Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
409
Einzelbild herunterladen

abſonder⸗

glänzende aurechnen, 76

nand ehne

3 iſt eine t verächt⸗

ich Dich die leeren ohne vor⸗ lieben um , wo dür⸗ eine Lieb⸗ fftige und u.

ſagte der t Retorte ſen glaubt eil's nicht wahrlich,

ſelgkeitl eſchict es lanz, wie 1 Sch allezeit zu mente, die ſchen, zu t, iſt vom nus, dem en Seifen: aſchen ge⸗ nen mußtt. h natürlich auer

vor Todes odesſchädel

dieſer

VVYY

1

Nr. 26.] Dritte denkſt, vor Deinen Augen zerplatzt. Aber das laß Dir geſagt ſein: dem großen Zweck des Lebens wird nur mit dem ruhigen Verſtande, nicht aber mit den ungleichen Wellenſchlägen des Herzens Genüge gethan.

Der Freiherr erhob ſich mit mürriſcher Miene von ſeinem Seſſel und wankte langſam an's Fenſter. Die troſtloſe Leere ſeiner Anſchauung zog mit den Schatten tödtlicher Langeweile in ſein krankes Gemüth.Brechen wir ab von dieſem Tone unſerer Unterhaltung, fügte er nach einer Weile grollend hinzu.

Unglücklicher Menſch! murmelte der vor ſich hin.

Wer iſt der junge Officier? fragte plötzlich der Freiherr, mit dem Fiuger auf die Straße weiſend,ich ſah ihn kürzlich häufig in Deiner Geſellſchaft.

Der Major trat eilig au's Fenſter.

Eine Compagnie Soldaten zog tiraillirend über die weite Promenade hin; der Officier, welcher das Manöver leitete, war der vom Freiherrn bezeichnete.

Mit welcher Sicherheit und Ordnung ſich Alles be⸗ wegt! fuhr dieſer bewundernd fort,das iſt eine Luſt anzuſehen; wahrlich, ein tüchtiger Mann, der junge Offi⸗ cier!

Der vor wenigen Monden noch gemeiner Soldat war, ſagte der Major mit triumphirendem Lächeln.Er verſieht die Functionen des erkrankten Compagnie⸗Chefs.

Ah, dann wird er bald avanciren!

Ein bitteres Lächeln umzuckte die Lippen des Majors: Er würde es, wenn er das Glück hätte einen adeligen Namen zu tragen!

Ah ſo! er gehört nicht zu uns, das iſt etwas Anderes! gähnte der Freiherr und ließ ſich mit einer raſchen Wendung in den Seſſel fallen.

Ein düſterer Schatten flog über die Stirne des Ma⸗ jors;er gehört nicht zu uns, da haſt Du Recht! erwi⸗

Major leiſe

Folge.

liebe ihn, wie man ſonſt nur einen Sohn zu liebeu pflegt. V Ich war es, der ſeine Zulaſſung zum Officier⸗Examen durchſetzte, das er, zur Beſchämung ſeiner vorlauten Geg⸗ ner, glänzend beſtand. So lange es nur in meinen Kräf⸗ ten ſteht, werde ich den rauhen Pfad ſeiner Carridère ebnen. Ich verachte, geradezu geſagt, die ſchreiende Un⸗ gerechtigkeit Eurer Maximen; der maßloſe Dünkel, womit Ihr auf niedrig Geborne herabſchaut, iſt eine grobe Verſündigung wider die Vernunft und Humanität unſeres Jahrhunderts. Das ſanctionirte Adels⸗Diplom ruht in jeder edeln Menſchenbruſt, groß und herrlich lodert es auf der freien Stirne des genialen Denkers, in der begei⸗ ſterten Seele des Wahrheit verkündenden Dichters!

Der Freiherr zündete ſich gleichgültig eine Cigarre an und blies mit ſpöttiſcher Miene dichte Dampfwolken vor ſich her.Du haſt mir ja noch immer nicht geſagt, wie denn Dein intereſſanter Schützling eigentlich heißt, wo er her iſt u. ſ. w. Insbeſondere, fügte er langſam und gedehnt hinzu,insbeſondere möchte ich gar zu gerne über die Motive Deiner merkwürdigen Theilnahme für ihn etwas erfahren.

Ueber die einfache Urſache meiner Theilnahme, welche der junge Mann übrigens in jeder Hinſicht verdient, rede ich zu einer gelegeneren Stunde, entgegnete grollend der Major.Für heute genüge Dir, daß er Eduard Stanitz heißt und aus Tr iſt.

Das ſpöttiſche Geſicht des Freiherrn verfinſterte ſich auffallend bei Nennung dieſes Namens.Stanitz? Stanitz? murmelte er leiſe, wie in Erinnerungen ver⸗ loren; dann brach er in ein ironiſches Gelächter aus. Stanitz! das iſt ja der ſentimentale Betteljunge, für den meine liebenswürdige Nichte immer ſo geſchwärmt hat, mit dem ſie ein zartes, platoniſches Verhältniß an⸗ knüpfte, welches ich nur durch ihre ſchnellſte Entfernung aus T-r zu unterbrechen im Stande war. Ich muß ge⸗

derte er heftig,aber er iſt dennoch mein Freund, ja, ich

ſtehen, der Junge hat einen glücklichen Speculationsgeiſt!

einem Luftloche befinden mußte, das zum Lüften dienen ſollte, und das in einem Hofe oder einer Werkſtätte ſich öffnete.

Und nun zu denken, daß ich die Stelle, wo ich die erfreulichen Töne gehört, verlaſſen und meine Reiſe fortſetzen ſollte, bis ich den Urſprung der Luftſtrömung fand! Ich verließ den Ort in⸗

deſſen erſt, nachdem jener Geſang längſt verklungen war. Ich rief

und erhob ein gewaltiges Halloh, jedoch ohne eine Antwort zu erhalten.

Wieder auf die Luftſtrömung zurückzukommen, ſo war es ganz wunderbar, wie leicht ich die zunehmende Kraft derſelben er⸗ kannte, denn alle meine Geiſteskräfte concentrirten ſich in dieſer Aufgabe. Zulletzt konnte ich beinahe die Zunahme in der Bewe⸗ gung und in den Wärmegraden, welche ſo und ſo viel hundert Schritte verſchafften, berechnen. Endlich hörte die Schädel⸗ wand plötzlich auf und ich berührte Holz.

Es war eine hölzerne Gitterthür⸗

um mich her war noch Alles dunkel, aber ich wußte, daß ich mich vor einem Ausgange befand. Ich hatte das ſeit vielen

tauſend Schritten gewußt; und doch, als ich nun die Thür be⸗

rührte, wie erſchütternd wirkte das auf mich! lch eine himmliſche Glorie hatte der Tag, als er meine Augen berührte, indem die ſchönſten blauen Strahlen durch die Spalten in der äußeren Thür drangen, die ſich hinter der Gitter⸗ thür befand! Es wäre ganz überflüſſig zu erzählen, wie ich das Gitterwerk durchbrach, und wie ich dann an der äußern Thür hämmerte und zuletzt in Gegenwart von einem halben Dutzend Gensd'armen, die ihre Degen gezogen hatten, und etwa zwanzig verwunderten Arbeitern befreit wurde.

Es war nicht das Thor, durch welches ich eingetreten war.!

Ich war, wie man mir erzählte, 42 Stunden in dieſen rieſen⸗ haften Gewölben eingeſperrt geweſen und hatte zwei Nächte in den Katakomben verlebt, und während dieſer ganzen Zeit hatte ich mich nicht ein einziges Mal niedergeſetzt.

Ich fand meine Freunde im größten Schrecken. Sie hatten eben per Telegraph die Nachricht erhalten, daß ich England nicht betreten habe und daß in London Niemand etwas von mir wiſſe. Ich war in Folge des erlebten Abenteuers eine Zeitlang krank, erholte mich jedoch und konnte dann die Ehre für mich in Anſpruch nehmen, mehr Todtenſchädel berührt zu haben, als irgend ein lebender Menſch. C.

Aus der Natur. Ein ausſterbendes Thier des deutſchen Waldes.

Man könnte allerdings mit dieſer Eigenſchaft faſt all unſer Forſtwild bezeichnen, denn eine Zeit wird kommen, wo man ein Reh nur noch in Menagerien und dann nur noch in Naturalien⸗ cabineten ausgeſtopft zeigt. Andere ſind aber heut ſchon ſelten und folgen bald für ganz Europa der Todesfährte der altdeutſchen Auerochſen nach. Vor Allem das intereſſante Elenthier.

Es ſei erlaubt, zunächſt Einiges über den eigenthümlichen Namen, der oft in Elendthier verundeutſcht wird, und ſeinen wahrſcheinlichen Urſprung zu ſagen.

Vermöge der ſpäter zu erwähnenden eigenthümlichen Hals⸗ bildung des Thieres, wenn es auf ebner Erde atzen, d. h. weiden will, muß es niederknieen. In früherer Zeit nahm nun der Volks⸗ glaube an, dieſes Niederknieen geſchehe darum, weil das Elenthier