mit der Naſe in den Bau geſteckt; er ſchnupperte, nieſte, hob ein Bein auf und kroch wieder in die Taſche.
„Es iſt ein Millionenſackermenter,“ rief mein Vater, komm, Muckebold, pfüt, pfüt! da, da, da! ſo, mein Hünd⸗ chen, ſaſſaſſaſa!“ aber Muckebold fletſchte die Zähne. Es war ein kleiner, langhaariger Dachshund, dieſer Mucke⸗ bold, einer jener biſſigen, giftigen, kleinen Köter, mit denen nichts anzufangen iſt, wenn ſie nicht gut aufgelegt ſind.
„Laſſ' mal den Waldmann los,“ befahl mein Vater, und ſchnell befreite Schilling ſeinen Gefangenen. Kaum
Uovellen-Zeitung.
[VIII. Jahrg.
hatte eine Schramme über der Naſe— er hatte gefochten! Wieder kroch er hinein, wieder ging das kiff, kaff los. „Laßt die Hunde alle hinein,“ rief mein Vater, „wollen dem Sackermenter einmal ordentlich zu Herz gehen.“ Die Hunde wurden an verſchiedene Baue geführt, und bald gab es einen Mordlärm im Dachsbau; wir konnten
das Knurren des Dachſes hören, das Bellen und Schreien
der Hunde. Einer nach dem andern kamen ſie heraus,
ſchüttelten ſich, wimmerten vor Schmerz und Ungeduld—
ſah ſich der arme Köter los, als er ſich im Graſe wälzte
und den Rachen weit aufſperrte.
Schilling ſah aus einigen convulſiſchen Bewegungen Teckel's und Kuhle's, daß es Zeit ſei, die Schlinge loszu⸗ machen; kaum fühlten ſie ſich frei, als eine allgemeine
Balgerei anfing, die einen bedrohlichen Charakter anzu⸗
nehmen im Begriff war, als Lorenz mit ſeiner Peitſche dazwiſchen fuhr und die Ruhe wieder herſtellte. Zum Glück hatte Muckebold's ehrgeiziges Gemüth die kriegeri⸗ ſchen Thaten ſeiner Stammverwandten nicht mit anſehen können, ohne kampfesmuthig zu werden. Er brach aus
Dachsbau, kam wieder hervor— guckte ſich um, gab laut und kroch wieder hinein.
„Es iſt ein Millionenſackermenter! Hört, er gibt laut!“ Mein Vater legte ſich auf die Erde, um beſſer lauſchen zu können—„fiff, kaff, kiff, kaff! Ich würde den Hund auf eine Meile erkennen an dem vollen Laut— der Dachs retirirt! Kommen Sie her, Biſchofsthal, und Du, Profeſſor, hört mal, wie er da unten arbeitet!“
Ich hörte nichts, ſagte aber, daß ich arbeiten höre.
„Ja, er macht Barricaden, der Mohrenelementer, aber Mucke wird's ihm wohl vertreiben!“
Da kam Muckebold heraus, ganz außer Athem, er
aber gleich wieder hinein. Schon mehrere Stunden hatte dieſer Kampf in der Erde gedauert, und immer wurde er auf einer Stelle geführt; der Dachs mußte alſo feſtliegen. Aber warum wich er nicht?—
„Er muß unter einem Felſen liegen, und da können die Hunde nicht arbeiten,“ ſagte Lorenz.
Was Lorenz ſagte, das mußte wahr ſein, denn Lorenz
war nun einmal meines Vaters Jagdorakel. Alſo der Dachs lag feſt! Was uun? Umkehren?— Lieber ſter⸗
ben! Was dann?— den Dachs ausgraben. Gut, Schilling und Lorenz holten Spaten und Brechſtangen, und wir fingen an abwechſelnd zu graben! Wir machten
1,l el li, hl 4 fein großes Loch, gerade über dem Fleck, wo der Dachs la ſeiner Taſche ſchnuppernd, knurrend umher, kroch in den e groß), Helade p 5 4 ha lag,
und arbeiteten, als gelte es einen Schatz zu heben. Es war ein heißer Tag, die Sonne branute uns glühend auf den Kopf, aber da half kein Schwitzen, der Dachs mußte heraus, und wenn das Donnerwetter dreinſchlüge! Nie habe ich ſo gearbeitet, wie an jenem Tage, das Kreuz er⸗ lahmte mir bei der ſchweren Arbeit, aber was thut der Menſch nicht, wenn er gern nach Hauſe möchte, wo ein Julchen ſeiner harret!
Endlich ſtießen wir auf einen Felſen; die Brechſtan⸗ gen wurden in Bewegung geſetzt, große Stücke wurden losgebrochen, die Hunde merkten, daß wir ihnen zur Hülfe kamen, wüthender wurde der Kampf, aber der Dachs blieb ruhig ſitzen und wehrte jeden Angriff mit ſeinen ſcharfen
Thürpfoſten und an den Stellen, die am meiſten in die Augen fallen, ſieht man Rollen von rothem oder gelbem Papier ange⸗ leimt, die mit einer großen Zahl von chineſiſchen Philoſophen entlehnten Sprüchwörtern verziert ſind. Das Dach iſt mit Stroh oder Schilf gedeckt. Der Ziegel bedient man ſich ſehr ſelten, ausgenommen bei den Paläſten der Großen und auf einigen Marktplätzen.
Die Wände der Häuſer ſind einfach von Schilf, zuweilen
von Erde gemacht, überall durchſichtig und wimmeln von Inſec⸗ ten, die von der Feuchtigkeit, Wärme und Unreinlichkeit erzeugt werden. Eine der großen Wohlthaten der franzöſiſchen Civili⸗ Geſundheit zuträglicherer Gewohnheiten bei den Cochinchine⸗ ſen ſein.
Ein Mann verheirathet ſich, ſobald er eine Frau kaufen kann. Er erwirbt ſie als ein Eigenthum, eine Sache und be⸗ trachtet ſie fortwährend ſo. Der Preis einer Frau ſinkt bei den Aermſten bis auf 10 oder 12 Kouans(der Kouan iſt ohngefähr 1 ½ Fr. oder 12 Sgr.). Von 40 bis 50 Kouans, dem gewöhn⸗ lichen Preiſe bei den höheren Claſſen, ſteigt er bis 160, ja bis 200 Kouans. Die Polygamie iſt erlaubt, iſt aber nur bei den Reichen und höberen Angeſtellten im Gebrauch. In dieſem Falle wird die zuerſt gekaufte Frau als die wirkliche Gattin betrachtet; die andern ſind ihre Dienerinnen.
Vor ihrer Verheirathung genießen die jungen Cochinchine⸗ ſinnen eine volle Freiheit oder vielmehr Zügelloſigkeit. Die Nichtbeobachtung der Geſetze der Keuſchheit von ihrer Seite wird als kein großer Fehler betrachtet und ſchadet ihrer Zukunft nicht. Dagegen wird der Ehebruch ſehr ſtreng beſtraft.
Die Frauen werden nicht wie im weſtlichen Aſien in Harems eingeſchloſſen und binter dichten Schleiern verſteckt, werden aber deßhalb von ihren Männern nicht mehr geachtet; im Gegentheil behandeln die Letzteren ihre Weiber mit einer empörenden Strenge und Verachtung. Ein Cochinchineſe iſt durch das Geſetz ermäch⸗ tigt, ſeiner Frau die ſtrengſte körperliche Züchtigung aufzuerlegen.
und doch leiſten die Frauen in jenem Lande die größten und
ſation wird die Einführung einer größeren Reinlichkeit und der
wichtigſten Dienſte. Sie pflügen, eggen, bringen die Ernte ein, tragen ſchwere Laſten, bewachen die Läden, beſorgen die Mäkler⸗ und Wechſelgeſchäfte; machen die Wände in den Häuſern und beſſern ſie aus; ſie fertigen die irdenen Geſchirre, führen die Bar⸗ ken, ernten die Baumwolle und reinigen ſie, um ſie dann zu ſpin⸗ nen, zu weben, verſchiedenartig zu färben und dann für ſich und ihre Familie Kleidungsſtücke daraus zu fertigen.
Die Männer ſind Soldaten oder im öffentlichen Dienſte be⸗ ſchäftigt, am meiſten aber überlaſſen ſie ſich dem Müßiggange. In Folge deſſen ziehen die Frauen ihren Landsleuten die Frem⸗ den, beſonders die Chineſen vor, die weder als Soldaten zu die⸗ nen, noch Frohndienſte zu thun brauchen, von ihnen keine Arbei⸗ ten verlangen, und ſie gewöhnlich mit Rückſicht und liebevoller wehandeln, als es von den Cochinchineſen geſchieht..
In Cochinchina gibt es ziemlich zahlreiche Krankheiten. Die wichtigſten derſelben ſind die Ruhr und Hautkrankheiten. Es gibt viel Aerzte, aber was für Aerzte? Jedes ziemlich reiche Haus hat ſeinen beſondern Thai-thuòc(Meiſter in der Medicin), welcher ununterbrochen der ſeiner Sorge anvertrauten Familie Arzneien verordnet; die Cochinchineſen lieben nämlich den Ge⸗ brauch von Arzneimitteln ſehr. Uebrigens ſucht man auch ſich von einer Krankheit durch Zauberei heilen zu laſſen; die Zauberer,
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