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Jahrg.
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u num, be Königin
Nr. 25.]
Stimme zitterte zuweilen, ich konnte zuletzt nicht mehr weiter leſen. Stumm legte ich das Buch bei Seite. Sie ſaß mit niedergeſchlagenen Augen mir gegenüber, ihre Wangen färbte ein höheres Roth, und ein glückſeliges Lächeln verklärte die anmuthigen Züge. Sie ſchien in Träumen verloren und merkte nicht, daß ich zu leſen auf⸗ hörte.
„Es iſt etwas Herrliches um ſolche Poeſie,“ ſagte ſie endlich leiſe und erglühend,—„wenn man liebt;— erſt dann umfaßt man ſie ganz— mit allen Fäden der Seele, erſt dann waltet ſie mit ihrem allmächtigſten Zauber in der entzückten Bruſt.“
„Glücklich allein iſt die Seele, die liebt!“ ſtammelte ich, kaum meiner Sinne mächtig.
„O, gewiß!“— ſagte ſie mit innigem Tone und warf einen zerſtreuten Blick auf mich.
Ich war nahe daran, zu ihren Füßen zu ſinken, als ich bemerkte, daß ihr Blick tiefer und forſchender auf mir haftete; Ruhe und Faſſung kehrten mir wieder zurück.
„Ihnen darf ich vertrauen,“ ſagte ſie mit flüſterndem Tone.„Wir ſind Freunde, wir dürfen keine Geheimniſſe vor einander haben. Ich kann es nicht länger in meiner Bruſt verſchließen.“ Wie mild leuchteten ihre Augen, wie verklärten ſich ihre Züge bei dieſen Worten, die wie Ham⸗ merſchläge in meine Bruſt fielen,— das Blut erſtarrte mir in den Adern!
„Hermine, Sie lieben?“ ſtammelte ich verwirrt und haſtig;— eine unſägliche Angſt überfiel mich nach dieſen vorlauten Worten.
Sie ſchwieg eine Zeitlang, als fehle ihr der Muth zu einem unumwundenen Geſtändniſſe.
„Mein Vater ahnt es noch nicht,“ flüſterte ſie endlich, „morgen wird er bei uns eintreffen und um meine Hand anhalten. Wir ſelber ſind ſchon lange miteinander einig, — es kommt nur noch darauf an,
was der Vater dazu erſtickter Stimme. ſo t,“ fügte ſie mit einem verlegenen Lächeln hinzu.
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O, ich blödſinniger Thor, der ich wähnte, ihr ſüßes Geſtändniß gelte mir!— wie zerriſſen mir jene Worte das Herz; ſprachlos ſtierte ich vor mich hin, während ſie mit lächelndem Munde ihr ganzes Geheimniß offenbarte.
Es war eine lange Geſchichte, von der ich nichts weiter verſtand, als das harmoniſche Geflüſter ihrer Lippen, die ſich bis dicht zu meinem Ohre verirrten und mit ihrer unerwarteten Kunde das Herz mir vergiftet hatten. Mit⸗ unter ergriff ſie meine zitternden Hände, aber ſie bemerkte es nicht, wie ich unter jeyer Berührung zuſammenzuckte, ſie war zu glücklich, für meine Leiden ein Auge zu haben.
Endlich ſchwieg ſie, oder ſie hatte ſchon lange geſchwiegen.
Ich fuhr mit einem leiſen Schrei in die Höhe, die Hand
des Geiſtlichen ruhte auf meiner Schulter.
„Es iſt ſchon ſpät!“ ſagte er mit beſorgter Miene zu
mir.„Wollen Sie nicht zu Bette gehen?— Meine Toch⸗
ter läßt Ihnen eine gute Nacht wünſchen; ſie meint, Sie ſeien während der Unterhaltung eingeſchlafen; iſt Ihnen nicht wohl?“
„Hermine!“ rief ich mit erſtickter Stimme und wankte langſam auf mein Zimmer. Es war ein Zuſtand der Be⸗ täubung, in dem ich die lange Nacht verbrachte. Ich meinte, ſie müſſe kein Ende nehmen. Endlich wirbelten die Trom⸗ meln, das Signal zum Ausmarſch ertönte. Haſtig fuhr ich in meine Uniform. Meine Siebenſachen waren lange gepackt, ich ſtürzte hinunter, Adieu zu ſagen. Der Geiſt⸗ liche ſtand auf der Hausflur, er ſchüttelte mir herzlich die Hand und bat mich dringend, ihn nicht zu vergeſſen und V recht bald zum Beſuche zu kommen;„Hermine iſt im Gar⸗ tten,“ fügte er lächelnd hinzu. Ich eilte dorthin, ſie kam mir mit verweinten Augen eutgegen.
„Zürnen Sie mir?“ fragte ſie, mit einem unbeſchreib⸗
lichen Blicke mir die Hand reichend.
„Warum ſollte ich Ihnen zürnen?“ antwortete ich mit „Mein höchſter Wunſch iſt der, daß
es Ihnen wohl gehen, daß Sie ſo glücklich werden mögen,
welche unterhalb der Spitze ſeiner Lanze einen kleinen Kranz rother Roſen anſteckte, indeß Maria Stuart einen Kranz weißer Roſen unter der Lanzenſpitze des Dauphins befeſtigte.
Beide Kämpfer verbeugten ſich, ritten an's Ende der Schran⸗
ken, ſtellten ſich einander gegenüber, und die Muſiker ſpielten eine luſtige Weiſe. hen Der Sieg gehörte dem, der des Gegners Kranz vom Schafte ſtach. Das Spiel war ebenſo anmuthig wie beluſtigend. Unge⸗ meine Geſchicklichkeit war Alles. Gefährlich blieb es nur inſo⸗ fern, als die Spitze die Streitenden verleiten konnte, die Lanze zu ſehr zu ſenken.
Mochte die Jugend ihn behender machen, kurz, dem Dauphin gelang es, mit haſtigem Stich ſeinem hohen Vater den Kranz zu entreißen, doch raſch den Renner wendend ließ er beide Kränze vom Schaft auf den Helm des Königs gleiten, eine Galanterie, die ebenſo von des Sohnes Geſchicklichkeit wie Beſcheidenheit Zeugniß gab. Der König, ein wenig ärgerlich, war doch über dieſe Huldigung höchſt erſtaunt und unter donnerndem Beifall der Menge warf er den Speer fort und umarmte den Sohn.
Nunmehr begann das eigentliche Speerrennen ohne Spitze. In wenigen Minuten ward eine Schranke in der Mitte der Arena aufgerichtet, die den Raum in zwei Theile theilte und bis an den Leib der Pferde reichte.
Der König hielt nunmehr gegen ſeinen Schwager, den Her⸗ zog von Savoyen.
Bei dieſem Turnier wurde die ſtumpfe Waffe auf den Kör⸗ per des Gegners gerichtet, und wenn die Waffe ſplitterte oder der Stoß geſchehen war, gebot es die Sitte den Speer wegzuwerfen,
damit die Kämpfenden ſich nicht verwickelten oder wider die Ab⸗ rede verletzten.
Wenn man erwägt, daß jeder Reiter ſein Pferd kunſtgerecht zu regieren, mit dem Schilde den Stoß abzuwehren, ſeine eigene Waffe zu gebrauchen und ſie, wenn der Stoß geführt war, rechtzeitig zu entfernen hatte, dies Alles aber im Zeitraume einer einzigen Secunde beachtet werden mußte, kann man vor der Kaltblütigkeit wie Gewandtheit der Kämpfer nur die höchſte Achtung haben.
Beide Streiter rannten auf das Signal. Der König hatte diesmal mehr Glück, Savoyens Speer zerſplitterte bis zum Heft an des Königs Schild, und der Herzog wankte vor dem königlichen Stoß im Sattel.
Darauf forderte der Monarch, deſſen Blut nachgerade in Wallung kam, den Grafen de Lorges, Montgomery's Sohn, eines der tapferſten Mitglieder des Hauſes Montmorency, heraus.
Beide rannten— de Lorges ward bügellos!
Es ſchien, als ſollte der Preis des Tages dem König zu⸗ fallen.—
Auf dringendes Bitten der Königin hielt nun der König ein wenig inne und ließ den Platz den Andern.
Der alte Claude von Guiſe mit dem Connetable von Mont⸗ morency ſtellten ſich.— Hie Welf, hie Waiblingen— der Conne⸗ table kam aus dem Sattel.
„Die Montmorency's haben heute Unglück!“ lachte Katha⸗ rina und ſandte einen ſpöttiſchen Blick hinüber, wo die Herzogin Valentinois mit ihrer Clique ſaß, 4
Paar um Paar ritten auf einander. Die Parteileidenſchaft kam zu gekränkter Ehre, ſchon waren einige Verletzungen vor⸗
gefallen.


