Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
349
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Nr. 22.]

Zähnen ab. ling nach, wir ſanken mehrere Fuß hinab ein Knäuel von beißenden und gebiſſenen Beſtien wälzte ſich in der loſen Erde zu unſeren Füßen, und plötzlich brüllte Schil liug einO! das weit übers Thal ſchallte und das Echo wachrief.O, o! wiederholte er undwas gibt's? rief mein Vater, der glühend vor Aufregung zu uns hinunterblickte.O, o! brüllte Schilling

wahrhaftig, er hatte Urſacheo! zu ſagen, der arme Teufel. Der Fuß Schilling's war nämlich in unſanfte

Oritte Folge.

und

Berührung mit Grimbart's Naſe gekommen, und dieſer

hatte mit jener biſſigen Malice, die dieſen Thieren eigen iſt, einen grauſamen Halt an dem unglücklichen Legionär gewonnen. Wohl zerrten die Hunde am Dachs, aber je mehr ſie zerrten, deſto wüthender zerrte der Dachs am

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Fuße des armen Schilling, der ein wieklich ſchreckliches

Geheul ausſtieß. Zu helfen war ihm nicht aber er half ſich ſelbſt. Er griff nämlich mit der Hand nach der Stelle, wo er jene unausſtehlichen Schmerzen fühlte und die war nicht ſchwer zu finden und faßte den Dachs bei der Kehle, die er mit der Kraft eines Verzweifelten zu ſammenpreßte. Jetzt ließ der Dachs den Fuß los, aber Schilling hielt, was er einmal erfaßt hatte, theils aus Wuth über erlebte, theils aus Furcht vor neuen Biſſen und brachte den Dachs an's Tageslicht. Zum unendli chen Entzücken meines Vaters hing Muckebold feſt an Grimbarl's Fell; er hatte ſich ſo feſt gebiſſen, daß er ſich nur mit Mühe losmachen ließ.

Schilling ſchleuderte den Dachs heraus, kroch dann ſelbſt mühſam nach und unterſuchte nun beim Licht der Sonne ſeine Wunden. Sechs Zähne waren über dem Knöchel in's Bein gedrun gen und hatten eine anſehnliche Bißwunde hinterlaſſen, aus der das Blut reichlich floß.. Während wir Schilling's Fuß betrachteten und unter Lorenzs Leitung die Wunde

mit Branntwein wuſchen, bellten die Hunde noch eifrig

Dieſe waren nicht unbedeutend.

Plötzlich gab die Erde unter mir und Schil⸗ fort im Dachsbau. Es war alſo klar, daß noch ein Dachs drin ſein mußte

aber den wollten wir auSräuchern. Wir riefen die Hunde heraus Lorenz verſtand das und wollten ſie eben ankoppeln, als die Frage entſtand: Wo iſt Schilling's Dachs? Wir blickten uns um, ſuchten im Graſe der Dachs war fort.Hat ſich der Millionenelementer bloß todt geſtellt? rief mein Vater, na, irgendwo muß er doch ſein, ſuch', Mucke, ſuch', ſuch', ſuch'! Muckebold ſchnupperte, ſprang rechts und links, und lief endlich gerade aus alle Hunde ihm nach, klif fend und klafſend und in wenigen Minuten hörten wir einen gräulichen Spectakel, der Dachs war von den Hun den eingeholt und biß ſich mit ihnen herum auf Tod und Leben. Schilling verzichtete auf die Ehre eines zweiten Angrifſs, dagegen ſtürzte mein Vater mit dem Feuer eines Jünglings auf den Kampfplatz. Lorenz folgte ſchnell mit einem Knüppel, um den Dachs zu erſchlagen, und auch ich mit Biſchofsthal liefen der Stelle zu, wo der ungleiche Kampf ſtattfand. Wo nur Platz war für einen Hunde rachen, da hing eine von meines Vaters Beſtien an demn unglücklichen Dachs, aber trotzdem biß er um ſich, daß die Hunde vor Schmerz aufheulten. Es war komiſch anzu ſehen, wie mein Vater um den Dachs herumſprang mit geſchwungenem Spaten, immer auf einen Augenblid war teud, wo er einen kräftigen Hieb führen könne, und immer fürchtend, daß er ſeine Hunde auſtatt des Dachſes erſchla gen würde. Endlich führte er einen Streich mit der Schaufel und traf ſo vollgewichtig den armen Lorenz auf den Kopf, daß dieſer lautlos hinſtürzte, mit einem zweiten Streiche erlegte er den Dachs. Jetzt erſt ſah er, was aus Lorenz geworden war, er hob ihn auf und rief: Ja, Sapperment, Lorenz!Es iſt nichts, ſtöhnte Lorenzdas Feuer iſt mir aus den Augen geflogen: haben Sie nicht einen Schluck, Herr Obriſt? Hat der Muckebold was abgekriegt?

Na, wenn der Hirnkaſten nur nicht kaput iſt, dann

deren man ſich dazu bedient, machen in der Nacht um den Kranken ber einen Höllenlärm; ſie ſchlagen die Trommel und überlaſſen ſich gewaltſamen Verdrehungen der Muskeln und Glieder, bizar ten Sprüngen und ſchrecklichen Geſängen. Die Ausdrücke und Formen der Höflichkeit ſind ſehr vielfäl tig. Zum Gruß wirft man ſich längelang auf die Straße nieder, und wenn es ſi ſo wird dieſe Ceremonie mehrmals wiederholt. Will man Jeman dem einen beſonders hohen Grad von Achtung beweiſen, ſo nennt man ihn Urgroßvater und ſteigt dann zu Großvater, Vater, Oheim, älteſter Bruder, Bruder, Schweſter, je nach der Würde der Perſon, zu welcher man ſpricht, herab; man vermeidet die Fürwoͤrter Du, Er, Sie, wenigſtens bedient man ſich derſelben nur gegen Perſonen von ſehr niedrigem Stande.

In Cochinchina gibt es zwei Sprachen: die chineſiſche, welche die der Gelehrten und wiſſenſchaftlich Gebildeten iſt, und die unter dem Volke übliche Sprache, die von der chineſiſchen ab ſtammt und nur ein Dialekt derſelben iſt. Das Chineſiſche iſt in den öffentlichen Acten und in Büchern im Gebrauch; es iſt die Sprache der Wiſſenſchaft. Uebrigens ſind die Wiſſenſchaften in dieſem Lande von keiner großen Bedeutung. Man gilt ſchon als Gelehrter, wenn man eine gewiſſe Zahl der Schriftzeichen zu leſen verſteht. Ein ſchon berühmter cochinchineſiſcher Gelehrter oder zwölfjähriger Knabe in Europa.Dieſer ältere Bruder, ſagen die Cochinchineſen, Akennt die Schriftzeichen, und ſofort verneigen ſich Alle vor ihm wwie vor ei nem Orakel.

Die Sprache der Anamiten hat höfliche, demüthige und

ch darum handelt, eine vornehme Perſon zu grüßen 4 1414 1 ch do andelt, eine vornehme Perſon zu grüßen, Frauen und Kinder, und zuleßt ſetzen ſie ihre eigene Perſon

ſelbſt ſervile Wendungen, doch aber weniger als die der Cambod

ſchaner.

Nichts liegt den Cochinchineſen mehr am Herzen als ſich zu beluſtigen.Di chor(ich will mich beluſtigen) iſt ein von ihnen ſehr häufig gebrauchter Ausdruck. Sie überlaſſen ſich in einen wahnſinnigen Weiſe den Hazardſpielen, die indeſſen bei ihnen vom Geſetz verboten ſind. Sie verſpielen Alles, ſelbſt ihre

als Einſatz. Hahnengefechte ſind eins ihrer Lieblingsvergnü⸗ gungen; ſie laſſen auch kleine rothe Fiſche mit einander kämpfen.

Wir erwähnten bereits, daß ſie heitern Gemüths ſind; ſie lieben die Muſik und ſingen oft; aber ihre Stimme iſt ſehr unan⸗ genehm und ihre muſikaliſchen Inſtrumente ſind ſehn armſelig; eins der vorzüglichſten hat Saiten von Meſſing, die durch die große Zehe in Schwingung verſetzt werden.

Wir haben ſchon von dem großen Muthe der Cochinchineſen geſprochen. Von einem muthigen Manne ſagt man, er habe Le⸗ ben, wie wir in Curopa ſagen: der Mann hat Herz. Gut ge leitet, können die Cochinchineſen ſehr gute Soldaten werden, und in die franzöſiſchen Cadres aufgenommen, werden ſie zu der Vertheidigung der neuen franzöſiſchen Colonie viel beitragen

Es liegt ihnen aber außerordentlich am Herzen, ihre langen Haare, ihren Kopfputz von Krepp und ihre nackten Füße beizube halten, und ſie gewöhnen. ſich nur ſehr ſchwer an eine Disciplin, welche im Intereſſe der Reinlichkeit und der Geſundheltspflege ſich eines Käppi und Schuhwerks zu bedienen vorſchreibt.

C.