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Uovellen
Mit dieſen Worten ſchließe ich dieſe Zeilen, ich folge Ihnen in Gedanken und benetze die ſie erbrechenden
Hände mit meinen heißen, glühenden Thränen!——
Eduard Stanitz.“
Der Major faltete bewegt das Schreiben zuſammen und gab es Emilien mit forſchendem Blicke zurück. „Wenn Sie, mein Fräulein,“ ſagte er mit gehobener Stimmie,„nicht von dem ergreifenden Tone der Wahrheit
dieſer Zeilen überzeugt ſind,— wenn Sie daran zu zwei⸗
feln vermögen,—— ſo habe ich Nichts mehr hinzuzufü⸗ gen.“ Er ließ nachdenkend ſein Haupt auf die Bruſt ſin⸗ ken.„Armer Freund!“ ſeußzte er leiſe.
„O, ich habe niemals an ihm gezweifelt!“ ſchluchzte ſie, plötzlich ihr Antlitz verhüllend. früher dieſe Zeilen? warum erſt jetzt, wo es zu ſpät iſt?“ Sie erhob ſich mit einer Bewegung des Schmerzes, und Ströme von Thränen brachen aus ihren ſchönen Augen.
„Sie liebt ihn noch immer!“ murmelte leiſe der
Major. „Herr von Steffens,“ ſagte ſie mit einem Male feſt und beſtimmt, indem ſie gewaltſam die Thränen in ihren Au⸗ gen zerdrückte,„ſeit heute Morgen bin ich mit dem Haupt⸗ mann von Selpitz verlobt; in dieſem Augenblicke verkün⸗ den die öffentlichen Blätter unſere Namen. Wäre dieſer Brief einen Tag früher in meine Hände gekommen, dann hätte ſich Alles anders geſtaltet. Nun aber iſt es zu ſpät! — und wenn mir das Herz brechen ſollte,— ich kann nicht mehr zurücktreten!“ „O, ſehr natürlich!“ murmelte mit bitterem Tone der Major. „Ich muß mit ihm reden!“ fuhr ſie leidenſchaftlich fort;„ich muß Abſchied von ihm nehmen— für immer!“ „Nur einige Tage Geduld,“ ſagte der Major kalt, „bis zum Feſte Ihrer Verlobung; er wird als Gaſt zuge⸗ gen und Zeuge Ihres Glückes ſein.“
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„Aber warum nicht
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Zeitung.(VIIL Jah rg.
„Eÿ iſt nicht möglich!“ ſtammelte ſie
Sie erblaßte. erbebend.
„Auf meinen beſonderen Wunſch,“ fuhr der Major in demſelben Tone fort,„hat ihn Ihr Oukel, der Freiherr, eingeladen— und ich glaube verſichern zu können, daß er nicht ausbleiben wird.“ 4
„Er wird kommen!“— keuchte ſie mit fliegendem Athem,—„o mein Gott! gib mir die Kraft, ſeinen Au⸗ blick zu ectragen!“
„Es läßt ſich Vieles ertragen, wenn inan ſo glücklich iſt, wie Sie, eine eiſerne Willenskraft zu beſitzen,“ erwi⸗ derte ſtrenge der Major.
Sie ſchwieg eine Zeitlang, den Drang ihres überſtrö⸗ menden Gefühles zu bekämpfen, dann ſagte ſie ruhig und gefaßter:„Sei es ſo!— ich werde ihn erwarten. Ver⸗
ſchweigen Sie ihm bis dahin, was wir mit einander ge⸗ redet haben. Seinetwillen bitte ich Sie darum!“ „Ich verſpreche es Ihnen,“ ſagte der Major. „Noch Eins habe ich auf dem Herzen,“ flüſterte ſie nach einigen Minuten des Nachdenkens leiſe.
„Wenn ich an jenem Abende nicht Gelegenheit finden ſollte, mich ihm zu nähern, wollen Sie ihn dann bitten, mich vor dem Schluſſe des Balles in der Garderobe zu erwarten?“
Der Major winkte zuſtimmeud und empfahl ſich mit einer ſtunmen Verbeugung.
Es war ſchon ſpät, die Promenade einſam, nur mil⸗ unter fuhr in den vom vollen Monde beſchienenen Lauben ein verſpätetes Paar bei ſeinem haſtigen Vorübereilen aus zärtlicher Umarmung empor. Dann wandte er ſich mit einem Seufzer und erblickte die ruhigen dunkeln Stein⸗ maſſen des Salenz'ſchen Hauſeß. dem Balkon lehnte die hohe Geſtalt einer Dame, ihre Augen ſtarrten unbe⸗ weglich in die ſternenklare Nacht, und die zitternden Hände falteten ſich über das ſtürmiſch klopfende Herz.—
„Befehlen Sie!“ 4
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Feuilleton
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—— IMA 5 4 9-1 Eine Vorleſung für Damen. Haus und die Familie beſchränkt? Gibt es kein Freicorps, in das 34 wir eintreten könnten, auf Gefahr und Sieg auszuziehen, das Le⸗ u Ein neuerer Reiſeſchriftſteller, der unlängſt erſt über das ben zu wagen und die Unſterblichkeit zu gewinnen? Sollten wir 4 moderne Italien geſchrieben, Karl Grün, hat jetzt dieſem Werke vom Geſchick dazu verurtheilt ſein, nur der Männer Großthater 1 in Bezug auf„Natur und Kunſt“ noch eine Reihe von Darſtellun- gedruckt und illuſtrirt anzuſtaunen?“ d— gen folgen laſſen. Er berückſichtigt dabei auch die Toilettenin⸗ Ihre Frage iſt berechtigt und Ihre Zweifel ſind zu löſe an tereſſen des ſchönen Geſchlechts und ſpricht zu demſelben von Tos⸗ Ja, es gibt eine weibliche Armee, einen weiblichen Heldenmu ban cana aus folgendermaßen: Lorbeeren und Tod auf dem Schlachtfelde für Weiber. Den* Entſchuldigen Sie, meine Damen, daß ich gerade Sie ge⸗ Sie nicht, ich ſpreche von den fabelhaften Amazonen, oder vo du wählt habe, um von Stroh zu reden. Leider wird der Verfolg böhmiſchen Mägdekriege, oder von den Frauen auf den Barrit ſin ſogar ergeben, daß in dieſem Stroh auch nicht das geringſte Körn⸗ den zu Paris. Nein, es handelt ſich von höchſt wirklichen, höch ſeir chen enthalten iſt, daß wir alſo völlig leeres Stroh miteinander gegenwärtigen Frauen, von ſolchen, deren Campagne noch immer on dreſchen. Und trotz alledem hoffe ich Ihnen zuletzt das Geſtänd⸗ fortdauert, die noch täglich ſiegen müſſen, um die Freiheit und das 1 fahr niß abzulocken, daß die Sache keineswegs von Stroh war. Leben zu verdienen. ſ di Sie Alle oder doch viele von Ihnen haben mit dem italieni⸗ Unſere Frauenarmee ſteht in Toscana, die erſten Werbebu⸗ die ſchen Nationalhelden Garibaldi von Marſala bis Capua hinauf⸗ reaux wurden aufgethan in Signa, Brozzi, Petriola, Compi, offt geſchwärmt und ſich an den Großthaten ſeines unüberwindlichen Prato. Von allen dieſen Namen haben Sie höchſtens den letzten Häufleins erbaut. Entweder kenne ich das weiöliche Herz ſehr gehört und behalten; vielleicht waren Sie ſelbſt in Prato, auf 1 zuſa ſchlecht, oder ich darf vermuthen, daß Sie inmitten Ihrer Bewun⸗ Ihrer Hochzeitsreiſe oder mit Ihrem Papa, in Prato, drei Stun⸗ hu, derung bisweilen gedacht haben:„Können denn wir Frauen gar den von Florenz, wo das beſte Brod von ganz Etrurien gebacken mu nitchts thun für's Vaterland? Sind wir ſchlechterdings auf,das wird. aus
Im Jahre 1818, drei Jahre nach der heißen Männer⸗
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