Garten zerſtreute, eilte ich unbemerkt zum Hauſe zurück, Vorwürfe auf dem Herzen, und die Arge ließ ſich von mir in ihrem einſamen Zimmer auffinden.
„Ei, ei, Sie kommen doch nur, ſich den Tribut für Ihren Bären zu holen!“ ſagte ſie mit naiver Unbefan⸗ genheit.
„Von einer Braut! wie wäre das möglich!“ ver⸗ ſetzte ich.
„Parbleu! Sie zweifelſüchtiger Cavalier!“ rief das Mädchen mit übermüthigem, verführeriſchem Ausdruck. „Was kümmert Sie die Braut! Sind meine Lippen deß⸗ wegen weniger roth? Und ein Bräutigam, der entfernt iſt, vermag er mich zu amüſiren und Sie zu ſtören? Doch fliehen Sie,“ ſetzte ſie mit Spott hinzu;„es iſt dunkel hier wie in einer Bärenhöhle, und es wäre zu fürchten, daß die Bräute am Ende gar beißen,— ſo laſſen Sie doch meine gefährliche Hand los, damit ich Sie nicht wie ein Bär über's Geſicht kratze und auf Zeitlebens zeichne.“
„Thun Sie es immer,“ ſagte ich mit einem Feuer, das die Loſe ſelbſt wieder entzündet hatte. Aber ſie that es nicht, und ich fühlte, daß ihre Arme keine Bärentatzen und der Mund einer Braut doppelt ſüß zu küſſen ſei.
Doch meine deutſche Moral ſträubte ſich in einiger Zeit gegen die frivole Entdeckung dieſer zweifelhaften Wahrheit aus dem Notizbuche des Ritters Tenorio, und zufrieden damit, daß mich mein Schickſal an dieſem Ort ſo rauh und wieder ſo hold hatte umarmen laſſen, ohne mich dabei todt zu drücken, verließ ich nach wenig Wochen das gaſtfreie Haus meines biedern Freundes. Schuee war auf das welke Laub gefallen, wir nahmen herzlichen Abſchied. Und als der Schlitten hinabfuhr von dem klei⸗ nen Hügel, auf dem das Gut ſteht, ſah mir die ſchöne, lebensluſtige Culturruſſin noch lange nach mit einem weh⸗ müthigen, aber philoſophiſchen Blick aus der— Cavalier⸗ perſpective.
Das Mittagsweib.
Ballade. Aus dem Böhmiſchen des K. J. Erben überſetzt von
Alfred Waldau.
Schreiend aus der vollen Kehle Stand das Knäblein an der Bank. „Wolle doch, Zigeunerſeele, Ruhig ſein ein Weilchen laug!
Bald ertönt der Mittagsſegen,
Und der Vater kommt nach Haus; Böſer Bube, Deinetwegen
Löſcht mir noch die Heerdflamm' aus!
Uovellen-Zeitung.
Hier Huſaren, Hahn und Karren— Spiele— ſieh' Dir Alles an!“ Rum, bum! fliegen die Huſaren In den Winkel ſammt dem Hahn.
Und von Neuem ſchreit der Kuabe— „Folgſt Du mir denm gar nicht mehr!— Wenn Du ſchreiſt, Du kleiner Rabe, Ruf' das Mittagsweib ich her!
Mittagsweibchen, komm und führe Weg mit Dir den böſen Sohn!“— Siehe da, die Stubenthüre Oeffuet ſich mit leiſem Ton.
Klein und braun— die wilden Blicke Läßt das Kopftuch halb nur ſeh'n— * Steht ein Weib da mit der Krücke, Seine Stimm' iſt Windgeſtöh'n!
„Gib das Kind her!“—„Wehe, wehe! Chriſtus, ſchirm' den ſünd'gen Leib!“ Und ſie fühlt des Todes Nähe, Denn ſie ſieht— das Mittagsweib!
Und es ſchleicht nach Hexenweiſe Mittagsweibchen ſchattenlos;
Und die Mutter athmet leiſe, Reißt das Kind in ihren Schooß—
Drückt's an ſich und ſieht zurücke— Wehe, weh' dem armen Kind! Stier und wild die Hexenblicke Auch ſchon in der Nähe ſind.
Und die Hexe ſtreckt die Hände— 3 Krampfhaft zuckt der Mutter Herz: „Chriſti Kreuz mir Hülfe ſende!“ Und ſie ſtürzt, betäubt vom Schmerz.
Horch da: eins— zwei— drei— es klinget Schon die Mittagsglocke hell;
Und wie nun die Thür aufſpringet, Steht der Vater auf der Schwell',
Welch ein Anblick wird dem Armen! Er erweckt ſein Weib mit Noth, Doch das Kind in ihren Armen Bleibt für immer— kalt und todt!*)
*) Wie die Mitternacht, ſo hat auch der helle Mittag nach der Fabel des Volkes ſeine böſen Geiſter, welche beſonders von der eilften bis zur zwölften Stunde ihre verderbende Macht aus⸗ üben. Dieſe letzteren nennt das ſlaviſche Volk Polednice(Mit⸗ tagsweiber) oder Polüdnice(verführeriſche Weiber). Deßwegen ſoll es auch nicht rathſam ſein, um die Mittagszeit ſich in den
Wäldern aufzuhalten, weil da der Menſch leicht von einer wilden
Frau geneckt werden kann. Anmerk. des Dichters.
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