Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
443
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Nr. 28. 443

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Vertrauen ſetzte. In Folge deſſen, daß die Kammer den Antrag, dem Herzog von Nemours bei ſeiner Vermählung mit der Prinzeſſin von Sachſen⸗Coburg⸗Kohary eine jähr⸗ liche Dotation von 500,000 Fres. zubewilligen, am 20. Febr. 1840 mit einer kleinen Majorität verwarf, reichte das Miniſterium Soult ſeine Entlaſſung ein, und am 1. März 1840 wurde ein neues Miniſterium gebildet, an deſſen Spitze Thiers ſtand, der das Miniſterium des Auswärti⸗ gen überuahm und in dieſer Stellung zunächſt Frankreich in der orientaliſchen Frage ganz iſolirte und die Veran⸗ laſſung dazu gab, daß England, Rußland, Oeſterreich und Preußen am 15. Juli 1840 den ſogenanntenJulius⸗ vertrag mit einander abſchloſſen, um die Augelegenheit des Vicekönigs von Aegypten zu ordnen. Der kleine Thiers, der ſich ſelbſt für einen zweiten Napoleon hielt und der nach den Lorbeeren des Helden trachtete, führte nunmehr eine ſehr kriegeriſche Sprache und begann zu rüſten, als ob Frankreich einen Kampf mit ganz Europa unternehmen wollte, und die übrigen Großmächte ſahen ſich dadurch ge⸗ zwungen, ebenfalls zu Rüſtungen zu ſchreiten. Ludwig Philipp berechnete die möglichen Folgen eines ſolchen Krieges viel zu richtig, als daß er ſich mit der Politik ſei nes Premierminiſters hätte einverſtanden erklären können, und dieſer Zwieſpalt führte das Ereigniß herbei, das uns Guizot in dieſem Bande ſeiner Memoiren in folgenden Worten mittheilt:

Als ich erfuhr, daß die Kammern einberufen ſeien

und ſich am 28. October verſammeln würden, trat ich aus

meiner dringendſten Verlegenheit heraus; ich war dadurch ganz natürlich berufen, meinen Platz an dem Orte und in den Debatten einzunehmen, wo alle Fragen, die auf mir laſteten, erledigt werden mußten. Ich ſchrieb auf der Stelle an Herrn Thiers: Herr Präſident des Miniſterraths!

Die Einberufung der Kammern für den 28. d. legt mir die Pflicht auf, mich nach Paris zu begeben, um den erſten

Dritte

Ff olge.

Debatten der Seſſion beizuwohnen. Ich bitte Ew. Excel⸗ leuz, den König für mich um die Gunſt eines Urlaubs erſuchen zu wollen. Ich glaube, in vierzehn Tagen wird meine augenblickliche Abweſenheit von hier ohne Nachtheil ſein. Sehr wahrſcheinlich wird die Situation hier für einige Zeit ſtationär bleiben, und ich werde die Angelegen⸗ heiten, mit denen mich zu betrauen Se. Majeſtät mir die Ehre erwieſen hat, in den Händen des Baron de Bour⸗ queney laſſen, der ihnen ſeit ihrem Beginn gefolgt iſt, die Geſchichte derſelben vollkommen kennt, von dem Geiſte, der

bei den Unterhandlungen vorwaltete, durchdrungen iſt, und

welcher der engliſchen Regierung durch ſeinen Charakter, ſowie durch ſeine Fähigkeit ebenſoviel Achtung wie Ver⸗ trauen einflößt. Ueberdies werde ich immer bereit ſein, ſobald ich den erſten Pflichten der Seſſion Genüge geleiſtet haben werde, den Abſichten des Königs und den Inſtruc⸗ tionen Ew. Excellenz gemäß, meinen Poſten hier wieder zu übernehmen.

An demſelben Tage, am 13. October, ſchrieb ich an den Herzog von Broglie, damit meine Geſinnung von meinen Freunden und von den Miniſtern ſelbſt, denen gegenüber ich mich nicht direct und ohne Vorbehalt erklären konnte, richtig erkannt und begriffen werde:

Mein theurer Freund, ich bin unruhig und zwar in meinem Innern noch mehr als äußerlich. Wir kehren zu dem Jahre 1831 zurück, zu dem revolutionären Geiſt, wel⸗ cher die nationale Leidenſchaft ausbeutet und ohne einen be⸗ rechtigten Grund, ohne vernünftige Ausſicht auf Erfolg zu dem bloßen Zweck und in der einzigen Hoffnung auf Re⸗ volutionen zu einem Kriege drängt.

Ich ſage: ohne einen berechtigten Grund. Die ſyriſche Frage iſt kein legitimer Kriegsfall. Ich halte das für erwieſen. 3

Bis jetzt hat ſich im Princip durch den Vertrag vom 15. Juli und in der Thatſache durch deſſen Ausführung noch keine andere Frage erhoben. Kein großes Intereſſe

Innern derſelben ſind Tiſche gedeckt; jedes Individuum, das vor⸗ übergeht, hat das Recht, einzutreten und Platz zu nehmen. Der Arme gibt nur Brod und Salz, der Reiche die delicateſten Gerichte.

Wenn es an Fleiſch oder Wein fehlt, ſo kann man das Fehlende

bei dem Nachbar holen, indem man ſagt, es ſei fürdas Geweihte. Mit dieſem Namen bezeichnet man jene Mahlzeiten, die unter ein

ganzes Volk vertheilt werden, und die die vornehmſten Mitglie⸗ der der polniſchen Emigration, dieſer ſchönen Tradition treu, in

Paris am Oſterſonntage ihren vaterländiſchen Leidensgenoſſen anboten.

Es waren Briefe vertheilt worden, welche die Freunde der polniſchen Sache einluden, ſich in dem polniſchen Collegium am Boulevard des Batignolles einzufinden. Dieſe Briefe waren nicht nothwendig, um Einlaß zu erhalten; die zu Commiſſären bezeich⸗ neten jungen Leute wieſen ſie faſt mit einer Anwandlung von Stolz zurück, indem ſie ſagten:Ein Pole hat jetzt nichts für ſich allein, treten Sie ein und nehmen Sie Platz, wo es Ihnen am beſten gefällt.

Sehr große Tafeln, die für tauſend Perſonen genügen konn⸗ ten, waren theils unter einem Zelte in der Mitte des Gartens,

ſeines Vaterlandes geweſen war.Kommt, ſagte er, vor Rüh⸗ rung blaß und mit Thränen in den Augen,kommt und nehmt Theil an dieſem Liebesmahl der Verbannung, Ihr, die Ihr Män⸗ nern ohne Vaterland eine ſo großmüthige Gaſtfreundſchaft ange⸗ boten habt, daß dieſe ſie über das Vaterland ſelbſt tröſten würde, wenn man es je vergeſſen könnte.

Die Menge, welche dieſe Rede anhörte, war dicht zuſammen⸗ gedrängt und aus den verſchiedenſten Elementen zuſammengeſetzt. Neben einem vornehmen Manne, einer eleganten, reich gekleideten

Dame ſah man das Kleid des Armen, ein beſcheidenes Gewand

von Kattun, und Alles das vermiſchte und berührte ſich ohne Widerwillen, ohne Furcht und ohne Stolz. Die Verſchmelzung war noch größer und vollſtändiger, als man ſich nach der Beendi⸗ gung der Gebete zu Tiſche ſetzte, denn dann ſah man junge Da⸗ men, die den vornehmſten Familien angehörten, ſich unter die Gruppen miſchen und ihnen in Schüſſeln, die ihnen von den Do⸗ meſtiken überreicht wurden, Oſtereier anbieten, die ſie mit dem ſchönen WortHalleluja begleiteten.

Nach dem Mahle, das ohne irgend eine Verwirrung oder Tumult beendigt wurde, kamen die Jünglinge der Anſtalt, bilde⸗

er dinsi. wüöſa theils in dem Hauptſaale der Anſtalt angerichtet; ſie waren buch⸗ ten einen Kreis und ſtimmten den Nationalgeſang:Jesce Polska

niß de unnſch ft ſtäblich bedeckt mit kalten Fleiſchſpeiſen, gebratenen Lämmern und an. Die anweſende Menge, die Damen nicht ausgenommen, fiel

gaſffleu für de V einer Menge von Roſinenkuchen, die, wie ich hier zum erſten Mal im Chor ein; zum erſten Mal bemerkte ich, daß die damen ſämmt⸗

jirt, daß! lei vernahm, eine polniſche Erfindung ſind. Am Ende des Saales er⸗ lich ſchwarz gekleidet waren. e anaſſe eineg

ſcht, die 6 n bob ſich über einer Eſtrade die Büſte des Kaiſers, die von franzö⸗ Der Anblick aller dieſer Exilirten, die am Schluſſe eines zoh, iſſchen und polniſchen Fahnen überragt wurde. Feſtes, anſtatt heiterer Lieder, mit klagender Stimme die Hoff⸗

nungen des Vaterlandes ſangen, hatte etwas wahrhaft Imponi⸗ rendes, beſonders wenn man daran dachte, daß zu derſelben Stunde in allen Kirchen Polens und an allen Heerden des unglücklichen

Von ihm hoffen wir Alles! ſagte ein Pole in unſerer Nähe. Um dieſen Gedanken drehte ſich auch die ganze Rede, welche ein Ifet; im Vrieſter hielt, der früher ein Kämpfer für die Unabhängigkeit ſa gefie,.. 1

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