Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
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über die Brücke, bis er endlich, faſt in ihrer Nähe, ſeine Haſt zügelte und mit langſamen Schritten nach dem Obſt⸗ kram zuging. Sie ſtand, als er ſich nahte, und ſah, ihm den Rücken zukehrend, den Quai an der Seine hinauf.

getäuſcht, denn ſtatt des Kernhauſes fand er ein zuſammen⸗ gerolltes Zettelchen von feinem Papier. Nochmals ſchaute er ſcheu um ſich, ob auch Niemand in der Nahe ſei, doch da er außer einer ziemlich entfernten Schildwache keinen

Wor ſollte

vorn

344 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. Ar. iſt aber die Zeit des Mittagmahles. Es iſt factiſch erwie⸗- ſchem Lächeln.Auf mein Wort, lieber Herr, ſie ſind d ſen, daß die Gedanken, Gefühle, Empfindungen des reif. Doch probirt dieſen Apfel ſelbſt, und behagt er Euch, u Menſchen in ſehr vielen Fällen ganz audere ſind vor, als dann kauft mehr. Mit dieſen Worten drückte ſie)ihm- nach der Mahlzeit, und während derſelben ſehr häufig einen gelb und roth geſprenkelten herrlichen Auguſtapfel in 3 ſelbſt in den feſteſten Entſchließungen der Menſchen eine die Hand, gab ihm durch einen dringend bittenden Blick zu Aenderung eintritt. In dieſes Stadium der Ueberlegung verſtehen, er möge ſich jetzt nicht länger aufhalten, wandte 1 wmar endlich auch Magnus gelangt, und der Erfolg war, ſich dann zu anderen unterdeſſen herangetretenen Kaufluſti⸗ daß er nach beendigter Mahlzeit beſchloß, das Abenteuer gen, folgte ihm aber, als er ging, mit halbem Blicke. 1 am Pont des Arts jedenfalls zu beſtehen. Um aber auf Das Wörtchen ſelbſt hatte das Mädchen ſo eigen⸗ 1 alle möglichen Fälle vorbereitet zu ſein, ſteckte er das thümlich bedeutungsvoll betont, für den Apfel keine Be⸗ 1 ſeidene Börschen der jungen Unbekannten aus dem Blu⸗ zahlung verlangt, ihn nur dann zum Kaufen, das heißt 1 menmagazin zu ſich, nachdem er es zuvor mit 100 Francs mit anderen Worten zum Wiederkommen aufgefordert, i V in Gold gefüllt hatte. Kaum konnte er die Stunde er⸗ wenn ihm der Apfel behage, und ihm zuletzt angedeutet, warten, zu welcher die niedliche Obſthändlerin ihn wieder nicht ſtehen zu bleiben, ſondern ſich fortzumachen. Alles beſtellt hatte, und machte ſich endlich mit faſt fieberhafter dieſes zuſammengenommen bürgte dafür, daß hier ein Ge⸗ dc Ungeduld auf den Weg. Auf der Hälfte der Brücke erblickte heinniß obwalte, zu welchem wahrſcheinlich der Apfel die zu er zu ſeiner innigen Freude, daß der bewußte Obſtkram Löſung enthalte. Der Louvre war nicht weit, dorthin 8 mit ſeiner Verkäuferin richtig wieder an der geſtrigen eilte der Graf und trat, nachdem er ſich vorſichtig umge⸗ w Stelle ſtand, und daß die hübſche Obſthändlerin, wie es ſehen, ob ihn auch Niemand beobachte, in eins der Thor⸗ ſe ihm ſchien, einen langen, ſehnſüchtigen Blick der Erwartung portale deſſelben; hier unterſuchte er den Apfel, bemerkte, Fl ihm entgegenſandte. Er verdoppelte ſeine Schritte und daß derſelbe zum Theil künſtlich ausgehöhlt ſei, und brach F eilte, ſo gut es gehen wollte ohne Aufſehen zu erregen, ihn nun behutſam auseinander. Er hatte ſich nicht 1 h

Ruhig drehte ſie ſich bei ſeinem nahenden Schritte um und Menſchen gewahrte, ſo entfaltete er vorſichtig das Zettel⸗ ruſch 8 ½ blickte mit dem gleichgültigſten Geſichte empor, als hätte chen, um es zu leſen. Die Schrift war deutſch mit latei⸗ führ ſie ihn in ihrem Leben noch nicht geſehen, am wenigſten niſchen Lettern, und wenngleich einige Stellen des Papieres, gan aober am vorigen Tage geſprochen, geſchweige denn auf heute beſonders die Ränder, vom Aepfelſaft etwas durchfeuchtet Sch 11 ſweiieder beſtellt. Stutzend über dieſes fremdartige Betra⸗ waren, ſo war doch jedes Wort noch gut lesbar. Das viell

gen wollte er langſamen Schrittes vorübergehen, als ſie Zettelchen lautete: 2 Fall auf Franzöſiſch fragte, ob ihm nicht Auguſt⸗Aepfel gefälligSie haben Sich mir als einen zuverläſſigen, recht⸗ locker ſeien. Verwirrt fragte er zurück:Sind denn dieſe ſchon ſchaffenen Deutſchen bewährt. Ich vertraue Ihnen Nan reif? mein Leben, meine Ehre an. Retten Sie mich. Ich Schon reif? wiederholte das Mädchen mit ſpötti⸗ muß fort von hier. Heute noch. Ich erwarte Sie als: Märtyreracten der erſten drei Jahrhunderte der Chriſtenheit, ſie ſterben dieſe Geſtalten in Italien nicht aus; doch nur ſelten hört erinnern ebenſo lebhaft und mahnend an alle Leiden, welche die man von ihnen. Der Reiſende fährt an der calabreſiſchen Küſte angei Katholiken bei der Einführung wie bei der Befeſtigung des Pro⸗ entlang und erzählt:, cen⸗ teſtantismus in allen Ländern haben erdulden müſſen, ſo daß man Die anmuthige Geſtaltung der Berge, das friſchſaftige Grün ſtne mit Recht ſagen kann, daß jeder Vorwurf, der proteſtantiſcherſeits der Flur, der warmduftige Aether, der dieſe Gegend umweht, fürch über die blutige Unduldſamkeit der Katholiken gemacht wird, ge⸗ Alles lächelte und heimelte mich an, als gälte es einen claſſiſchen reich nau betrachtet mit gleicher, wenn nicht mit doppelter Wucht auf Schlemmer nach Sybaris zu locken. Und doch war's die alie Mill ddie Reformation zurückfällt. 1 Räuberheimath, das weitberüchtigte Calabrien, welches vor mir nuſe Möge aber auch dieſe Betrachtung, welche ſich hier ſo noth⸗ lag, bei deſſen bloßer Erwähnung vor dem Geiſte des Nordlän⸗ ſeine wendig aufdringt, nicht zur Entfremdung, ſondern zur Einigung ders der Schatten eines in contumaciam verurtheilten Bandi⸗ woht Siene wo vor allen uns Deutſchen nichts mehr Noth thut, zu ſten aufſteigt, wie er uns mit dem ſpitzzulaufendem Filzhut, der ſtand nem ehrenvollen ſelbſtſtändigen Beſtehen unter den Nationen, als reichverbrämten Sammtjacke, den Piſtolen, dem verzierten Dolch die d Einigkeit. Möge dieſe Betrachtung nur dazu dienen, den und der langen Flinte in einer halb ritterlichen, halb verbrecheri⸗ nur, Schleier zerreißen zu helfen, welcher jetzt ſo vielen edlen, hochher⸗ ſchen Rolle als Opern⸗ und Balletheld vorgeführt wird. Und kcken zigen und frommen Gemüthern die makelloſe Schönheit und Se⸗ wie es ſcheint, gehört dieſe Figur auch heut zu Tage noch nicht dai gensfülle der Kirche verbirgt. dem Bereich der Mythe an, denn während ich in geſpanntem In⸗8 Dieſes beſagte Werk ſollte man geleſen haben, wenn man tereſſe jede Bucht und Schlucht des ſchönen Geſtades betrachtete, er den Tower mit beſonderem Intereſſe beſichtigen und die ver⸗ hörte ich den Namen Talarico bei der Erzählung von allerlei wer ſchleierte Geſchichte Englands durch conſtatirte Thatſachen ent⸗ Abenteuern und kühnritterlichen Thaten ſo oft erwähnen, daß ich zah ſchleiert kennen lernen will. f 8. nicht umhin konnte, einen Garibaldianer, der hierüber ganz beſon⸗ kön ders gut unterrichtet zu ſein ſchien, zu fragen, wer der berüchtigte Talarico ſei.. 3. Ave Aus der Gegenwart. VGioſafatto Talarico, erzählte mir der junge Officier ſoſ 2. mit liebenswürdiger Bereitwilligkeit,iſt eine äußerſt intereſ⸗ toni Der Räuber Calarico. ſante Erſcheinung unſerer Zeit. Aus der Nachbarſchaft von Co⸗ nun In dem bei Hoffmann& Campe erſchienenenBlick auf ſenza gebürtig und einer angeſehenen Familie angehörig, wäre Dtt Calabrien, ein Buch, auf das wir ſpäter zurückkommen werden, er gewiß nie Brigante geworden, wenn eine Angelegenheit, die nur wird uns von einem modernen ſehr anſtändigenFra Diavolo ihn in früheſter Jugend arg gekränkt, ihn nicht mit der Welt ver⸗ 0 erzählt, der gewiß auch ſeinen Auber finden wird. Ueberhaupt feindet hätte. 7 *