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Nr. 23.]
welche ſie ſich den endlichen euen Sternes higt war, die hlunter ifen
chen ſelbſt kalt aufgenommen, als ob ſie ſich nicht recht be⸗
ſinnen könnte. Indeß der Tag war feſtgeſetzt, und die Hochzeitsgäſte waren eingeladen. Als die Braut an der
Kirche angelangt war, zögerte ſie, blickte dem ſeinwollen- den Bräutigam muthwillig, wiewohl ſchüchtern, in's Ge⸗
ſicht, brach dann plötzlich in ein Lachen aus, ſprang von ſeiner Seite, entfloh und hielt nicht eher an, als bis ſie
faſt athemlos in der Wohnung ihres Vaters ankam.“
Nachdem Miß Stephens ihre Laufbahn lange mit Glück verfolgt hatte, gab ſie dieſelbe, als ſie das vierzigſte Jahr erreicht hatte, auf und heirathete den Grafen von Eſſex; ſie machte ihrem neuen Range ebeuſoviel Ehre, als vorher der Bühne.—
Die Letzte unſerer Liſte iſt Louiſe Craustoun Nisbett. Sie war aus einer guten iriſchen Familie. Nachdem ihr Vater ſein Vermögen durchgebracht hatte, ging er zum Theater, wo er den Namen Mordaunt annahm und wahr⸗ ſcheinlich ſein Glück gemacht hätte, wenn er ſeine Lebens⸗ weiſe gehörig hätte zügeln können.
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ierigkeite zu einnahmen; dlich ein En⸗ uch hier war Comité von ne bedeutende ihre Angehb⸗ als Julie auf orhanges für a don Windſor“
n die Wieder⸗
Das Leben der in beſtändiger nach getroffen, merkenswerthe
rixou Becher,
Dritte Folge.
367 — 1 Miß Mordaunt, wie wir ſie jetzt nennen müſſen, ent⸗ faltete ein vorzügliches Talent und kann recht wohl den Wunderkindern beigezählt werden. Zehn Jahre alt, ſpielte ſie Jane Shore im Lyceum und erntete vielen Bei⸗ fall. Mit ſechszehn Jahren trat ſie im Drurylane⸗Thea⸗ ter auf als Witwe Cheerly in der„Soldatentochter“, einem vergeſſenen Luſtſpiel von Cherry. Nach einer für ſie erfolgreichen Saiſon wurde Mordaunt am Haymarket⸗Theater eugagirt und verl thete ſich bald darauf, 1831, mit John Alexander Nis Esq., vom erſten Regiment der Leibwache, auf Hall in der Grafſchaft Suffolk. Ihre Gatte n lange darnach von einem bösartigen Pferde getödlet, da mehrere Verwandte ihr das Erbrecht ſtreitig machten, kehrte ſie zur Bühne zurück und trat 1832 wieder in Drurylane auf. Sie war nachher au verſchiedenen nen, bis ſie Sir William Boothby, Baronet, heir nach ſeinem Tode aber nahm ſie i Beruf unte m frühern Namen Nisbett wieder auf.
rählt wurde. nnung iſt die chter Samuel -. Sie war Jfficier) Diee⸗ war. In dem ruth die Julie len auf. Sie ventgorden Dle r' icernahnn. geſen und ihr wand für ein 1 ſchloß ſie in dheirathete den
Rede und Gebehrde. Von Agneſe Schebeſt. Leipzig, Ambroſius Abel.
Die Verfaſſerin iſt als bedeutende Sängerin lange auf unſeren beſten Bühnen berühmtegeweſen und nicht bloß ihrer Stimme und ihres muſikaliſchen Vortrags wegen, vielmehr ganz beſonders in Bezug auf ihr Spiel.
Während die meiſten Sängerinnen ſich leider wie le⸗ bendig gewordene Gliederpuppen auf der Bühne bewegen uund die ſchon durch Einfalt und Unſinn lächerlichen Texte der meiſten Opern durch eine ungeſchickte Darſtellung noch mehr compromittiren, war die Schebeſt begabt und durch Studium geſchult genug, um im claſſiſchen Drama eine Schauſpielerin erſten Ranges zu werden. Ihre Stimm⸗ mittel führten ſie auf eine andere Bahn. Aber auch in der Oper kam ihr das angeborene Spieltalent zu ſtatten und machte den Zauber ihrer Erſcheinung vollkommen.
Stephens, kü liſchen Talenie, Charokters der eines achtbaren
„ Schon i fen..
me eine mie Der Schreiber dieſer Zeilen erinnert ſich derſelben noch liſchen Kiim aus ſeiner Jugendzeit und wünſchte nicht ſagen zu müſſen, V vielen onden daß die heutigen Primadonnen ſämmtlich viel, recht viel ſeine 5 hätten lernen können, vorausgeſe ierzu ihre Eitel⸗ b glerin Thnun. keit ihrer Vernunft noch freien S ließe. den als M. Nun hat die Schebeſt— be ch wurde ſie nach uiſprac den d ihrer Bühnenperiode die Gattin des berühmten kritiſchen gehre rerluſt Theologen David Strauß,— ſchon vor einigen Jahren
er die Halte das Publicum durch eine ſehr liebenswürdige und an⸗
ſpruchsloſe Selbſtbiographie erfreut. Sie gab darin, neben einer großen Wahrheitsliebe und Einfachheit echt weiblicher Geſinnungen, treffliche Kunſtanſichten kund und zeigte ſich als denkenden Geiſt voll feinen äſthetiſchen Taktes. Der Vortrag war an Klarheit dem reifen Inhalt angemeſſen. In dem vorſtehenden neuen Werk über Rede und Ge⸗ behrde hat ſie ſich nun ganz dem dramatiſchen Gebiet als .
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die eine auffallende Faßlichkeit haben.
Literariſche Briefe von Otto Banck.
docirende Lehrerin zugewendet. Sie gibt aus eigener Er⸗ fahrung Studien über mündlichen Vortrag und plaſtiſchen Ausdruck. Zur Verdeutlichung hat ſie nach ihren eigenen perſönlichen Darſtellungen von Prof. Läpple 30 Abbil⸗ dungen ihren Raiſonnements als Illuſtrationen hinzu⸗ geſügt.
Was ſie in dieſem ausführlichen und elegant ausge⸗ ſtatteten Werke über die Principien der Declamation ſagt, zeigt dem Kern des Inhalts nach von einer ſehr ſcharfen
richtigen Beobachtang, verräth viel Beleſenheit in den beſten
Autoren und iſt durch Beiſpiele und Details unterſtützt, Manche Bemer⸗ kungen ſind ſo neu, glücklich und bezeichnend für die Sache, daß ſie nur ein großer Techniker von Fach zu machen im Stande war.
Was nun aber die literariſche Einkleidung dieſes Bu⸗ ches anlangt, ſo wird ſie dem guten Erfolge deſſelben nicht förderlich ſein.
Ein gemüthliches Element hat die Verfaſſerin veran⸗ laßt, eine zu naiv kindliche Lehrmethode zu wählen. Wir werden nämlich in ein Pfarrhaus eingeführt, in welchem eine junge Pfarrersfrau mit ihrer Schweſter und ihrem Bruder, einem jungen Mädchen und angehendem Jüngling, einen äſthetiſchen Kreis bilden. Dieſer unterhält ſich über die Kunſt des Vortrags und geleitet von der ſchon verſtän⸗ digen Frau Poſtorin, gelingt es ihnen, ſich aus dem„Hefte der Mutter“(worunter man ſich unſere Bühnenkünſtlerin ſelbſt denken wird) wacker zu belehren. Wie ſchon erwähnt, laufen dabei ſehr feine Bemerkungen mit unter, und die Anſichten über den Beruf der Kunſt ſind ſämutlich edel, ja ideal.
Aber es entrollen ſich auch ſo viel höchſt überflüſſige,
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