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Hier weilt tenſchen Laut Geſang einer ugt, erinnert zuue Weſt, der en Kuß, als wie glücklich!
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Nr. 24.]
ob ihren Häuptern flüſterte. Er blickte emppr.— Der Himmel ſchien ihm wieder blau, fröhlicher der Geſang der Vögel. Sie verließen zuſammen die einſamen Gräber und wandelten Hand in Hand durch die duftenden Felder. Hell jubilirend ſtiegen Lerchen aus den wogenden Saaten empor in die ſonnige Luft.
„Sieh, Freude und Leben!“ ſagte ſie leiſe und drückte ſeine zitternde Hand.
Schweigend gingen ſie weiter durch den bunten Schat⸗ ten eines Haines, ſie zog ihn nieder an ihre Seite;— da ſaßen ſie ſtumm neben einander. Er barg ſein Haupt in ihren Schooß und ſchaute mit verklärten Blicken in das bewegliche Laubdach, das der azurne Himmel dann und wann ſtrahlend durchbrach und milde Streiflichter auf ſie herabwarf. Sie brach eine helle Kuckucksblume in ihrer Nähe und neigte ihr glühendes Antlitz zu ihm herab.
„Ich habe Dich lieb!“ flüſterte ſie. Dabei leuchteten ihre Augen wie flüſſiger Kryſtall, ihm war, als käme ein mächtiger Zauber über ſein träumendes Herz, er athmete kaum und preßte ihre kleinen Hände in den ſeinigen,— aber reden konnte er nicht.„Heut iſt der letzte Tag, daß ich bei Dir bin,“ flüſterte ſie bewegt.„Ich kehre nach L— g zurück, zu meinem Onkel.“
Er erbleichte und ſtieß einen leiſen Schrei aus.
„Ich kann nicht anders!“ fuhr ſie kaum hörbar fort, „es muß ſo ſein.— Sei ein Mann und faſſe Muth, ich werde Dich nimmer vergeſſen!— Lebe wohl, wir ſehen uns wieder!“—
Noch einmal fühlte er ihren balſamiſchen Odem auf ſeiner Stirne, noch einmal hingen ihre verzehrenden Blicke an ſeinen ſchmerzlich bewegten Zügen; noch einmal ſchwebte ihre ſchlauke Geſtalt im flatternden Sommerkleide an ſei⸗ nen Augen vorüber. Die blonden Locken flutheten mit den Bändern ihres Strohhutes im friſchwehenden Abend⸗ wind, der durch die vergoldeten Baumgruppen klagend da⸗ hinrauſchte.
4 Dritte Folge.
„Lebe wohl, wir ſehen uns wieder!“ Die Sonne ſank tiefer; ihm war, als trüge jeder Grashalm einen Theil ſeines innerſten Lebens in ſich, als tönte es durch die purpurnen Laubgänge ihr nach:„Lebe wohl!— Lebe wohl!“—
Dann kam die Nacht. Ein kalter, feuchter Nebel um⸗ gab ihn. Ihm war, als umklammere eine eiſige Hand ſein heißes, klopfendes Herz. Aber es dauerte nicht lauge, der Nebel zerſtob vor ſeinen ſehnſüchtigen Blicken. Mild leuchteten die Sterne, mild wie die Augen ſeiner Mutter, — ruhig und heiter.—„Lebe wohl, wir ſehen uns wie⸗ der!“ hatte jene bezaubernde Stimme zu ihm geſagt, als ſie Abſchied von ihm nahm.
Er hörte ihn nicht mehr, jenen einſchmeichelnden Ton, der ſeine Seele erbeben machte. Darum war es Nacht um ihn;— aber die Nacht hatte auch ihre Sterne!
So verſtrichen lange, lange Monde. Die Tane den kürzer, die Nächte länger. Heftige Regenſchauer peitſchten das bunte Laub von den ächzenden Bäumen. Die Vögel waren von dannen gezogen. Zuletzt rieſelte Schnee auf die verwelkte Erde, und dann war's todtenſtille in der Natur. Eiſige Kälte ſchnob über die kahlen Berge herab; ſie kam auch über die Hallen des einſamen Palaſtes, an deſſen Fenſtern damals eine ſchöne Frau einen fröhli⸗ chen Knaben in ihren Armen wiegte.—
An den Wänden hingeu ſtatt der koſtbaren Gemälde Courszettel und Eiſenbahntarife. Die Gemälde waren ver⸗ kauft mitſammt den eleganten Möbeln, die damals im Zimmer ſtanden.
Der jetzige Beſitzer war ein Kaufmann, nüchtern un kaltblütig. Sein Herz war ein unaufgelöſter Regel⸗ detri⸗Satz, ſeine ruhige, marmorne Stirne ein wohl⸗ aſſortirtes Waarenlager, Rimeſſen und Procente courſirten in ſeinen Adern. Nur der verwaiſte Knabe kauerte, ein
Andenken ſchönerer Tage, in dieſem Zimmer. Ddieſes Haus, das Haus ſeines geächteten Vaters, ge⸗
„Komm nur, komm nur und mach' raſch!“ ſagte der unge⸗ duldige Reitersmann.
„‚Nein, ich kann nicht,“ ſagte der Pfeifer,„ich muß morgen früh bei Meiſter Herbert am Tork⸗See ſein.“
„Und dieſe Nacht biſt Du bei uns,“ ſagte der Reiter, und hob ihn ohne Weiteres auf's Pferd, jagte mit ihm davon, jagte immer zu, bis ſie am See waren, jagte in den See hinein, tauchte unter und
Am nächſten Morgen fand Tom MGordon, der Bauer von Clogherin, Hugh, den Pfeifer, im feſten Schlaf unter einem Baum in dem Escamucky⸗Gebirge. Er hielt ihn natürlich für betrunken und weckte ihn auf; aber egs enn hoch und theuer,
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er ſei nicht betrunken und ihm ſei etwas ganz Anderes begegnet. Tom wollte wiſſen, was denn das ſei, und Hugh erzählte ihm,
wie ihn geſtern Nacht Reiter vom Weg mitgenommen und mit
ihm in den See geritten wären. Eine Weile ſei es durch Dick und Dünn gegangen, bis ſie auf einmal gehalten, und eine ihm unbe⸗ kannte Stimme gerufen hätte:„Willkommen in O'Donoghue's Schloß!*...„Und auf einmal hatte ich mein Augenlicht wie⸗ der, ich konnte ſehen, wie ich in meinen jungen Jahren geſehen habe, und ſah eine große, ſchöne Halle vor mir.“
„Wo bin ich?“ rief ich aus.
„In O Donoghue’s Schloß biſt Du!“ war die Antwort.
„Dann will ich aber auch Ein's ſpielen!“ ſagte ich und nahm die Blaſebälge unter den Arm und fing an, und kaum, als
Leane ſchien.
Ton; nur Einer blieb ſtumm und ward immer verdrießlicher. Da
ſaß nämlich der alte Harfner in der Ecke, mit einem Bart ſo lang als mein Arm, und viel weißer noch als mein Hemd, und der war ſehr grämlich und ärgerte ſich über die Maßen, daß ich den Dudelſack ſo ſchön ſpielte, und daß die Damen und Herren ſo gerne zuhörten. Zuerſt hielt er ſich die Ohren zu; aber nach einer Weile konnte er's gar nicht mehr aushalten, und auf ſprang er, griff nach einem verroſteten Schwert und ſtach damit in die armen Bälge meines Dudelſacks, und paff!— gingen ſie zuſam⸗ men, und Sang und Klang war vorbei.— Ich war ſehr traurig darüber, aber einer von den Edelleuten ſagte:„Hugh, ſei nicht traurig! Hier haſt Du einen andern Dudelſack, der iſt viel beſſer als es Dein alter geweſen!“ Darauf fing ich wieder zu ſpielen an, und Alle wurden wieder luſtig, ja noch viel luſtiger, als zuvor. Sie ſetzten mich in einen gewaltigen Großvaterſtuhl, und ich mußte immer ſpielen und bekam das Beſte, was man ſich denken kann, zu eſſen und zu trinken. Und darauf begannen ſie zu tanzen, und tanzten Jigs und Contretänze, bis die Sonne auf den Lough. Und g'rade in dieſem Augenblick, wo der erſte Strahl der aufgehenden Sonne das Waſſer berührte, tönte eine Trompete, und ich ward hinausgeführt, auf ein ſtattliches Roß geſetzt, das für mich bereit ſtand; auch die Anderen ſaßen auf, und ſo ging's vorwärts— die Pferde gingen über das Waſſer des See's, wie Schaumwellen über das Waſſer gehen. O'Donoghue ſelbſt auf einem Schimmel ritt nach den Klängen unſichtbarer Muſik voran, und dann kehrten wir Alle wieder um und in's
ich den erſten Ton geblaſen hatte, ſo kamen wohl hundert Damen Schloß zurück. Nun fragte mich O'Donoghue, ob ich immer bei
und Herren daher, alle in Sammet und Seide.
Und die Damen ihm bleiben wollte; ich ſollte es ſtets ſehr gut haben, gutes
lachten vor Freude, und die Herren ſchrieen und ſangen zu meinem Eſſen, gutes Trinken, was ich nur wünſchte. Darauf ſagte ich


