Eine Viertelſtunde ſpäter hatte ich ihn der Comman⸗- ſeiner momentanen Betäubung, er ſtieß einen herzzerrei⸗ dantur zur Aburtheilung übergeben. Den Tag darauf ßenden Schrei aus.
wurde ich ſelber zur Execution commandirt. Eine größere Genugthuung konnte mir wohl niemals zu Theil werden. Um zwei Uhr des andern Morgens ſtand ich mit mei⸗ nen Leuten ſchon fertig, und gegen vier Uhr trafen wir mit dem Verurtheilten zuſammen. Wir verließen ſchnell
„Feuer!!!“— commandirte ich—— und er ſtürzte leblos zuſammen.
Ich athmete auf und trocknete mir den kalten Schweiß.
von der Stirne. Gleich darauf traf ein Courier mit dem Befehl von
und ſchweigend die Stadt, in der Niemand ahute, daß die der Commandantur ein, die Execution aufzuheben, da
Execution ſo plötzlich vollzogen wurde. 3
Stanitz ſchien ruhig und gefaßt, nur mitunter blieb er einige Minuten ſtehen, dann ſchweiften ſeine funkelnden Augen wie ſuchend umher, als wollten ſie die trüben Nebelſchleier durchdringen, welche ringsum die weite Ebene bedeckten. Ich trieb zur Eile, denn eine ungewiſſe Ahnung ſagte mir, die Execution könne noch unterbrochen werden. — Endlich kamen wir auf dem einſamen Platze an.
Er kniete nieder und betete lange und innig. Daun ſah ich, wie er wieder einen langen, forſchenden Blick in die nebelgraue Ferue richtete. Auf meinen Wink wurde ihm die Binde umgelegt. Mir ſchien es, als ſahe ich Thränen unter derſelben hervorrieſeln. Plötzlich vernahm ich im leiſe heraufwehenden Winde das regelmäßige Ge⸗ trappel eines galoppirenden Pferdes. Unwillkürlich wandten ſich meine Augen nach der Richtung, wohin vor wenigen Secunden Stanitz geſchaut hatte.—— War das nicht ein Signal, was dort in der Ferne ertönte?— „Hahn in Ruh!!!“—— und nochmals,——— ich vernahm es deutlich. Ich blickte jedem meiner Leute for⸗ ſcheud in's Antlitz,—— Niemand ſchien es vernommen zu haben; nur der Delinquent machte eine haſtige Bewe⸗ gung mit der Hand, als wolle er Ruhe gebieten. Ich war wie verſteinert.„Er iſt begnadigt!“ rief es in mir, und die Galle trat mir in's Blut.
„Fertig!—— Legt an!“—— commandirte ich leiſe und raſch nacheinander.
Das Knarren der Hähne erweckte den Delinquenten aus
Stanitz begnadigt ſei. Er kam zu ſpät,— wir hatten ſein Signal nicht ver⸗
nommen,— alle meine Leute beſtätigten dies.
Ich erhielt kurz nachher von der Commandantur einen formellen Verweis, der mir aber mehr ein verſtecktes Lob zu enthalten ſchien.
Einige Tage ſpäter bekam ich die auf Stanitz's Ver⸗ haftung feſtgeſetzten 2000 Thaler mit der Ernennung zum Hauptmann.“—
Hier hielt Herr von Selwitz erſchöpft inne und ſtürzte haſtig ein Glas nach dem andern hinunt. Seine Came⸗ raden ſahen ſich ſchweigend an, aber kein Zeichen des Bei⸗ falls ſprach aus ihren finſtern Mienen.
Der Hauptmann erhob ſich mit vollem Glaſe.„So würde es wohl Jeder von uns machen, wenn es ſich um die Begnadigung eines Rebellen handelt,“ ſagte er mit ſchwankender Stimwe.
Man antwortete ihm nicht, es herrſchte eine Todten⸗ ſtille in dem vorhin ſo überlauten Kreiſe; es ſchien, als ſeien Alle mit einem Male nüchtern geworden.
„Ein Pereat allen Rebellen!“ ſchrie der Hauptmann,
kaum ſeiner Sinne mächtig, und ſchwang das funkelude Glas hoch in der Rechten. Aber Keiner ſtieß mit ihm an, kein Glas rührte ſich. Er verweilte noch einen Momient in dieſer Stellung, dann ſchwankte er und fiel mit geſchloſ⸗ ſenen Augen in ſeinen Stuhl zurück. Das Glas zer⸗ ſprang in ſeinen ſich krampfhaft zuſammenziehenden Fin⸗ gern..
dem Forſtbeamten etwas Authentiſches über das Alter der Eichen zu erfahren. Ich hatte verſichern hören, er, der alte Oberförſter ſelber, habe einmal bei einer gefällten und zu dieſem Zweck glatt gehobelten Eiche 969 Jahresringe gezählt. Der Poſtmeiſter, ſein Freund, hatte es mir geſagt.„Wenn der Poſtmeiſter,“ bemerkte mir der Oberförſter,„ſagt, ich habe verſichert, 969 Jahresringe gezählt zu haben, ſo verhält ſich die Sache auch ohne Zweifel ſo.“ Indeſſen konnte er ſich ſelbſt der Zahl nicht mehr genau erinnern. Nur ſoviel wiſſe er jetzt noch ganz gewiß, daß er damals mit bloßen Augen 600 Ringe gezählt habe, d. h. alſo bis in das Jahr⸗ hundert Kaiſer Friedrichs des Zweiten zurück, und dann noch
200 Jahre mit der Loupe, d. h. alſo bis auf das Jahrhundert
Kaiſer Heinrich des Finklers. Er ſagte mir, er habe viele Zeit, mehrere Tage, mit dieſer Operation zugebracht und oft Mühe genug gehabt auszumachen, ob er eine kleine Nüance in der Holz⸗ farbe als einen Ring anzunehmen habe oder nicht. Um nicht irre zu gehen und zuweilen revidiren zu können, habe er die wirklich erkannten und ausgemachten Zehner und Hunderte mit Nadeln von verſchiedener Größe bezeichnet.
Er fand dabei Jahresringe, die einen kleinen Finger ſtark, und andere, die kaum eine Linie breit waren. Nach den 800 ge⸗ zählten Jahresringen gab es noch eine ganze Partie Holz, in der man Ringe nicht mehr zählen, ſondern nur berechnen konnte. Und nach Zählung und Berechnung zuſammen, ſagte er, habe ſich das Alter der beſagten Eiche auf ein Minimum von 1100 Jahren herausgeſtellt. Ich ſage„auf ein Minimum“, denn die Eiche war noch dazu inwendig hohl und in ihren innerſten älteſten Theilen zerſtört, und dieſe hatte man natürlich gar nicht in Anſchlag bringen können. 3
Der treffliche Oberförſter theilte mir auch einen Auszug aus den Papieren ſeines Archivs mit, worin ein officieller Bericht zu leſen war des Inhalts:„daß ſich bei mehreren gefällten Eichen das Alter nach Zäͤhlung und Berechnung zwiſchen 1000 und 1100 Jahren herausgeſtellt habe, obgleich anzunehmen ſein dürfte, daß einige unter ihnen das Alter von 1100 Jahren überſchritten haben.“
Dieſe 1100 Jahre bringen uns ſchon weit über alle Thürme von Oldenburg, Hamburg und Bremen hinaus, und vierzig Jahre binter das Weihnachtsfeſt zurück, an welchem Karl der Große in Rom zum Kaiſer gekrönt wurde. Es fragt ſich nun, ob wir in Deutſchland noch irgend welche andere lebende oder wenigſtens Säfte treibende Weſen beſitzen, von denen ein Gleiches nachge⸗ wieſen werden kann.
Die 1100 Jahre aber ſind wieder nur ein Minimum, das die vorſichtigen Leute, ſoweit ſie mit voller Sicherheit in die Zeiten hinaus zu taſten wagen, in ihren officiellen Berichten an⸗ nehmen. Die gemeine Meinung der Leute aus der Umgegend geht, was das Alter der Haßbrooker Eichen betrifft, noch viel weiter. Sie nehmen es als unzweifelhaft an, daß ihre Bäume ſchon den Kuckuk, der zur Zeit der Römer in Haßbrook geſchrieen, vernommen und bereits zur Zeit von Chriſti Geburt an ihrem jetzigen Platze geſtanden haben. Dies mag namentlich von ſol⸗ chen alten, von wilden Roſen überzogenen hohlen Stumpfen gelten, wie ich oben einen beſchrieben habe. 9.
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