Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
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Nr. 27.] Dritte

zur Aburtheilung derjenigen geſchritten, welche die Häup⸗ ter der Rebellion und am ſchlimmſten dabei betheiligt ge⸗ weſen. Stanitz war natürlich der Gravirteſte von Allen. Man hatte aber ſeiner nicht habhaft werden können. Zwar verbreitete ſich das Gerücht, ſeine Frau halte ihn, bis ſichere Vorbereitungen zur Flucht getroffen ſeien, noch immer bei ſich verborgen. Ich ſchenkte dieſem Gerüchte vollkommenen Glauben, obgleich öftere Hausſuchungen immer das Gegentheil bewieſen: Stanitz war und blieb verſchwunden.

Mit den Anderu machte man kurzen Proceß, inner⸗ halb drei Tagen waren ſie alle kriegsrechtlich erſchoſſen. Ueber Stanitz erging daſſelbe Urtheil in contumaciam, ſein Vermögen wurde dem Fiscus zugeſprochen und ein Preis von 2000 Thalern auf ſeinen Kopf geſetzt.

Man ſprach davon, daß ſeine Frau nach der Reſidenz zu eilen und die Gnade ſeiner Majeſtät perſönlich anzurufen gedeuke, ſobald man ihn verhaften würde. Wenn dies ge⸗ ſchah, ſtand ſeine Begnadigung außer Zweifel, denn Her⸗ mine war ganz die Perſönlichkeit, das Intereſſe eines großmüthigen Fürſten zu erregen.

Dies Alles hatte mich in eine furchtbare Aufregung verſetzt. Meine Rachepläne ſtanden auf dem Spiele, ich mußte ſeiner habhaft werden um jeden Preis.

Täglich umſchlich ich ſein Haus, ohne indeß eine ver⸗ vächtige Spur zu bemerken. So kam ich auch eines Mor⸗ gens mit einer ſtarken Patrouille dort vorbei und warf zufällig einen forſchenden Blick auf die hohen Fenſter der Frout. Das bleiche Antlitz Herminens erſchien an einem derſelben.

Innere des Zimmers, wo ich einen Moment lang den Schatten einer männlichen Geſtalt beinerkte. Gleich dar⸗

Zugleich warf der Reflex eines vom Winde⸗

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als ich bemerkte, daß plötzlich mit einer ängſtlichen Haſt alle Thüren des Hanſes verſchloſſen wurden. Sofort machte ich Kehyt und ließ die Eingänge des Hauſes be⸗ ſetzen. Ein Kolbenſchlag öffnete mir einen derſelben, und ich eilte allein dem Zimmer zu, wo ich jene verdächtige Erſcheinung wahrgenommen hatte. Es war leer. In⸗ dem ich darüber nachdachte, was wohl hier am klügſten zu thun ſei, glaubte ich auf dem Corridor haſtige, aber vor⸗ ſichtige Schritte zu vernehmen. Ich ſtürzte hinaus, das Blut ſtand mir ſtille, den ich ſo lange ver⸗ gebens geſucht, dort ſtand er mir gegenüber, unbeweg⸗ lich wie eine Bildſäule.

Im Namen des Königs verhafte ich Sie! ſtammelte ich, mehr noch überraſcht, als er es ſein konnte.

Das wollen wir ſehen! ſagte er mit der Ruhe der Verzweiflung, und die dunkle Mündung eines Revolvers bewegte ſich drohend vor meinen Augen. Ich wich lang⸗ ſam zurück, er verfolgte mich ſchweigend bis unten zur Thüre. Dort blieb ich ſtehen und ergriff mit einer blitz⸗ ſchnellen Bewegung ſeinen Arm. Zugleich drückte er los, aber die Kugel pfiff über meinem Kopf in's Blaue hinaus.

Patrouille vor! commandirte ich, und im nächſten Augenblick war er umzingelt und entwaffnet. Ich nth⸗ mete auf.

Er ergab ſich mit großer Reſignation in ſein Schickſal und bat mich mit kaltem Tone, ihm zu geſtatten, daß er vor ſeiner Abführung Abſchied von ſeiner Frau und ſeinem Kinde nehnie. Ich bewilligte es. Er wies ſchweigend mit der Hand auf eine verborgene Tapetenthüre, wir öffne⸗

tten ſie und traten in ein großes, prächtig meublirtes Zim⸗ bewegten Fenſterſpiegels das Licht der Sonne weit in das

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mer, deſſen Fenſter die Ausſicht in einen ſchönen Garten gewährten. Dort ſaß Hermine und hielt einen ſchlafen⸗ den Kuaben auf ihrem Schooße. Die Scene, welche nun

auf verließ Hermine mit einer Bewegung des Schreckens erfolgte, wäre für Manchen herzzerreißend geweſen, mir aber das Fenſter, unzweifelhaft, weil ſie mich geſehen haben gab ſie den höchſten Triumph für jahrelange Qualen eines mochte. Mein Verdacht wurde zur glänzenden Gewißheit, unbefriedigten Haſſes.

her und nahm mebr als einmal ein kaltes Bad in den Gewäſſern, auf die er traf, aber keins derſelben zeigte die gehoffte verjüngende Kraft; vielmehr fühlte er ſich bald ſo unwohl, daß er nach Porto Rico zurückkehren mußte, wo er kurze Zeit darauf ſtarb, wahr⸗ ſcheinlich an den Folgen einer Wunde mit einem vergifteten Pfeile, die er bei einem Scharmützel mit den Wilden Florida's bekommen hatte. a.

Zur Culturgeſchichte. Die Muſik als Heilmittel.

Daß die Muſik einen gewaltigen Einfluß auf das Gemüth des Menſchen übt, iſt eine bekannte Sache. Bald wirkt ſie erhei⸗ ternd, bald niederſchlagend, vielleicht aber hat ſich ihre Wirkung nie auf eine merkwürdigere Weiſe geäußert, als unlängſt bei einem Blödſinnigen im Hospital des Bicétre zu Paris. Seit längerer Zeit ſchon wurde hier ein gewiſſer Ricard verpflegt, der alle äußere Zeichen bis zum thieriſchen Stumpfſinn geſteigerter Geiſtesſchwä⸗ chung an ſich trug. Man hatte dieſen Menſchen aufgefunden,

ohne daß man wußte, wem er angehörte, und weder durch Worte,

noch durch Zeichen war von ihm über ſeine früheren Verhältniſſe irgend etwas herauszubringen. Obgleich er nicht ſtumm war, konnte er nicht ſprechen, und das Denkvermögen ſchien ihm ſo gänzlich zu mangeln, daß er zu jeder Beſchäftigung unfähig war. Selbſt der Hunger war nicht im Stande, ihn zu irgend einer

Tbhätigkeit zu veranlaſſen, und er würde verhungert ſein, bätte

man ihn nicht zu den Mahlzeiten gefüttert. Fortwährend ſaß er in einem Winkel und bewegte ſeinen

einem dumpfen, monotonen Brummen begleitete.

Ein Muſiker, der ſich durch unregelmäßigen Lebenswandel um den Verſtand gebracht hatte, kam um dieſe Zeit ebenfalls nach Bicétre, und als er ſich hier in ſeiner Kunſt übte, bemerkte der Arzt, daß der blödſinnige Ricard den Klängen der Muſit einige Aufmerkſamkeit zu widmen ſchien. Er benutzte dieſe Beobach⸗

tung zu regelmäßigen Verſuchen, durch die Muſik auf den Blöd⸗ ſinnigen zu wirken, und das Reſultat übertraf bei Weitem ſeine kühnſten Erwartungen. Ricard zeigte bei den Tönen des Wald⸗ horns, welches der Muſiker blies, zum erſten Male eine Erregung ſeiner Sinne, und durch mehrmonatlich fortgeſetzte Bemühungen des Arztes, im Verein mit dem Muſiker, kam es endlich dahin, daß Ricard ein leichtes Volksliedchen nachträllerte. Auch in an⸗ derer Beziehung zeigten ſich nun bei ihm geiſtige Funct ionen, denn er forderte zu eſſen und zu trinken, wenn ihn hungerte oder durſtete, und wurde nach und nach ſogar zu kleinen Dienſten im Innern des Hospitals verwendbar. a.

Körper mit leiſem Schaukeln hin und her, indem er ſich dazu mit

Aus der Natur. Das Alter deutſcher Eichen.

Schon früher haben wir unſern Leſern einen Auszug eines Artikels über die äußere Erſcheinung der merkwürdigen Rieſen⸗ bäume zu Haßbrook mitgetheilt. Ueber die Lebensdauer derſelben ſei noch Folgendes hinzugefügt.

Ich war ſehr begierig, ſagt der ungenannte Verfaſſer, bei