Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
279
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1 Jahrg.

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Nr. 18.]

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der belagerten Stadt zurückkehrten, nahmen ſie den Ge fangenen mit ſich dahin. Glücklicherweiſe waren die bei⸗ den Brieflein, welche er vom kaiſerlichen Feldherrn mit⸗ brachte, an ſeinem Leibe ſo wohlverborgen, daß ſie bei der Durchſuchung nicht eutdeckt wurden. Mit großer Geiſtes⸗ gegenwart wußte der junge Mann den Verdacht der Schweden zu beſchwichtigen und zeigte ſich bei den Arbeiten, welche man ihm auftrug, ſehr gewandt und anſtellig. Da⸗ bei achtete er jedoch ſorgſam auf eine paſſende Gelegenheit zur Flucht. Die kam endlich. Während er ein Faß Wein für den Generalmajor Wittenberg abladen half, ge⸗ lang es ihm, zu entkommen.

Mit lautem Jubel begrüßten die Freiberger den jun⸗ gen Landsmann, vernahmen ſie den Inhalt der Schreiben an den Commandanten Schweinitz und den derzeitigen Bürgermeiſter Schönleben, welche Konrad zwiſchen Futter und Ueberzeug ſeiner Kleidung eingenäht gehabt hatte. Der letztere Brief ſtärkte den Muth Aller er lautete folgendermaßen:

Edler, Beſter, Wohlweiſer, ſonders geliebter Herr Bürgermeiſter. Als ich gleich in dem Marſch begriffen, die Stadt Freiberg mit Gottes Beiſtand zu entſetzen und heut zu dem Ende hier angelanget bin, hat ſich der her⸗ ausgeſchickte Bergmann bei mir angemeldet und alle Be⸗ ſchaffenheit ausführlich berichtet, deſſen ich mich zum Höch⸗ ſten erfreuet und den Herrn, ſammt der Stadt, im Namen Ihr. Kaiſerl. Majeſtät und des Herrn Herzogen, Hoch⸗ fürſtl. Durchlaucht, des gewiſſen Entſatzes hiermit ver⸗ ſichere. Ich erwarte nur die Artillerie und Infanterie, ſo in wenig Tagen allhier auch arriviren, wo dann die Armee an 12,000 Pferde und an 7 bis 8000 Mann zu Fuß ſich erſtrecken wird, damit ſolcher Entſatz mit gutem Fundament und Operation vollzogen werden möge. Ich erſuche den Herrn, dieſes ſowohl der ganzen Garniſon, als auch gemeiner Stadt zu communiciren und wieder einen vertrauten Mann heraus⸗ und mir entgegen zu ſchicken,

Dritte Folge.

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bei dem der Weg meiner Ankuunft, wie auch andere hierzu dienliche Zeichen, advertirt werden können; verſehe mich dagegen, daß Sie unterdeſſen, wie bishero zu ihrem muſter⸗ lichen Ruhme geſchehen, dem Feinde noch mehrere gute Reſiſtenz erweiſen und zu keinem Accord ſich einlaſſen werden. Gott befohlen. Röm. Kaiſerl. Majeſtät gehei⸗ mer Rath, auch Kriegsrath, Kämmerer, Hatzſchierhaupt⸗ mann, Feldmarſchall und beſtallter Obriſte, des Herrn Bürgermeiſter dienſtwilliger Octavius Piccolomini.

Es verſteht ſich von ſelber, daß Frau Wernerin un⸗ ausſprechlich glücklich und dem Herrn dankbar war, daß ſie ihren einzigen Sohn wohlbehalten wiederſah. Ja ſie bangte nicht einmal ſonderlich, als er ſich ſofort wieder in die Reihen der Vertheidiger begab ſtand er doch in V Gottes Hut. Auch Gertraudt war lebhaft erfreut. Ihrem ſtillen Kummer gereichte es zu einigem Troſte, daß den jungen Mann kein Ünfall betroffen hatte.

Konrad ſelbſt erſchrak heftig, als er vernahm, die Hoch⸗ zeit der ſchönen Jungfer Volkmarin ſolle ſchon in den nächſten Tagen ſtattfinden. Er gab ſich mit ſolcher Kühn⸗ heit auf den Streichwehren und bei der Ausbeſſerung der Schäden den feindlichen Geſchoſſen preis, daß es ſchier ausſah, als ſuche er abſichtlich den Tod. Allein er blieb, wie durch ein Wunder der göttlichen Vorſehung, unver⸗ letzt, und alle Einſaſſen ſeiner Vaterſtadt waren verwundert ob ſeines unverzagten Muthes und gönnten ihm von gan⸗ zem Herzen das Lob, welches ihm die Muſterherrn und Hauptleute ertheilten.

Alle? Nein. Der Bräuherr Volkmar gönnte ihm den guten Leumund nicht, den er ſonſt überall genoß, und zuckte geringſchätzig die Achſeln zu dem Vertrauen und der ehrenden Auszeichnung, ſo auch der Berghauptmann Schönborn für ſeinen jungen Untergebenen hatte. Indeſſen achtete er auf dergleichen Allotria in dieſer Zeit weniger, wie wohl ſonſt geſchehen wäre. Hatte er doch Vieles an⸗

und der 4 Fuß hohe Schornſtein. Der Thurm erwies ſich als un⸗ verwundbar. Für die, welche darin waren, muß das Anprallen der rieſigen, aus nächſter Nähe mit einer Geſchwindigkeit von 2000 Fuß pro Secunde losgeſchoſſenen Kugeln zuſammen mit

der Entladung der eigenen Monſtergeſchütze gerade kein Adagio

geweſen ſein. Zwei Mann, die ſich unbedachtſamer Weiſe an die Wand lehnten, wurden durch die Erſchütterung beſinnungslos zu Boden geworfen, kamen aber ſpäter wieder zu Beine. Die An⸗ dern arbeiteten unverdroſſen, wenn gleich Manchem das Blut aus Naſe und Ohren lief. Der Oberingenieur ſelbſt beſorgte während der ganzen vier ſchrecklichen Stunden, die der Kampf anhielt, das Drehen des Thurms, wodurch die Geſchütze in jede beliebige

Richtung gebracht und beim Laden ganz gedeckt werden können.

Den Rumpf des Schiffs zu verletzen iſt nicht die entfernteſte Möglichkeit; die Kugeln haben in jedem Fall durch 25 Fuß Waſfer zu gehen. Das Aufrennen hatte ſo geringe Folgen, daß man kaum die Stelle wiederauffinden konnte. Die einzige ver⸗ wundbare Stelle iſt das Steuermannshäuschen, welches, winzig wie es iſt, doch zweimal getroffen wurde. Der erſte Schuß that ihm nichts. Der zweite aber zerſchmetterte einen 9 bis 12 Zoll dicken ſchmiedeeiſernen Balken. Capitain Worden, der neben dem

Steuermann die Manöver leitete, hatte unglücklicher Weiſe ſein

Auge zu nahe an eines der kleinen Ausgucklöcher gebracht und wurde dermaßen verletzt, daß er das Geſicht noch nicht wieder hat, und wahrſcheinlich eines, wenn nicht beide Augen einbüßen wird. Der Steuermann aber wurde nicht vom Poſten gerührt. Der Merrimac erhielt endlich einen Schuß, der unter der Waſſer⸗ linie eindrang, was ihn nöthigte, den Kampf aufzugeben und ſich unter die Batterien von Norfolk zurückzuziehen.

Er iſt ſeitdem

nicht wieder zum Vorſchein gekommen und ſcheint demnach ziem⸗ lich ernſtlich beſchädigt zu ſein, gewiß iſt, daß ſein Befehlshaber ſchwer verwundet und eine größere Anzahl ſeiner Mannſchaft um⸗ gekommen iſt, während auf demMonitor außer dem armen Capitain, der nach Waſhington geſchafft wurde, Alle munter ſind, bereit dem grimmigen Gegner jeden Augenblick wieder zu begeg: nen, noch ſiegesmuthiger als zuvor; denn man hat jetzt die Rich⸗ tung der Geſchütze erſt los, denen man wie beim letzten Schuſſe, nicht die geringſte Elevation zu geben hat; dann will man auch die ſchmiedeeiſernen Kugeln benutzen, während man bis dahin, nach beſtimmtem Befehl vom Marinedepartement, nur die guß⸗ eiſernen genommen hatte. Das Commando iſt dem Lieutenant Selfridge übertragen, der Tags vorher mit demCumberland ſo todesverachtend unterging, dann aber noch gerettet wurde. Das Benehmen desCumberland verdient die höchſte Bewun⸗ derung. Nach den erſten Schüſſen und namentlich nach dem erſten furchtbaren Anprall, auf den ſofort das Waſſer voll hereinſtürzte, war ſein Schickſal beſiegelt. Aber kein Menſch von den 300 wich von ſeinem Poſten, Breitſeite über Breitſeite wurde gegeben, wenn auch ohne Wirkung; wogegen jeder Schuß desMerrimac durch und durch ging, haufenweis die Mannſchaft wegmähend. Aber die Ueberbleibenden jubelten noch, als eine Ladung wenig⸗ ſtens den Effect hatte, die Rebellenflagge herunterzuholen, die keiner wieder aufzuhiſſen wagte, während das Sternenbanner über dem Spiegel unverſehrt flattern blieb, ſelbſt noch als das Schiff mit dem Bug in die Tiefe ging. In dieſem Moment erſt ſann die Mannſchaft auf Rettung, durch Schwimmen, Klettern in die Maſten und auf's Hintertheil, von wo nach Entfernung des Fein⸗ des ein Kanonenboot die Unglücklichen abholte. Mehr als die