Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
437
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herauskom⸗ een Kauf ge⸗ n Ghats d runde dieſer Du ſie nur Dame dem einen Biie ein, und der Du zu wenig denunft, die d Du findeſt te zurückzuru⸗ habeſt. Doch

vielmehr die rogant gefun⸗ ing nach dem ottfried.Ich ädchen zuerſt näherte, be⸗ den Zorn in e, daß einer als ich dies lick nicht von en Saal ver⸗

Du gingſt ihr

ſie meinen d ging dann chicklich, und ſie unten an ch zut Rede

Deine Büſte naß deutſcher

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warfen. die ſo

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Jahtg. V

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Nr. 28.]

Dichtung eine Stelle anweiſt? fragte Julius ſarkaſtiſch. öffnete daſſelbe haſtig.He, Poſtillon, wartet ein Weil⸗

Thörichter Träumer, wie manches Jahrzehnt wird dar⸗ über noch hingehen! Doch meine Stunde hat geſchla⸗ gen, fuhr er, einen Blick auf die Uhr werfend, fort,ich gehe hinauf zum Poſtmeiſter, nachher, wenn ich zurück bin, vollen wir einmal Rath pflegen, vielleicht kann Dir meine Hülfe mehr nützen als all Dein Dichten und Trachten. Er ging hinaus, und Gottfried wandte, nachdem er ebenfalls einen Blick auf die Uhr geworfen hatte, ſeine Aufmerkſamkeit den vor ihm liegenden Büchern zu. Die rauhe Stimme eines corpulenten Oekonomen, der ein Paſſagierbillet nach Nordhauſen verlangte, ſtörte ihn plötz⸗ lich aus ſeinen Träumen auf; ganz in Gedanken über den Erfolg ſeiner Novelle verſunken und mit dem Sujet der

letzteren beſchäftigt, ſchrieb er mechaniſch den Namen

Chriſtoph Meyer nach Kopenhagen in das Paſſagier⸗ buch, fertigte den Schein aus und ſchloß das Schalter, ohne zu ahnen, welchen unverzeihlichen Fehler er begangen hatte.

Kaun ich ein Billet nach Nordhauſen haben? fragte in dem Augenblicke, als der Secretär ſeine unter⸗ brochene Arbeit wieder aufnehmen wollte, eine ſaufte, ſil⸗ berhelle Stimme.

Gottfried ſchaute auf und fuhr, als er in das Antlitz der vor dem Schalter ſtehenden Dauie blickte, beſtürzt in die Höhe.Bitte tauſendmal um Entſchuldigung, ſtot⸗ terte er, ſich verbeugend,die Geſchäfte dräugen ſo ſehr, und da iſt es wohl leicht erklärlich, daß ich augen⸗ blicklich

Ich bitte nur um ein Paſſagierbillet! fiel die Dame, die jung, ſchön und gewählt, weunn auch einfach gekleidet war, lächelnd ihm in's Wort.Der Wagen fährt, wenn ich nicht irre, ſchon um neun Uhr ab, und es iſt bereits zwei Minuten vor nenn.

Der junge Mann, der in der Sprecheuden ſofort das Ideal ſeiner Träume erkannt hatte, eilte au's Fenſter und

chen, rief er hinaus,eine Dame wünſcht noch mitzufah⸗ ren. Bitte nochmals um Entſchuldigung, fuhr er zurückkehrend fort, während er nach einer flüchtigen Ver⸗ beugung ſich hinſetzte und das Paſſagierbuch öffnete. Dürfte ich mir die Frage erlauben, unter welchem

Namen

Mein Name iſt Eleonore Gerolt, unterbrach ihn die Dame, deren roſiges Antlitz ein feines Lächeln kaum merkbar überflogſo, jetzt geben Sie mir raſch das Billlet, hier, nehmen Sie das Fahrgeld.

Mechaniſch füllte Gottfried den Zettel aus, nahm das Geld in Empfang und warf dann der Davonſchreitenden einen Blick voll wehmüthiger Sehuſucht nach.

Blitz, Bomben und Kaunonenfutter! Welche Dumm⸗ heit haben Sie wieder begangen! donnerte in dieſem Augenblicke eine tiefe Stentorſtimme.Wie kommen Sie V dazu, die Poſt, die nach Nordhauſen gehen ſoll, nach Kopenhagen zu dirigiren?

Erſchreckt wandte der Secretär ſich um und ſchaute in das von Zornesgluth übergoſſene Antlitz ſeines unmittel⸗ baren Vorgeſetzten, des Poſtmeiſters Wetter, der über die Schulter des Untergebenen in das geöffnete Paſſagierbuch ſtierte und mit allen Anzeichen einer heftigen Gemüthsbe⸗ wegung den Enden ſeines rieſigen Schnurrbarts eine wa⸗ gerechte Lage zu geben verſuchte.Herr, in des Kuckucks Namen, wie kamen Sie dazu, die Ihnen anvertrauten Poſtbücher zu fälſchen? ſchnaubte er den beſtürzt auf das verhängnißvolleKopenhagen ſchauenden Secretär an.

Ein Irrthum, ein Schreibfehler, ſtotterte Gottfried endlich,ich dachte

Sie haben nichts zu denken! fiel der Poſtmeiſter ihm in's Wort.Ich verbitte mir das Denken in der Expedition! So lange Sie hier ſind, thun Sie, was Ihres Amtes iſt, außer Dienſt können Sie meinetwegen denken, was Sie wollen. Eine ſolche unverzeihliche Fahr⸗

war. Der Tod hatte ſie überraſcht, die Sclaven mußten verkauft werden.

Moetiara und Melati hatten ſelbſt keinen Begriff ihres Zu⸗ ſtandes. Sie wußten wohl, daß ſie verkauft werden ſollten, aber wenn ſie an den neuen Eigenthümer dachten, ſo ſtellten ſie ſich unwillkürlich immer einen Herrn vor, ſo wie die gute Frau, die ſie verloren hatten, ein Leben, ſo wie ſie es bisher geführt hatten, und Arbeiten, wie zu denen ſie erzogen waren.

Und in den Tagen der Jugend hat jede Neuheit etwas An⸗ ziehendes, darum hatten ſie noch kein Gefühl von Schmerz oder Beſorgniß über ihr Loos empfunden.

Erſt dieſen Morgen hatte ſich ihrer eine Art von Haſt oder Beſorgniß bemeiſtert. Die Vorbereitungen zur Verſteigerung hatten ſie mit einem gewiſſen unbeſtimmten, aber unangenehmen und beklemmenden Gefühle erfüllt. Die Tafel, welche ſie zurecht machen ſahen, hatte ſie plötzlich erinnert, daß auch ſie darauf ver⸗ handelt werden ſollten; die immer zunehmende Menge, unter denen ſie ſo viele ſeltſame und abſtoßende Geſichtszüge entdeckten, hatte ihnen Furcht eingeflößt. Traurig, verſchüchtert und ſchweigend

hatten ſie ſich auf dem für ſie beſtimmten Sitz niedergelaſſen. Und⸗

als ſich ſo viele unverſchämte Blicke mitleidslos auf ſie richteten, als ſie mit einem Ton angeredet wurden, wie ſie ihn bei ihrer ver⸗ ſtorbenen Herrin nie gewöhnt waren, als junge üppige Männer Fragen an ſie richteten, wie ſie nur die Sclavin anzuhören ver⸗ pflichtet iſt da fühlten ſie ihren Zuſtand tief, ſchlugen ſcham⸗ kuth ihre Blicke nieder, und Thränen ſchimmerten in ihren ſchönen ugen.

Steht einmal auf! tönte ihnen plötzlich ein mit barſchem

Tone ausgeſprochener Befehl in die Ohren. Da ſahen ſie einen

alten Chineſen vor ſich, mit garſtigen Geſichtszügen, denen die thieriſche Sinnlichkeit einen widerlichen Ausdruck lieh. Seine Glieder waren ſteif und mager, ein ſchmutziger grauer Zopf hing vom Scheitel ſeines Kopfes herunter, und an den hölzernen Fingern glänzten ein paar koſtbare Diamanten, ſonſt aber war ſeine Kleidung vernachläſſigt und abgetragen. Die beiden Mäd⸗ chen ſchraken zuſammen wie Tauben, die durch den Knall eines Gewehrſchuſſes aufgeſcheucht wurden, und gehorchten unmittelbar dem gegebenen Befehle.

Wie alt ſeid Ihr? fuhr der Chineſe Oei Hang fort, einer der Reichſten in Batavia, der vor 25 Jahren als Bettler mit einem Wankang(chineſiſches Schiff) aus China gekommen war undenun über ein paar Millionen zu gebieten hatte.

Ich bin ſechszehn Jahre alt, lautete die bebende Antwort von Moetiara,und meine Schweſter fünfzehn.

So! entgegnete Oei Hang, und nachdem er noch einige unverſchämte Blicke auf die Mädchen geworfen hatte, ging er weiter. Die alte Frau, die mit ihren beiden Söhnen auf der Bank ſaß, hatte mit ängſtlicher Sorgfalt beobachtet, was ſich zu⸗ getragen. Auch fie und ihre zwei Söhne waren Leibeigene der⸗ ſelben Herrin geweſen und ſie hatte ſchon lange im Stillen den Wunſch genährt, daß die trefflichen Mädchen einmal ihren Söhnen beſtimmt ſein möchten..

Ich fürchte für Euch! ſagte ſie zu Moetiara und Melati, wir werden nicht nur getrennt werden, ſondern mir ſagt auch ein Vorgefühl, daß der Chineſe mit ſeinem widerwärtigen Aus⸗ ſehen Euer Käufer ſein wird. 1

Ach! war die Antwort der Mädchen, die durch das, was vorgefallen war, in eine traurige Stimmung verſetzt waren,das