Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
410
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* heit!

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In der That, ein intereſſantes Subject, das ich wohl ein⸗ mal näher kennen zu lernen wünſchte. Ich werde veran⸗ laſſen, daß er zu Emiliens Verlobung geladen wird, das muß eine pikante Scene geben, an der ich mich weidlich er⸗ götzen will!

Der Major ſtaud plötzlich ärgerlich auf und machte Miene das Zimmer zu verlaſſen.

Alle Hagel! ſtotterte der Freiherr beſtürzt,ich will nicht hoffen, daß Dich mein Raiſonnement belei⸗ digt hat!*

Souderbare Frage! murrte verdrießlich der Major. Wenn ich nicht Deinen krankhaften Zuſtand berückſich⸗ tigte, würde mich Dein ennuyanter Ton längſt verſcheucht haben. Ich weiß wahrhaftig oft nicht, was mich noch an Dich feſſelt! jedenfalls iſt es nur die leidige Gewohn⸗

Na, ſo lauft nur Alle zum Teufel! brummte der Freiherr piquirt.Laßt mich nur immer alleine hier

ſitzen und volleuds verſauern! Ihr ſolltet mir auch etwas zu Gute halten! fügte er nach einer Pauſe klein⸗ laut hinzu.*

Zwinge Dich wenigſtens, etwas liebenswürdiger zu ſein, dann verſpreche ich, auch für die Folge bei Dir aus⸗ zuhalten, erwiderte gutmüthig der Major.Insbeſon⸗ dere ſchmähe mir meine Freunde nicht. Uebrigens wünſche ich ſelber, daß Du den jungen Mann zur Verlobungsfeier Deiner Nichte einladeſt, weil er dort Gelegenheit findet, die zu ſeinem Fortkommen nöthigen Connaiſſancen zu machen. Aber nicht einer pikanten Scene wegen, die ich um jeden Preis verhindern werde, wenn er, was ich indeß ſehr bezweifle, jemals zu Deiner Nichte in einem intimeren Verhältniß geſtanden hat.

Man kann ſich irren! murmelte der Freiherr.Er ſoll eingeladen werden, biſt Du zufrieden geſtellt?

Vollkommen! nickte der Major.Wo wird die Ver⸗ lobung gefeiert?

[VIII. Jahrg.

Auf meiner Villa in B., ein Stündchen vor der Stadt.

Warum denn nicht hier?

Ich habe keinen Ballſaal im Hauſe, der Speiſe⸗

ſaal iſt zu klein.

Auf wie viel Gäſte rechneſt Du denn?

Auf dreihundert wenigſtens!

Du ſetzeſt mich in Erſtaunen!

Ich will, daß Alles im großartigſten Style arran⸗ girt wird, man ſoll noch nach zehn Jahren von dieſer Ver⸗ lobungsfeier reden!

Der Major ſchüttelte mit einem eigenthümlichen Lächeln den Kopf und verabſchiedete ſich nach kurzem Gruße.(Schluß folgt.)

Das Maifeſt auf der Altenburg.

Skizze von Amelie Godin.

Oft wird die Klage ausgeſprochen, daß durch die Leich⸗ tigkeit des Verkehrs, die ein Geſchenk unſerer Zeit iſt, das Reiſen ſeiner früheren Romantik beraubt ward. Dieſe Behauptung ſcheint mir eben ſo unbegründet wie manche andere, die hingeworfen und nachgeſprochen wird, denn die Romantik des Reiſens liegt vor Allem im Reiſenden ſelbſt. Gehört er zu dem Schlage derer, denen bei dem bloßen Gedanken, in die blaue Welt hineinfahren und die ewige Sehnſucht nach dem Unbekannten befriedigen zu dürfen, das Herz lebhafter ſchlägt, ſo wird er aller Ro⸗ mantik, deren er bedarf, auf Tritt und Schritt begegnen.

an der fallenden Sucht(Epilepſie) leide, die bekanntlich unter dem Volke auch Elend genannt wird, und hieraus mag wahrſcheinlich ſein Name entſtanden ſein. Eigenthümlich iſt auch die Vorſtel⸗ lung, welche man ſich von der Heilung dieſer Krankheit machte. Man glaubte nämlich, wenn das Thier von derſelben befallen ſei, ſo kratze es ſich ſo lange mit ſeinen Pfoten hinter den Ohren, bis das Blut komme, worauf es wieder geſund aufſtehe.

In früheren Zeiten bewohnte dieſes Thier, außer den noch heute von ihm bevölkerten Gegenden Nord⸗ und Oſt⸗Euro⸗ pa's auch Deutſchland, findet ſich jedoch jetzt nur noch an der äußerſten Oſtgrenze dieſes Landes, in Oſtpreußen, wo in dem Rayhornſchen, Ortels⸗ und Johannisburger Forſt einige Hundert dieſer Thiere forſtmänniſch gebegt werden, ſich indeſſen in Folge des ſehr ſtarken Wilderns in nicht gar ferner Zeit gänzlich verlie⸗ ren dürften.

Ehe dies geſchieht, wollen wir unſern Leſern ein ſchriftliches Bild dieſes in mancher Beziehung intereſſanten Thieres liefern, wie es Schreiber dieſes aus eigenen Anſchauungen in jenen Ge⸗ genden in ſich aufgenommen hat.

Das Elenthier erreicht nicht nur die Höhe eines gewöhnlichen Pferdes, ſondern übertrifft ſie nicht ſelten, während ſeine Länge weit bedeutender iſt, indem ein ausgewachſenes männliches Thier (Elk⸗Ochs, Elk⸗Hirſch, Elch⸗Hirſch) von der vorgeſtreckten Schnauze bis zum After 7 Fuß mißt. Einen verhältnißmäßig großen Theil dieſer Länge nimmt der Kopf ein, der ein Fuß zehn Zoll, etwas mehr oder weniger lang wird, auf welchem das Thier zehn Zoll lange Ohren trägt, während ſein Schwanz nur etwa drei Zoll lang iſt. Am Vordertheil erreicht das Elenthier eine Höhe von fünf Fuß drei Zoll, am Hintertheil iſt es etwas

niedriger. Wie alle Hirſcharten hat es im Verhältniß lange und ſchlanke Beine, die jedoch weit plumper als die des Hirſches ſind, wie auch Haltung und Gangart viel ſteifer als bei dieſem er⸗ ſcheinen.

Von allen Theilen hat der Kopf am wenigſten von der Grazie des Hirſchgeſchlechtes, er iſt plump und dick, hat mächtig große, dunkle, ziemlich dumm blickende Augen und iſt im Ganzen, na⸗ mentlich aber die Schnauze, der eines Pferdes ſehr ähnlich. Letz⸗ tere, wie die ſehr breite Naſe, iſt behaart. Schneidezähne hat das Elenthier nur in dem Unterkiefer, und zwar acht, im Oberkiefer fehlen ſie, wie überhaupt auch die Eckzähne. Die Backzähne ſte⸗ hen auf jeder Seite der Kiefer, nach hinten zu größer werdend; ſie ſind mit feinem Schmelz überzogen, faltig und höckerig. Die tief gefurchte Oberlippe ragt über der untern hervor und iſt faſt viereckig geſtaltet. 4

Der Hals des Elens iſt nicht ſchlank und aufrecht, ſondern kurz, dick und faſt wagerecht geſtreckt, und das Männchen trägt unter demſelben an der Kehle einen nicht großen, aber ſehr lang behaarten Sack, den ſogenannten Kehlſack.

Der Körper iſt im Verhältniß zu den angegebenen Theilen kurz und von vorne nach hinten allmählich ſchwächer werdend, auch, wie bemerkt, an dem Vordertheil höher. Die ſtarken langen Beine haben tiefgeſpaltene, ziemlich große Klauen mit dreieckigen ſchwarzbraunen Hufen. Die den Vielhufern eigenthümlichen

Afterklauen ſind ſchmal, kurz, und nähern ſich ſehr dem Ballen,

woher es kömmt, daß das Elen beim Laufen mit denſelben ein klapperndes Geräuſch verbreitet. 3

Das Elen iſt nicht ſtark behaart, aber die Haare ſind ſteif und ſtarr, beinahe wie ſchwache Borſten, im Ganzen von einer

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