l. Jahrz. Nr. 18.]
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land, die nichts mehr haßten als eine Reiſe nach Irland, übertrieben oder mit Leidenſchaft entworfen nannten.
Dann wandte er ſich an den Kriegsſecretair mit den Worten:„Fertigen Sie an Generallieutenant Floyd, wel⸗ cher derzeit in Cork das Obercommando führt, den Befehl aus, daß er die Aufruhracte proclamirt. General Dixon ſoll mit einer mobilen Colonne die Grafſchaften durch⸗ ziehen. Gern hätte ich den Provinzen die nähere Be⸗ kauntſchaft mit dieſem kalten Kriegsmanne erſpart. Doch wie die Sachen ſtehen, kann ich nur von ihm die Unter⸗ drückung der in beunruhigender Weiſe um ſich greifenden Gährung erwarten. Er wird aufräumen in den Graf⸗ ſchaften. Die Armen, ich beklage ſie, es thut mir weh, ihnen die allzuheiße Liebe zur Freiheit und zum Vater⸗ lande in der Art vergelten zu müſſen.
„An die in den Häfen des Königreiches befehligenden Flottenofficiere die ſtrengſte Weiſung, durch eine ſtrenge Controle über die Mannſchaft ihrer Schiffe eine allzu⸗ innige Verbindung mit den Einwohnern zu verhindern, damit des Bürgerblutes nicht noch mehr fließe!—
„Sir Archibald“— ſo wandte er ſich darauf an den Staatsrath—„die Sherifs und Highconſtables müſſen angewieſen werden, durch verdoppelte Wachſamkeit jede Bewegung in der Hauptſtadt im Keime zu erſticken. Das Volk muß von dieſen Maßregeln in Kenntniß geſetzt werden, damit die Strenge nicht zu blutig werde, welche jederzeit die Suspenſion der Habeas⸗Corpus⸗Acte noth⸗ wendig begleitet.“
„Capitain Howard vom Regiment des Lord Wexford in Bentry macht die Anzeige, daß er, ſtatt ſeines durch Kraukheit behinderten Oberſten und mit deſſen Vollmacht verſehen, den Baronet Lewis O' Donnell, nebſt zwei fran— zöſiſchen Officieren, die er auf Greenlodge, dem Jagd⸗ ſchloſſe des Baronets, gefangen genommen ins Staatsge⸗ fängniß abgeliefert habe. Der Rittmeiſter bittet um Erlaubniß in ſeine Garniſon zurückzukehren.“
Dritte Lolge.
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„Alſo doch?“ rief der Stattthalter zuſammenzuckend. „Ich bedauere den jungen Mann, der ſich ſo weit ver⸗ geſſen konnte! Jetzt verfällt er leider der ganzen Strenge der Geſetze.“
„Lord Kildare fügt ſeiner Anklage noch hinzu, daß die auf Greenlodge gefangenen feindlichen Officiere als Agenten der franzöſiſchen Regierung erkannt wären, die unter O'Donnell's Schutz das Land bereiſt hätten. Einer davon müſſe wichtige Papiere bei ſich führen, die ihn autoriſirten, gewiſſen bedeutenden Mäunern im König⸗ reiche Propoſitionen zu machen, indem ſich derſelbe nicht geſcheut, darauf Bezug nehmend, ihm ſelbſt hochverräthe⸗ riſche Anträge zu machen.“
„Lord Kildare läßt ſich ſo vernehmen?“ ſagte der Statthalter kopfſchüttelnd.„In der That, ich begreife den Mann nicht, er ſcheint ein ſeltſames Spiel zu treiben. Die Rolle, die er in letzter Zeit in den Angelegenheiten des Landes überuommen, der übertriebene Eifer, mit dem er bemüht iſt, ſeine loyalen Geſinnungen an den Tag zu legen, die man bis dahin noch niemals in Zweifel gezogen, die zahlreichen Freiwilligen, die er fortwährend auf ſeinen großen Beſitzungen zuſammentreibt und ohne eine Auto⸗ riſation in den Waffen übt, erwarben ihm mein Vertrauen nicht, Sir Archibald. Er iſt mir verdächtiger als irgend ein gewöhnlicher Irländer. Stolz, reich und ehrgeizig, ſtrebt er offenbar danach noch Höheres zu erringen. Sei es nun mit dem Manne wie es wolle,— er ſteht von jetzt an unter meiner eigenen Aufſicht.— Was Sir Lewis be⸗ trifft— ſo ſoll er eine zwar ſtrenge, aber eine anſtändige, ſeinem Range angemeſſene Haft erhalten. Der Proceß iſt ſofort gegen ihn einzuleiten. Daſſelbe gilt von den franzöſiſchen Officieren. Im Feinde ehrt man ſich ſelbſt.“—
„Die anſtändige Haft wird den Mann vom Stande vor einem ſchmählichen Ende nicht ſchützen. Alſo immer⸗
hin anſtändige Haft für ihn und für die Franzoſen!“—
ſirt und deſſen ungenügende Rüge einen ſo leeren als dunkelen Fleck in den meiſten Dorfgeſchichten bildet. Der Vortrag iſt einfach und faßlich, das Ganze macht nur auf Unterhaltung für müßige Stunden Anſpruch. O. B.
Der Wiedererweckte. Erlebtes und Empfundenes.
Von Ludwig Kreuz. Leipzig, Kollmann. 1862.
Der Verfaſſer hat ſeine Erzählung den Erinnerungen des Freiheitskrieges, alſo einer wahrhaft großen Zeit geweiht, an die wir noch vor Jahr und Tag durch politiſch drohende Verhältniſſe ſehr ernſt gemahnt wurden und auf die wir vielleicht über kurz oder lang wieder hingewieſen werden.
Schon dieſer patriotiſchen Tendenz wegen hat das Publicum eine Urſache mehr, ſolchen Werken eine vorläufige Gunſt zu wid⸗ men im Gegenſatz zu den hundert Büchern, die ohne jede reali⸗ ſtiſche Anlehnung unnütze Luftſchlöſſer einer müßigen, oft unna⸗ türlichen Phantaſie erbauen.
Der Roman ſchließt mit einer novelliſtiſchen Beſpiegelung des Jahres 1814, und wir wollen wünſchen, daß die zum Motto genommenen Worte Friedrich Rückert's:
„Ja, es brennt in Deutſchlands Herzen Noch das große Feuer fort,
Nicht in einzeln ſchwachen Kerzen
Sich verkündend hier und dort;
Nein, in ungetheilter Einung Allgemeiner Freiheit Brand
Lodert dieſer Nacht Erſcheinung Ueber's ganze Vaterland!“ 5
[— wir wollen wünſchen, daß dieſe Worte ſich noch immer be⸗ wahrheiten und nicht minder die inhaltſchwereren:
„Wir werden ſein ein einig Volk von Brüdern.“
O. B.
Miscellen. Das amerikaniſche Steinöl.
Vor etwa zwei Jahren entdeckte man im weſtlichen Pennſyl⸗ vanien und in den benachbarten Gegenden des Staates New⸗York eine große Menge von Erdölquellen, die einen reichen Ertrag geben. Neuerdings hat man dergleichen auch in Canada gefun⸗ den. In den vereinigten Staaten liegen die ergiebigſten Quellen unweit der Atlantic und Great Weſtern⸗Bahn, auf welcher das Oel nach New⸗York zum Markte gebracht wird. Jene in Canada fand man etwa zwölf engliſche Meilen von der Station Wyoming, die an der Great Weſtern⸗ und Canada⸗Bahn liegt. Vor zwei Jahren hatte man von den Quellen noch keine Kunde, denn ſie lagen im dichten Urwalde; jetzt ſind dort mehr als fünfhundert Menſchen angeſiedelt; im vorigen Winter kamen in Landkutſchen täglich etwa funfzig Leute dort an, viele blieben, und zwei große Gaſthäuſer nehmen Fremde auf. Im Auguſt ſchöpfte man un⸗ gefähr einhundert„Brunnen“ Oel. Die Grundbeſitzer geben Candſtrecken auf neunundneunzig Jahre ab, und erhalten dafür
300 Dollars Anzahlung und für jene Zeit ein Drittel des geförderten Oeles. Man gräbt die Brunnen bis zu 40 bis 60 Fuß Tiefe und kommt dann auf Geſtein; oft quillt das
Oel ſchon früher zu Tage, iſt aber gewöhnlich von geringer Be⸗


