Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
363
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La Ul. Jahrg.

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8.

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ſchritt ich, da ich nicht mehr länger zögern durfte, zur Aus⸗ führung meines Planes; ich zeigte der Alten das durch meinen Betrug zuſammengebrachte Geld und wurde nun auch noch zur Lügnerin, denn ich vertraute ihr mit verſtell⸗ ter Ehrlichkeit, daß es mir ein alter Herr, der meine Apri⸗ koſen ſehr ſchmackhaft gefunden, als Geſchenk in die Hand gedrückt, dann bat ich ſie um die Erlaubniß, dafür in der nächſten Weinhandlung, die nur einige Schritte von unſe⸗ rer Wohnuung entfernt war, eine Flaſche Champagner holen zu rürfen. Die Alte war vor Freuden außer ſich, naunte mich abermals ihr Goldtöchterchen und gab mir ſehr gern die erbetene Erlaubniß. Hierauf nahm ich die Thür in die Hand, nitt geflügeltem Fuße eilte ich die Treppen herab und war frei!

Glücklich erreichten die beiden Reiſenden die Grenze und überſchritten dieſelbe unangefochten. ſchrieb Graf Magnus ſowohl an ſeinen älteren, bereits verheiratheten Bruder, als auch an ſeine Mutter uad bat, der Comteſſe bei ſich eine Zuflucht zu gönnen. Ihre Ant⸗ wort bat er ihm ſchleunigſt uach Frankfurt a. M. zuzu⸗

Folge. 3

Von Baſel aus

ſenden, wohin er, ſobald ſich ſeine Reiſegefährtin von der

forcirten Tour etwas erholt, abgehen werde, um dort wie⸗ der ihre Metamorpheſe in eine Dame vorzunehmen. Sehr

freudig wurden Beide überraſcht, als endlich, ſtatt des je

länger je ſehulicher erwarteten Briefes von Hauſe, der ältere Bruder Graf Theodor von Sternberg nebſt ſeiner Gemahlin ſelbſt in Frankfurt eintrafen, um die ſchöne Flüchtlingin in das ihr bereitete Aſyl abzuholen.

[1713.

Erſt nach Mouaten erhielt Magnus die Nachricht, wo

ſich der Comteſſe Onkel und Tante befände, und da jene

nehmigung zu der Vermählung der Comteſſe mit dem

Grafen Magnus erbeten. Dieſe erfolgte mit der größten Bereitwilligkeit, und auch das frühere Verſprechen der

Comteſſe, hinſichtlich der doppelten oder dreifachen Berich⸗

tigung ihrer Schuld, löſte die Gemahlin des Exminiſters höchſt freigebig; denn dem ausgezeichnet ſchönen Brillant⸗ ſchmucke, den ſie der Nichte als Brautgeſchenk überſandte, war noch ein auf Gebrüder Rothſchild in Frauffurt gezo⸗ gener, acht Tage nach Sicht fälliger Wechſel im Betrage von 300,000 Franken beigefügt.

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Glück durch Heirath. . Hei h.

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Einer der Erſten aus den höheren ſich ein Weib von der Bühne nahmen, war forſcher Martin Folkes. Er beſaß Vermögen, ſeine Liebe zu Alterthümern nicht auf Herzensan heiten übertrug, heirathete er Lucretia Bradſ Darſtellerin von Farquhar's Heldinnen und eine Zeit beliebte Schauſpielerin. Dies geſchah um das Jahr Ein Schriftſteller jener Zeit ſchildert ſie als eines der größten und vielverſprechendſten Genies ihrer Zeit und bezeichnetihr kluges und muſterhaftes Beneh⸗ men als den Reiz, der den Alterthumsforſcher hauptſäch⸗ lich gewann. Indeß wirkten wohl auch die Reize der Jugend, der Schönheit und des bezaubernden Weſeus.

Die Sängerin Anaſtaſia Robinſon gelangte zu noch höherer Auszeichnung. Sie feſſelte Charles Mordaunt, Earl von Peterborough, der ebenſo als Held im ſpaniſchen

eine vater⸗ und mutterloſe Waiſe war, ſo wurde bei die⸗ Kriege, wie als Freund Swift's und Pope's berühmt iſt.

ſen, die bis dahin die Stelle der Eltern vertreten, die Ge⸗

Der Letztere ſagt in einem vom 17. Auguſt 1735 an Martha Blouut datirten Briefe:

Ich fand Lord Peterborough auf ſeinem Lager, und er erzählte mir mit ſchwacher, aber lebhafter Stimme, wie ſehr er gelitten habe. Daunn ſagte er, er habe ſeine häus⸗

nen neuen Anläufe, reſpective für dieValmoda reichlichſt ange⸗ deihen läßt.

Eine recht kennzeichnende Erſcheinung iſt es, daß die Vertre⸗ ter des neuenOperndramas ſich vorzugsweiſe in äußerſt roman⸗ tiſchen Stoffen und Motiven bewegen, die mit unſerer Gegenwart wenig zu thun haben. Wer mit reinen Regenbogenfarben Bilder malen will, thut gewiß beſſer, braſilianiſche Vögel, Schmetter⸗ linge und fliegende Fiſche zu wählen, die uns fern liegen, als Kühe, Hunde und Enten, die auf unſerm Hofe umherlaufen. O. B.

Dorfgeſchichten von Molitor. Pforzheim, Verlag von Flammer.

Dieſe Dorfgeſchichten ſpielen im badiſchen Unterlande, und der Verfaſſer glaubte wahrſcheinlich das an Schilderung von Sitten und Gebräuchen zu er in, was der Dichter der Schwarzwälder Dorfgeſchichten des badiſchen Oberlandes nicht be⸗ rühren konnte.

In der That ſind auch in den meiſten nicht aus dem Quell der Poeſie entſprungenen Dorfgeſchichten jene die erquickendſten Seiten, welche uns wenigſtens das Aeußere irgend eines Volks⸗ ſtammes kennen lebren, und ſomit den verſtändigen Leſer ſelbſt einen Schluß auf Weſen und Charakter derſelben machen laſſen.

Die innern Motive aller Dorfgeſchichten haben etwas Hartes und zugleich Ermüdendes, denn es handelt ſich im letzten Falle beim Bauer immer um Mein und Dein, ein paar Fragen, die zwar im Allgemeinen die Welt regieren, in der Dichtkunſt aber ſtets eine nackende und dabei unſaubere Rolle ſpielen.

Was man nun am meiſten beklagen muß, iſt, daß die Herren

Vorurtheilen beſtärken, als ihn davon heilen.

Dorfgeſchichtsſchreiber denbiederen Landmann eher in ſeinen

Vor Allem ſollte man ſeinen Geiz, ſeine Härte gegen Nothleidende, ſeine Unempfäng⸗ lichkeit, ja Verachtung gegen alles Höhere, Ideale aufdecken und ihm zu Gewiſſen führen. Wer lange auf Dörfern unter Bauers⸗

leuten gelebt hat es iſt ziemlich gleich, wo, denn der deutſche

Landmann ſieht ſich überall ähnlich, wird mit Schmerz be⸗ merkt haben, daß hier eine Menge tief proſaiſcher, empfindungs⸗ leerer, von Herzen roher Züge zu enthüllen und wenigſtens ver⸗ ſuchsweiſe durch die Literatur zu beſſern wären. O. B.

Miscellen. Worte für Welt und Haus.

Wenn uns der Geiſt verſucht, der Geiſt des böſen Schickſals, und das geſchieht öfter im Leben, ſollen wir immer in die Wüſte gehn, aber nicht mit Verzweiflung, ſondern mit Muth und Beſonnenheit ausgerüſtet. Dieſer ſtille Kampf bewahrt vor der Schmach, vorzeitig Andern mittheilen zu müſſen, was man ſich ſelbſt geſchmiedet hat; denn der Menſch iſt nicht immer ſeines Glückes, aber ſtets ſeines Unglücks Schmied. Er muß es männ⸗

lich verzehren, oder ſich von ihm verzehren laſſen.

Wer für politiſche Zeitungen ſchreibt, den wird zum Theil ein Dämpfer auf das Gehirn geſetzt, indem er nicht ſagen darf, was er will; zum Theil wird ihm der Mund geſtellt wie eine Mühle, nach der Richtung hin, wo der Wind gefangen werden ſoll, damit die Mühleklappern kann. Die meiſten Autoren merken dieſe Knechtſchaft nicht, weil ſie mit ſogenanntem freien Willen