1 Jahrg.
tes, der mit ngekehrt und ſeſten Rufes en, die kaum
eborenen Ir⸗ mit unzer hing, ſehr öher gehegte e feindliche, Pairs ein ande ange⸗
vrecher nach der Statt⸗ n—„mich hältniſſen zu uiſichten das unter allen t und wurde iſſeu.— Ich inen Lands⸗ e, der früher betrübende Mißtrauen
Mr. Laing, n und haben ichen Geſin⸗ ſen Verwal⸗ t. Glauben ſein, wenn ierung wie GeorglII. ſition gegen
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binkängliche ichen gehalten, ertheilen, oder tſcher Sprach⸗ nihre Paddig⸗ nen kann, und eln vollendẽ
Nr. 17.)
Dritte
„Mein Leben für Georg III.!“ erwiderte Laing, „und des Himmels beſten Segen über ſeine Miniſter, weun ſie in mildem Geiſte über Irland regieren! Aber —— jedoch Verzeihung, Excellenz!“ unterbrach er ſich ſelbſt;„ſchon zu lange mißbrauchte ich Ew. Herrlich⸗ keit Geduld. Ein Schreiben von Wichtigkeit, welches einer meiner Freunde keiner anderen Hand als der meini⸗ gen anvertrauen wollte, weil es Dero eigene erhabene Perſon betrifft, die jedem Ehrenmanne in dieſem Reiche heilig iſt, veranlaßt mein Erſcheinen hier im Palaſte.— Nehmen Sie Ihre Maßregeln danach, Mylord! Viel⸗ leicht erſcheint Ihnen der Manu in einem beſſeren Lichte, der dadurch den Unwillen, das Mißtrauen der Regierung erregt zu haben ſcheint, daß er mit Vernachläſſigung ſeiner eigenen Intereſſen ſeit Jahren mit Wärme für ſeine unter⸗ drückten Landsleute ſprach. Er folgt darin den: Beiſpiele ſeines edeln Vaters und verwendet die letzten Trümmer ſeines Vermögens, den Kummer der Nothleidenden zu ſtillen und die Armuth der Gedrangſalten zu mindern.“
Mit echt britiſcher Ruhe wandte ſich der Lord Statt⸗ halter, nachdem er das ihm von Laing überreichte Schrei⸗ ben flüchtig durchleſen hatte, an die Nächſtſtehenden ſeiner Umgebung.„Sonderbar! Derſelbe Sir Lewis O' Donnell, den man mir ſo zu verdächtigen von vielen Seiten ſich an⸗ gelegen ſein läßt, gegen den ich, von Lord Kildarn, dem gegenwärtigen Beſitzer der Güter, welche früher das Eigen⸗ thum des vormaligen Lords O' Donnell waren, aufs Aeußerſte gedrängt, ſogar einen Verhaftsbefehl erlaſſen habe, warnt mich in dieſem Schreiben vor einem Anſchlage auf mein Leben. Das Leben dieſes Mannes bietet jeden⸗
falls ein auffallendes Gemiſch von Edelmuth, Patriotis-
mus und Verirrung in ſeinen politiſchen Anſichten dar.“ „Seien Sie verſichert, Mr. Laing!“— fuhr er dann, an dieſen ſich allein wendend, fort,„daß ich nie eine ſchlechte Meinung von Ihrem Freunde gehabt, daß ich ſeine Gefühle ehre, wiewohl ich nur zu ſehr befürchte, daß
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ſie ihn endlich auf Abwege leiten, und— daß ich die bisher von ihm beobachtete Umſicht und Klugheit bewundern muß. Ich würde Ihnen auftragen, Ihrem Freunde zu V ſagen, daß mich ſeine Warnung, an deren guter Meinung ich nicht zweifeln will, dennoch nicht abhalten ſoll, b die Beruhigung der inſurgirten Provinzen mit allen mir zu Gebote ſtehenden Kräften zu vollenden, wenn Sie ihn auffiuden könnten. Allein des Hochverraths beſchuldigt, angeklagt franzöſiſche Officiere auf ſeinem Schloſſe zu ver⸗ bergen, habe ich mich genöthigt geſehen, einen Verhafts⸗ befehl gegen ihn zu erlaſſen, der bereits ausgeführt ſein dürfte. Ich wünſche nichts mehr, als daß es Sir Lewis O' Donnell gelingen möchte, ſich von dieſer Beſchuldigung zu reinigen; er würde nur noch höher in meiner Achtung dadurch ſteigen.“
Laing ward betroffen, ſuchte ſich aber zu faſſen und erwiderte:„Selbſt wenn O'Donnell in dieſem Falle ſtraf⸗ bar befunden würde, möchten Ew. Excellenz nicht im Sinne des harten Geſetzes, ſondern mit menſchlichem Gefühl über ihn richten! Er hatte nahe Verwandte im franzöſiſchen Heere. Gott! Er iſt von ſeinen Feinden und durch die Verurtheilung ſeines ſchändlich gemordeten Vaters aufs V Aeußerſte getrieben worden. Wie in dem ſeinigen, ſo ringt iin tauſend zerfleiſchten Herzen edelgeborener Irländer die Verzweiſtung, O, laſſen Ew. Excellenz in Irland das
neue Leben beginnen, deſſen ſich jetzt faſt alle anderen Län⸗ V der Europas erfreuen, und des Königs Majeſtät wird über ein ſo treues, bildſames, der Freiheit und deß Glücks wür⸗ diges Volk in Frieden herrſchen, wie irgend eine Monarchie der weiten Chriſtenheit. Mylord, auch die Irländer ſind Menſchen wie ihre Brüder in England; in ihrer Bruſt wohnen auch Herzen, die eben ſo lebeudig für alles Gute und Schöne ſchlagen, wie ſie tief das Elend und die Ver⸗ achtung empfinden, die ſie in Europa faſt auf die niedrigſte
Stufe der cultivirten Nationen geſtellt haben.— Wollen Ew. Excellenz O' Donnell verdammen— ich frage Ew.
Literatur.
Wirklichkeit und Phantaſie. Geſammelte Erzäh⸗ lungen von S. W. Gubitz. Berlin, Vereins ⸗Buchhandlung von Gubitz..
Aus Wirklichkeit und Phantaſie beſtehen alle belletriſtiſchen
Erzeugniſſe, wenn auch von letzterer gewöhnlich mehr als von er⸗
ſterer dabei im Spiele iſt. Gubitz, als Erzähler im weiteſten
Kreiſe bekannt, hat eine bewunderungswürdig leichtflüſſige Ein-
Die Erbin von Lotonsky. Roman von Oswald tein. Leipzig, Verlag von Kollmann. Der Verfaſſer hat ſich bereits beſonders durch ſeinen Roman „vor dreißig Jahren“ bekannt gemacht. Seine vorliegende eſchichte, keineswegs, wie der Titel Manchen vermuthen läßt, in alter Zeit ſpielend, iſt in leichtem Vortrag erzählt, und die Compoſition iſt ſo verſchlungen, daß oft recht geſchickt eine lebendige Spannung der Leſer herbeigeführt wird. Recht natürlich und mit Herzlich⸗ lichkeit iſt vorzüglich eine Epiſode derſelben, die Flucht eines jungen Demagogen, dargeſtellt.
So empfiehlt ſich das Buch als eine leichte Lectüre zur Zer⸗ ſtreuung in müßigen Stunden, nicht aber zum Vorbilde eines charakterſchildernden Romans. O. B.
G.
Stereoſkopen. Novellen von Alrebi. Wollſtein und Grätz, Verlag von Jacobi.
Die künſtlichen Titel, welche jetzt für alle Literaturerzeugniſſe Mode ſind, haben zwar urſprünglich manierirte Schriftſteller er⸗ funden, doch ſind ſie von der Geſchmackloſigkeit des Publicums mit zu viel Vergnügen aufgenommen und von den Verlegern als guter Talisman für den Verkauf approbirt, um bald von den Autoren wieder aufgegeben zu werden. Man empfiehlt ſich der Blaſirtheit gewiſſer Leſerkreiſe am pikanteſten durch die Reize des Abgeſchmackten oder Barocken. So kann man den Einzelnen nicht mehr für die Schuld, welche die Geſellſchaft gemacht hat
und mit der Einbuße von geſundem Menſchenverſtand ſtattlich bezahlt, verantwortlich machen.
Dieſe Stereoſkopen haben bereits die zweite Auflage er⸗
fahren. Die Verfaſſerin gibt darin auch Aphorismen, welche das
iſſen am ene bildungskraft, und verbunden mit praktiſcher Kenntniß des Lebens jel lernen, 8 bringt dieſe in dem routinirten, immer zur Arbeit aufgelegten die Schuld Mann die zahlreichſten Reſultate zuwege. Sein Genre iſt die das Engliſch Schilderung des bürgerlichen Lebens im gewöhnlichen Styl, wo⸗ ltern nehmen bei das Behagen den Witz und Geiſt vertritt und es mit dem eim Spielund feineren Geſchmack nicht genau genommen wird. Eine ſolche Art und mundge⸗ u arbeiten bringt das Maſſenhafte zuwege, und die große Menge welche Jedere d der Leſer erfreut ſich an der Natürlichkeit des Tons, in welcher ſie Der Deutſchr ihr blaues Montagsgeſpräch wiedererkennt. tt den rechien Solcher Gattung finden ſich in dieſen Bänden Dorfgeſchichten, in den volh⸗ Sagen und Märchen, chronikenartige Novellen und ſolche Erzäh⸗ tiche Suuuh lungen zuſammen, welche ſich der Verfaſſer das Vergnügen ge⸗ Gs ſind glüc⸗ macht hat, nach vorgelegten Bildern zu componiren, eine ähnliche welche wiſin, literariſche Beſchäftigung, als ob ein Improviſator nach zuge⸗ . it, a di worfenen Endreimen Balladen dichtet. An kleinen humoriſtiſchen dui üter jener Wendungen fehlt es dabei in dieſen Geſchichten ebenſowenig, als unſt, wiſſen an jener guten Moral, welche auf Chrlichkeit und ein gutes Aus⸗ t ſuratin er kommen hält. O. B. ttulſ iſt. 1 rerland 3* 1
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