der Ausſtat⸗

tung das Ihrige. Das Format iſt handlich und bequem, der Druck ſauber, und die vielen Karten und Pläne ſind nicht etwa nur eine artiſtiſche Zierde, ſondern eine weſentliche Ergänzung des Textes. Sie erhöhen den Werth des Buches ungemein. Eine große

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Chamounythal und Umgebungen; ferner die beiden Blätter über

Ueberſichtskarte veranſchaulicht das ganze Gebiet der Eidge⸗ noſſenſchaft und zeigt im Zuſammenhange die Haupttouriſten⸗ wege an. Sie findet eine Vervollſtändigung durch eine beträcht⸗ liche Anzahl kleiner Karten, welche jedem Reiſenden willkom⸗ men ſein und zu großem Nutzen gereichen werden. Er ſieht auf denſelben einzelne Gebiete durchaus anſchaulich dargeſtellt; mit ihnen in der Hand kann er dreiſt ſeines Weges ziehen und wird ſich nicht verirren. Er findet die Touriſtenwege roth angegeben, Zeichnung und Farbendruck rücken ihm die Bodengeſtaltung und die Verhältniſſe des Geländes deutlich vor das Auge; die Karten laſſen ihn weder über Berg noch Thal, Gletſcher oder Paß, Saumpfad oder Nebenweg im Stiche, und bei allen wichtigen Punkten iſt die Höhe über dem Meer in Pariſer Fuß angegeben. Wir halten es bei dieſen Karten für einen weſentlichen Vorzug, daß ſie nicht im Mindeſten überladen ſind; alles Unwich⸗ tige iſt bei Seite gelaſſen worden, damit das Wichtigere um ſo klarer hervortrete. Wir heben in dieſer Beziehung namentlich das Blättchen des Rigi mit dem Vierwaldſtädter⸗See hervor; ſodann jene über das Bündner Vorder⸗Rheinthal, das Appenzeller Land, Ober⸗Engadin und die Bernina⸗Gletſchergruppe; den Montblanc,

den St. Gotthard und die Umgebungen des Monte Roſa. Nicht minder ſorgfältig ſind die Karten vom Berner Oberlande und vom Wallen⸗See mit den Oſtglarner Alpen behandelt.

Dazu kommen aber noch andere wichtige Beigaben. Wir meinen die ſehr hübſch gearbeiteten Pläne der größeren Städte(Baſel, Bern, Zuͤrich, Genf) und eine Anzahl von Ge⸗ birgspanoramen, die in ihrer Ausführung nichts zuü wünſchen übrig laſſen. Dahin gehören das Panorama von Aegishorn,