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Beginne an mir die blutige That, ich will gern das erſte Opfer ſein, ſtoße zu, aber ſchone die Meinigen!“ Die Soldaten ſtanden unſchlüſſig, ſie waren ſo feſt von der andrängenden Maſſe umgeben, daß der erſte Schritt vorwärts nur durch Blut, durch den Mord von
müſſen.
Jenes muthige Mädchen rief nun, indem ſie ihren Geliebten mit faſt unwiderſtehlicher Gewalt aus der Reihe M deer Krieger zu ziehen verſuchte:„BVater! Brüder! Kommt her! Charles wird ſeine Waffen nicht gegen Euch ge⸗ brauchen! Kommt her, eilt in ſeine Arme!“ Dies Bei⸗ 1 ſppiel ſaud bald Nachahmung; Männer, Frauen, Mäd⸗ chen, Kinder, welche Verwandte unter den Soldaten hatten, drängten ſich vor, breiteten die Arme aus und riefen: „Wollt Ihr tödten, dann uns zuerſt!“ Unwillig ſtießen
ten auf ſie zu, ergriffen ihre Hände, umarmten ſie— die Verſöhnung war erfolgt und jede Möglichkeit verſchwun⸗ den, hier Landsleute gegen Landsleute zum Kampf und Mord zu führen.
In der Straße Montmartre nahm dagegen die Sache keinesweges einen ſo friedlichen Verlauf; ein Bataillon Schweizer machte dort den Verſuch die Straße zu räumen, unter Spott und Hohn gegen dieſe Schergen der Gewalt, wie man ſie nanute, wich das Volk nur ſehr langſam zu⸗ rück und beantwortete die Drohung, Gewalt anzuwenden
Schimpfreden.
eher als der letztere, und als einer nochmaligen ſehr ernſten Aufforderung auseinauder zu gehen nichts weniger als Folge gegeben wurde, erſchallte plötzlich das Commando⸗ wort„Feuer!“ eine Salve folgte— gegen dreißig Men⸗ ſchen ſtürzten von den Kugelu getroffen. Das Volk brach
die Krieger die Waffen auf den Boden, die Bürger ſtürz⸗
Uoveilen-Zeitung.
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Frauen, Mädchen und Kindern, die hauptſächlich in den vorderſten Reihen ſich befanden, hätte erkauft werden
und das Bajonnet zu gebrauchen, mit Pfeifen, Ziſchen und terlich wüthete der Kampf, Die Geduld des Militärs wetteiferte mit Wachtgebäude, dem Ungeſtüm des Volkes, doch die erſtere erſchöpfte ſich mit dumpfem Krachen in ſich zuſammen. Rauch, Dampf,
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[VIII. Jahrg. in ein furchtbares Geſchrei aus:„Rache! Waffen! Mord! Tod den Mördern! Nieder mit den Schweizern!“ Der untere Theil der Straße lag in dichten Dampf ge⸗ hüllt, der wolkig und ſchwer liegen blieb, da kein Lüftchen ſich regte ihn zu verwehen. Ueber der durcheinander ſtürzenden Menge, deren einer Theil, Frauen, Kinder, Greiſe, flüchtete, der andere aber in wüthender Erbitte⸗ rung vorwärts drängte, wirbelte ein dichter Staub auf. Für das Auge war nichts mehr zu unterſcheiden; nur das Wirbeln der Trommeln, das Geſchmettere der Trompeten, durch den Wiederhall der hohen Häuſer gräßlich verſtärkt und tauſendfältig vervielfacht, drang mit betäubendem Getöſe in das Ohr, und der dröhnende Schritt auf dem Steinpflaſter kündete das Anrücken der Truppen in ge⸗ ſchloſſenen Gliedern. Der Volkshaufe zerſtob jetzt nach allen Seiten, nahm aber die Gefallenen mit ſich, um ſie als Märtyrer der Freiheit unter lautem Aufruf zur Rache in ganz Paris umher zu tragen.
Jetzt und hier war der Würfel gefallen. Das erſte Blut, welches gefloſſen, hatte das letzte Band der bürger⸗ lichen und geſetzlichen Ordnung geſprengt, und der Mord und Aufruhr tobte wild entfeſſelt durch Paris. Noch um Mitteruacht hatte das Volk das Wachtgebäude der Schwei⸗ zer an der Bank geſtürmt und Feuer auf das Dach ge⸗ worfen, ſo daß nach frucht⸗ und furchtloſer Vertheidigung die Beſatzung deſſelben ſich zuletzt entſchloß, noch den Ver⸗ ſuch zu wagen, ob es möglich ſei, ſich mit den Waffen in der Haud zu ihrem Hauptcorps durchzuſchlagen. Fürch⸗ erleuchtet von dem brennenden doch endlich ſtürzte das brennende Dach
Staub und Nacht umhüllte Alles— uur Kriegsgeſchrei und Weheruf der Verwundeten hallte noch fort, bis der letzte Schweizer gefallen war. Hiermit endete dieſer Tag.
Am 27. Morgens 4 Uhr weckten bereits die Sturm⸗ glocken ganz Paris, auf verſchiedenen Punkten, auf den
Futter für Milchkühe. Wenn nun ein unternehmender Mann 200 Acker mit Buchweizen beſät— und Sie wiſſen, daß mit unſern landwirthſchaftlichen Maſchinen der Ackerbau eine Spielerei geworden iſt—. ſo kann er darauf 200 Bienenſtöcke halten, die
300 Schweine und an 1000 Stück Federvieh ernähren und von ddem Stroh mindeſtens 20 Stück Milchkühe halten.— Ich ſage Ihnen alles dies nicht in der Abſicht, Sie zu animiren, ſondern um Ihnen eine richtige Idee des einträglichen Landbaues zu geben. Wollen Sie aber farmen, um überhaupt zu arbeiten und die Landluft zu genießen, nun ſo können Sie Hafer, Gerſte—“
„Hafer? Gerſte?“ rief ich lachend,„nein, für ſo verbohrt
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Bienenzucht, das wäre ſo etwas! Sind hier viele Bienen?“ „Noch nicht. fornien, weil man eingeſehen hat, daß der Honig am Ende ein⸗ träglicher iſt als das Goldgraben, und dann iſt es am Ende auch keine wirkliche Arbeit, ſondern nur lucrative Spielerei.“ Wir ſprachen in dieſem Style noch eine lange Zeit fort, und
über 200 Acker Landes, drei engliſche Meilen von Saint Louis.
del, daß wir kaum den Anbruch des Morgens erwarten konnten— und für dieſen Abend war es leider ſchon zu ſpät, um einen Ab⸗ ſtecher nach der Farm zu machen. Tauſenderlei Pläne wurden von
perbe Maſt für Federvieh, und das Stroh iſt ein vorzügliches
das bedeutende Quantum von 3 bis 4000 Pfund Honig liefern. Dieſe Einnahme allein genügt, um eine Familie höchſt anſtändig zu ernähren. Von dem Buchweizen ſelbſt kann man wenigſtens
müſſen Sie mich nicht halten; wer wird Hafer und Gerſte ziehen!
Es gehen alle entbehrlichen Stöcke nach Cali⸗
als der freundliche Herr uns verließ, hatte er Wechſel zum Belauf von 10,000 Dollars in der Taſche, und ich hatte einen Kaufbrief
Wir waren Beide ſo aufgeregt üher unſern glücklichen Han⸗
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uns entworfen und wieder verworfen, wir ſannen uns Namen aus für unſere Pferde und Kühe, richteten unſer Wohnhaus ge⸗ müthlich ein— kurz es ergi 8, wie es ſchon Tauſenden vor uns ergangen iſt, und wie auſenden noch nach uns ergehen wird. Endlich waren unſe rven von der Aufregung ſo abge⸗ ſpannt, daß wir uns auf's Bett warfen und bis zum Anbruch des Morgens ſchliefen. Kaum hatten wir unſer Frühſtück genoſſen, als wir einen Wagen beſtiegen, der uns nach unſerer Farm hin⸗ ausbringen ſollte. Wenn wir unterwegs eine Farm liegen ſahen, ſo fragten wir uns, ob ſie wohl der unſerigen ähnlich ſei,— aber natürlich, unſere war viel emätblichel weit ſchöner und beſſer. Sahen wir ein Pferd, eine Kuh, ſo muſtenten wir ſie mit gierigen Augen, aber bei genauer Betrachtung fanden wir Pferd und Kuh nicht gut genug für unſere Farm. 1
Der Kutſcher bog von der Chauſſee ab und wählte einen Holzweg, einen jener amerikaniſchen Wege, die über Stock und Stein, Gräben und Moräſte zwiſchen zwei Einzäunungen hin⸗ laufen und Jedem Verderben drohen, der ſich ihnen anvertraut. Wir achteten deſſen im Anfange nicht, als wir aber ausſteigen und das Handpferd aus einem tiefen Senkloch herausheben mußten, da fingen wir doch an, dem Kutſcher Vorwürfe zu machen, daß er keinen beſſern Weg gewählt hatte. Er entſchuldigte ſich aber da⸗ mit, daß der andere noch ſchlechter ſei, und bat uns jetzt, lieber zu Fuß zu gehen, denn die paar Schritte bis zum Hauſe könnten wir beſſer gehen, als fahren. 3
„Bis zu welchem Hauſe?“ fragte ich.**
„Zu dem Hauſe,“ antwortete der Kutſcher und zeigte auf ein einſtöckiges Gebäude, das aus rohen Baumſtämmen armſelig aufgeführt war.
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