VI 2 r—.— 1 Jn Nr. 23.] Dritte Folge 35⁵
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ſhſovellen-Zeitung.
reichender Caſſe aber an den Banquier des Grafen wen⸗ den, der mit der nöthigen Anweiſung verſehen ſei.
Die Obſthändlerin vom Pont des Arts.
— Es war halb 10 Uhr, da erſchienen die Poſtpferde, ſie — N wurden vor des Grafen Wagen geſpannt, K wollte ſeien Scenen aus der Pariſer Juli⸗Revolution urden vor des Grafe agen geſpannt, Karl allte ſei nen Herrn hinunter begleiten, doch befahl ihm verſelbe pon oben zu bleiben. Nun erhielt der Poſtillon die Ondre,
G. Kletke. nach der Straße Vivienne zu fahren und daſelbſt vor dem hellgrau angeſtrichenen Eckhauſe zu halten, wo der Be diente des Grafen, der dort noch etwas zu beſorgen habe, einſteigen werde.
Vor dem bezeichneten Hauſe hielt der Poſtillon; nach dem er eine Weile gewartet, nahm der Graf Karl's Man⸗ tel und Hut unter ſeinen Mantel und ſagte mit verſtellter Verdrießlichkeit zu dem Poſtillon:„Mein Diener iſt noch nicht da, Ihr müßt noch etwas warten, ich will ſelbſt hin
auf zu meinem Freunde und nachſehen, oh er noch nicht
(Schrub.)
Hierauf eilte der Graf zu ſeinem Banquier, um ſich mit den nöthigen Geldern und Wechſeln zu verſorgen, dann nach dem Paßbureau, woſelbſt er den auf ihn und ſeinen Bedienten Karl lautenden Paß nach Baſel viſiren ließ, was auch ſofort ohne weitere Umſtände erfolgte, und zuletzt nach der Poſt, um ſelbſt vier Pferde Extrapoſt um hier iſt, ich kaun ihn doch nicht zurücklaſſen.“ halb 10 Uhr vor ſein Höôtel zu beſtellen. Die Hausthüre ſtand offen, auf dem Hausflur war Nie
Nachdem er ſo Alles geordnet, war es faſt 9 Uhr ge⸗ mand zu hören und zu ſehen, und doch ſchlug es eben worden, als er nach Hauſe kam. Karl hatte unterdeſſen zehn Uhr. Magnus war alſo nicht zu ſpät gekommen, Alles gepackt; der Graf ſetzte ſich nun hin, verzehrte in aber warum ließ ſie auf ſich warten? war das Ganze doch aller Eile etwas Abendbrod und warf flüchtig einige Zei⸗ vielleicht eine Myſtiſication, oder war ihr Fluchtvorhaben
(len auf Papier, welches er verſiegelt ſeinem Bedienten entdeckt und ſie gewaltſam davon abgehalten worden? übergab mit der Ordre, daſſelbe, falls er bis dahin nicht Zehnmal ſah er nach der Uhr und ſteckte ſie ungedul zurückkehre, erſt 14 Tage nach ſeiner Abreiſe zu öffnen. dig wieder ein, Minuten auf Minuten vergingen, aber Hierauf befahl er ihm, ſowohl die Livree, welche der noch zeigte ſich Niemand. Endlich ging in einem der Schneider erſt an demſelben Tage neu⸗ abgeliefert habe, ſo oberen Stockwerke raſch eine Thür auf, ein flüchtiger Fuß wie ſeinen guten Mantel und Hut in den Wagen zu legen, rauſchte die Treppen hinab bei Magnus vorbei, der ſich
auch etwas kalte Küche und einige Flaſchen Wein einzu⸗ beobachtend in eine Ecke gedrückt hatte. Es war ein packen. Mädchen, in eine ſchwarzſeidene Mantille gehüllt; als ſie Der Bediente ſtutzte, da ihm jedoch der Graf eine in die Hausthüre trat und den mit vier Pferden beſpannten
nicht unbedeutende, ſeine gewoͤhnlichen Bevürfniſſe weit Reiſewagen halten ſah, trat ſie raſch in das Haus zurück, überſteigende Summe einhändigte und ihm dann ſagte, er ſich ſcheu umblickend. In dieſem Augenblicke trat der Graf möge ſich ſeine hier eingepackten. Kleidungsſtücke nur noch hervor, und obgleich er in demn dämmernden Halbdunkel, einmal machen laſſen, ſonſt aber ganz ohne Sorgen ſein, ſo das über den Hausflur verbreitet war, wohl die Umriſſe beruhigte ſich derſelbe. Karl war noch ein junger Menſch, einer weil lichen Geſtalt, aber genau nicht mehr zu erken aber zuverläſſig und dem Grafen ſehr treu ergeben. Die nen vermochte, ſo hing er dem Mädchen den Livree Mantel ihm verſiegelt übergebene Ordre lautete dahin: ſofort nach um und drückte ihr den Livree⸗Hut auf den Kopf, flüſterte
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ihr dann die Bitte zu, um des Poſtillons willen deutſch
Eröffnung Mieſes Schreibens ſolle er das Logis und was zu ſprechen und es nicht übel zu deuten, wenn er zum
V ſonſt e nicht berichtigt bezahlen, und dann nach z Hauſe roſen, wo er ſich bei dem älteren Bruder des Gra Scheine wegen des langen Ausſteigens ſchelten werde fen zumelden habe. Hierzu werde er ſich aber einen und, um nicht aus der Rolle des Herrn zu fallen, vor ihr 1 neuen Paß beſorgen müſſen, und ſollte man ihm den Ein⸗ in den Wagen ſteige. Auch nicht ein Wort der Erwide wanp machen, daß der Graf ſchon mit einem Diener Na b rung erfolgte. Der Graf trat aus dem Hauſe, der neuge⸗ mener Karl abgereiſt ſei, ſo ſolle er nur ſagen, das habe ſchaffene Diener hinter ihm, Beide ſtiegen ein und der
ſeiden Richtigkeit, dies ſei jedoch ein anderer Karl, der an Wagen raſſelte von dannen. Bald darauf fragte der Graf, wecyrafen geſandt worden, ihn ſchleunigſt nach Hanſe ob die Wagenthür auch zu ſei; das Mädchen bog ſich zur Briholen. Ulebrigens möge er ſich in dieſer Angelegen⸗ S eite, um nachzuſehen, aber es erfolgte keine Antwort. Sie u ſen nur au ihren heimathlichen Geſandten, bei nicht aus⸗ ſaß ſtumm, tiefein den Winkel des Wagens gedrückt und


