Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
381
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ſo ſchien es un dieſe Zeit ühl, was ſich renplatz bei

t behaglichem r Lieutenant, ſein wackerer war nämlich idmann aus friſch bleibt! und dieſer orgen! Der är ſoll mäg⸗ ihm herum⸗

erſchallt, und z Lücheln mil wan. O, die⸗ ſo ſchmeichel⸗ einen glück⸗ welches dem rich in dieſem die Ehre zu geſchlagenes veht denn nen. twortote mo aten in zwei⸗ die Sache iſt Die Spur des mein Wild⸗ zekundſchaftet bewaffnet auf Tatarenheugſt, thierwitterung

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gügerthum mi öngkitganon, din die weiteren '5 Schriften. ſ

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zurück, iſt ſchon mit meinem ſeligen Schwager hinter einem verſprengten Tiger hergeſetzt, denn wie Du weißt, verirrt ſich manchmal ſolche Beſtie bis zu unſern Regionen, wo er dann im Sommeer ſich trefflich befindet, wenn er nicht todt geſchoſſen wird, bei der Winterkälte aber an der Lungen⸗ entzündung krepirt. Das nur beiläufig. Wir reiten alſo; finden wir den Bären, ſo wird er verfolgt, denn er flieht und greift uns nicht an.

Bis jetzt gefiel mir die Erklärung vortrefflich: ein Bär, der ſich nicht zur Wehre ſetzt, ſondern davon läuft, und dazu raſche Pferde, famos! dachte ich; ich bin vermöge meines Renners der Vorderſte, darin beſteht das Ehren⸗ amt, und werde ihm doch mit der Kugel eins verwiſchen können, und ſollte er ſich umdrehen, ſo wird es ja möglich ſein, ihm zu entkommen, bis die Andern heran ſind. Das wird eine herrliche Jagd, ſagte ich,ich freue mich darauf.

Nicht wahr? fuhr der Graf fort.Nun laß Dir weiter ſagen. Kein Menſch darf ſchießen, und wir verfol⸗ gen ihn nun bis zu ſeiner Höhle, in welche er ſich knurrend zurückzieht. Hier muß ich aber den andern Fall einſchal⸗ ten: Finden wir den Hallunken nicht im Walde und geben auch die beiden leichten Dachshunde, die Dimitri mit auf's Pferd nimmt, keine Spur, wenn er ſie herunterſetzt und ſuchen läßt, ſo geht's gleich nach der Höhle, welche der Dimitri auch ſchon kennt. Hier werden die Hunde wieder heruntergelaſſen, denn dieſe Dachshunde, mußt Du wiſſen, ſind eigentlich die einzigen, welche mit der unverſtändigſten, reſpectabelſten Todesverachtung auf einen Bär losgehen, wobei ſelbſt die größten Doggen und Wolfshunde unſicher ſind und gewöhnlich ſchrecklich zugerichtet werden, wenn ſie nicht umkehren, wie ihnen die Witterung des Raubthieres in die Naſe und ſein Rachen voll Zähne zu Geſicht kommt. Die Dachshunde aber haben eine wahre Höllenwuth, fin⸗ den ſeine Spur ſtets, bellen, kläffen, beißen den Petz hin⸗ ten in die Beine, und wenn er ſich umdreht, iſt die kleine

Dritte Folge.

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Canaille fort und die andere zwickt ihn ſchon auf der au deren Seite. Gut alſo, dieſe Hunde werden in die Höhle gelaſſen. Konimen ſie wieder heraus, ohne zu bellen, ſo iſt kein Bär darin, und ſie müſſen nun von der Höhle aus die Spur ſuchen, und die Jagd geht wieder von Neuem los. Schlagen ſie aber an, ſo iſt die Herrſchaft zu Hauſe. Nun kommt's drauf an, ob die Höhle niedrig und eng iſt; in ſolchem Falle poſtirſt Du Dich allein vor den Eingang als Ehrenjäger und warteſt, bis die Hunde den Bären un⸗ geduldig machen und heraustreiben. Wir andern ziehen uns zurück, bis etwa Noth an Mann kommt. Iſt aber der Schlupfwinkel groß, ſo eine recht ſchöne dunkele Fels⸗ kammer, ſo bleiben wir draußen, Du aber folgſt den Hun⸗ den und gehſt allein hinein, ganz beſonders von unſerm V tapfern Oberſt beneidet. V

Bei dieſen anſpielenden Worten lächelte die Geſell⸗ ſchaft ſehr merklich, und um es zu verhüllen, that Jeder V einen tüchtigen Zug. Der alte Oberſt rief:Hol' mich der Satan, ſo iſt es! und Kathinka warf ihren Schwa⸗ ger drohend mit einer Brodkugel, während die Hausfrau nach allen Seiten hin eifrig zum Eſſen nöthigte und die Diener mit neuen Gerichten in Bewegung brachte.

Mir aber ſchien es in dieſem Augenblicke Zeit, eudlich dieſer fürchterlichen Kataſtrophe eine für mich gefahrloſe Wendung zu geben, und ich ſagte:Entſchuldige, daß ich Dich unterbreche, lieber Sergei; Du ſprichſt von einer

dunkeln Höhle, weißt aber wahrſcheinlich nicht, daß ich bei der mindeſten Dunkelheit ſofort wie geblendet bin und nicht das Mindeſte ſehen kaun; ich würde alſo mit Schmerz

auf eine ſolche Operation verzichten müſſen, wollte ich Euch nicht die ganze Jagd verderben.

Kein Gedanke! erwiderte Sergei mit niederſchmet⸗ ternder Ueberzeugungskraft.Sei ganz unbeſorgt; ſobald Du in der Höhle um Dich blickſt, ſo ſiehſt Du gleich, und wenn Du am grauen Staar litteſt, zwei feurige Kugeln:

es ſind die ſtarr auf Dich gerichteten Augen Deines ange⸗

Miseellen. Zur Naturkunde.

Großes Intereſſe in naturwiſſenſchaftlichen Kreiſen erregt in London der Umſtand, daß eine Schlange von der Claſſe der Pythone im zoologiſchen Garten Eier gelegt hat und dieſe mit großer Beharrlichkeit ausbrütet. Es war dieſer Brütungsproceß der Schlangen früher viel in Abrede geſtellt worden, zumal weil man von der Vorausſetzung ausging, ein kaltblütiges Thier könne mit dem Brüten unmöglich die Entwickelung des Embryos im Ei beſchleunigen. Auch dieſe irrige Vorausſetzung iſt jetzt wider⸗ legt. Man hat nämlich mittelſt vorſichtig und genau angeſtellter Thermometer⸗Meſſungen gefunden, daß die Körperwärme der brü⸗ tenden Schlangenmutter um 8 bis 200 F. geſtiegen ſei und ſomit ganz wohl die Entwickelung des Eies fördern könne. Aehnliches hat Herr Valenciennes bei einem Schlangenweibchen im Jardin des Plantes vor 21 Jahren beobachtet, doch war er nicht im Stande geweſen, die Temperaturdifferenz ſo genau zu ermitteln, wie in vorliegendem Falle geſchehen iſt. 5.

Eliſabeth von Heſterreich, die Heilige, Königin v. Frankreich.

Man muß ſich wundern, daß die Geſchichtſchreiber der Kö⸗ nigin Eliſabeth von Oeſterreich, Tochter des Kaiſers Maximi⸗ lian II., Gemahlin Karl's IX., Königs von Frankreich, ſo wenig erwähnen. Denn ſie war unſtreitig eine der beſten Königinnen, ſo

wie eine der erſten Schönheiten ihrer Zeit und verband mit ihren

äußerlichen hohen Vorzügen die erhabenſten Tugenden, welches

ſie um ſo mehr auszeichnete, als man an dem Hofe, an welchem ſie lebte, die Vereinigung dieſer Eigenſchaften ſo ſelten in einer und derſelben Perſon antraf. Da ſie ſehr wenig und gewöhnlich nur ſpaniſch ſprach, ſo machte ſie ſich die franzöſiſche Sprache nie recht geläufig, gleichſam als wenn ſie voraus gewußt hätte, daß ihr Aufenthalt in Frankreich doch von keiner langen Dauer ſein würde. Andächtig aus Neigung und ohne Scheinheiligkeit, durch⸗ wachte ſie oftmals ganze Nächte im Gebete. Die berüchtigte Bar⸗ tholomäusnacht regte den tiefſten Schmerz in ihr auf. Ihre erſte Frage war, ob der König wiſſe, was vorgefallen ſei, und als ſie erfuhr, daß er ſelbſt die Rollen zu dieſem großen Trauerſpiele aus⸗ getheilt habe, ſo warf ſie ſich vor einem Crucifixe nieder und fle⸗ hete zum Erlöſer um Barmherzigkeit für den jungen, grauſamen Monarchen und ſeine ſtrafbaren Theilnehmer. Nach dem Ableben Karl's IX. begab ſie ſich nach Wien, wo ſie 1592 im achtunddreißigſten Lebensjahre ſtarb. Während ihrer Regierung hatte ſie ſich der Liebe und der Bewunderung von ganz Paris zu erfreuen, und der König, ihr Gemahl, welcher ihr ſeine größte Hochachtung nicht verſagen konnte, pflegte ſie nur ſeine Heilige zu nennen. Als einſt an der Tafel Heinrich's IV. die Geſinnungen, welche Karl IX. gegen ſeine Gemahlin hegte, zum Gegenſtande der Un⸗ terhaltung wurden, rief er aus:Wahrhaftig, wenn ich Papſt wäre, ich würde zur Heiligſprechung einer Frau, anſtatt aller an⸗ deren Beweiſe ibrer Würdigkeit, weiter nichts als das Zeugniß ihres Gatten verlangen.