Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
357
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ordnete ſie ihren Anzug, dann faltete ſie ihre Hände und betete ſtill und andächtig lange Zeit. In dem nach oben gerichteten Blicke, mit dem ſie ihr Gebet endete, ſchien eine muthige Selbſterhebung zu liegen. Beide ſchwiegen eine lange Weile, endlich nach einem kleinen, ſichtlichen Kampfe mit ſich ſelbſt begann ſie in bittendem Tone:

Zürnen Sie mir nicht, mein Herr, daß ich jetzt erſt meinen Dank Ihr edler Entſchluß mich zu retten die Bereitwilligkeit und die zarte Weiſe, mit der Sie ihn ausführten ich wollte das Alles Ihnen geſtern Abend ſchen ſagen aber meine entſetzliche Lage, meine namen⸗ leſe Angſt ſie wollte weiter ſprechen, aber die Thrä⸗ nen, die ihr in die Augen traten, erſtickten ihre Stimme.

Mit gewinnender Herzlichkeit wendete ſich Magnus zu ihr, bat ſie, ſich zu faſſen und zu beruhigen, und ſprach ihr Troſt und Muth zu. Er ſetzte ihr auseinander, wie ſie doch mit jeder Stunde der Grenze näher kämen, neun Stunden Zeit ſeien ſie ſchon von Paris entferut, und die Nacht ſei ohne alle Gefährdung verſtrichen, und ſo hoffe er, ſie auch binnen Kurzem völlig in Sicherheit zu bringen. Ihre Reiſeroute gehe vorläufig nach Baſel, von dort aus habe ſie dann zu beſtimmen, wohin ſie ſich weiter wenden wolle, und er ſei gern erbötig, ſie nach jedem Laude, jeder Stadt zu begleiten, wo ſie ihren Aufenthaltsort wählen würde.

Keinen Menſchen habe ich in der ganzen weiten Welt, der mir nahe ſteht und deſſen beſonderem Schutze ich mich deßhalb anzuvertrauen wünſchen möchte. Aber darum bangt mir nicht meinetwegen. Iſt doch ein Gott über mir, er hat mich wunderbar geleitet und ſich mir offen⸗ bart. Er hat mir Sie geſendet, mein Herr, ohne Sie wäre ich heute oder morgen ſchon todt, oder dem öffentli⸗ chen Schimpf und der Verfolgung preisgegeben. Sie hielt beide Hände vor die Augen, und von Neuem floſſen ihre Thränen. Eine geraume Zeit ſchwieg ſie, nachdem ſie mehrere Male, immer noch beide Hände vor den Au⸗

Dritte Folge.

gen, mit dem Kopfe geſchüttelt hatte, als hätte ſie mit innerem Grauen in den Abgrund hinabgeſehen, an deſſen Rande ſie geſtanden.

Es iſt, hob ſie endlich mit gepreßter Stimme, der man die Verlegenheit, von ſich ſelbſt reden zu ſollen, deut⸗ lich anhörte, halblaut wieder an,es iſt übrigens an der Zeit, über das Billet, das ich Ihnen im Apfel einhändigte, nähern Aufſchluß zu geben. Ich will ſo kurz als möglich ſein, und doch fürchte ich, wird es eine lauge Geſchichte. Mein Oheim iſt der Miniſter Graf Polignac. In dieſem zufälligen Umſtande liegt mein Unglück. Wohl hatte die Herzogin von Angouleme Recht, als ſie unlängſt in einem Augenblicke des Unmuths rief: ce Polignac nous per- dra! Der König unterſagte ihr, ſich in Dinge zu miſchen, die ſie nichts angingen Lieber Gott, dieſe Dinge gingen uns Alle nur zu ſehr an; wir ſind Alle un⸗ glücklich dadurch geworden. Auch ich muß ganz unſchuldig die Folgen des unſinnigen Trotzes dieſes Mannes tragen, daß ich bei Nacht und Nebel aus meinem ſchönen Frank⸗ reich flüchten muß, und ich werde es wahrſcheinlich wohl nie wieder ſehen.

Hier entſtand abermals eine kleine Pauſe der über⸗ wallenden Wehmuth, dann ſich wieder faſſend fuhr ſie fort: Dech nun zur Sache ſelbſt; denn ich vermuthe, daß Sie begierig ſein werden, zu erfahren, wie ich hinter den Obſt⸗ kram gekommen, denn daß Sie mich wiedererkannt, dafür lieferte die ſeidene Börſe den Beweis, die Sie einſt von mir empfingen und die Sie gerade da mir vor Augen brachten, als Sie mir die bejahende Antwort auf meinen Brief ertheilten.

Am Dienſtag Abend fahre ich aus einer kleinen muſi⸗ kaliſchen Geſellſchaft nach Hauſe. Es war etwas nach neun Uhr. Der Wagen kam nicht unmittelbar von Hauſe, er hatte gleich nach dem Dejeuner meine Taute, die Mini⸗ ſterin, zu einer bekannten Dame auf's Land, in der Gegend des Montmartre, gebracht und war von da in die Stadt

Der Musketier Pfotenhauer erhält eine Strafwache, weil er in der Kirche geſchlafen hat.

Nachträglich:Der Musketier Trampel tritt bei dem ſtell⸗ vertretenden Feldwebel, Portepeefähnrich von N., mit Pauſen von zwei Stunden dreimal zum Strafrapport mit vollem Ge⸗ päck an, weil ihm zwei Nägel unter den Stiefelhacken gefehlt haben. Morgen Mittag ſollen wieder einmal graue Erbſen mit fpecf gekocht werden, weil die Leute dieſes Eſſen beſonders ieben.

Wegen des verd Trampel's konnte ich heute nicht in das Nachmittagsconcert gehn. Für Amalie, die heute Abend rei⸗ zend die Harfe ſpielte, bei Fragnocati neun Apfelkuchen und zwei Gläſer Grog bezahlt.

25. October. Brigade⸗Befehl:Ich kann mich mit der Art, wie der Wachtdienſt gehandhabt wird, nicht einverſtanden erklä⸗ ren und mache die Herren Compagniechefs insbeſondere auf die⸗ ſen wichtigen Dienſtzweig aufmerkſam. Die Regimenter wollen Veranſtaltungen treffen, daß vor dem jedesmaligen Aufziehen der Wachen in den Kaſernenhöfen oder an anderen geeigneten Orten VYorübungen gemacht werden, denen die in den Dienſt kommenden Officiere beiwohnen.

Mündlich beim Appell die Leute der Compagnie darauf auf⸗ nerkſan zu machen, daß die Poſtbeamten jetzt angehalten wer⸗ den, Uniform zu tragen, und daß ſie ſich auf Poſten vor Ver⸗ wechſelungen mit Officieren zu hüten hätten. NB. Der Herr Brigade⸗Commandeur pflegt einen etwas gelblich⸗rothen Strei⸗ fen um die Mütze zu tragen.

Amalie iſt abgereiſt, ich habe ihr fünf Thaler geborgt.

30. October. Die Löhnungsliſte zu übermorgen nicht zu ver⸗ geſſen.

Fünfzehn Thaler Zulage von Hauſe erhalten.

Diviſions⸗Befehl:Es iſt mir wiederholt aufge⸗ fallen, daß die Herren Officiere im Theater und an anderen Ver⸗ gnügungsorten, ſo wie in Geſellſchaften, ſich Unregelmäßigkei⸗ ten in ihrem Anzuge geſtatten; ich erſuche die Herren, ſich ſtren⸗ ger an das Reglement zu halten.

Brigade⸗Befehl:Auf vorſtehenden Befehl aufmerk⸗ ſam machend, füge ich hinzu, daß die Herren Officiere eben ſo wie der gemeine Mann verbunden ſind, ſich in dieſer Beziehung an die allerhöchſten Vorſchriften zu halten, und daß ich gegen jede Uebertretung der letzteren mit allen mir zu Gebote ſtehen⸗ den Mitteln einſchreiten werde. Ueberhaupt wünſche ich, daß die in letzter Zeit erlaſſenen Befehle der Diviſion und Brigade in Erinnerung bleiben möchten. Der Musketier Frohjanke von der 3. Compagnie ten Infanterie⸗Regiments erhält drei Tage ſtrengen Arreſt, weil er auf Poſten vor der Poſt mir geſtern Abend nicht die vorſchriftsmäßigen Honneurs erwieſen und ſich damit entſchuldigt hat, mich für einen Poſtbeamten gehalten zu haben.

Compagnie⸗Befehl:Der Musketier Frohjanke iſt ſofort in den Arreſt abzuführen und erhält außerdem von Sei⸗ ten der Compagnie noch drei Strafwachen.

1. November. Vom Hauptmann geriſſen, weil ich die Löhnungs⸗ liſte nicht ordentlich genug angefertigt haben ſoll.

Dasgalante Sachſen geleſen, ſpäter einen Roman von Paul de Kock angefangen.