Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
392
Einzelbild herunterladen

yj,j O. V 39²2 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. X V als Sie es verdienen. Sie dankte mit feuchten Augen Ihnen wohlgeht; es iſt alſo, fügte er lächelnd hinzu, 2 und hielt meine Hand feſt in der ihrigen.auch ein kleiner Egoismus, der mich beſtimmt, für Ihr Jian Leben Sie wohl! ſagte ich und wandte mich, meine dereinſtiges Glück beſorgt zu ſein! Kathj Bewegung zu verbergen... So ſchieden ſie voneinander, Eduard mit dankarfüll werth Noch Eins, flüſterte ſie verlegen;dieſes Gedicht tem, hoffnungsfrohem Herzen, der Major mit dem väterli⸗ uüral V fand ich ſoeben in Ihrem Taſſo; es iſt ſo ſchön, wollen chen Entſchluſſe, ſich ſeiner anzunehmen, wie eines hülfebe⸗ Lipye Sie es mir zum Andenken hier laſſen? ſie reichte mir mit dürftigen Sohnes.(Schluß folgt.) ihre zitternder Hand ein Stück Papier. O, eine Seele nur, die mich verſteht! las ich und ſe gab es ihr ſeufzend zurück. 1. Vole Behalten Sie es, und gedenken Sie meiner dabei, ſo VBeſie oft Sie es leſen, ſagte ich bewegt und floh, keines Wortes;, 45.. s wa mehr mächtig, von dannen. Ich habe ſie nicht wieder Die Bärenjagd aus Galanterie. Bret geſehen; ihr Vater ſtarb, wie ich erſt ſpäter vernahm, kurz 6 geſta nach ihrer Verheirathung, und Hermine, Ihre Mutter, Nord⸗hſtliche Erj 3 Mäß lunger Mann, iſt im Elende geſtorben! Der Major ordeöſtliche Erinnerungen bedeckte ſein Antlitz mit beiden Händen und ſchwieg plötzlich von ſihe ſtille. Dann erhob er ſich langſam und öffnete ſchwei Florian Walden. die gend einen großen Wandſchrank, der im Hintergrunde des den Zimmers ſtand; er enthielt eine reiche, ſchöne Bibliothek, Swn nen deren ſaubere Bände freundlich und einladend genug aus⸗(Gut. be ſahen.. Der alte Oberſt war ſo vom Portwein mitgenommen, uer Der Major winkte Eduard näher zu treten. Sein daß er uns eine ſchreckliche Geſchichte erzählte, in der er alſo Antlitz war wieder ruhig, nur ein Schatten von Wehmuth einen verſprengten Tiger getödtet hatte, aber dabei ſehr ſo ſpielte noch um die geſchloſſenen Lippen. von demſelben bleſſirt war.Und da habt Ihr's, Sie finden hier, ſagte er, vertraulich ſeine Hand auf ſchloß er,von dieſen verwünſchten Wunden habe ich dcg Eduard's Schulter lehnend,was Sie für Ihre nächſte immer noch mein lahmes Bein! Die Heiterkeit wurde Kah Zukunft brauchen; ſtudiren Sie fleißig, ich werde Sorge ſehr groß. V gens tragen, daß es Ihnen nicht mehr an Zeit dazu gebricht. Bielitzi, der bereits Knackmandeln und Confect aus der dam Ich hoffe alsdann, daß Sie bei meiner ſpeciellen Aulei⸗ Taſche, unterbrach einen Augenblick dieſe Thätigkeit ſchul tung binnen wenigen Wochen im Stande ſind, ein glän⸗ und ſagte:Das muß ein fürchterlicher Tiger geweſen ſein, I einec zendes Examen abzulegen! ein ſtärkerer Eſſer als ich, deun er hat uns Ihren Chineſen als d Wie ſoll ich Ihnen danken! rief Eduard gerührt mit ſammt der Lanze gefreſſen! Alle lachten noch mehr, den und preßte die Hand des edlen Mannes an ſeine Lippen. der Oberſt merkte aber nicht, daß er ſein hinkendes Bein Das Andenken einer unvergeßlichen Liebe, erwiderte jetzt auf eine ganz andere Weiſe, als früher durch den weare der Major bewegt,kann mich nur dann beſeligen, wenn's feindlichen Chineſen, erklärt hatte. mor, Chaſtelard hatte eben Franz von Guiſe, den erſten Helden de Lorges nochmals dem Monarchen, ein Paar Thränen liefen 1 Frankreichs, ſattelräumig gemacht, ein Jüngling einen Mann, es ihm über die Wangen. urüc war ein Skandal! Diana von Poitiers lachte nunmehr höhniſchHoho, weint Ihr gar vor Angſt? Ein Montgomery!? 1 hinüber zu Katharina und den Guiſen. Das war zu viel!..] Firſ Graf de Lorges, empfindlich über die erſte Blamage, hatteNein, bei der Höllenſtrafe, ich weine nie! Mit einem Satz in der Hitze geäußert: war de Lorges im Sattel. de; Ich habe vor der Krone gewankt, nicht vor Heinrich's Umſonſt, daß der Marſchall von Vieilleville dazwiſchen ritt Speer! Dienſtfertige Zungen hatten es dem Könige hinterbracht, und den König anflehte, er möge abſtehen, ihm habe geträumt, Din und, wiewohl noch ganz erſchöpft von dem dreifachen Gang, for⸗ dies Turnier ſei dem König verderblich. Der König war blind, ad derte er perſönlich mit lauter, zorniger Stimme den Grafen de de Lorges auf's Blut erbittert. Lorges und ſagte:. Mit ſchneidendem Tone befahl der König dem Herold, das 13 Hein Einer von uns muß auf den Grund! Zeichen zu geben. ein, Kein Bitten der Königin, keine Vorſtellungen des Hofes Die erſte Fanfare ſchmetterte, der Raum ward leer. halfen. Der Dauphin, alle Guiſen wollten fuͤr ihn rennen, Die zweite Fanfare erklang, die Kämpfer ſtellten ſich. 1 wüthend befahl er, den Raum frei zu machen. Der dritte Trompetenſtoß und knirſchend trafen ſie auf⸗ Todtenſtille, lähmende Angſt ſtreckte ihre kalten Flügel über einander. die glänzende Verſammlung. Eine Staubwolke wirbelte empor ein Wälzen ein De Lorges, ſeine Aeußerung tief bereuend, ritt auf den furchtbarer Schrei. König zu, ſchwang ſich vom Pferde und nahte ſich kniebeugendWer? Wer iſt gefallen? 3. dem Monarchen, eine letzte Verſtändigung ſuchend. Allmächtiger Gott, de Lorges kniet dchzend, händeringend zeit Majeſtät, erſparen Sie Ihrem armen Diener die Furcht, auf dem Sande, neben ihm dehnt König Heinrich ſich im Todes⸗ die, ſich nochmals Ihrer geheiligten Perſon entgegenſtellen zu müſſen. kampfe. Die Waffe des Grafen hat ihm den Helm geſprengt, und 4 gab, Erſparen Sie mir die furchtbare Wahl zwiſchen dem, was mir ein Lanzenſplitter drang durch ſein Auge in's Gehirn. meine Ehre und Ehrfurcht gebietet, ich kann unbeſonnen, doch nie V Ein allgemeines Geheul des Entſetzens. das ein ſchlechter Vaſall ſein.Der König ſtirbt! 3 thün ⸗eere Ausrede, Graf! knirſchte der König,ich hab's ge⸗ Man bringt den armen Monarchen hinweg. I Zeit ſagt, einer von uns räumt das Pferd, haha! Ihr braucht HerrnDe Lorges iſt nicht ſchuldig, nur ich, hat er nof gerufen. Heinrich's nicht zu ſchonen. Die Montmorency's verlaſſen gebeugt die Bahn, bleich geht fand Majeſtät, Gnade! und in unerklärbarer Angſt nahte ſich das Volk auseinander. holn . 9 1 4 1 4 4 1 4 VVxxx