Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
407
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gungen lange entfremdet bin, die ich haſſe, weil meine armen Eltern in ihr lebten und litten, die ich verachte, weeil ſie uns nöthigt den Großen zu dienen! Wäre ich ein Mann, würde ich keinen Augenblick zaudern, her⸗ abzuſteigen, mein Herz zu retten um jeden Preis. Ich würde dem Schickſale meine eherne Stirne, meine eiſerne Bruſt entgegenſtemmen und es bekämpfen. Aber ich bin nur ein Weib! das Weib hat dieſe Waffen nicht, darum unterliegt es und duldet. Das iſt nun

einmal ſeine Beſtimmung; lehnt es ſich wider ſie auf, wird es zur Carricatur ſeines Geſchlechtes! Sie ver⸗

ſtehen wohl, was ich damit zu ſagen wünſche, Herr von Selwitz?

Ich weiß in der That nicht es verwirrt

mich Ihren Gedanken zu folgen, ſtotterte verlegen der Gefragte und blickte beſtürzt auf das exaltirte Mädchen.

Keine Verwirrung in dieſer Stunde, Herr Haupt⸗

mann, fuhr ſie feierlich fort,ich wünſche, daß, ehe ſie zu Ende geht, wir uns ganz verſtändigt haben! Sie ſchwieg einen Augenblick, eine Leichenbläſſe verbreitete ſich über die ſtolzen Züge, und ihre Blicke hafteten nachdenkend am Boden.

Ich bin nicht von Adel, begann ſie nach einigen Minuten wieder mit leiſer Stimme,aber ich bin die Uni⸗ verſalerbin des Herrn von Salenz. Sie ſind Erbe

eines ſtolzen geadelten Namens, aber dieſem Namen

fehlt der Prunk des Reichthums, um ihn zu einem der glänzendſten zu machen. Da haben Sie nun Ihre gnädi⸗ gen Augen auf die bürgerliche Erbin geworfen, nicht Liebe iſt das Motiv Ihrer demüthigen Verbeugung!

Der Hauptmann erhob ſich plötzlich mit funkelnden Augen.Wer wagt dies zu behaupten? ſtammelte er erbleichend.

Ich bin's, die es wagt! autwortete Emilie, ſtolz und ernſt ſeinen Blicken begegnend.

zwiſchen uns Beiden.

Dritte Folge. 1407

Was kann man darauf erwidern! murmelte der Hauptmann zwiſchen den Zähnen.

Und dennoch, ſagte Emilie langſam und feierlich, bin ich geſonnen, Ihnen meine Hand zu reichen.

Herr von Selwitz ſtieß einen Schrei der Ueberra⸗ ſchung aus.

Aber nur unter einer Bedingung, worauf Sie mir einen heiligen Eid zu leiſten haben; wollen Sie mich hören?

Reden Sie! murmelte der Hauptmann, zitternd vor Erſtaunen und banger Erwartung.

Nur einmal, begann ſie mit gepreßtem Tone,habe ich geliebt; es war ein ſchöner Traum, er iſt nun lange dahin, aber ſein Andenken halte ich heilig bis in den Tod. Darum reiche ich Ihnen nur meine Hand und meinen Reichthum, mein Herz gebietet eine unumſtößliche Schranke Sie werden mir ſchwören, dieſe Schranke zu achten, ſie niemals durchbrechen zu wollen, ſie beginnt mit dem Tage unſerer Vermählung und endigt nur mit dem Tode. Vor den Augen der Welt bin ich Ihre Gemahlin und werde als ſolche die Ehre Ihres Na⸗ mens heilig zu halten wiſſen!

Herr von Selwitz hörte mit gerunzelter Stirne und verſchränkten Armen ſchweigend zu.Auf Chrel eine reizende Ehe! murmelte er endlich ironiſch.

Falls Sie nicht darauf eingehen, ſagte Emilie kalt, iſt das letzte Wort über dieſe Angelegenheit geredet und ſelbſtverſtändlich jede Verbindung zwiſchen uns abgebrochen, es komme, was da wolle!

So ſei's denn, wie Sie es wünſchen, knirſchte der Hauptmann, aber beeilen wir unſere Angelegen⸗

heiten! Emilie betrachtete ihn mit einem verächtlichen Blick.Benachrichtigen wir zuvörderſt meinen Onkel,

ſagte ſie raſch und befehlend. Herr von Selwitz griff haſtig nach ſeinem Hute, indem

bloß durch ein ernſtes Erwägen in meinem Innern im Stande war, die Todtenſchädel um mich her mit vollkommener Ruhe

zu berühren; ja, ich konnte ſogar mit einer Art von Wißbegierde mit meiner Hand die Geſtalt des Schädels betaſten und unter⸗

ſuchen.

Meine Lampe war in tauſend Stücke zerbrochen. Ich kann 1 8 3 Veränderung. Ich empfand auf meiner rechten Wange eine Zu⸗

mir bis heute noch nicht erklären, wie es zuging, daß meine Be⸗ gleiter das Zerſchmettern derſelben nicht hörten. Ich vermuthe bloß, daß eben ein Wagen oberhalb ihrer Häupter über die Straße raſſelte, als ich niederfiel.

Plötzlich ⸗dachte ich an die Ratte. Wenn das ſchreckliche Thier ſich mir näherte, was ſollte ich dann thun? Dieſer Gedanke erweckte in mir den Glauben, daß das abſcheuliche Thier da ſei. Ich ſchlug inſtinctmäßig um mich her, und meine Hand traf auf ein Stück Glas von meiner zerbrochenen Lampe, von dem die Haut durchſchnitten wurde, und ich fühlte, daß Blut aus der

kein Tropfen meines Lebensblutes auf die Erde fallen und dem ſchrecklichen Geſchöpf, das mich in dieſe furchtbare Lage gebracht, zur Nahrung dienen möge.

Aber ich fühlte, ich mußte mich regen ich mußte ſuchen,

mich ſelbſt zu befreien, bis Hülfe kam. Aber welchen Weg ſollte

ich einſchlagen?

Ich erinnerte mich, daß ich in einen Seitengang zu meiner

aus dem Seitengang zu meiner Rechten laſſen, und wenn ich den Hauptweg erreicht hatte, mich links halten. Ich entdeckte den ungewöhnlich großen Schädel bald, ließ ihn zu meiner Rechten und gelangte nach wenigen Schritten auf den Hauptweg, den ich an dem Winkel erkannte, den die Gebeine daſelbſt bildeten. Meine auf's Höchſte geſpannten Sinne erfuhren ſofort eine plötzliche

nahme an Wärme. Wange.

Ich fragte mich, welchem Grunde dieſe Veränderung wohl zuzuſchreiben ſein möchte. Ich beantwortete mir dieſe Frage bald. Es war eine Luftſtrömung von der Außenwelt. Nun, dachte ich,

Man bedenke wohl, auf meiner rechten

dieſe Luftſtrömung denn eine ſolche war es, obwohl ich in der

Atmoſphäre keine Bewegung entdecken konnte muß von einer Oeffnung herrühren, und dieſe Oeffnung muß an oder in der Nähe der Thür ſein; wenn ich alſo dieſer Strömung folge, ſo

ne i 2 4 muß ich zuletzt die Stelle erreichen, wo die Luft eindringt. Wunde drang. Ich band mein Taſchentuch, meine Handſchuhe, Muß ich zuletz Srelle errelchen, Luf G ja ſelbſt meine Halsbind die ver ete H i r 1 3 ſi Strö

ja ſelbſt meine Halsbinde um die verwundete Hand, damit nur denn als ich mein ganzes Geſicht nach der Strömung wendete,

Im nächſten Augenblick muß ich, das weiß ich, erblaßt ſein,

konnte ich keinen Unterſchied der Temperatur entdecken. Es er⸗ forderte den Contraſt zwiſchen den beiden Wangen, um mich von dem Unterſchied der Temperatur zu vergewiſſern. Seitdem hat mich ein gelehrter Freund darüber belehrt, wie ſich das erklären läßt. Die Geſichtsnerven wurden, wenn ich ſeitwärts ſtand, durch die Luftſtrömung von der Seite berührt, folglich nicht ſo na⸗

türlich, als wenn das ganze Geſicht ihr zugekehrt war; weil in

Rechten eingetreten war, und daß der Schädel ſich darin auf der Folge deſſen, daß alle Vorkehrungen der Natur die Erhaltung der linken Seite befand; um alſo den Weg zu erreichen, auf dem wir Kräfte bezwecken, die Geſichtsnerven, ſolange ſie dem Winde in gekommen waren, mußte ich den Schädel bei dem Herausgehen der natürlichen Art begegnen das iſt, wenn der Menſch geht