Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
356
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Uovellen-Zeitung.

ſchien dem Grafen, ſo weit nämlich das Raſſeln auf dem heſtecke und Becher befinde, und bat, ſich deſſen zu be Pflaſter etwas zu hören erlaubte, heftig zu weinen; das dienen.. Geſicht konnte er nicht ſehen, ſelbſt wenn ſie bei einer La⸗ Er hatte den Aufent terne vorbeifuhren und dieſe ihr Licht in den Wagen warf, geſucht, um ſ denn ſie hatte daſſelbe mit dem Taſchentuche und beiden Händen bedeckt. gönnen. Als er wieder einſtieg, konnte er wegen der Dem Grafen wurde bei dieſem, wenngleich ſtillen, Dunkelheit der Nacht nicht genau wahrnehmen, ob ſie ſei⸗ doch heftig anhaltenden Weinen ganz unheimlich zu nem Wunſche geuügt habe; indeſſen ſie war doch wenig⸗ Muthe, er fing zu ſprechen an, deutſch und franzöſiſch, er ſtens ruhig und ſtill, und Magnus war froh, daß ſie nur

halt möglichſt lange auszudehnen einer Begleiterin zu der vorzunehmenden Um⸗ kleidung und Verwandlung die irgend nöthige Zeit zu

verſchwendete alle möglichen Troſtgründe, ohne eigentlich nicht mehr weinte. Sie ſaß feſt in den Mantel gehüllt;

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zu wiſſen, wen und worüber er tröſten ſolle, er betheuerte der Hut lag, ſo weit er im Finſteru erkennen konnte, vor

dem Mädchen, daß ſie, ſolange ſie unter ſeinem Schutze ihr auf dem Schooß. ſtehe, nichts Böſes zu befürchten habe. Auf alles dies Noch immer wußte Magnus nicht, ob das Mädchen, erhielt er jedoch keine Antwort. Er ehrte das Zartgefühl die neben ihm im Wagen ſaß, wirklich diejenige ſei, die und die Trauer des Mädchens und ſchwieg endlich. ihn um Schutz und Rettung angefleht, und mit Sehnſucht Auf der erſten Station ſtieg Magnus aus und erſuchte erwartete er daher den Anbruch des Tages, der nicht mehr ſie während des Pferdewechſels, den er etwas verzögern ſo fern ſein konnte, da die Nacht im Juli nicht gar ſo lang wolle, auch ihre Kleidung zu wechſeln; er langte die Livree⸗- war. Endlich fiel der erſte Schimmer der aufgehenden Röcke, die im Rückſitzkaſten eingepackt waren, heraus und Sonne in den Wagen. Die in einen eleganten Jockey ver⸗ legte ſie ihr vor, verſicherte, daß ſolche noch von keinem wandelte junge Dame ſaß, das Köpfchen in die Wagen⸗ Menſchen getragen worden, da ſie der Schneider erſt au ſecke gedrückt, und ſchlief ſanft und ruhig, und die thränen⸗ dem Morgen deſſelben Tages abgeliefert, ſetzte ihr dann müden Augen hatten ſich endlich geſchloſſen. Der auseinander, daß in ſeinem Paß ein Diener aufgeführt erſchöpfte Körper hatte gebieteriſch ſeine Rechte verlangt, ſei, und bei der Kürze der Zeit und der Dringlichkeit der und die ſchaukelnde Bewegung des bequemen Wagens dies Umſtände dies nur der einzig mögliche Weg geweſen ſei, unterſtützt. ſie zu retten, indem ſie ſich entſchließen müſſe, deſſen Stelle Aufmerkſam betrachtete Magnus die Schläferin, und einſtweilen auſcheinend anzunehmen, bis ſie die Grenze mehr und mehr gelangte er zu der Ueberzeugung, daß dieſe Frankreichs überſchritten hätten; es könne ſonſt leicht, mit der jungen Dame, die er damals in dem Blumenma⸗ fügte er hinzu, bei den Behörden, die ſich um die Reiſen- gazin getroffen, und dann mit dem Mädchen, welches als den zu kümmern berechtigt ſeien, ein Verdacht entſtehen, Obſthändlerin ſich Hülfe ſuchend an ihn gewendet, völlig der möglicherweiſe Entdeckung und unangenehme Folgen eine und dieſelbe ſei. Endlich, es mochte wohl faſt ſieben nach ſich ziehen könne, auch treffe der Telegraph an der Uhr Morgens ſein, weckte ein Prellſtoß des Wagens die

Grenze früher ein, als ſie ſelbſt ſolche mit Extrapoſt zu Schläferin. Noch halb vom Schlumuer befangen, ſchlug

erreichen vermöchten. Gleichzeitig machte er noch darauf ſie die Augen auf, aber ſofort wieder nieder, denn ihr Blich aufmerkſam, wie ſich in den Wagentaſchen linker Seits begegnete zufällig dem des Grafen. etwas kalte Küche, ſowie auch Wein nebſt einem Reiſe⸗ Sobald ſie ſich von den Banden des Schlafes befreit,

Feuilleton.

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Die Brieftaſche unſeres Herrn fähnrichs. Das te Infanterie⸗Regiment ſtellt morgen einen Officier, vier Von Stanislaus Graf Grabowski. Unterofficiere und vierzig Mann zur Patronenarbeit um acht Uhr an Lünette 5.** Brigade⸗Befehl:Ich habe mit Mißfallen bemerkt, daß die Herren Officiere der mir untergebenen Truppentheile hieſiger Garniſon ſich im Theater der Lorgnenten, ſogar gelber glementsmäßigen Brief⸗ Glacéhandſchuhe bedienen; ich mache auf die allbekannten hö⸗ heren Beſtimmungen über den Anzug der Herren Officiere auf⸗ merkſam und füge hinzu, daß ich erwarte, die Hexxen Ofſiciere werden auch in dieſer Beziehung den gemeinen 8Ne mit gu⸗ tem Beiſpiel vorangehn.. Regiments⸗Befehl:Vorſtehender Befehl zur gefäl⸗ ligen Nachachtung für die Herren Officiere. Das erſte Bataillon ſtellt die Pulverarbeiter. Bataillons⸗Befehl:Zur Pulverarbeit more früh 8 Uhr an Lünette 5: Lieutenant von Hohenfeld, jede s ag⸗ nie ein Unterofficier und zehn Mann. Der Dienſt blne r⸗ gen den Compagnien überlaſſen. Wenn es kälter wi, Handſchuhe an die Rekruten ausgegeben werden. en Compagnie⸗Befehl:Morgen von acht abau

17. October. Compagnie⸗Befehl: Während der Krank⸗ heit des Feldwebels Bohne übernimmt der Portepeefähnrich von N. die Feldwebelgeſchäfte der dieſſeitigen Compagnie. Er hat ſich zu dieſem Zwecke mit einer re taſche zu verſehen.

Eine Brieftaſche in rothen Saffian gebunden, bei Meyer in der Kronenſtraße gekauft, ein Thlr. fünf Silbergroſchen.

Nicht zu vergeſſen: Morgen Mittag zum Appell die alten Hoſen vierter Garnitur, auch ſollen die Stiefeln gut mit Nä⸗ geln beſchlagen ſein. Die Inſtruction fällt heute Abend aus, weil Sonnabend iſt; die Kaſernenſtuben ſollen ordentlich ge⸗ ſcheuert werden.

Eine Deputation von einem Unterofficier und zehn Mann zur Kirche, morgen um ½ 9.

Bei Fragnocati ſollen heute Abend Harfenmädchen ſingen.

18. Oetober. Musketier Pfotenhauer bei der Parade zu melden, daß er in der Kirche geſchlafen hat.

Commandantur⸗Befehl:Parole iſt Jeruſalem. Uebung des Parademarſches; der Officier du jon heit

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