1424 Uovellen-Zeitung. AVIII. Jahrg. V Ir die Muſik, die funkelnden Lichter erloſchen auf dem ver⸗ chen Geſchichten!“ lallte er ſchwerfällig.„Auch habe ich zm, laſſenen Ballſaale, das eigentliche Feſt war zu Eude. immer verteufeltes Pech gehabt.“ Wim⸗ Aber dicht neben der Garderobe, im elegant decorirten„Auch das Pech iſt willkommen!“ lachten die Andern. lih Empfangszimmer zechten noch ſpäte Gäſte, es waren die„Erzähle!“ hat Freunde und Cameraden des glücklichen Bräutigams.„Es iſt eine miſerahle Geſchichte!— ſehr ſentimental, Gläſer klirrten, Champagnerpfropfen flogen; der tolle Ju-— verſchont mich damit!“ 2 bel der Ausgelaſſenen tönte,— ein ſchneidender Contraſt,„Nichts da!— hier gilt kein Pardon!— heraus da⸗ h
— in die dumpfe Einſamkeit des unglücklichen Träumers, mit!— wenn auch der Major von Steffens uns ſchon 3
der mit geſenktem Haupte ſchweigend zu Boden ſtarrte. verlaſſen hat!“ näſelte ein in der letzten Avancements⸗ 9
Seiſß rollte das Blut in ſeinen Adern, ihm war, als müſſe liſte übergangener Hauptmann erſter Claſſe. u es ſeine Schläfe zerſpreugen. Er hätte hineinſtürzen mö⸗ Ein tolles Gelächter folgte dieſer faden Bemerkung. 3 gen in den ſtolzen Kreis der neben ihm weilenden Zecher.„Heraus damit!“ ſchrie es im Chorus. Und Herr von ihr
Err hätte jenen herausfordern mögen zum Kampfe auf Le⸗ Selwitz erzählte. Na
ben und Tod, jenen Einen, der ihm das Glück ſeiner Liebe Allmählich ward es ſtille im Kreiſe, denn es war eine Do entriſſen. Aber war es nicht lächerlich? er, der ver⸗ Geſchichte ganz abſonderlicher Art. Alles ſchwieg. Kein 3
mal
achtete Bürgerliche und Rival eines Grafen von Sel⸗ Laut unterbrach den Erzähler. ma V witz?—— Dem bleichen Träumer entfuhr ein Schrei des Ent⸗ Di Lauter und ausgelaſſener ſchallte das Gelächter der ſetzeus, als er die Namen der Geſchichte nennen hörte; er ich
Fröhlichen vurch die einſamen Gänge des Hauſes.„Hoch ſtand mit angehaltenem Odem lauſchend vor der Thüre, 2. ſol lebe das glückliche Paar!“ tönte es unaufhörlich dazwi⸗ und jedes Wort fiel wie loderudes Feuer in ſeine keuchende ſtat ſchen. Dann trat auf einmal eine Pauſe ein. Der alte Bruſt. 5 Freiherr von Salenz, der ſich unter ihnen befand, verließ„Es mögen nun fünfundzwanzig Jahre her ſein,“ be⸗ le eendlich die tolle Geſellſchaft, einige Gäſte und der Haupt⸗ gann Herr von Selwitz,„als ich in T—r in einer Abend⸗ ſie
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mann von Selwitz führten ihn langſam zu ſeinem Wagen, worauf ſie, nachdem dieſer davonrollte, eilig zurück⸗ kehrten.
geſellſchaft die Bekanntſchaft einer allerliebſten Dorfſchö⸗ nen machte. Sie hieß Hermine, war die Tochter eines d obſcuren Landgeiſtlichen und nur auf kurze Zeit in T—r
Die Abweſenheit des Freiherrn gab das Signal zu zum Beſuche. Es wurde mir nicht ſchwer, bei ihrer Tante, be einer vollſtändigen Orgie. wo ſie ſich damals aufhielt, Zutritt zu erhalten, und das pen Zur Abwechſelung gab Jeder ein ſogenanntes„tolles Ende vom Liede war natürlich, daß ich mich ſterblich in ſte Sttückchen“ aus ſeiner Lebensgeſchichte zum Beſten. Es verliebte. Bei ſolchen Mädeln vom Lande reuſſirt man di waren meiſt Liebesabenteuer der ſchlüpfrigſten Art, und in der Regel ſchnell, wenn man ſich's einigermaßen ange⸗ A je niedriger die Sphäre erſchien, in welcher ſie ſich beweg- legen ſein läßt. Ich glaubte nun auch wenig Umſtände den ten, deſto lauter ſchallte der Beifall der berauſchten Zecher. nöthig zu haben und ging ſofort zur Attaque über..— Endlich hatte Jeder das Seinige gethan, nur der Herr Aber ich fand bald, daß ich mich gewaltig verrechnet hatte. in
Briänutigam war noch zurück. Das liebenswürdige Benehmen der Kleinen verwandelte V„Ich weiß nicht viel Neues zu erzählen von derglei⸗ ſich nach und nach in auffallende Kälte, die mich oft rein kür —
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— 7 ſprach er mit lobenswürdigem Eifer,„da iſt das einfache Wort Artikel über John Charles Fremont mitgetheitt, wie derſelbe am n Collegium in Charleston die Stelle des Profeſſors der Mathe⸗
erino, poveretto, poverac- 4 4 2 matik übernahm, um ſich in den Stand zu ſetzen, ſeine verwit⸗
povero, arm; daraus machen Siep cio, poverone u. ſ. w. Che richeza, welcher Reichthum!
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So ungefähr entſteht auch der toscaniſche„Nationalreich⸗ wete Mutter unterſtützen und zur Erziehung ſeiner jüngern Brü⸗ wan thum“ aus lauter Einzelarmuth. 6. der beitragen zu können. Gerade zu der Zei er ſeine mathe⸗ Ge matiſchen Vorleſungen in Charleston be rat der junge und reiche Creole Pierre Beauregard als Zögling in das Collegium Sch Aus von Charleston ein. Nach Beendigung ſeiner Studien daſelbſt di us der Gegenwart. wurde er in die einzige Mäeiratndeuhen welche dir waerinnihten 4 5 Staaten in Weſt⸗Point beſitzen, aufgenommen, un wie ſehr man N Pierre Beauregard und Mac Clellan. mit ſeinen iſonrien Lefißon zufrieden war, ergibt ſich daraus, do Da in dem jetzigen nordamerikaniſchen Bürgerkriege die daß er bei ſeinem Austritt aus derſelben das Patent als Seconde⸗ a Namen Beauregard und Mac Clellan, von denen der Erſtere der Lieutenant erhielt. Er nahm dann an dem Kriege gegen Mexico na DOoberbefehlshaber der Truppen der Conföderirten iſt, der Letztere Theile n de bei Cherubusco zu apitain ernannt und bei der 3 DOberbefehlshaber der Bundestruppen bis in die neueſte Zeit war, Belagerung von Mexico ſchwe wundet. Nach Beendigung fi wenn er es auch gegenwärtig thatſächlich nicht mehr iſt, ſo oft des mexicaniſchen Krieges, und als ſeine Wunden wieder geheilt tä genannt werden, ſo wird es vielleicht unſern Leſern willkommen waren, erbaute er auf Befehl der Regierung die Fortificatienen ert ſeein, wenn wir ihnen etwas Näheres über die Verhältniſſe dieſer an den Mündungen des Miſſiſſippi, von denen in der neueſten den
beiden Männer hier mittheilen. Zeit in den nordamerikaniſchen Kriegsberichten ſo viel die Rede Pierre Beauregard wurde im Jahr 1818 in Louiſtana, nicht geweſen iſt. Ohne politiſche Einflüſſe, die ihn auf die Seite zu mac weeit von Neuorleans, auf einer prachtvollen Beſitzung geboren, ſchieben wußten, würde er zum Director der Militärakademie in 1 ds die ſeinen Eltern, Creolen, welche von einer alten franzöſiſchen Weſt⸗Point ernannt worden ſein, für welche Stellung ihn ſeine i V Familie abſtammten, gehörte. Schon in ſeinem Knabenalter und Talente und Kenntniſſe geeigneter machten, als irgend eine an-⸗ lbe in ſeinen kindlichen Spielen zeigte er den Keim zu den militäri- dere Perſon. Erſt im vorigen Jahre führte der Ausbruch des uſfß ſchen Anlagen, die ſeinen Namen bekannt gemacht und ihn in der nordamerikaniſchen Krieges die Gelegenheit herbei, ihm eine her⸗ lief neueſten Zeit an die Spitze eines Heeres geſtellt haben, das hin⸗ vorragende Stellung in ſeinem Vaterlande zu verſchaffen, und i ſichtlich ſeiner Stärke dem Heere Napoleon's I. nicht nachſteht. erſt ſeitdem iſt der Name Pierre Beauregard auch nach Europa ſäd So gehörte es zu ſeinen Lieblingsbeſchäftigungen, Fortificationen gedrungen und man findet ihn in faſt allen Berichten, die von do voon Sand und Erde aufzuführen. Wir haben früher in unſerm dem Kriegsſchauplatz zu uns gelangen, und er wird ſicher ſpäter b nes
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