Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
333
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Il. Jahrg den Nacht ge

d ruhig ſchla⸗ immer eiftig nich, was Du Ich aber weiß, cretlichſe de penſt erſchie⸗ unz leiſe mit ungſtlich nach

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Chriſten iſt e, das iſt der ſchen Wüſte, Nraukopf bin,

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der fhenden Jaſchigen 45 ſichts einer ſo ſchen Dimnen,

Nr. 21.].

und ſtecke ſelbſt einmal das ängſtliche Geſicht in den Frie⸗

den der Natur Thür.... Dooch ein unheimliches Erſtaunen überrieſelte mich, ich patte einen aufregenden Anblick. Der Himmel, der eben noch ſo hell geweſen war, röthlich fahle Streifen, die ganz ins Dunkle ſpielten und nach wenigen wurden; ſie wälzten ſich wie rieſige Nebelſäulen in der Luft, die unerträglich heiß geworden war, als ob ſie aus einem Brütofen wehe. Der Vollmond hatte ein rothes ſtaubiges Licht, und ſchon hüllten ihn die Wolken in einen düſteren Mantel. Der Nil lag wie ein graurother Strei⸗ fen da, nur im Oſten blinkten noch einige Sterne. Bald waren auch ſie verſchwunden. Gefeſſelt von der grauenhaft dämoniſchen Wetterer⸗ ſcheinung h ß Zaboin wieder in

atte ich nicht bemerkt, daß das Zelt zurückgetreten war. Jetzt brach er in ſtürmiſcher

packt und von meinem ebenſo beladenen Diener gefolgt. O caro mio! ſtöhnte er,beim Grabe des Prophe⸗ ten! es ſind die hölliſchen rothen Kameele, die tolle Kara⸗ wane, die der Rachegeiſt des Todes führt und die kaum aller dreißig Jahre einmal aus dem Grabe des Wüſten⸗

noch immer nicht! Hörſt Du die Rieſenungeheuer nicht brüllen, Herr? raſch, raſch! und mit dieſen Worten riß er mich mit ſich fort und führte uns hinter einen niedrigen Erdwall, neben dem nach Weſten zu die Vertiefung unſeres Ausgrabungsplatzes lag.

Dort preßten wir uns dicht an den Boden, und Za⸗ boin ſcharrte einen Theil unſerer Sachen in den lockeren Grund.

Erſt fern und leiſe ſeufzend und dann immer näher und gewaltiger, wie dröhnende, mächtig brauſende Orgel⸗ töne donnerte der Orkan in der Luft. Dazwiſchen herrſchte

hinaus und hiermit öffnete ich die

hatte am weſtlichen Horizont

Minuten näher rückten und immer breiter

Haſt förmlich daraus hervor, mit unſern Utenſilien be⸗ Ohne dieſelbe würden wir in der Gefahr ge

ſtaubes aufſteigt, und dieſer vorwitzige Abeudländer flieht

Dritte Folge.

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auf Secunden wieder eine Todtenſtille, die dann plötzlich von noch furchtbareren Anläufen ſtoßweiſe und heulend unterbrochen wurde. Dann kam es in langen Zügen heran, ächzend, immer tiefer ſich ſenkend, ſchwül zum Er⸗ ſticken und von oben nach unten preſſend. Wie ein Blei⸗ gewicht laſtete die ganze Luftſchicht auf dem Körper. Es waren die gräßlichen Staublawinen des Samums aus der Wüſte. Nur durch ein Tuch konnte man ſpärlich Athem ſchöpfen, ohne den feinen Sand, der die Ohren füllte und gegen den man die Augen ſchließen mußte, haufenweiſe in den Mund zu ziehen. Wenn man auf Momeute die Augen wieder öffnete, war entweder die Nacht ſchwarz und finſter, oder es zeigte ſich ein grauen⸗ voller, matt röthlicher Schein.

Zum Glück war unſer Schlupfwinkel ſehr gut ge⸗ wählt, denn die zu ſchweren Sandmaſſen ſtürzten vor uns in die Tiefe, wo wir gegraben hatten, die ſie ganz erfüll⸗ ten, und die übrigen leichteren wurden größtentheils über uns hinweggeführt, da die Erdmauer unſer Schutz war. ſchwebt haben, an jedem freien Platz begraben worden zu ſein, denn die Sandhaufen oder Wolken waren etwa zwanzig Schritle vor uns jenſeit der Mauer in wenigen Secunden zehn bis fünfzehn Fuß hoch aufgethürmt. Der ſpärliche Mond⸗ ſchimmer zeigte uns dieſen Buckel, der wohl viermal wie der von heftigen toſenden Stößen des Orkans in einem Nu weggeführt und ebenſo raſch von einem neuen Staub ſturz erſetzt wurde.

So vergingen uns die Stunden der Nacht unter die⸗ ſem ſchrecklichen Naturphänomen, bis der Sturm nach und vach an brütender Wärme und damit auch an Ge⸗ walt verlor. Endlich ging in einem trüben Dunkelgelb der aufgewühlten Sandatmoſphäre die Sonne auf. Der Wind wurde kalt, ſchrill und pfeifend, fuhr wirbelud nach allen Richtungen hin und her und legte ſich dann plötzlich

ganz.

welcher Baumwolle und eine ganz vortrefflich gedeiht, und deren Ertrag ihren Im Ja 200 Einwobner, jetzt wohnen 400 bis 450 Menſchen dort, ein kräftiges, arbeitſames Völkchen mit ſtarkem Knochenbau, ausge⸗ prägt afrikaniſchen Geſichtszügen und lohefarbiger Haut. Die Tracht der Frauen, die aus einem verblichenen Rocke und kurzem Leibchen beſteht, iſt ärmlich und nicht charakteriſtiſch. Die Män⸗ ner ſind nur mi Blöße decken, bekleidet.

In raſtloſer Thätigkeit tummelte ſich die Bevölkerung dieſes von der Welt abgeſchiedenen Fleckchens Erde. Am ſonnendurch⸗ glühten Uferſtrande waren die Männer mit dem Ausladen frem⸗ der und dem Verſchiffen einheimiſcher Producte, mit dem Aus⸗ beſſern ihrer Fahrzeuge und Netze beſchäftigt, während die Frauen in der Contrada dem Reinigen des Kornes, dem Backen des Bro⸗ des, dem Trocknen der Feigen und Roſinen und anderen häusli⸗ chen Beſchäftigungen oblagen. Dieſe Arbeitſamkeit der Bewohner Strombolis verwunderte mich nicht, als ich erfuhr, daß ſie dem Biſchof von Lipari den Zehnten, nicht nur v Ernte, ſondern auch von dem Getreide und den mitteln, die ſie für ihren Gebrauch von Calabrien beziehen, ent⸗ richten müſſen. Ob der Segen, den Garibaldi's berviſche Be⸗ freiung Siciliens gebracht hat, nicht auch dieſem unbeachteten Völkchen zu Theil werden wird? Faſt möchte man daran zweifeln. Die Ignoranz dieſer Inſelbewohner iſt ſo groß, daß ſie Garibaldi nicht einmal kennen, noch viel weniger aber einen Begriff haben, was er für Italien gethan hat.

Als Beleg hiefür ſei erwähnt, daß die Ungaſtlichkeit, welche

Bedürfniſſen genügt.

vorzügliche Sorte Wein ganz

hre 1781 hatte Stromboli nach Dolomieu's Bericht nur

t einem groben Hemde und Hoſen, die kaum ihre

unglaubliches Aufſehen; betroffen hielten ſie in ihrer Arbeit inne,

on ihrer eigenen anderen Lebens⸗

die Bewohner Strombolis uns bei unſerer nächtlichen, unverhoff⸗ ten Ankunft bewieſen, einzig und allein dem Umſtande zuzuſchrei⸗ ben war, daß ſie in mir und meinem Freunde Garibaldi und ſeine Tochter vermutheten und vor lauter Unwiſſenheit über den hohen Beruf des Heros, zwiſchen Mißtrauen und Schrecken ſchwebend, uns ihre Thüren verſchloſſen!.... Dieſes kaum glaubliche Factum, welches unſer Wirth, ſobald er mit uns ver⸗ trauter geworden war, uns ſelber erzählte, gibt einen Begriff von dem politiſchen Standpunkte dieſer Leute.

Unſere Erſcheinung erregte zumal bei den Frauen ein

en uns. Auf dieſe Art ver Schritte; ja die Zudringli läſtig, daß wir unſern Wirth, s inzuſchre

ließen Alles ſtehen und folgt ſich unſer Geleit mit jedem Neugierigen wurde bald ſo Coſta, bitten mußten, mit einem Machtwort dagegen einzuſ. Dieſes hatte zur Folge, daß viele der Contradabewohner auf die Dächer der Wohnungen ſtiegen, um von da aus unſere Bewegun⸗ gen ungeſtört beobachten zu können.

Dieſer drollige Anblick erinnerte mich an Tunis, wo ich bei Gelegenheit einer Mondfinſterniß erlebte, daß die Muſelmänner, beſorgt um ihren Lieblingsplaneten, mit geladenen Flinten auf die Dächer eilten, um von dort aus nach dem Drachen zu ſchießen, der den Mond zu verſchlingen drohte.

Der Tag war einſtweilen unter Plaudern und gemächlichem Flaniren vergangen, und ehe wir uns deſſen verſahen, breitete die Nacht ihre Fittige über uns aus und bot dem majeſtätiſchen Stromboli Gelegenheit, uns eine Reihe der herrlichſten Vorſtel⸗ lungen zu geben.

Ich konnte nun deutlich ſehen, wie er je nach zehn bis fünf⸗