7Ill. Jahrg
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Nr. 21.]
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Dritte Lolge. 8
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Iſt nicht wirklich jener Landſtrich von Kairo einer Geſtalt, die meiner Bettlerin auffallend
n Wetter ein dan den Nilquellen bis jetzt allen kühnen Forſchern ver⸗ zu gleichen ſchien, nur ging ſie gebückt, vielleicht um ſich ſchloſſen geblieben? Wie konnte die Alte endlich, ſogar kleiner zu machen, und weniger romantiſch drapirt. Ich aus der Geſchichte, etwas von der Aunahme wiſſen, daß kehrte ſofort um, ſie einzuholen, da ſie bereits an mir vor⸗ ſich die Sündfluthen in beſtinumten Perioden wiederholt über gegangen; doch ſehr bald war ſie, wenigſtens für
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und nie hatt rt, was mir de igen, denen ſie prechen wagten, an zu glauben. gniß nachſinnen, leibhaftige De⸗ rtjährigen Wii Wetterbeobach⸗ eine aufregend hrer merkwürd⸗ Condes, über di n Zeiten, übe imme mit de den Nilquella nancher Hierr⸗
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mich, im Gedränge verſchwunden.
Auf meine Erkundi⸗
Während dieſe Fragen meine Phantaſie beſchäftigten, gungen nach dem Aberglauben über dieſelbe habe ich nie⸗ hatte ich indeſſen die Ausgrabungsarbeiten auf unſerm mals eine befriedigende Antwort erhalten und deren Er⸗
alten Platze einſtellen und dahin verlegen laſſen, wo ich
wähnung auch von keinem Ausländer gehört. Ich begnüge
mein Nachtgeſpenſt geſehen. Wie ſehr ſteigerte ſich daher mich daher, wenigſtens zur Unterhaltung der Leſer meine mneine Ueberraſchung, als wir hier in der That eine ziem⸗ Erinnerungen hier mitgetheilt zu haben, unbekümmert
lich reiche Ausbente fanden!
darum, ob ſie ohne meine Schuld und trotz ihrer einfachen
Ein Jahr ſpäter, als ich dieſen Vorfall faſt vergeſſen Wiedergabe in das Gebiet ves Abenteuerlichen gehören hatte, begegnete ich bei einem Volksfeſte in den Straßen und ein wenig phosphoresciren.—
Literariſche Briefe von Otto Banck.
Die Armen und Elenden(les misérables), von Victor Hugo. Deutſch von A. Diezmann. Leipzig, Steinacker. 1862.
Es fragt ſich, was eigentlich die Hauptprobleme unſe⸗
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tes geſellſchaftlichen Lebens ſind. Wenn wir dieſe wiſſen, ſo haben wir auch die weſentlichſten Aufgaben für die Dich⸗ und Unglicklichen führt, die laſterhaft und dadurch ſatt, neng der Gegenwart, deren dominirende Gattung der Ro⸗ aber ſtraffällig geworden, oder redlich geblieben, aber in
man iſt und noch lange bleiben wird. Die wichtigſte Frage unſerer Zeit, aller gebildeten Läunder, Staaten, Regierungen und Philoſophen iſt ſicher nicht eine politiſch diplomatiſche, ſondern eine ſociale; es iſt die Frage, wohin der Pauperismus, die Geldnoth der mühſam Arbeitenden, die ungünſtige, ſchattenreiche Stel⸗ lung des Niedrigſtehenden im Gegenſatz zur Speculations⸗ nuth des wuchernden Reichthums die menſchliche Geſell⸗ ſhaft führen wird. Es iſt wie ein Geſicht der Zukunft tau⸗ ſend Hellſehenden klar geworden, daß wir zu einem verwor⸗ tenen, unglückverrannten Wendepunkt konimen müſſen, der in der Eile nicht mehr gelöſt, ſondern von wilden Händen wie ein gordiſcher Kuoten zerhauen werden wird.
Nech iſt die Weisheit Keinem gekommen, die Mittel zu entdecken, die geeignet wären, als ſittliche Medicin der derzweifelten Krankheit vorzubeugen. Aber auf ſie hin⸗ nweiſen, ſich mit dem rechtzeitigen Erkennen derſelben zn beſchäftigen und ſich nicht einſchläfern zu laſſen von dem momentanen Zuſammenhalt der Ordnung, das iſt eine Pflicht, der ſich denkende Köpfe nicht entziehen dürfen. Es genügt nicht, daß ein Haus wahrſcheinlich für den jetzi⸗ gen Beſitzer noch halte, ein treuer Hausvater möchte auch für die Erben eine Ausſicht der Dauer haben. Wo aber bleibt die Hoffnung, wenn die Grundmauern geborſten und die Balken des Daches verfault ſind? Flicken und Zukitten hült nur für den Tag. Ob es möglich ſein wird, ein an⸗ deres Grundgewölbe aufzuführen, ohne das Ganze abzu⸗ nagen, das muß die Zukunft lehren, und die Baumeiſter ſuchen nach einer Methode für ſolche Reparatur.
Um der geſellſchaftlichen Uebelſtände klaffenden Riſſe zu verbeſſern, muß man ſie erkennen.
Wer aber wird am meiſten dazu beitragen, dies Erken⸗ nen möglich zu machen?
Etwa die Behörde, welche das Regiſter über die Armen
Hunger und Bedrückung verkommen ſind? Etwa die Ge⸗
richte, welche über die Proceſſe der Begüterten gegen die
leeren, verzweifelten Hände entſcheiden? Durchaus nicht! Jene begnügen ſich mit einer ſtatiſtiſchen Aufzählung, die in den Büchern todt bleibt, dieſe mit einer Beurtheilung nach dem Buchſtaben des Geſetzes, die ſich nicht darum zu bekümmern hat, ob das moraliſche Recht ſie zuweilen ver⸗ dammt.
Es bleibt immer uur eine einzige Kraft, welche den Jammer des vierten Standes gehörig unterſuchen und durch wahrheitsgetreue Beleuchtung dem menſchlichen Her⸗ zen nahe rücken wird. Dieſe Kraft iſt die Poeſie, keine andere. Selbſt das Verdienſt, welches Parlamentsreduer ſich zuweilen um dieſe Sache erwarben, war ein literariſches, denn die Siege ihrer Beredſamkeit gründeten ſich au erſchütternden Vortrag eines literariſchen Gemälde
nur zufällig, der Zuhörer wegen, nicht in Form ein ſches gegeben ward.
Uebrigens ſind die Lanzen, wel Kammern bis jetzt für den vierten Stand gebrochen haben, mehr vom Schilf als von der altdeutſchen Eſche genommen.
Wir ſind alſo ganz auf die Literatur angewieſen, wenn wir einen Anwalt für den bedrückten Theil der Bevölke⸗ rung ſuchen.
Jede europäiſche Literatur hat Werke genug aufzuwei⸗ ſen, die in dieſes Capitel einſchlagen, auch die deutſche. Doch iſt dieſe ſo arm an umfangreichen Arbeiten der Art, wie ſie arm an echten Romandichtern, nicht Schreibern, iſt. Unſere größeren neuen Erſcheinungen ſind politiſchen und religiöſen Fragen, oder einer hiſtoriſchen Vergangenheit,
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