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Glaſe.„So nes ſich um ſagte er mit
eeine Todten⸗ es ſchien, als 2 Hauptmann, das funkelnde zmit ihm an, inen Monzent e wit geſchloſ⸗ das Glas zer⸗ ſiehenden Jin⸗
— nen Auszug aus jeller Bericht zu alltn Eichen das 1900 und 1100 ſein dürfte„daß en überſchritten
der alle Thürme d vierzig Jahne il der Große in un, ob wir in oder wenigſtens hleiches na gi⸗
daß ibre 1 troa bienn
on ſol⸗ tumpfen 9.
Nach einer Weile erhob er ſich wieder, ſtützte zer⸗ knirſcht das ſchwere Haupt in ſeine zitternden Hände und ſtierte ſchweigend vor ſich hin. Dann ſprang er auf, riß ſchäumend ſeinen Degen von der Wand und nahm eine her⸗ ausfordernde Stellung an,— aber es war kein Menſch mehr im Zimmer. Man hatte es, ohne ihn eines Abſchie⸗ des zu würdigen, ſtillſchweigend verlaſſen.
Er ſtürzte hinaus in den Garten. Tolle Gedauken ſpukten in ſeinem Kopfe, ſie lagen wie Blei auf ſeinem Gehirue.„Verfluchte Geſpenſter!“ murmelte er und floh gleich einem gehetzten Hunde durch die dunkle Allee.
Er hatte Recht, ein Geſpenſt verfolgte ihn wie ſein
Schatten; aber das Geſpenſt wankte und blieb oft ſtehen,
laut auf, daun verfolgte es ihn wieder von Neuem. Waffe. ches Weib knieen, die aufgelöſten Haare bedeckten ihr blaſ⸗
es richtete ſeine funkelnden Augen zum Himmel und ſtöhnte In ſeiner weitausgeſtreckten Hand blitzte eine tödtliche
— Jetzt hatte es ihn erreicht, die unheimlichen Augen ſes Geſicht. J
ſchienen ihn durchbohren zu wollen.
„Steh!“ ſchee es dumpf— und er ſtand.„Zieh Deinen Degen, verrätheriſcher Mörder!“
Der Hauptmann erblaßte, er ſtand wie eine Bild⸗ ſäule da. 8
„Zieh Deinen Degen, oder ich renne Dich über den Haufen!“
Der Hauptmann erhob zitterud ſeinen Degen, er kreuzte ſich mit dem ſeines geheimnißvollen Geguers.
Herr von Selwitz war noch berauſcht, aber er verſtand
ſeine Klinge zu führen; nach ein Paar Gängen hatte er
ihn entwaffnet und drang hohnlachend auf ihn ein. „Elender Hanswurſt, wer biſt Du?“ ſchrie er über
ſich ſelbſt ergrimmt.„Bin ich auf einen Jahrmarkt ge⸗
rathen?“
—
Aber die eiſernen Hände eines Wahnſinnigen um⸗ klammerten ihn plötzlich mit übermenſchlicher Kraft, er glaubte erſticken zu müſſen, kaum vermochte er den freige— bliebenen Arm zum Stoße auszuſtrecken. Nach mehreren
Dritte Folge.
vergeblichen Verſuchen gelang ihm dieſer,— ſein raſender Gegner ſchien getroffen. Die ihn umklammernden Arme ließen allmählich von ihrer eiſernen Umarmung,— er ſank lautlos zu Boden.
Der Hauptmann war mit einem Male nüchtern ge worden und kniete beſtürzt an der Seite des Gefalleuen. Der Mond trat hinter den Wolken hervor und beleuchtete das ſchöne Antlitz des ſterbenden Träumers, er ſeufzte tief und ſein warmes Blut benetzte den feuchten Raſen.
„Ich kenne dieſes Antlitz,— ich werde es nimnier vergeſſen!“ ſtöhnte der Hauptmann hülfeſuchend, dem Hauſe zuwankend, aberger war noch nicht zehn Schritte von ihm entferut, als er bewußtlos zuſammenbrach. 1
Ein herzzerreißender Schrei erweckte ihn plötzlich aus ſeiner Betäubung, neben dem Gefallenen ſah er ein blei⸗
hre Arme umſchlangen liebend den Ster⸗ benden, ſtumm lauſchte ſie ſeinen letzten Seufzern, die ihren Namen hauchten. Der Hauptmann vernahm dieſen Namen und ſtieß einen Ton der Ueberraſchung aus. Ihre Lippen aber hingen an ſeinem ſchmerzlich lächelnden Munde, doch vermochten ihre heißen Küſſe ihn nicht mehr in's Leben zurückzurufen,
Vierzehn Tage nach dieſem Ereigniß wurde der Hauptmann von Selwitz vor ein Kriegsgericht geſtellt, aber freigeſprochen.
Gleich darauf hatte er ein Duell mit dem Major von Steffens zu beſtehen, das indeß keinen ſo glücklichen Aus⸗ gang für ihn hatte: er ſtarb an der erhaltenen Wunde.
Der Freiherr von Salenz iſt zur Herſtellung ſeiner Geſundheit gleich nach dieſen Vorfällen in die pyrenäi⸗= ſchen Bäder gereiſt und läßt wenig mehr von ſich hören.
An ſchönen Tagen promenirt auf dem Garniſonkirch⸗ hofe zu L— g häufig eine verſchleierte, bleiche Dame in Geſellſchaft eines würdigen alten Herrn; mitten auf dem
Literatur.
Cornelia. Taſchenbuch für deutſche Frauen. Darmſtadt, Lange. 1862. 3
Dieſes Taſchenbuch gehört noch ganz und gar als intereſſan⸗ ter Ueberſtänder jener alten Gattung an, welche Caſtelli, Theodor Hell, Clauren und andere gemüthliche Geiſter alljährlich den deut⸗
ſchen Frauen beſcheerten, um dadurch ihre Bildung auf jenem Hö⸗
henpunkt zu erhalten, den das Anſchauen einiger ſüßer Stahl⸗ ſtiche mit beigefügten Gedichten und angehangenen Erzählungen romantiſch⸗ſentimentaler Art gewährt. Es iſt auch in der That begeiſternd, zu ſehen, wie unter dem Namen„Cornelia“ oder„Ro⸗ ſalie“ ſchmachtende, nichtsſagende Lockenköpfe abgebildet ſind,
In des Haares dunklem Glanz
Einen duft'gen Blumenkranz,
Kannſt Du, Schöne, mir gefallen, Schelmiſch nach der Seite ſchielend, Mit den loſen Flechten ſpielend,
Die den Nacken Dir umwallen! u. ſ. f.
So verführeriſch werden den Damenfreunden die abgebildeten Schöͤnen geſchildert. Wie viel Trieb zu ſtiller Erbaulichkeit be⸗ weiſt es, daß ſolche Taſchenbüchergaben, mit den Maiblumen der Zärtlichkeit parfümirt, noch immer ihre Abnehmer finden! Man kann alſo in der That nicht ſagen, das deutſche Publicum ſei gegen Reine galante Behandlung undankbar. O. B.
deren lyriſche Gemüthsſtimmung ein Sonnet ſeufzervoll erklärt.
Zuweilen ſieht man auch eine lockige Dame mit einem Bologneſer g
Hündchen, worauf ſich die Treue einen rührenden Vers gemacht hat.
Nach und nach ſind nun faſt all dieſe Taſchenbücher, zum
Theil ſogar mit ihren Herausgebern, ſelig entſchlafen. Doch die „Cornelia“ hat ſich unter wenigen Ausnahmen erhalten, und da ihr Vater, Aloys Schreiber, endlich weggeſtorben iſt, ſo ſetzt Aloys Henninger die Tochter fort. Sie iſt darüber eine würdige Ma⸗ trone geworden, denn ſie zählt richtig ſiebenundvierzig Jahre, oder poetiſch ausgedrückt, ſiebenundvierzig Winter, denn von Som⸗ mern pflegen die ungalanten Dichter nur bei der Jugend zu reden: „Ein Mägdlein, achtzehn Sommer alt“.
Max Ring, der im Fruchtbaren furchtbare, Hilarius und Ernſt Willkomm haben Novellen darin geliefert, von denen die des letzteren„Vor vierzig Jahren“ die beſte iſt. Die Erklärung der Stahlſtiche in ſieben Gedichten:
Neues muſikaliſches Syſtem! Von Heinrich Jo⸗ ſeph Vincent. Leipzig, Matthes. 1862. Der Verfaſſer ſpricht im Lehrvortrag über die Einheit in der Tonwelt für Muſiker und Dilettanten. Unſer Blatt iſt kein )Fachorgan und zu allgemein, um näher auf dieſe Erſcheinung hin⸗ zuweiſen. Doch inſofern mag es hier andeutend geſchehen, als der Autor gründliches Wiſſen verräth und es unſerer An⸗ ſicht nach, auch ſelbſt einen großen Irrthum angenommen, immer dankens⸗ werth bleibt, einen neuen Gedanken, ein neues Syſtem für eine Kunſttechnik und Methode aufzuſtellen, die ſchon der Lehrform nach Jahrhunderte lang in ihren alten Handhaben geblieben iſt. Schon der Anregung und Debatte wegen iſt hier jeder friſche Wellenſchlag etwas werth. Der Schreiber dieſer Zeilen weiß, daß ihm oft große Meiſter
um
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