Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
286
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286 Uovellen-Zeitung.[VIII. Jahrg. murmelte der Staatsrath vor ſich hin, während er die ſo wenig in Deutſchland eingedrungen, als viele Freunde Papiere in den verſchiedenen Mappen ordnete. und Vertreter derſelben meinen und beklagen.

Weiter alſo nichts, Herr Staatsrath? Nun, ſo V Doch natürlich muß man es finden, daß man ſie bei wollen wir die Sitzung beſchließen. Meine Herren, uns vorherrſchend nur in ihren höchſten und eigenthüm⸗ ſagte Lord Corhampton ſich leicht verneigend,ich darf lichſten Spitzen verfolgt hat; denn wie ſollte das gebildete bei Ihrem mir bekaunten Eifer für den Dienſt der Krone Publicum Zeit und Luſt finden, ſich mit den weniger be⸗ wohl erwarten, daß meine Befehle pünktlich vollzogen deutenden Erſcheinungen einer Literatur zu befreunden, die werden. ſich erſt an den Culturpyramiden des Ausländiſchen, des

Der dienſtthuende Kammerherr eilte die Thür zu den Engliſchen und hauptſächlich Deutſchen emporgerankt hat? inneren Gemächern zu öffnen, und der mit königlicher Sie bietet offenbar eine Neben⸗ und Nachblüthe, und ihre Würde bekleidete Mann verließ das Cabinet, wo nicht ſelbſtſchöpferiſche Originalität hat faſt überall den Bei⸗ ſelten ſeine Humanität mit ſeiner Gewiſſenhaftigkeit in geſchmack von Anlehnung oder Reminiscenz. Man darf heftigen Conflict gerieth. dies, was ſelbſt Oehlenſchläger und ſeine ebenbürtigen

Wer hätte darau zweifeln mögen, daß dem Vicekönige Mit⸗ und Nachſtrebenden beweiſen, nicht vergeſſen, um von Irland das Haupt von Sorgen und Gedanken der nicht einſeitig im Lobe des Tüchtigen zu werden, was auf verſchiedenſten Art ſchwer war? Er ſtand mitten in der V dieſe Weiſe entſtanden iſt. damals überall ausbrechenden Empörung im Strudel hef⸗ V Doch ohne Frage gehören dazu viele der beſſeren tig kämpfender Leidenſchaften. Er ſollte die Feuersbrunſt Schriften Heiberg's. Der Ueberſetzer hat Recht, wenn er löſchen, den Sturm beſchwören, und immer grauſiger erhob ſagt, dieſer Autor habe neubildend auf den Charakter der ſich vor ſeinen in die Zukunft gerichteten Blicken die all⸗ lyriſchen und dramatiſchen Poeſie in ſeinem Vaterlande waltende Nemeſis und verfinſterte ſeine Tage. gewirkt, das däniſche Vandeville geſchaffen und nähme als

Lord Corhampton warf den königlichen Ueberwurf unmuthig auf ein Tabouret, und eine Thräne glänzte in dem Auge des vielmögenden Staatsmannes.

Kritiker unbedingt dort den erſten Platz ein.

Unter andern ſchrieb er auch die in obiger wohlge⸗ arbeiteten Uebertragung vorliegende ſatiriſch⸗ dramatiſche DichtungEine Seele nach dem Tode, wo er in ernſt heiterer Weiſe die Irrfahrten einer Seele auf dem Wege zur ewigen Ruhe ſchildert. Die däniſche Literaturgeſchichte

ſtellt dieſes Werk in eine Reihe mit den vorzüglichſten

Literariſche Briefe von Otto Banck.

Eine Seele nach dem Tode, von Heiberg. Deutſch von Leo. Berlin, Lüderitz'ſche Verlagshandlung.

Sie werden nicht ſelten den Namen Heiberg gehört haben und auch manches Einzelne von dem Autor kennen. Im Ganzen iſt überhaupt die däniſche Literatur keineswegs

Leiſtungen, die ihr Vaterland überhaupt aufzuweiſen hat. Ohne Frage iſt es eine intereſſante, geiſtvolle Production, die Anſpruch machen kann, überhaupt literariſch, alſo auch im Auslande, beachtet zu werden. Heiberg ſtarb 1860 nach einer ſtillen literariſchen Carrière, die ihn auch unter Andern zum Theaterdirector gemacht hatte.

Seine Komödie erinnert an verſchiedene Dichter und Dichtungen, unter andern auch ſehr lebhaft an die Goethe⸗

ſchaffenheit, und nicht ſo gut wie dasFelſenöl. Man bohrt nämlich im Geſtein etwa 40 bis 70 Fuß tief und iſt dann faſt

allemal ſicher auf Oel zu treffen. Ueber jedem Brunnen ſtehen

große Behälter von Holz, welche von 500 bis 2000 Gallonen

faſſen; man pumpt in ſie das Oel aus dem Brunnen, zieht es dann auf Fäſſer und verſchickt es. Die Arbeit, einen Oel⸗ brunnen zu bohren, dauert kaum einen Monat und koſtet einige hundert Dollars. Ein Arbeiter an der Pumpe erhält täglich einen Dollar und fördert dafür 4000 Gallonen oder 100 Fäſſer voll. Nimmt man, was ſehr gering iſt, nur an, daß jeder der 100 Brun⸗ nen bei Wyoming täglich 15 Fäſſer oder 600 Gallonen liefere, ſo ergibt ſich ſchon ein großer Ertrag; man meint aber, daß vor Ablauf des Jahres 1861 mindeſtens 500 in Betrieb ſein werden.

Aber ſchon jetzt geben jene 100 Brunnen 60,000 Gallonen täg⸗

lich, 360,000 in jeder Woche oder 18,720,000 Gallonen jährlich.

Nun fragt ſich's aber, wie lange dieſe natürlichen Oelquellen vor⸗

halten werden. 5.

Winke für Cheetrinker.

Dieſen wird es lieb ſein, zu hören, welche Anſichten die Chi⸗ neſen über Aufbewahrung und Bereitung dieſes Getränkes haben.

Der Thee, welcher am meiſten aus Shang⸗hai und Canton nach Europa kommt, leidet durch die Seeluft und das Lagern im

queuren und dergleichen mehr; in Paris ſtellt man ihn ſogar in offenen Schalen aus, und dadurch verliert er natürlich allen fei⸗ neren Duft. In den chineſiſchen Theehäfen iſt dieſer ſo ſtark, daß die Matroſen beim Einladen einen leichten Rauſch bekommen.

DieThee⸗Barbaren in Europa, auch in Rußland, gießen kochendes Waſſer auf den Thee und ſtellen dieſen auf die Feuer⸗ pfanne des Sſamovar; ſie laſſen ihn gleichſam ſchmoren und auslaugen, und dabei geht der feine Duft verloren. Ein Chineſe würde Thee, welcher ine Viertelſtunde auf der Maſchine, und gar in einer Kanne geſtanden hat, durchaus verſchmähen.

Der echte Sohn des großen Blumenreichs der Mitte befolgt bei der Bereitung des Thee's fünf Regeln. Er nimmt erſtens, wenn irgend möglich, friſches Berg⸗ oder Quellwaſſer, und in Er⸗ mangelung deſſelben lieber Fluß- als Brunnenwaſſer. Zweitens nimmt er zum Kochen deſſelben einen irdenen Topf und gießt daſ⸗ ſelbe auf den Thee, welcher ſich in einer Porzellankanne befindet, oder noch beſſer in einer Taſſe, welche in der Mitte mit einem Deckel zugedeckt werden kann. In der Nähe von rohem Fleiſche, Fiſch, Oel oder Talg verliert der Thee ſeinen reinen Geruch und bekommt einen unangenehmen Beigeſchmack. Drittens: der Chi⸗ neſe miſcht nie verſchiedene Sorten durcheinander. Viertens: er

gießt lieber abgekochtes als völlig ſiedendes Waſſer auf. f⸗ tens wird vor dem eigentlichen Aufguſſe der Thee mit warmem Waſſer abgeſpült, damit er allen Staub verliere. 6.

Schiffsraume; nachher geht man dann oft ſo barbariſch mit ihm

um, wie in Rußland. In England, Deutſchland und Frankreich ſteht er in den Verkaufsläden nicht ſelten zwiſchen Kaffee, Li⸗

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