Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
343
Einzelbild herunterladen

Il Jahrg

an Menſchen e Feſett, da de los werden ten Reckereien ugen und mit ſtehen müſſe, gehörige oder ehen, meinte fuhr ſie fort, age Mädchen men Hofadels ie auffallende Benehmens, kam. Dieſer der derzeitigen Obſtmädchen gnac zu erken⸗ gar eine Ver⸗ er, wenn auch wurde davon den Vater ſam ausge daher die uͤgem Still

zu nennen, we r jedoch durch ſeinen frühe d pries dahet iih den Pon f keinen Fal Wahrheit gu uget, W dc ahrt nach den dem Central⸗ Q iggelaſſen, ging V le Beitanniene

ſeinen Leiden niende betend Gemeinen un ulh geſplochen

5 4

4

Nr. 22.) Dritte Telegraphen, wo rechts am Eingange die vielbeſprochener Obſthändlerin ihre Boutique habe.

Magnus hatte hier nun keinesweges die ſo feſt er⸗ wartete Aufklärung erhalten, vielmehr erſchien die ganze Angelegenheit noch viel verworrener als zuvor; er überlegte hin und her, und die ſehr wahrſcheinlich klingende und auch nit ganz glaubhaften Beweisgründen unterſtützte Behaup⸗ lung der Magaziniſtin, daß die Fremde ein Heffräulein, vielleicht ſelbſt eine Verwandte der Polignac's ſein könne, ließ ihm die Identität dieſer mit einer Obſthändlerin bei ruhigem Nachdenken als unmöglich und unſinnig erſchei⸗ nen. Was das mit der Letzteren nun aber eigentlich für eine Bewandniß habe, wollte ihm zwar immer noch nicht klar werden, da er jedoch anfing das Ganze für den Ver⸗ ſuch einer mit ihm zu ſpielenden Intrigue zu halten, ſo be⸗ ſchloß er, zu der beſtimmten Stunde nicht am Platze des Rendezvous zu erſcheinen.

Es iſt eine ganz eigene Sache um die menſchlichen Eutſchlüſſe und Beſchlüſſe, ſie werden ſehr häufig nur darum gefaßt, um nicht gehalten zu werden, namentlich wenn es das Nichtwiederſehen zwiſchen einem jungen Manne und einem hübſchey Mädchen betrifft. Es gibt dann gewöhnlich eine ſolche Menge von Gründen, die man nicht erwogen hatte, als der Entſchluß gefaßt wurde, daß man vor ſich ſelbſt ganz gerechtfertigt daſteht, wenn man 4 ſpäter entſchließt jenen früheren Entſchluß nicht zu alten.

Je näher die Stuude rückte, in welcher Graf Magnus am Pont des Arts erſcheinen ſollte, mit deſto lebhafteren Farben trat das Bild der Obſthändlerin ſo wie das der jungen Fremden aus dem Blunienmagazin vor ſeine inneren Seelen⸗Augen und deſtomehr verſchmolzen Beide in eins. Allerdings war er noch immer geneigt, die Art, wie ſich ihm die Obſthändlerin bemerkbar gemacht, und

daß ſie ihn zum heutigen Tage wieder beſtellt, für ein viel leicht ganz frivoles Intriguenſpiel zu halten, allein wie

Folge.

kam das Mädchen dazu ihn gerade deutſch anzureden? Er glaubte doch keineswegs ſo beſonders kennbare Merkmale an ſich zu tragen, um darnach ſofort beſtimmen zu können, daß er ein Ausländer und welcher Nation augehörig ſei. Das Mädchen mußte ihn alſo aller Wahrſcheinlichkeit nach kennen; daß dieſelbe aber bereits ſeit zehn Jahren täglich auf dieſem Platze ſitze, wie der Blinde geſagt, das war unbedingt eine Lüge, darüber war er mit ſich einig; es mochte alſo doch wohl hier irgend etwas Geheimuißvolles obwalten, und falls es entweder auf eine Myſtification oder eine ſubtile Geldprellerei abgeſehen ſei, ſo meinte er, ſtehe es ja immer noch bei ihm, in wieweit er ſich in dieſe Angelegenheit einlaſſen wolle

Zwei Stadien ſind im eeben, wo der Menſch am ge⸗ neigteſten iſt Beſchlüſſe zu faſſen und zu verwerfen, und zwar ſo, daß Anfang und Ende in den ſeltenſten Fällen in vollkommener Uebereinſtimmung ſ*, befinden. Dieſe beiden Stadien ſind einerſeits die Nachtzeit, wo Seele und Körper ausruhen und wo in den Gebilden der erſteren oft die Begebeuheiten des vorigen Tages weiter fortge⸗ ſponnen und verarbeitet werden. Wenn aber auch dies nicht, ſo ruhet und raſtet die Seele des Menſchen nimmer, und auch während des Schlafes ſoll ſie thätig ſein, wie die Pſychologen behaupten, ſelbſt wenn wir uns auch deſſen nicht bewußt werden, und ſo iſt es denn geradendie Nachtzeit, während wir uns dem Schlafe hingeben, wo die Ent⸗ ſchlüſſe, die wir am vorigen Tage, namentlich kurz vor dem Zubettgehen gefaßt haben, einer nochmaligen Ver⸗ arbeitung unterliegen. Sagt doch ſchon ein altes deutſches Sprüchwort:Guter Rath kommt über Nacht, und wenn auch der Rath dann nicht entſchieden der beſſere iſt, ſo deutet doch daſſelbe, wie auch der Ausdruck, den man in Zweifelsfällen oft gebraucht,es beſchlafen zu wollen, darauf hin, daß gerade die Zeit der Nacht und des Schla⸗ fes eine für die Entſchließungen des Menſchen höchſt wich⸗ tige Periode iſt. Das zweite jener vorerwähnten Stadien

hauptet! Er ſchrieb nichts an die Wand als den Namen ſeines geliebten Weibes:Jane.

Ein Charles Balley ſchreibt:Sei nur Eines Freund und Keines Feind. Die Furcht des Herrn iſt der Weisheit Anfang. Hoffe auf das Ende und habe Geduld. 1571 den 10. September.

Ueber einem Fenſter:Wir ertragen Mühſal und Schmach, weil wir auf den lebendigen Gott vertrauen, welcher der Erlöſer aller Menſchen iſt, beſonders Derer, die auf ihn vertrauen. 1581.

welches über den Menſchengeiſt ein endgültiges Urtheil ſpricht, welches fortwirkt, wenn alle Richterſtühle der Welt längſt einge⸗ brochen und zerſtäubt ſind. Ein paar hiſtoriſch erwieſene That⸗ ſachen, die aus guten Gründen von den poetiſchen Anfertigern der engliſchen Geſchichtswerke übergangen werden, ſollen hier zur Beherzigung mitgetheilt werden. Sie fallen nach der Zeit, aus welcher die Inſchriften im Beauchamp⸗Tower herrühren. Muth⸗ maßlich wurden die Blutzeugen, von denen hier im Verlaufe die Rede iſt, und von denen viele in London zu Tode gemartert wur⸗ den, vor ihrem Tode in andere ſchlechtere Kerker des

geworfen.

Tower Während des Regiments der Königin Eliſabeth den nicht weniger als 124 katholiſche Geiſtliche und 63

darunter auch Frauen, auf die grauſamſte Weiſe hingerichtet. Der Hinrichtung ging gewöhnlich Folterung, Aufſchlitzung des Bauches, Herausreißung der Eingeweide und des Herzens und Schleifung bis zum Galgen oder Schaffot voraus. Auch nach dem Tode der glorreichen Königin wurden noch 79 in dieſer Weiſer um ihres katholiſchen Bekenntniſſes willen gemartert und hinge⸗ richtet. Die Tauſende, welche in Kerkern ſtarben, können nicht angegeben werden. Challoner gab in der Mitte des vorigen Jahrhunderts in 2 großen Octav⸗Bänden die Geſchichte der Blutzeugen Englands heraus. Der erſte Band umfaßt die Blutgerichte von 1577 1603, der zweite von 1604 1684. Dr. Junkmann hat das im höchſten Grad belehrende Werk ins Deutſche überſetzt, es erſchien 1852 bei Schöningh in Paderborn unter dem Titel:Dr. Challoner's Denkwürdigkeiten der Miſſions⸗ prieſter und anderer Katholiken, die in England wegen ihrer Reli⸗ gion den Tod erlitten haben. Junkmann ſagt in der Vorrede:

Die Proceſſe der engliſchen Blutzeugen erinnern lebhaft an die

1 denken 1 Ein Thomas Abel, Rechtsgelehrter, Hofcaplan der Köni⸗ it Briefen gin von Arragon, war ſtandhaft gegen die Eheſcheldung Hein⸗ und mußte hi rich's VIII. und leiſtete nicht den Suprematie⸗Eid; am 30. Juli biſ 1540 wurde er hingerichtet. Er ſchrieb ſeinen Namen als Rebus. n Himmel Ge⸗ Oben Thomas, dann ein A, und unter dem A zeichnete er eine Dienet im Glocke(engliſch heißt die Glocke bell, oder früher bel). twerden, k Doctor Cooke 1540. Er war Prior von Doncaſter und zchriſt:Beſ 4 ſtarb, den Suprematie⸗Eid verweigernd, 1540 den Märtyrertod. wu. ſ. w. vol Er wurde zu Tyburn gehängt und dann geviertheilt. Ein Ingram Percy ſchreibt:Sei treu.. ſtaſirte und be Einer, Namens Page, ſchreibt:In Gott iſt meine Hoff⸗ nung. Er war Rechtsgelehrter, ging als Katholik nach Frank⸗ timore- reich, kehrte dann als Prieſter zurück, um den Katholiken zu Close prin dienen und wurde hier eingekerkert und hingerichtet. Zeichen Pr Balh des Kreuzes findet man wiederholt an den Wänden. de gtunden, Es iſt ſomit dieſe Halle ein ehrwürdiger, durch ſtandhaftes zen P einvolle Martyrium geheiligter Ort. Man fühlt ſich in dem Raume, der del in 6 ſo viele tauſend und tauſend Seufzer unglücklicher Schlacht⸗ inlau opfer vernommen hat, durch den Gedanken getröſtet, daß alle ihe zuhan Schmerzen und Wehen vorübergehen, und daß es ein Gericht gibt, puldt et 4 12 1

5 2