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Nr 28.]
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zufahren. 3 „Aber was nun?“ fragte der junge Mann nach einer Weile.„Der Brief iſt offen, unmöglich kann ich denſelben an ſeine Adreſſe befördern laſſen, wenn ich mich nicht der Gefahr ausſetzen will, zur Rechenſchaft gezogen zu werden.“ Julius zuckte die Achſeln.„Bedient ſich der Abſender
eines ſo ſchlechten Lacks zum Siegeln, ſo kann der Poſtbe⸗
amte unmöglich dafür haften, daß das Siegel unverſehrt bleibt,“ entgegnete er gelaſſen.„Laſſe den Brief getroſt abgeben, ſollte eine Beſchwerde gemacht werden, ſo werde ich ſchon in's Mittel treten und den Beſchwerdeführer in die Poſtgeſetze einweihen.“
Gottfried ſprang auf.„Nein!“ rief er heftig,„das wäre Unrecht! Ich ſelbſt werde den Brief hinbringen und mich bei der Dame entſchuldigen.“
„Wie Du willſt!“ fuhr Julius ruhig fort.„Ich glaube Dir indeß keine günſtige Aufnahme verſprechen zu können; nichts erzürnt die Damen mehr, als wenn man unberufen ihre Geheimniſſe erforſchen will.“
Der junge Mann wollte auf dieſe in ſarkaſtiſchem Tone geſprochenen Worte eben eine heftige Erwiderung geben, als der Poſtbote eintrat, um die Briefe in Empfang zu nehmen und an ihre Adreſſen zu beſorgen.
„Wißt Ihr, wo ein Fräulein Eleonore Gerolt wohnt?“ fragte Gottfried, als der Bote vor ihm ſtand.
„Allerdings!“ entgegnete dieſer.„Beim Steuer⸗ wufiger Rolshauſen; habe ſchon manches Briefcheu hin⸗
1 74 d, ſo!“ verſetzte Julius, für ſeinen Collegen das greifend.„Na, ſagt einmal, kennt Ihr die Dame 2 Wißt Ihr uns etwas über ihre Familie zu
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Dritte
Folge. 439 „Meine Frau hat mir unlängſt die Lebensgeſchichte des Mädchens erzählt,“ fuhr der Bote fort, während er eine Horndoſe aus der Taſche zog und bedächtig eine Priſe nahm.
Gottfried kannte die Geſchwätzigkeit des Alten und den Zauber, der deſſen Zunge löſte, raſch holte er aus einem Wandſchranke eine Flaſche, füllte ein kleines Glas und reichte es dem Boten.„Da trinkt einmal,“ hob er an, „s iſt echter Rum, Ihr kennt ihn ja, und bei dem feuchten, nebligen Wetter wird er Euch nicht ſchaden.— Was hat Eure Frau Euch berichtet?“
„Ja, ſehen Sie,'s iſt eine eigene Geſchichte,“ erwi⸗ derte der Alte, nachdem er den Inhalt des Glaſes auf einen Zug hinuntergeſtürzt hatte.„Die Lorchen hat ihre Eltern früh verloren, und da nahm ſie der Steuerempfän⸗ ger zu ſich, weil er ſelbſt keine Kinder hatte und ſeiner Frau in dem Mädchen eine Stütze verſchaffen wollte. In den erſten Jahren ging Alles gut, Lorchen beſuchte die Schule, lernte fleißig, und Jeder glaubte, die Pflegeeltern hätten durch ihre Liebe und Sorgfalt, die ſie auf die Er⸗ ziehung des Kindes verwandten, den Himmel verdient. Bald aber trat der wahre Charakter der Ehefrau Rols⸗ hauſen an's Licht. Als das Mädchen die Schule verließ, kündigte die Frau Steuerempfängerin ſofort der Magd, und Lorchen, das damals noch ſchwache Kind, mußte vom frühen Morgen bis in die ſpäte Nacht die Mägdearbeiten verrichten.— Na, man weiß ja, daß der Menſch nach ge⸗ thaner Arbeit ſeine Ruhe haben muß und Sonntags auch einmal etwas mitmachen will, zumal wenn er noch jung iſt. Das Alles aber war dem Mädchen verſagt; hatte ſie ihre häusliche Arbeit verrichtet, ſo mußte ſie nähen und ſtricken, bis es ihren Pflegeeltern gefiel, ſie zu Bett zu ſchicen. Sonntags, wenn der Herr Steuerempfänger nebſt Gemahlin ausgingen, um ſich eine Güte zu thun, mußte das arme Mädel das Haus hüten, und die einzige Erholung, welche man ihr gönnte, war die, in alten, ver⸗
„Ich thue es,“ ſagte er zu ſeinen Nachbarn,„weil ich die Kinder nicht gern in den Händen eines Arabers ſehen möchte, ſonſt hätte meine Frau Selavinnen genug.“ Oei Hang ſaß auf einer der Bänke, die längs der Tafel auf⸗ geſtellt waren, und richtete ſeine Blicke unverwandt auf die Waare, um die hier gehandelt ward.„Zwölfhundert Gulden!“ rief er nun mit heiſerer Stimme. Moetiara und Melati ſchienen durch
Weinen aus und bedeckten ihre Geſichter mit den Händen. „Was bedeutet das?“ fragten einige der Umſtehenden,„wa⸗ rum macht Ihr ſo viel Lärm?“ „Ach Herr!“ antwortete Moetiara,„vergeben Sie uns, aber machen Sie, daß uns der Chinefe nicht kauft; wir bitten, wir flehen Sie an, verhüten Sie, daß wir ſeine Beute werden, wir wiſſen, was er mit uns vorhat!“
Eiin lautes Gelächter erſcholl an etlichen Punkten, aber zu meiner Freude muß ich geſtehen, das auch auf vielen Geſichtern Entrüſtung zu leſen war.
1„Dreizehnhundert Gulden!“ ſagte der Herr, welcher eigent⸗ lich keine Sclavinnen brauchte, und nun entſtand ein Streit zwi⸗ ſchen ihm und Oei Hang, indem die Kaufſumme nach und nach auf 2400 Gulden ſtieg. Mit Angſt und Verzweiflung wohnten die Mädchen dieſem Streite bei. Sie ſchienen mit Augen, Hän⸗ den und Gebehrden den Herrn van Spruit anzuflehen, ſie doch nicht dem alten Wollüſtlinge preiszugeben. Bei jedem Gebote des Letzteren ſanken ſie in ſich ſelbſt zuſammen, bei jedem Worte des Erſteren erhellte ein Strahl der Hoffnung ihre ſchönen Züge.
„Zweitauſend vierhundert Gulden! Oei Hang hat das Ge⸗ bot!“ rief der Auctionator.
„ Ich darf nicht mehr,“ ſagte Herr van Spruit zu ſeiner näch⸗ ſenf Umgebung.„Ich habe die Sclavinnen nicht nöthig, ich wollte....“
„Erbarmen, Herr! Erbarmen, Herr!“ jammerten die beiden Mädchen.„Gott wird es Ihnen vergelten! retten Sie uns, retten Sie uns!“
„Zweitauſend fünfhundert Gulden!“ erklang es plötzlich aus dem Munde des Herrn von Spruit. Einige behaupteten ſpäter, es habe eine gewiſſe Bewegung oder ein Zittern in ſeiner Stimme gelegen.
„Zweitauſend ſechshundert Gulden!“ ließ der Chineſe uh⸗ mittelbar darauf folgen, ohne die allergeringſte Veränderung in ſeinen Zügen.
„Wir wollen Ihnen nicht angehören,“ weinten und jammer⸗ ten die zwei Sclavinnen in Verzweiflung.„Kaufen Sie uns nicht! Niemals würden wir Ihnen folgen! Wir laufen Ihnen fort! wir....“
„Ruhig, ruhig, ſtellt Euch nicht ſo ungebehrdig; ich bin vor Euern Drohungen nicht bange, die Polizei wird mir ſchon helfen, ich bin in meinem Rechte!“
„Zweitauſend ſechshundert Gulden! Oei Hang bot es, Niemand mehr als zweitauſend ſechshundert Gulden?“
Da fiel der Hammer.——
Oei Hang war der Beſitzer von 1 Hoffnungslos verließen ſie die Tafel, aber der Chineſe lachte aller ihrer Thränen, ihres Widerſtrebens und Jammerns. Er rief einen Polizeibeamten, und als ſie nicht gutwillig folgten, wur⸗ den die beiden Schlachtopfer mit Gewalt in ſeine Wohnung ge⸗ ſchleppt..
Moetiara und Melati.


