Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
375
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ein Schisſal

zu meinem

Nr. 24.

Schön geſprochen für einen braven Soldaten! antwortete eine tiefe Stimme hinter ihm; er wandte ſich überraſcht dahin.

Im Schatten der Redoute lehnte eine hohe Geſtalt. Ein langer Militärmantel verhüllte ſie, nur die Spitze des Helmes funkelte im Mondlichte.

Halt, werda? rief der junge Soldat, den Kolben ſeines Gewehres unwillkürlich feſter umklammernd.

Ronde! antwortete es mit energiſchem Tone.

Der Soldat examinirte ruhig und ſicher, dann machte er ſein Honneur, und der Officier trat langſam auf ihn zu.

Recht ſo, mein Sohn! ſagte er, ihm leutſelig auf

niemals die Contenance verlieren! dann capitulirt

das Schickſal von ſelbſt und legt ſich wie ein gehorſamer

Hund zu Deinen Füßen! Wie heißt Du?

Eduard Stanitz!

Stanitz? hm! ſonderbar! Woher?

Aus Tr!

Der Officier betrachtete ihn eine Zeitlang ſchweigend; ein Schatten von Wehmuth flog über die harten Züge. Zu welcher Compagnie gehörig? fuhr er nach einer Pauſe haſtig fort.

Zur zweiten!

Und noch Rekrut?

Zu Befehl, Herr Major!

Seltſam! murmelte dieſer und fuhr eilig mit den Händen in die Taſchen ſeines Mantels; er ſchien indeß nicht zu finden, was er ſuchte.Wenn man, ſagte er for⸗ ſchend,mit ſeinem Schickſale hadert und ſeinen Gedanken in einer Weiſe Audienz gibt, wie ich es eben zu hören Gelegenheit hatte, wird man auch jedenfalls ein Tagebuch bei ſich führen?!

Eduard erröthete.

Allerdings! antwortete er mit etwas verlegenem Tone.

Dann bitte ich um ein Blatt Papier!

Eduard zog ein kleines Büchelchen aus ſeiner Taſche und übergab es zögernd.

Nur ein Blatt für einige Notizen, murmelte leiſe der Major, neugierig das Buch durchblätternd; dann ſchrieb er einige Worte hinein und riß das Blatt eilig heraus, das Buch gab er ihm dankend zurück.

Bis auf Weiteres, mein Sohn! ſagte er mit kur⸗ zem Gruße und verſchwand in den dunkeln Gängen des Gartens.

Ehe der junge Soldat noch Zeit gewann, über das ſeltſame Benehmen ſeines hohen Vorgeſetzten ihm gegen⸗

über nachzudenken, veruahm er den gleichmäßigen Tritt die Schulter klopfend,recht ſo! nur immer reſolut!

der Ablöſung. Einige Minuten ſpäter kauerte er wieder zwiſchen den ſchmutzigen Wänden der niedrigen Wachtſtube.

Der wachthabende Sergeant ſchlief, und die übrigen Soldaten ſaßen lärmend um das qualmende Talglict, rauchend und Karten ſpielend. Einer überſchrie den An⸗ dern. Zuweilen unterbrach ein kräftiger Fluch des aus ſeinem Schlummer geſtörten Wachthabenden die Streiten⸗ den, und ein von ihm mitten unter ſie geſchleudertes Holz⸗

ſcheit ſtellte für einige Augenblicke wieder Ruhe her.

Kaum aber hatte er die Augen geſchloſſen, ſo begann das Getöſe von Neuem, bis endlich ein Hagel von Flüchen und Scheiten die Spielenden überzeugte, daß die Geduld des Langmüthigen erſchöpft und es Zeit ſei, die ſchmutzige Pritſche aufzuſuchen.

Das laute Schnarchen der Schlafenden war aber für unſern Helden ſtörender, als das wüſte Geſchrei von vor⸗ hin. Er erhob ſich mit einem Seufzer und blickte troſtlos auf die laugweilige Scene, an die er ſich durchaus nicht gewöhnen konnte. Endlich erloſch auch das Talglicht mit ziſchendem Geräuſche. Durch's enge vergitterte Fenſter brach ſcheu das graue Licht des Morgens herein. Die langen Gräſer vor demſelben bewegten ſich wie tanzende

haſt Du nicht geſehen! die Stöcke in die Luft und auf die

Köpfe, und der Kloſtereinnehmer, der Büttel, der Küſter und der Zinsvogt hieben ſich ſo windelweich, daß den Andern angſt und bange wurde, und Hugh unter den Tiſch kroch, und Tom auf die Anrichte ſprang, und Kate ſich im Aſchenwinkel verſteckte. Und nun veränderte der kleine Hexenmeiſter die Melodie noch einmal, und ſiehe da! anſtatt Tom zu pfänden, liefen ſie was ſie konn⸗ ten, und waren hernach für kein Geld in der Welt in das verzau⸗ berte Haus zurückzubringen. Tom aber dankte dem lieben Gott

für dieſe unerwartete Hülfe aus großer Noth. Kate jedoch ſagte: Nun ſeh ich kläar, daß Du von den Feen biſt, Du Wechſelbalg,

Du! und ohne viel Beſinnens packte ſie den Kleinen in der

Wiege, den häßlichen Bengel, und warf ihn in's Torffeuer. Und

wie eine Blaſe ſtieg er in den Kamin hinauf und ward nie wieder Peſehen; aber als Kate ſich umſah, da ſaß auf dem Rand der

iege ein hübſcher Junge von zehn Jahren, den ſie mit dem Aus⸗ ruf:das iſt mein kleiner Tom! das iſt mein Junge! Gott ſei Dank! in die Arme ſchloß.

Hugh's Dudelſack aber, den er aus O'Donoghue's Schloß

mitgebracht, wurde kurze Zeit darauf für eine große Summe, welche der Biſchof, der Pfarrer, der Grundherr und die Gemein⸗ deälteſten zuſammengeſchoſſen hatten, angekauft. Denn dieſe ſahen wohl ein, daß an Zinſen und Zehnten nicht zu denken ſei, ſo lange ſich dieſer Dudelſack in den Händen des iriſchen Bauern⸗ volkes befände; Hugh und Tom aber theilten ſich in den Erlös und lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Ende. 9.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Das Raiſerthum Anam.

Ein franzöſiſcher Officier, der ſeit längerer Zeit in Saigon ſteht, theilt in einem Briefe Folgendes über die Eivil⸗ und Mili⸗ tär⸗Organiſation des Kaiſerthums Anam und über die Sitten der Bewohner deſſelben mit, das für unſere Leſer um ſo mehr In⸗ tereſſe haben wird, weil jenes Land uns bisher in hohem Grade fremd geblieben iſt. Derſelbe ſagt:

Das Kaiſerthum Anam beſteht aus dem Königreich Ton⸗ kin und aus Cochinchina. Tonkin iſt viel reicher als Cochinchina; es hat Keſcho zur Hauptſtadt, das von zwei mit Kanonen beſetz⸗ ten Wällen umgeben iſt. Der Raum zwiſchen den beiden Ring⸗ mauern dient einer Bevölkerung von 150,000 Seelen zum Auf⸗ enthalt. Der Mittelpunkt der Stadt oder die Citadelle wird von den Mandarinen, den öffentlichen Beamten und dem Heere bewohnt.

Hus, die Hauptſtadt von Cochinchina, hat in ihrem Innern keine bürgerliche Bevölkerung; es iſt, wie Keſcho, von zwei ſtark befeſtigten Mauern eingeſchloſſen, von denen die größte mit tau⸗ ſend Stück Geſchützen armirt ſein ſoll.

Der von der kleinſten Ringmauer eingeſchloſſene Theil iſt für den Kaiſer, ſeine Gemahlinnen, ſeine Familie und ſeine per⸗ ſönliche Dienerſchaft vorbehalten. Der andere Theil wird von dem Hofe, den Verwandten der kaiſerlichen Familie, den Miniſte⸗ rien, den Ober⸗Mandarinen der Armee bewohnt, und enthält die Staatsmagazine, die Gefängniſſe ꝛc. Man ſieht in demſelben auch viel bebaute Aecker.

Das Volk wohnt außerhalb der Feſtungswerke, und wenn