Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
298
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von Barcelona zurückgedrängt. Es gelang mir indeſſen, unter Benutzung des für Reiterei nicht zugänglichen felſi⸗

gen Terrains im Rücken des Feindes die Hauptſtraße zu

durchſchneiden, um Sudgas oder Villa Nuova zu erreichen, in der Hoffnung die Truppen dort einzuſchiffen und dem Gros unſerer Armee wieder zuzuführen. Dies Manöver wurde auch in der Nacht zum 14. glücklich ausgeführt. Ich habe die Ehre für Ew. Excellenz die Rapports

über den Angriff auf die rechte Flanke der Poſition mit

beizufügen, welche ich vom Hauptmann Müller, der die Scharfſchützen⸗Compagnien vom Schweizer Regiment Dr. Roll, und vom Hauptmann Waldron, der das 2. Ba⸗ taillon des 27. Regiments commandirte, nachdem Oberſt Reeves und die übrigen Stabsofficiere derwundet waren, erhalten habe. Ich habe die Ehre u. ſ. w. Cary, Oberſt⸗Commandeur des calabreſiſchen Freicorps. Ich übergehe den Erſteren und füge nur den Letzteren bei, um den es ſich im Weſentlichen handelt. Taragona, 15. Septbr. 1813. Es war in der Nacht vom 12. dieſes Monats gegen Mitternacht, bei einer Dunkelheit, daß man nicht zehn Schritte weit die Gegenſtände umher erkennen konnte, als der Feind die Poſition des 2. Bataillons des 27. Regi⸗ mentes mit großen Streitkräften bei Ordal angriff. Schon zu Beginn des Kampfes wurde Oberſt Reeves und auch der Nächſtcommandixende verwundet, und das Com⸗ mando des Bataillons fiel auf mich.

das der Artillerie, unter deſſen Schutz ſtarke Infanterie⸗ colonnen in meiner Front und rechten Flanke avancirten. Uuerachtet der geringen Stärke meiner Truppen und des großen bereits erlittenen Verluſtes war ich dennoch ent⸗ ſchloſſen, die mir anvertraute Stellung ſo lange als mög⸗ lich zu behaupten. Ich wurde dazu um ſo mehr beſtärkt,

Uovellen Zeitung.

Das feindliche Tirailleurfeuer war um dieſe Zeit ſehr heftig, ſowie auch

ſals ich das tapfere und kühne Benehmen der Spanier auf meiner Linken gewahrte, welche den Feind drei Mal mit dem Bajonnet angriffen und ihn nöthigten ſich mit großem Verluſt zurückzuziehen, wie wir beim Aufblitzen der Ge wehrſalven bemerken konnten. Stunden laug in der erſten Poſition zu behaupten, während iich einem unaufhörlichen Feuer auf meiner ganzen Front ausgeſetzt war, dabei von den feindlichen Voltigeurs in meiner Rechten und ſelbſt ſchon im Rücken umſchwärmt wurde. Es fiel mir nicht ein zurückzugehen, als bis ich die braven ſpaniſchen Truppen überwältigt und durch überlegene Streitkräfte faſt gänzlich zerſtreut ſah. Da meine linke Flanke dadurch gänzlich entblößt wurde, hielt ich es für meine Pflicht, ſoviel als ich vom Bataillon retten konnte, zu ſammelu, und trat dann mit 5 Officieren, 8 Sergeanten und 70 80 Mann, unter einem heftigen Kugelregen und von der feindlichen Cavallerie hart ver⸗ folgt, den Rückzug an. Ich kann nicht unterlaſſen anzu⸗ führen, daß Nichts in der Welt das entſchloſſene und tapfere Betragen der Officiere und Mannſchaft vom 2. Bataillon des 27. Regimentes übertreffen konnte. Außerdem gereicht es mir zum Vergnügen noch hinzufügen zu können, daß Viele der braven Soldaten, welche uner⸗ müdlich während des Nachtkampfes auf dem von Felſen⸗ ſchluchten ungebenen Terrain zerſtreut werden mußten, ſeit der Zeit ſchon wieder zu uns geſtoßen ſind, und ich hoffe, daß unſer Verluſt im Ganzen 300 Mann nicht überſteigen wird. Ich habe die Ehre ꝛc. Waldron, Capitain. Das Geumeetzel, welches bis zur Morgendämmerung dauerte, war fürchterlich. Allerdings hatte ſich eine große Zahl ins Gebirge geworfen, die ſich ſpäter wieder mit der Armee vereinigten. Aber die ſo verhängnißvoll für das britiſche Heer gewordenen Höhen von Ordal waren noch viele Tage nachher mit den Leichen der Franzoſen und Verbündeten bedeckt, obgleich die Feinde eine große Zahl

der Umfang des Gehirnes den Fähigkeiten des Menſchen und der möglichen Entwicklung deſſelben mit ziemlicher Genauigkeit ent⸗ ſpricht. Ebenſo hat auch der Umfang des Gehirnes einen großen

Einfluß auf die Dichtigkeit der Hirnſchale, wenngleich die Schä⸗ dellehre mit ihren abſoluten Schlüſſen häufig auf die eigenthüm⸗

lichſten Irrthümer geräth. Nach Dr. Kaff's Unterſuchungen iſt das Gehirn eines Kindes, welches noch nichts gelernt hat, an Umfang dem Gehirne eines Idioten gleich; die Hirnſchale eines Arbeiters, deſſen Beſchäftigung nicht zum Nachdenken veranlaßt, iſt dick und grob; die Hirnſchale eines Denkers oder Gelehrten dagegen iſt äußerſt fein und ſogar durchſichtig. Cuvier's war nicht dicker als Papier.(2)

Dieſe Feinheit und Zerbrechlichkeit der Hirnſchale kommt vor⸗

zugsweiſe bei Muſikern und Sängern vor, deren Organismus ſehr verfeinert iſt. Dr. Kaff führte die verſchiedenſten Beiſpiele aus eigener Erfahrung an. Er war mit einem italieniſchen Arzte be⸗ kannt, welcher nebenbei ein ausgezeichneker Muſiker und Sänger war. Dieſer Arzt hatte einſt das Unglück aus dem Wagen zu ſtürzen und auf den Kopf zu fallen, was ſeinen augenblicklichen

wie Glas zerſplittert und ebenſo durchſichtig wie letzteres war. Dieſe Thatſache veranlaßte Dr. Kaff, ſeine Aufmerkſamkeit der Hirnſchale der Singvögel zuzuwenden, und hier fand er die von ihm gemachten Wahrnehmungen vollkommen beſtätigt. letzungen der Hirnſchale kommen auch andern Erfahrungen gemäß bei Künſtlern häufiger vor als bei andern Menſchen, und iſt deren Heilung immer ſchwieriger. 5.

Die Hirnſchale

Ver⸗

Aus der Natur.

Seltſame Charaktterzüge eines Hausthieres.

Wir haben bekanntlich zweierlei Haustbiere: ſolche, welche wir theuer bezahlen und ſorgſam füttern, um ſie entweder zu mäſten oder unſere Freude und Geſellſchaft zu haben, und andere, welche wir nicht bezahlen, welche ſich aber dennoch an uns oder unſer Haus anſchließen und auf unſere Koſten ganz anſtändig zu leben wiſſen. Wir wollen dieſe Thiere nicht alle nennen, nur eins, das verachtetſte, die Ratte, wird vermöge ihrern intelligenten Eigen⸗ ſchaften noch eine große Rolle in der Naturgeſchichte ſpielen. Ein Arzt in Kingſton erzählt einen Kampf zwiſchen einer Ratte und

einem Wieſel, dem wir noch andere und merkwürdige Einzelheiten

anſchließen. Er ſagt: In hohem Grade darüber verwundert, daß das Wieſel ein ſo großer Feind und Vertilger der Ratten ſein ſolle, wollte ich

beide einmal mit gleichen Kräften einander gegenüberſtellen, um d ſelbſt darüber zu urtheilen, und nachdem ich ein männliches, aus⸗ Tod herbeiführte. Kaff fand bei der Section, daß ſeine Hirnſchale

gewachſenes und an dieſe Jagd gewöhntes Wieſel und eine männ⸗ liche Ratte von ſchönem Körperbau ausgewählt hatte, ließ ich ſie in Gegenwart meines Sohnes in einem Zimmer los, das von allen Möbeln entblößt und nur durch ein einziges Fenſter erhellt war. Sobald die Ratte ſich frei fühlte, verſuchte ſie ſich in Sicher⸗ heit zu bringen, da ſie aber keinen Ausweg fand, ließ ſie einen feinen, durchdringenden Schrei hören, entwarf ſehr ſchnell ihren Vertheidigungsplan und poſtirte ſich grade unter dem Fenſter,

wodurch ſie, um einen Ausdruck der Duellſprache anzuwenden,

den Vortheil der Sonne gewann. Das Wieſel wendete ſich mit

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