Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
347
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Obriſt, fiel Sie mich den dann inwen⸗ ß.

tte mein Vater ſtrengung und geu, inwendig Strippen wur⸗ beide ziemlich

Schilling e wollten's ja

hett verdamm enkt, und da g. Na, wir var ſänn Jäger vir getragen agen; Teckel,

Strick führen,

Du Profeſſot, n Hund ſchen⸗ iicht mit nach g bemerkt dd N dreinſchlagen,

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zeenthält. Hauvtſtämmen

Nr. 22

Das Frühſtück ſtaud ſchon ſeit einer Viertelſtunde auf dem Tiſche, aber mein Vater hatte es in ſeinem Aerger nicht geſehen; als er ſich umwandte und einen ungeheuren Schinken nebſt Eiern, Brod, Butter, Wein daſtehen ſah, war ihm das auch nicht recht.Keiuen Kaffee? rief er,

Gott verdamm mich, Schilling, warum bringt die Jette keinen Kaffee?

In dieſem Augenblicke trat Julchen eine Jugend⸗ liebe in's Zimmer, ſie trug ein Präſentirbret mit Kaffee und Zubehör beladen.

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Biſt ein Mordsmädchen, ſagte mein Vater, den der

Eintritt Julchens beſäuftigte, wie der Zuſpruch eines Kin⸗ des einen Löwen beruhigen kann, der gegen die Stäbe ſei⸗ nes Käfigs wüthet.Biſt ein Mordsmädchen na, komm her, Kind, hätteſt ja gar nicht nöthig gehabt, ſo früh Kaffee zu machen; wäre auch gut geweſen; freut mich aber, daß Du da biſt.

Wir beeilten uns das Frühſtück zu beenden und traten, mit Gewehren, Jagptaſchen und allen möglichen Geräth⸗ ſchaften beladen, in den Hof. Da ſtand der Lorenz mit ſeinen Hunden ſchon bereit, die ungeduldig hin und her zerrten an der Leine, ſich verwickelten und biſſen, und ihrem Führer all den unſäglichen Verdruß bereiteten, den zehn Köter überhaupt bereiten können. froher als Lorenz, als wir ihm ſeine Quälgeiſter abnah⸗ men. Er ſteckte den Muckebold, dieſes Univerſalgenie eines Dachshundes, in eine eigens dazu fabricirte Taſche und eröffnete den Jagdzug; ihm folgte mein Vater, der

Hunmel ſandte, dann kamen Biſchofsthal mit der Diana, Schilling mit ſeinen drei Zöglingen, und hinterher zeg ich mit meinem neuen Köter. Gott! was für eine Beſtie war der Nimrod! ſo lange als ich ihm Wurſt und Schinken aus meinem Schnappſacke gab, ging die Geſchichte leidlich, als aber mein Vorrath zu Ende war, begann Nimrod ſei⸗ nen Charakter zu entwickeln. Erſt knurrte er und fletſchte

Dritte Folge.

Wer war daher

aus einer kurzen Meerſchaumpfeife gewaltige Wolken gen

ganz verdächtig die Zähne, dann zerrte er an der Leine und ließ ſich ſchleppen, plötzlich ſprang er auf und lief auf die Seite, aber um mich herum, ſo daß die Schnur um V meine Füße kam, dann legte er ſich auf den Rücken und verſuchte den Strick abzubeißen. Ich hatte meine liebe Noth, das weiß der allmächtige Gott, um mit Lorenz Schritt zu halten, der rüſtig vorauging. Schilling, der in dieſen Künſten ſchon mehr Erfahrung hatte, legte ſeinen drei Pflegebefohlenen eine Schlinge um den Hals und zog dieſe ſo eng zu, daß ihnen kaum Athem genug blieb, um neben ihm herzulaufen; zu ſolchen Kunſtſtücken, wie mein Nimrod machte, halten ſie keinen Athem. Gern hätte ich mit Schilling geſprochen und Rath von ihm verlangt, aber es war uns ſtreng verboten zu ſprechen oder irgend ein Geräuſch zu machen, damit wir uns nicht die Jagd ver⸗ dürben.

So ein geſchwätziger Jäger kommt mir vor wie ein General, der den Feiad überfallen will, ihm aber ein Paar Kanonenſchüſſe zuſchickt, um ihn vorher aufzuwecken, hatte mein Vater geſagt und dies genügte Jedem, der ihn kannte.

Zum Glück war der Dachsbau nicht ſehr weit ent⸗ fernt, und wir erreichten den Platz unſerer künftigen Thaten, ohne daß einer von den Kötern erſtickt wäre.

Es war ein kahler Hügel, an deſſen öſtlicher Seite der Dachs ſeinen Bau hatte, in der Nähe waren Obſtgärten und Korufelder, ſo daß Grimbart wohl wie ein wohlhaben⸗ der Gutsherr mitten in ſeinen Beſitzungen wohnte. Mehrere Löcher, die in den Hügel führten, zeigten deutlich an, daß der Hausherr mit der Belagerungskunſt wohl

vertraut war und daß er auf alle Fälle vorgeſehen ſei. Lorenz viſitirte mit Kennerblicken den Bau und nickte, wobei er den linken Mundwinkel herabhängen ließ, und das war ein Zeichen, daß der Dachs zu Hauſe ſei. Muckebold wurde aus ſeiner Taſche hervorgezogen und

Wildheit; ihr Anſehen athmet im Gegentheil Frohſinn und gute Laune. Die Frauen ſind hübſcher als die Männer; ſelbſt in den untern Ständen haben ſie einen anmuthigen Gang. Die Leb⸗ haftigkeit der Nation zeigt ſich beſonders in den niedrigen Claſſen. Die Leute des Volks, welche immer ſprechen und lachen und mit Lebhaftigkeit geſticuliren, ſind zu gleicher Zeit ſanft und gelehrig und ſie gefallen dem Fremden ſehr. Für die höheren Claſſen dage⸗ gen, welche den ernſten und feierlichen Blick der Chineſen affecti⸗ ren, haben die Europäer weniger Sympathie.

Ddie Cochinchineſen tragen die Haare lang und binden ſie in einen Wulſt zuſammen. Sie ſchneiden ſie nur in der

naſſen nur auf dem Wirbel laſſen ſie einen kleinen Haarbüſchel ſtehen.

Die bald ſeidene, bald baumwollene Kleidung beſteht aus weiten Beinkleidern, die oberhalb der Hüften mit einem ſeidenen Gürtel befeſtigt ſind, und einem bis an die Kniee reichenden Kleide. Ueber dieſem Kleide wird öfters ein anderes noch kürzeres ge⸗

tragen. Die Aermel ſind bei vornehmen Perſonen ſehr weit und lang. Die Frauen tragen dieſelbe Kleidung wie das männliche

Geſchlecht, nurerwas länger, ausgenommen die Aermel, die kürzer ſind, um die Armbänder von Metall oder Perlen ſehen zu laſſen, und zur Befeſtigung ihrer Beinkleider bedienen ſie ſich keines Gür⸗ tels, ſondern einer Schnur.

Der obere Theil des Kopfes und die Ohren bleiben unbedeckt; aber der Haarwulſt, von dem wir geredet haben, iſt bei den Män⸗ nern mit einem Stück Krepp umgeben, das von weitem an den Turban erinnert. Der Kopf der Frauen iſt ganz unbedeckt; ſie binden ihre Haare hinten zuſammen wie die Männer oder laſſen

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früheſten Jugend ab, wo ſie ſich den ganzen Kopf raſiren

ſie auch in langen Flechten, welche häufig bis auf die Erde reichen in ihren Nacken herunterfallen. Obgleich die Cochinchineſinnen nicht ſchön ſind, obgleich ſie

V ziemlich harte Geſichtszüge und eine wenig anlockende braune Hautfarbe haben, obgleich endlich die Gewohnheit Betel zu kauen ihre Zähne ſchwarz und ihre Lippen roth macht, ſo erſetzt dennoch ihre lebhafte und heitere Miene, die ihr Geſicht athmet, bei ihnen

den Mangel wirklicher Reize. 3

Im Allgemeinen ſind die Cochinchineſen ſehr eitel. Dieſer Feh⸗

ler zeigt ſich in ihrem Gaͤnge; man ſieht ſie mit einem entſchloſſe⸗

oder eine Pfeife und über ihrem Kopfe einen Sonnen⸗ oder Re⸗ genſchirm haben. Sie betrachten ſich als das erſte Volk der Welt, vielleicht die Chineſen ausgenommen, die einzigen Fremden, die bis jetzt hier geachtet ſind. Sie lieben die Geſelligkeit, ſind ge⸗ fällig, gaſtfrei und in den Beweiſen ihrer Höflichkeit ſehr demon⸗ trativ. Alle Anamiten kauen beſtändig Areka und Betel mit unge⸗ löſchtem Kalk vermiſcht, und in Folge deſſen haben ſie ſchwarze Zähne und blutrothe Lippen. Seit einigen Jahren wird auch der Genuß des von den Engländern eingeführten Opiums ein anderer abſcheulicher Gebrauch der Bevölkerung. Der Ge⸗ brauch des Tabaks iſt außerordentlich verbreitet; man raucht ihn nicht bloß, ſondern kaut ihn auch mit dem Betel. Die Wohnungen der Anamiten bieten im Allgemeinen einen ziemlich elenden Anblick dar. Die Häuſer haben nur ein ſehr niedriges Erdgeſchoß; es ſind eine Art von Hallen, die von Säu⸗ len, nämlich von Bambus- oder Palmenſtämmen oder anderen Bäumen getragen werden; an dieſen Säulen, ſo wie an den

nen Schritt voranſchreiten, wobei ſie im Munde eine Cigarrette