Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
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ſeinen kürzen. ſtieß doch es hatte. loszu⸗ präch Griff er Er⸗ erückt d ſich te mir doder drückte Schaft nen am hdieſe feſter ei den Gorder⸗ iu koſt⸗ daß ich beäng⸗ nd die n mir . Da au der Kleine n,rief ſtehen. en und ein rl und al nach llkühn⸗ Bären, weigetn. i ihnen Landadel del war Revolu⸗ zu dieſer brechern, dſchellen ine Reihe

Phrg.

V

Nr. 25.]

umſchnürte ihm den Hals mit dem linken Arpe, wobei ihm dieſer leicht abgebiſſen werden konnte, und bohrte ihm ſein langes Jagdmeſſer in die Seite. Noch war aber die Le⸗ benskraft nicht gebrochen. Da ſchoß Zernikoff dem mäch⸗ tigen Thiere ſeine Piſtole in's Ohr: es bäumte ſich hoch auf, erhob die Vörderpfoten noch einmal krampfhaft, ließ ſie aber gleich ſchlaff herabſinken, öffnete den Rachen weit und ſtürzte mit einem ſchnaubenden Athemſtoß ohne weitere Regung zuſammen.

Die Knechte zogen den Bären heraus, der ſehr groß und ſtark und von meinen beiden Kugeln in die Bruſt ge⸗ troffen war. Die Hunde befanden ſich wohl. Der Lieu⸗ tenant konnte ſich nicht genug wundern, warum ich ihn nicht einfach in's Auge geſchoſſen habe. Ich wurde belobt und bewundert, nachdem der kluge Schütze belacht war, denn die Heiterkeit kommt ſtets zuerſt. Jetzt ritt der Herr von Bielitzi über den Raſen, da er zurückgeblieben war, ſtieg vom Pferde, hieb mit Humor und großer Geſchicklich⸗ keit ſogleich mit ſeinem mächtigen Hirſchfänger des Bären Vordertatzen in den Kniegelenken ab, ſie für ſeine wohl⸗ verdiente(!) Beute erklärend, und mit Befriedigung ſein Butterbrod.

Wir ſtanden im Kreis und betrachteten das ſchöne Fell des Thieres, das flach ausgeſtreckt auf dem Boden lag, natürlich ohue das mindeſte Lebenszeichen, verblutet, ſicht⸗ bar ſo gut wie dreimal todt. Da kam mit wüthendem Halloh! der Oberſt dahergeſprengt, der ſich wohl am Saum des Waldes verborgen gehalten haben mußte. An Dimi⸗ tri vorbeitrabend riß er dieſem die Pike aus der Hand: Siehſt Du die Gefahr nicht, feiger Maulaff? und mit furchtbarem Ingrimm ſtach er den Bären durch die Rippen.

Liebſter ganze Fell!

Ich ſcheere mich den Teufel um ein Fell, wenn ich beim Erwürgen bin!

Oberſt, Sie verderben uns ja unnütz das

Dritte

Folge.

Herr von Bielitzi holte aus ſeiner Jagdtaſche die ab⸗ geſchnittenen Tatzen hervor, warf ſie auf den Boden und ſagte mit kauſtiſcher Trockenheit:Nachdem Sie den todten Bären getödtet haben, Herr Oberſt, erwürgen Sie nun auch wohl der Sicherheit wegen noch ſeine höchſt gefährli⸗ chen Tatzen?

Der Bär wurde von den Knechten mit ſchnellen Hand⸗ griffen auf Dimitri's Pferd feſtgebunden, und zu meinem Staunen trug dieſes ſtarkknochige hochbeinige Thier, dieſer Schimmel, höchſt maleriſch ſeine ſchwarze Laſt von 67 Centnern heim. Dimitri führte es am Zügel, die Knechte und Dachshunde blieben bei ihm, und wir ritten voraus durch den ſchönen hellen Herbſttag. Uns empfingen die Damen unter Scherzen und Elogen mit einem trefflichen Mittagsmahl, au welchem diesmal auch die Frau von Bie⸗ litzi und die Schweſter des Oberſten Theil nahmen.

Nachdem die Beſchämung über die reich geſpendete Bewunderung meines Muthes vorüber war, wie unendlich glücklich fühlte ich mich da! Blickte mich doch Kathinka, die heute von des alten Oberſten älterer Schweſtertrès jolie gefunden wurde, mit Befriedigung wie ihren ſiegrei⸗ chen Ritter an. Aber wie ſollte ich aus meinen Himmeln geriſſen werden! Man brachte Champagner, und als die erſten Gläſer ſchäumten, erhob ſich mein Freund und ſagte feierlich:Es iſt wohl billig, daß wir den heutigen Tag leben laſſen, einmal als Bärenfeſt und ferner weil ſich gerade heut vor einem Jahr meine liebe Kathinka mit dem wackern Sohn unſers tapferen Oberſten verlobte. Vivat dem Bärentödter und dem fernen Bräutigam in St. Pe⸗ tersburg!

Eine ganze Schneelawine des kalten Entſetzens ſtürzte über mein Haupt zuſammen, all meine Luftſchlöſſer begra⸗ bend. Kathinka aber hatte die weibliche Geiſtesgegenwart, mir ihr Glas zum Anſtoßen zu bieten, und klanglos fuhren die Kelche gegeneinander. Als ſich nach Tiſche in der Dämmerſtunde die Geſellſchaft in dem herbſtlich ſchönen

Carl der Fünfte. Tragödie von Carl Auguſt Fetzer. Stuttgart, Verlag von Göpel.

Der Verlag von Göpel iſt durchgängig eine ſich auszeichnende Erſcheinung, indem es dem Verleger nicht nur auf talentvolle, ſondern weſentlich auf charaktervolle Productionen ankommt. Für die Reaction ſind dagegen dieſe Editionen gerade keine Freude, denn der unabhängige liberale Standpunkt einer Buchhandlung findet in der modernen Welt, obgleich ſie im Durchſchnitt dem Fortſchritt huldigt, doch viel weniger Unterſtützung, als jene zahlreichen Firmen, welche mit den Herren von Rückwärts Hand in Hand geben.

Dieſes Drama Carl V. iſt weniger als Dichtung feſſelnd, als durch ſeinen geraden deutſchen Ton, der ſeinen Verfaſſer als wür⸗ tembergiſchen Landesvertreter der zweiten Kammer und als ehe⸗ maligen Abgeordneten der Frankfurter Nationalverſammlung cha⸗ rakteriſirt. Ich muß als löblich hinzufügen, daß der Verfaſſer nicht wie die Meiſten abſolut auf die Bühnenaufführung hingearbeitet, ſon⸗ dern ſich mehr hat angelegen ſein laſſen, ein lesbares Product

Geſinnungsgenoſſen zu geben. In der Rede liegt etwas Ker⸗

für niges, Geſundes. Die Perſonen ſind den Leſern vielfach aus

andern Stücken hiſtoriſch und literariſch bekannt geworden.

O. B.

Miscellen. Ein ausgezeichneter Mann.

Unter der Ueberſchrift:A Superior Man theilt

Sir E. B. Lytton inBlackwood's Magazine Folgendes mit:

Vor einigen Jahren war ein gewiſſer Lord wegen ſeines Erfolgs in der Welt ſehr berühmt. Er war ohne einen ſichtbaren Grund für ſeine Wahl, und ohne die Wahl durch einen Beweis von adminiſtrativer Geſchicklichkeit zu rechtfertigen, zu Hauſe und

auswärts in den höchſten Stellungen verwendet worden. Bei jeder Ernennung aber ſagte das Publicum:Ein großer Gewinn für die Regierung! ein ausgezeichneter Mann! Und wenn er aus einer Stelle austrat oder vielmehr unbemerkt vorwärts in eine noch höbere Stellung rückte, ſagte das Publicum:Ein großer Verluſt für die Regierung! Ein ausgezeichneter Mann! Er war die ſchweigſamſte Perſon, die ich je getroffen habe. Wenn aber die erſten Redner unſerer Zeit in ſeiner Gegenwart irgend einen verwickelten Gegenſtand erörtern wollten, ſo würde er von Zeit zu Zeit ſeine Augenbrauen verächtlich in die Höhe ziehen, leiſe den Kopf ſchütteln, oder durch ein geſchicktes Lächeln einer bezeichnenden Behaglichkeit Ihnen den Gedanken eindrücken, wie

leicht es ihm ſein würde, dieſe Schwätzer zurecht zu weiſen, wollte?

er ſich nur herablaſſen, der ihm inwohnenden Weisheit Ausdruck zu geben. Ich war noch ſehr jung, als ich mit dieſemausge⸗ zeichneten Manne zum erſten Mal zuſammentraf; und als ich zu⸗ fällig am folgenden Tage dem nun verſtorbenen Lord Durham einen Beſuch abſtattete, ſagte ich im jugendlichen Dünkel:Am vorigen Abend brachte ich ſechs tödtliche Stunden in Geſellſchaft mit Lord... zu. Ich glaube nicht, daß Viel in ihm ſteckt. Guter Gott! rief Lord Durham,wie konnten Sie das ent⸗ decken? Iſt es möglich, daß er geſprochen haben ſolltes V

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