366 ſtändige Kritik auf den vorderſten Bänken des Parterre ſaß. Durch ſeinen Einfluß verſchaffte er ihr ein Engage⸗ ment am Coventgarden⸗Theater, wo ſie, erſt achtzehn Jahre alt, 1803 zuerſt in der Rolle der Lady Towuley in dem Luſtſpiel„Der erzürnte Gatte“ auftrat. Man war allgemein der Anſicht, daß ſeit dem Rücktritt Miß Farren's teinen Schauſpielerin das Theaterpublicum ſo befriedigt nnd dieſe günſtige Meinung wurde durch die folgen⸗ erſuche nur noch mehr befeſtigt. aein ſo talentvollen und zugleich ſchönen Mädchen icht an Bewunderern fehlen. Viele Heirathé⸗ 13 gemacht, ſie ſchlug aber alle aus, bis don Craven um ſie warb. Sie nahm ſeinen An⸗ wies ihn jedoch an ihren Vater, der natürlich nzuwenden fand, und ſo fand die Vermählung ſtatt. zur Miß Brunton's war ſchlank, majeſtätiſch und
vollkommen ymmetrie. Ihre Züge verei⸗ nmuth und deit endetſten Ausdruck.— Mary Catharine Bolton, um 1790 in Long
Aere geboren, ſtudirte frühzeitig unter den beſten Lehrmei⸗ ſtern Muſik und Geſang. Sie ward ganz für die Bühne erzogen und machte in dem Alter von ſechszehn Jahren ihren erſten Verſuch als Polly Peachum, und zwar mit ſo entſchiedenem Glück, daß ſie die Rolle im Laufe der Sai⸗ ſon vierzehn Mal wiederholte. Die ſchöne Debutantin mochte wohl auf ein beſtändiges Engagemient rechnen, allein ſie ward am Schluß der Saiſon entlaſſen, weil ſie nicht mehr anziehend ſei. Der Director bot ihr eine geringere Gage, und ſie nahm ſie an.
Ihre Laufbahn war von jetzt an in der Stadt und auf dem Lande von ununterbrochenem Erfolg begleitet. In Shakeſpeare's Ariel war ſie ſo vortrefflich, daß die glühendſte Einbildungskraft nichts auszuſetzen finden konnte. So ſchön und gewinnend in ihrem ſchmollenden Eigenſinn, ſo ſchmeichelnd in ihrer beſſern Laune, mit einer Stimule, die, ſelbſt wenn ſie ſprach, wie Muſik erklang, und mit ſo leich⸗
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Navellen—
tem Fuß dahingleitend, daß er kaum den Boden berührte, ſchien ſie eine der ſchönſten Schöpfungen des großen Dich⸗ ters zu verwirklichen. Miß Bolton's Engagement in Coventgarden war jetzt zu Ende, und ſie ſtand im Begriff, ein anderes auf drei Jahre abzuſchließen, als der poetiſche Lord Thurlow ihr einen Heirathsantrag machte, den ſie annahm.— Ein noch glänzenderer Stern ging jetzt am theatrali⸗ ſchen Himmel auf und ward ſeiner Zeit zu der höhern Sphäre der Ariſtokratie erhoben, als angemeſſener, würdi⸗ ger Tribut, dem ausgezeichnetſten Talent und der flecken⸗ loſeſten Tugend gezollt. Eliſa O'Neill wurde in Irland geboren. Ihr Vater, Mr. John O'Neill, war zur Zeit ihrer Geburt Directer einer Wandertruppe, deren Reiſen ſich auf eine ziemtliche Ausdehnuag erſtreckten. Ihre Erziehung verdankte die zukünftige tragiſche Schauſpielerin hauptſächlich ihrer Mutter, einer gebornen Featherſtone. Ihren erſten Ver⸗ ſuch machte ſie in Drogheda als junge Herzogin von York in Shakeſpeare's„König Richard III.“, während ihr Vater die Rolle des buckligen Tyrannen ſpielte. Ihr frühzeiti⸗ ges Talent erregte große Bewunderung und brachte den O'Neill's vielen Gewinn. Später wurde ſie in Dublin engagirt, obgleich die Zahl ihrer Verwandten an der
Zeitung.
[VIII. Jahrg.
Bühne— nicht weniger als ſieben, ohne welche ſie ſich aber nicht engagiren ließ— eine Zeitlang den endlichen Abſchluß hinderte. Doch der Ruf dieſes neuen Sternes war ſo groß, daß der Director endlich genöthigt war, die Sache dadurch beizulegen, daß er eine Auswahl unter ihren Augehörigen traf.
Anfangs hatte Miß O'Neill mit Schwierigkeiten zu kämpfen, da viele erklärte Lieblinge den Platz einnahmen; doch ſie überwand alle Hinderniſſe, bis ihr endlich ein En⸗ gagement in London angetragen wurde. Auch hier war die Familie ein Stein des Anſtoßes. Das Comité von Drurylane wollte gern Miß O'Neill für eine bedeutende Gage engagireu, fand aber keinen Platz für ihre Angehö⸗ rigen. Sie tiat in Vondon 1814 zuerſt als Julie auf und gefiel ſo, daß, als beim Fallen des Vorhanges für den nächſten Abend„die luſtigen Weiber von Windſor“ angekündigt wurden, man laut und allgemein die Wieder⸗ holung von Romeo und Julie verlangte. Das Leben der jungen Schauſpielerin war von jetzt an ein beſtändiger Sonnenſchein und ward von keinem Ungemach getroffen, ja es zeichnete ſich nicht einmal durch bemerkenswerthe Vorfälle aus, bis ſie 1819 mit William Wrixon Becher, Esq., Parlamentsmitglied für Mallow, vermählt wurde.
Die Nächſte in der chronologiſchen Ordnung iſt die liebenswürdige Maria Foote, welche eine Tochter Samuel Foote's, des engliſchen Ariſtophanes, ſein ſoll. Sie war 1797 geboren, als ihr Vater(urſprünglich Officier) Direc⸗ tor einer auf dem Lande ſpielenden Truppe war. In dem Alter von zwölf Jahren ſpielte ſie in Plymouth die Julie und trat dann in verſchiedenen anderen Rollen auf. Sie war erſt ſechszehn Jahre alt, als ſie in Coventgarden die Rolle der Amanthis im„Kind der Natur“ übernahm. Ihre perſönlichen Reize, ihr bezauberndes Weſen und ihr gutes Spiel ſicherten ihren Erfolg, und ſie ward für eine bedeutende Gage engagirt. Im Jahre 1831 ſchloß ſie— 3in Birmingham ihre theatraliſche Laufbahn und heirathete den
Earl von Harrington.— Wir kommen jetzt zu- Miß Catharine Stephens, ein Name, welcher nicht nur wegen ihrer muſikaliſchen Talente, ſondern auch wegen der Makelloſigkeit ihres Charakters der 1 Erinnerung theuer iſt. 1
Catharine Stepheus war die Tochter eines achtbaren 1
Bildhauers und 1794 in London geboren. Schon in ihren früheſten Jahren verrieth ihre Stimme eine außer⸗ ordentliche Anmuth; ſie ward der muſikaliſchen Leitung Lanza's übergeben, der ſie in Bath und vielen andern mehr oder weniger tigen Städten als ſeine Schülerin darſtellte. Spät rd ſie die Schülerin Thomas Welſh's, welcher 3 in Coventgarden als Man dane in„Artaxerxesauftreten ließ. Sie entſprach den ge hegten Erwartungen vollſtändig, und der Lehrer verlangte und erhielt eine hohe Gage, von welcher er die Hälfte nahm, ſo lange ſie bei ihm Unterricht hatte.
Miß Stephens ſoll während ihres Engagements in Drurylane viele Heirakhsanträge erhalten haben. Mrs. Wilſon erzählt eine drollige Anekdote,— wir wiſſen nicht, ob ſie wahr iſt oder nicht,— von dem Schickſal eines ihrer Anbeter.„In ihren frühen Jahren verliebte ſich ein Muſiklehrer in ſie, hielt um ſie an und erhielt von ihren Verwandten die Einwilligung, ward aber von dem Mäd⸗
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