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Nr 25.] Dritte
Die fröhlichen Klänge eines Poſthorns riſſen mich plötzlich aus meinem poetiſchen Fieberparoxysmus,— ich eilte an's Fenſter. Vor dem Hauſe ſtand ein Wagen, aus demſelben ſchwebte eine ſchlanke, verſchleierte Dame. Mein Wirth, der Pfarrer, empfing ſie mit offenen Armen. Sie ſchlug lächelnd den dunkeln Schleier zurück und küßte den verklärten Greis.—
Ich war wie geblendet von ſolcher Schönheit, das wa⸗
ren ja die bezaubernden Züge des Bildes, aber wie matt erſchien es neben der lebendigen Anmuth des Originals! „Da haſt Du mich wieder, Papa!“ ſagte ſie mit
zärtlichem Tone, und Beide verſchwanden unter der Thür
des Hauſes.
Ich warf mich auf's Bette und preßte mein glühendes Antlitz in die Kiſſen. So lag ich träumend und grübelnd die ganze Nacht, erſt gegen Morgen fiel ich in einen un ruhigen Schlaf. Das dumpfe Getöſe eines Gewitters erweckte mich plötzlich wieder. Der Sturm heulte in den Gängen des Kamines, und dichte Hagelſchloßen praſſelten heftig an's Feuſter,— es war wieder finſtere Nacht. Mitunter zerriß ein funkelnder Blitzſtrahl das ſchwarze Gewölk.
Ich erhob mich von meinem Lager, denn an Schlaf war nun nicht mehr zu denken, und blickte hinaus in das tobende Wetter.
Für mich iſt ein Gewitter immer ein herrliches, erha⸗ benes Schauſpiel,— damals aber machte es einen faſt entgegengeſetzten Eindruck auf mich. Mir war, als ſammle ſich der ganze Trotz meines leidenſchaftlichen Gemüthes in einen einzigen Gedanken des Hohnes gegen die hehre Gewalt, die ſich über mir in ſo großartiger Weihe offen⸗ barte. Ich haderte mit ihr,— weil ich meines ganzen Lebeus, meines vergeblichen Strebens gedachte; warum ſchuf ſie ihrer imponirenden Größe gegenüber ein ſtolzes Geſchöpf mit dem niederſchmetternden Gefühle ohumächti⸗
ger Nichtigkeit?
Folge. 389
Kuirſchend ſtieß ich das Fenſter auf,— als ein flam mender Strahl das Zimmer durchzuckte und meine Augen blendete. Zugleich drang der Schreckensruf einer weibli⸗ chen Stimme mit gellender Schärfe in mein betäubtes Ohr. Meine Hände umklammerten zitternd die Fenſter lehne, und meine umſchleierten Blicke ſpähten hinab, zu entdecken, was meiner dunkeln Vermuthung Licht verſchaf⸗ fen könne.— Aber Alles war ſtille,— ich ſah und hörte nichts mehr. Schon wollte ich das Fenſter ſchließen, als mir von unten ein brandiger Geruch entgegendrang. Kei⸗ nes Wortes mächtig ſtürzte ich die Treppe hinab,— eine Thüre, nur angelehnt, flog vor meinem ungeſtümen Stoße weit aus ihren Angeln,— ich trat in das Heiligthum eines Frauengemaches. Ein erſtickender Qualm durch⸗ wogte den engen Raum; die Vorhänge des Fenſters ſtan⸗ den in lichten Flammen. Ich riß ſie herunter, zertrat ſie mit meinen Füßen und ſtieß die Fenſter auf. Dann eilte ich in das anſtoßende Zimmer. Da lag am Boden, halb entkleidet, eine ſchöne bleiche Geſtalt. Schwarze Locken bedeckten aufgelöſt das wunderbare Antlitz; reich und voll hingen ſie über den weißen Nacken, über das loſe Nachtge⸗ wand. Ich hob die Ohnmächtige mit kräftigen Armen empor und trug ſie auf das naheſtehende Bette. Ich be⸗ netzte die feuchten Schläfe mit kaltem Waſſer und wartete athemlos, bis ſie die langen Wimpern aufſchlagen, bis das Licht ihrer ſchönen Augen mir leuchten würde.—
Was ich in dieſem Augenblicke empfand, kann ich un⸗ möglich beſchreiben. Stumm und mit geſalteten Händen ſank ich auf die Kniee, Gott zu danken, daß ich es war, der ſie rettete vor dem Tode des Erſtickens;—— ich, der Unwürdige, der noch ſoeben gehadert mit dem Lenker ſeines Geſchickes, hatte die unausſprechliche Wonne, der Lebens⸗ retter dieſes Engels zu ſein!— Ich betrachtete ſie mit feuchten Augen, ich ergriff bebend die kleinen weißen Hände und beugte mich, dem Schlage ihres Herzens zu lauſchen, athemlos über die holde Geſtalt.„Ich wäre für Dich ge⸗
Papillon wie den vier ſchottiſchen Marien als Hofdamen, und der
Gräfin d'Andelot als Hofmeiſterin, daneben aus einigen Cava⸗ lieren, Prälaten und einer kleinen Hofkapelle beſtand.
Unter den ſchottiſchen Lords und Edelleuten, die Mariens Mutter, die Königin Regentin, und das Parlament von Edin⸗ burgh zur Vermählung ihrer Königin geſendet hatten, befanden ſich als Repräſentanten alle die, welche mit dem ſchottiſchen Königs⸗ hauſe verwandt waren. Die Geſchlechter der Grafen von Lennox und Hamilton waren in ihren Häuptern vertreten. Neben ihnen glänzte Graf Morton, auch der ſchwarze Douglas genannt, ein Mann von ernſtem ſchönem Angeſicht, etwas melancholiſch, dem das pechſchwarze Locken⸗ und Barthaar ſo eigen, ſo zauberiſch zu den bleichen feinen Zügen, der gewölbten großen Stirn ſtand. Zwar hatte er einen kleinen Buckel, trotzdem aber fanden ihn die Damen intereſſant, wozu noch kam, daß er der tapferſte und mäch⸗ tigſte Mann in Schottland war.
Der franzöſiſche Adel ſendete ſeine Zierden zum Gefolge des Eidams nach Paris, und es ward beſchloſſen ein Turnier zu hal⸗ ten, in dem die ganze Herrlichkeit eines Ritterthums entfaltet werden ſollte, das ſeinem wahren Sinne nach nicht mehr beſtand und längſt in ränkeſpinnendem Höflingsgeiſte oder hugenottiſch⸗ politiſchen Sonderzwecken erſtickt war.
Und doch glͤhte Alles, was ein Wappen trug, dieſem glän⸗ zenden Spiel enigegen; ſchon wurden auf dem Platze des Schloſſes Tournelles die Paliſſaden gezogen, die Tribünen errichtet. Waffen⸗ ſchmiede, Juweliere und Schneider hatten vollauf zu thun, und die Cavaliere erbaten ſich bereits Liebespfänder und Talismane, um„hoch zu Roß das Zeichen ihrer Dame“ zu Kampf und Sieg zu tragen!
Der König ſelbſt, ganz gemacht zu ſolchen Schauſpielen, der alte Herzog Claudius von Guiſe, ſein Sohn, der berühmte Franz von Aumale mit der Wunde, der Herzog von Savoyen und die Herzöge von Ferrara und Nemours waren es, welche die Bahn hielten(les tenants); Alles glühte, Alles ſchmückte ſich, man war „aus dem Häuschen“.
Bei alledem ſahen ſich die wilden Vorbereitungen, die todes⸗ muthigen und überſchwänglichen Sinnſprüche, welche der Adel⸗ zum Kampfe wählte, gefährlicher an, als die ganze Sache in Wahrheit war. Das Schauſpiel war keineswegs ein Kampf auf Leben und Tod, etwa eines jener alten guten Turniere, wo man nicht zufrieden war, wenn nicht ein Dutzend edler Recken den Speer im Leibe hinaus getragen wurden.
Jene mörderiſchen und rohen Spiele, bei welchen die Gewalt des Lanzenſtoßes, der plumpe Anprall der Pferde Alles entſchied, ja ſchließlich ſelbſt Schwert und Streitbeil, Kolben und Gnaden⸗ dolch der Schlächterei die Krone aufſetzten, waren längſt, als zu roh für den damaligen Bildungsſtand, außer Brauch gekommen. Der Kampf mit Hiebwaffen war in die Feldſchlacht verwieſen und ſeit der Zeit für den Adel keine Ehre mehr, als man mit Söldnern ins Feld zog, ſeit Feldſchlange und Hakenbüchſe ihre polternde Unterhaltung in der Schlacht hielten. 8
Die Lanze allein verblieb noch dem Ritter, und da es bei dem Rennen nicht auf den Tod des Gegners, ſondern nur darauf an⸗ kam, daß die Lanze ſplitterte, oder man ihn bügellos machte, ſo wurde nur en courtoisie, das heißt mit Lanzen ohne Spitzen, ge⸗ ſtochen; die Gewandtheit des Körpers, die Dreſſur und Beherr⸗ ſchung des Pferdes,— die Finte war die Hauptſache. Daß dabei Unglück genug geſchehen konnte, einige zerbrochene Rippen und


