Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
277
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Jahrg.

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Nr. 18.]

Die Härte des Vaters konnte ihn eben ſo wenig wankend machen, wie die ſchon ſeit geraumer Zeit erlangte und ſo ſchmerzliche Erkenntniß, er ſelber befolge die göttlichen Gebote nicht, wie er ſollte. Seinem Willen zu trotzen, kam ihr nicht in den Sinn, obſchon derſelbe ſie unſäglich elend machte ſie war nur in der Angſt ihrer Seele, ohne recht zu wiſſen, was ſie that oder was ſie wollte, zu der alten Wernerin geeilt. Zwar hätte dieſe ſie nicht mit ernſten Worten an ihre kindliche Pflicht und die Ergebung in den Willen Gottes, der ſich ja durch die Eltern kund gebe, gemahnt, ſondern im Gegentheil ihr von dem ſtillen Kummer Konrad's geſprochen und von ſeiner Verzweif⸗ lung, wenn ſie die Ehegattin Kurt Freydiger's würde wer weiß, zu welchen Entſchlüſſen ſie in der Aufregung der gegenwärtigen Stunde gelangt wäre. Sie fühlte das in ihrem Herzen und erſchrak vor dem Abgrunde, an deſſen Rand ſie ſich befunden hatte. Was war auch irdiſch ver⸗ gänglich Glück gegen das ewige Verderben, in welches durch Ungehorſam gegen den Erzeuger ihr unſterbliches Theil geſtürzet worden wäre? Darum dankte ſie der alten Frau herzlich und begab ſich mit dem Vorſatze nach Hauſe, dem Vater ohne Murren zu gehorſamen, wie es ſich ge⸗ bührete. Wollte Gott ſie vor dieſer Ehe bewahren, warum ſie ihn brünſtiglich auflehete, ſo fehlete es ihm ja nicht an Mitteln und Wegen dazu. Freillich rechnete ſie ſich's als Sünde an, wenn ſie ſich bei dem Gedanken daran ertappte, dennoch ruhte auf dem Grunde ihrer Seele die Hoffnung, die Beſtürmung der Stadt durch die Feinde würde die Feier der Hochzeit nicht geſtatten, der Vater würde ſich zu einem Aufſchub genöthigt ſehn, und Aufſchub war vorläufig Alles, was ſie wünſchte.

In dieſer Hoffnung wurde ſie jedoch getäuſcht. Der Ort war allerdings dicht umſchloſſen, und die Schweden ſetzten den Belagerten mit Minen und häufiger Beſchie⸗ ßung arg genug zu. Auch war das Waſſer ziemlich knapp, denn ſeit dem 14. Januar war der Stadt das gemeine

waren.

Folge. 277 Rinneu⸗ und Röhrwaſſer ganz benommen, und da die Röhrkäſten auf den Märkten und Straßen zum Theil ausgeſchöpfet, zum Theil wegen der großen Kälte ſtark gefroren waren, ſo mußte man das Waſſer leiten, wo man es dann in große Braupfanunen ſchlug und durch Feuer vor dem Gefrieren ſchützte. Ueberdies war in Freiberg kein Ueberfluß von Munition vorhanden, und der geringe Pulvervorrath, welcher ſich täglich um einen Centner ver

minderte, der theils verſchoſſen, theils zu Gegenminen

verbraucht wurde, erregte von Tag zu Tag mehr Bedenken.

Dennoch war die Furcht vor den Schweden im Ganzen

nicht groß; man hoffte nicht allein täglich auf Succurs die Feinde vermochten auch nicht einmal etwas Ernſtliches zu unternehmen. Es fehlte Torſteuſon an Munition, und die Orte, von wo er ſie beziehen konnte, nämlich Leipzig und Erfurt, lagen ziemlich fern, zumal in dieſer Jahres⸗ zeit, wo bald Schneewetter, bald wieder ungewöhnlich heftige Regengüſſe die Wege ungangbar machten. War doch überhaupt der Winter des Jahres 1643 durch ſeine ſtürmiſche Witterung den Schweden in ihrem Vorhaben ſehr hinderlich. Furchtbare Stürme verdarben ihre Blenden und warfen die Häuſer und Scheunen in den Vorſtädten nieder, darinnen ſie Quartier genommen. Die Truppen befanden ſich oft bis an die Kniee im Waſſer und Moraſt, und häufige Erkrankungs⸗ und Todesfälle waren die Folge davon. Außerdem mußte Torſtenſon, der von Podagra arg geplaget ward, auf ſeiner Hut ſein gegen die Kaiſerlichen, welche von Böhmen her im Anzuge Einmal brach er ſogar mit einigen Regimentern auf und rückte Piccolomini nach der böhmiſchen Grenze hin entgegen, doch kehrte er bald wieder zu der Belage⸗ rung zurück, ohne daß es zu einem ernſtlichen Gefecht ge⸗ kommen war.

All dieſes, wie der Mangel an Futter und Lebens⸗

mitteln im ſchwediſchen Heer, machte deſſen Operationen weniger nachdrücklich, als es ſonſt wohl der Fall geweſen

hatte, fing der Hund ſo erbärmlich zu heulen an, als ob er mir aus meinem Bette bringen; allein er ſtellte ſich zur Wehre,

die Antwort geben wollte. Ich hatte noch ziemlich weit nach Hauſe; der Hund folgte mir auf dem Fuße und entfernte ſich auch nicht, als ich ihn ver⸗ ſcheuchen wollte. Ich gelangte endlich zu dem Thore meines Wohnhauſes, läutete an und wußte wohl, daß mein geſtrenger Herr Haus⸗ meiſter mich eine Viertelſtunde werde warten laſſen, bis er mir offne. Dies geſchah auch; ich ſtand am Thore und blickte den armen Hund mitleidig an; da ſetzte ſich das Thier auf ſeine Hin- terfüße, wartete mir auf, ſchlug ſeine Vorderfüße zuſammen, als ob er mich bitten wollte, ihn mitzunehmen. Ich beſchloß, ihm dieſe Nacht ein Obdach zu geben. Der Hausmeiſter kam, ſperrte auf, und als er ſah, daß der Hund mir nachfolge, fragte er barſch: Gehört das Miſtvieh Euer Gnaden? Ja, für dieſe Nacht, ant⸗ wortete ich ihm, gab ihm ſein Sperrgeld und ging, gefolgt von dem Hunde, in meine Wohnung. Vor meinem Zimmer befand ſich eine winzige Küche, in welcher ich den Hund liegen laſſen wollte. Ich machte Licht, öffnete die Thür zu meinem Zimmer; in dieſem Augenblicke aber ſchoß der Pudel vor mir vorüber wie ein Blitz in das Zimmer, und mit einem Satze ſprang er auf mein Bett und legte ſich da der Länge nach nieder. Man kann ſich meinen Aerger denken, als ich das ganz naſſe, von Koth trie⸗ fende Vieh in meinem weißen Bette liegen ſah. Ich lockte ihn, pfiff ihm, ſuchte alle Hundenamen hervor, welche mir ein⸗ fielen; allein er kam weder auf Azor noch auf Phylax, ſondern ſah mich an und blieb ruhig liegen. Ich bot ihm Brod und ſogar Zuckerwerk an, welches ich in meinem Nachttiſchchen liegen hatte, vergebens!

Endlich nahm ich meinen Stock und wollte ihn mit Gewalt

fletſchte die Zähne und knurrte ſo bösartig, daß ich endlich nach einer Stunde fruchtloſen Bemühens es aufgab, ihn aus dem Bette zu bringen. Nachdem mein Aerger ſich gelegt hatte, mußte ich laut lachen, legte mich auf drei Stuͤhle, auf welcht ich da er mich auch den Strohſack nicht unter ſich heraus ziehen ließ meinen Mantel breitete, und ließ meinen Gaſt ungehindert bis zum Morgen liegen, wo ich ihn dann mit Hülfe meines Stiefel⸗ putzers endlich glücklich aus dem Bette und aus meiner Wohnung brachte. 6.

Aus der Gegenwart. Ein kleiner Rampf von großer Tragweite.

So große Dinge auch in den letzten Tagen ſich ereignet haben und gegenwärtig im Gange ſind, ſchreibt man derWeſ.Z. un⸗ term 13. März aus Newyork, ſo iſt es doch vorzugsweiſe noch das wunderbare und ewig denkwürdige Seegefecht, welches am Sonnabend und Sonntag, den 8. und 9. d. M. in Hampton Roads vor den Augen Tauſender von Zuſchauern aufgeführt wurde, was alle Gemüther erfüllt. Dieſer Kampf, abgeſehen von ſeinen hochdramatiſchen, tragiſchen Effecten und den ſeltſamſten Spielen des Schickſals, die ihn begleiteten, iſt epochemachend in der moder⸗ nen Kriegführung. Sowohl die Fragen des Experiments eiſerner Schiffe gegenüber der zermalmenden Wirkung der neuerdings ſo unendlich vervollkommneten Geſchoſſe, als die der Küſtenbefeſtigung.