Jahrgang 
27-52 (1862)
Seite
423
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Nr. 27.

Mitternacht war lange vorüber. Eduard ſaß noch immer ſchweigend im halbdunkeln Garderobezimmer und ſtarrte mit düſterer Miene zu Boden.Ich könnte ſter⸗ ben! murmelte er leiſe und umklammerte krampfhaft ſeinen Degen, der neben ihm auf dem Sopha lag.

Da öffnete ſich leiſe die Thüre, das Ideal ſeiner Träume ſtand vor ihm, Emilie, die bleiche Braut. Ihre Blicke hingen lange und mit unbeſchreiblichem Ausdrucke an den ſeinigen, die herriſchen Züge wurden mild und wehmüthig, zwei große Thränen glänzten in ihren Augen.

Du biſt es, mein armer Freund! flüſterte ſie mit einer ſchmerzlichen Haſt.Ich ſah Dich vorhin ſchou, bleich und verſtört, Du biſt wiedergekommen!

Er antwortete nicht, er preßte nur ihre kleinen Hände, die ſie ihm ſeufzend entgegenhielt, in den ſeinigen und blickte ſtumm auf die zitternde, ſchlanke Geſtalt.

Nebenan, vom Ballſaale, klangen wieder berauſchende Töne herüber; ihm war, als wenn ſie ſein Herz zerriſſen.

Du biſt krank! flüſterte ſie endlich und blickte be⸗ ſorgt in ſein bleiches Antlitz.Du liebſt mich noch immer! fügte ſie nach einer Pauſe kaum hörbar hinzu, und Thrä⸗

nen entſtrömten dabei ihren Augen.Du kamſt zu ſpät!

ſagte ſie dann mit convulſiviſchem Schluchzen.

Zu ſpät! wiederholte er zähnekuirſchend und richtete ſich haſtig empor;es iſt eine Thorheit ein Weib zu lieben! er ſtieß ſie mit einem Schrei des Schmerzes von ſich.

Ich habe Dich immer geliebt und liebe Dich mehr als je! ſie ſtand mit gefalteten Händen vor ihm,

ihr Athem flog, ſie wagte nicht ſeinen Blicken zu

begegnen. 1

Aber er ſchwieg..

Sprich ein Wort! rief ſie mit leidenſchaftlicher Gluth und umklammerte ihn heftig mit ihren Armen. Nur ein Wort! bat ſie mit flehendem Tone und hob ihr thränengebadetes Antlitz zu ihm empor.Wir wollen

Dritte Folge.

fliehen, o, ich bin namenlos elend! verlaſſe ich nicht, ſtoße mich nicht von Dir! Ich bin nur ein Paria unter den Deinigen, erwi⸗ derte er düſter,aber mein Herz iſt ſtolz, es verſchmäht jene Liebe, die niemals den Muth und die Größe beſaß, an die ſeinige zu reichen! es entſagt ihr und ſtirbt! In dieſem Augenblicke tönten Schritte vom Gange her, ſie fuhr haſtig zuſammen und preßte krampfhaft ihre kleinen Hände auf das bleiche Geſicht. Dann wandte ſie ſich langſam der Thüre zu, die ſich gleich darauf öffnete; ihr Bräutigam ſtand vor ihr. 4 Iſt mein Wagen da? frug ſie leiſe, aber mit feſter Stimme; ihre Züge ſchienen dabei ruhig und ſtolz, wie die einer Marmorſtatue. Der Hauptmann bot ihr ſchweigend den Arm und geleitete ſie aus dem Hauſe. Iſt Ihnen nicht wohl? wagte er endlich zu fragen. Augenblicklich nur! murmelte ſie leiſe,aber es wird nicht lange andauern! Daben hüllte ſie ſich fröſtelnd in ihren Shawl. Unterdeß waren ſie an den Eingang des Gartens ge⸗ kommen. Kehren Sie nunmehr zu Ihren Freunden zurück, ſagte ſie mit einer kalten Verbeugung, indem ſie ihren Arm heftig dem ſeinigen entzog.Ich werde allein nach Hauſe fahren. Laſſen Sie meinen Wagen am andern Ende des Gartens halten, ich wünſche zuvor eine kleine Prome⸗ nade durch denſelben zu machen. Nach dieſen Worten verſchwand ſie in der dunkeln Allee. Stolz und launenhaft, wie immer! aber es ſoll ſchon anders werden! knirſchte der Hauptmann und kehrte, nachdem er dem Kutſcher die Weiſung gegeben, ver⸗ ſtimmt nach dem Ballſaale zurück. Allmählich verloren ſich die Tanzluſtigen Einer nach dem Andern, und wenige Wagen nur fuhren noch vor, um die Letzten nach Hauſe zu bringen. Endlich ſchwieg auch

Vaterland unter den größten Entbehrungen ſtündlich dem Tod entgegengeht, ſo hat er an jedem Wochenblättchen ſeine Ilias, an jedem Buchdrucker ſeinen Homer. Aber wer ſpricht von jenen er⸗ habenen Frauen und Mädchen, deren ganzes Leben ein Opfer, eine Entſagung iſt, und die wie das Perlthier das ſchönſte Pro⸗ duct mit langſamem Tode erzeugen!

Wie heißen die übrigen Helden? Tukery, Coſenz, La Maſa, Rüſtow, Türr, Medici an die Seite ſtellen wir ihnen kühn die Schweſtern Chriſtina und Ermelina Faldi, die aus Wei⸗ zenſtroh 202 Treſſen zu einem einzigen Hute flochten, die unüber⸗ treffliche Marianna Coppiani aus Prato, die wackere Laura

davontrugen. 82 Zum Schluſſe, meine en, will ich Ihnen noch ein weite⸗ res Geheimniß verrathen, behalten Sie es aber für ſich, denn es

iſt gefährlich in unſerer Zeit, von ſolchen Dingen zu reden. Ich will Ihnen ſagen, wie die Männer es machen, daß die Welt ob

ſolcher Einſicht in's weibliche Märtyrerthum nicht allzutief auf⸗

ſeufzt, wie man ſie aus der bittern Betrachtung der Danaidenar⸗ beit plötzlich in die Freude der Elyſäiſchen Felder hinüberführt. Dafür laſſen die Männer die Statiſtik ſorgen, und dieſe Ueber⸗ läuferin redet alſo: 2

In der Strohflechterei ſteckt ein ungeheures Capital', und dieſes Capital wird noch immer ungeheurer. Man betrachte nur die Stufenleiter der Ausfuhr: In den Jahren 1837 41 betrug die toscaniſche Ausfuhr von Stroh und Geflechten im jährlichen Durchſchnitte 9,647,569 Fres. In den fünf Jahren von 1851

55 belief ſich die Geſammtſumme auf 74,885,389 Fres., was für jedes einzelne Jahr im Durchſchnitt 14,977,078 Fres. ergibt, alſo eine Steigerung von 96 auf 149, oder von 55 Procent. Im Jahre 1855 allein führte das Land aus: an Treſſen für 7,158,060 Frcs., an Hüten für 15,682,559 Frcs., an ſonſtigen Arbeiten für 163,700 Frcs., in Summa für 23,004,319 Fres. Rechnet man dazu noch 30,000 Frcs. für Rohſtroh, ſo kom⸗

men wir für das Jahr 1855 faſt auf das Doppelte des Durch⸗ ſchnittes der Jahre 1851 55, was für dieſe Jahre ſelbſt wieder einen enormenFortſchritt nachweiſt, während derFortſchritt gegen die Periode 183741 faſt 250 Procent oder das Zwei⸗ undeinhalbfache beträgt. An fremden Waaren führt Toscang etwa jährlich ein für 12,271,553 Fres., ſo daß 11 Millionen Francs an baarem Gelde mehr in's Land kamen, was man eine ſehr vorzügliche, ſehr vor⸗ theilhafteHandelsbilanz zu nennen pflegt. In Bezug auf die Kopfbedeckung allein ſtellt ſich die Berechnung ſo denn die Statiſtiker berechnen Alles bis auf den Kuß, den ihnen eine Frau gibt: für ausgeführtes toscaniſches Strohwerk kommt in's Land herein 15,137,000 Frcs., dagegen geht für fremde Hüte hinaus 2,454,000 Frcs., was einen baaren jährlichen Ueberſchuß von 12,683,000 Frcs. ergibt. WelcherUeberſchuß, welcher Vortheil, welcherFortſchritt, nicht wahr?! Und all' dieſer Reichthum und Segen kommt in's Land für Stroh, für leeres Stroh! DasNationalvermögen wächſt ins Unglaubliche! Ein Italiener bemühte ſich einmal, einem Ausländer die Vor⸗ züge ſeiner Sprache vorzudemonſtriren, und im richtigen Inſtinct nahm er die mannigfaltigen italieniſchen! Ableitungsſylben zu Hülfe, die ſo allerliebſt den Wortſtamm ſchattiren:Sehen Sie,