268 Uovellen-Zeitung.
„Mr. Dermot Laing?“ wandte ſich der Lord Lieute⸗ nant fragend zu einem naheſtehenden Adjutanten. „Der verabſchiedete Capitain von Lord Wexford's Dragonern, Excellenz,“ flüſterte der Gefragte mit einer Verbeugung. 2
„Ah, ich weiß ſchon“ ſagte der Statkhalter— „der Freund und Vertraute vom Baron Lewis O’ Donnell.“
„Zu Dero Befehlen,“ entgegpete der Officier.
Auf einen Wink des Vicekönigs trat der Gehörbittende mit feſtem Schritt und edlem Auſtande, aus dem man ſogleich den alten Soldaten erkennen konnte, heran, ver beugte ſich und blieb dem Statthalter nahe gegenüher in ehrerbietiger Haltung, aber aufrecht ſtehen.
„Sie dienten in der Armee, Mr. Laing?“
„Seit meiner früheſten Jugend, Excellenz, vom Cadet ten bis zum Hauptmann.“
„Sie dienten auch ſchon im Auslande? So deutet wenigſtens Ihr ganzes Aeußere an, welches den Stempel des vielverſuchten Kriegers trägt.“
„Ich war zur Zeit der Belagerung in Gibraltar und ſtand dann mehrere Jahre in Indien gegen Tippo Saib. Eine ſchwere Wunde, die ich in einem der letzten Gefechte des Feldzugesmerhielt, war Veranlaſſung, daß ich nach England zurückkehrte und durch Tauſch in das von Lord Wexford befehligte Dragonerregiment eintrat.“
„Und warum entzog ein ſo wackerer Streiter ſeine Dienſte dem Könige, der ungern Männer verliert wie Sie ſind, M. Laing?“
„Gern hätte ich länger gedient, Excellenz“— verſetzte der Gefragte,„indeſſen vermochte ich es nicht, zumal da ich mich häufig, wie in Garniſonen, ſo auch im Felde von der Unzweckmaßigkeit des Princips über die Käuflichkeit der Officierſtellen überzeugt und mein Mißvergnügen nicht unterdrücken konnte, als ich erfuhr, daß einer der
[VIII. Jahrg.
bravſten Officiere meines früheren Regimentes, der mit Ruhm und Wunden aus dem Feldzuge heimgekehrt und ſich als Officier und Gentleman des fleckenloſeſten Rufes erfreute, zweimal durch Kauf von jungen Leuten, die kaum die Schule verlaſſen, übergangen war.. Dieſe dem freien Briten erlaubte, dem geborenen Ir länder, von dem man ohnedies wußte, daß er mit unzer ſtörbar kindlicher Liebe an ſeinem Vaterlande hing, ſehr übel gedeutete Aeußerung verwandelte die bisher gehegte bittere Stimmung ver übrigen Officiere in eine feindliche, da ſie größtentheils als engliſche und iriſche Pairs ein von dem meinigen, der ich dem guten Mittelſtande ange höre, ganz verſchiedenes Intereſſe hatten.
„Es wäre leicht geweſen“— fuhr der Sprecher nach einer kurzen Pauſe fort, da er bemerkte, daß der Statt⸗ halter ſeine Erzählung nicht ungern vernahm—„mich durch eine Bitte um Verſetzung dieſen Verhältniſſen zu entziehen. Indeſſen mußte nach meinen Aunſichten das vermeintliche Recht, worauf ich mich ſtützte, unter allen Verhältniſſen daſſelbe bleiben; ich bat nicht und wurde durch Jutrigue aus Sr. Majeſtät Dienſt entlaſſeu.— Ich lebe gegenwärtig geachtet und geliebt von meinen Lands⸗ leuten auf einem kleinen Landgut meines Vaters, der früher faſt gleiches Schickſal mit mir hatte: das ſo betrübende Schickſal aller katholiſchen Irländer—— mit Mißtrauen von oben herab betrachtet zu werden.“
„Sie richten doch wohl etwas zu ſtreug, Mr. Laing, über die politiſchen Parteien in Großbritannien und haben zu wenig Vertrauen zu den wahrhaft väterlichen Geſin⸗ nungen unſeres edlen Königs für Irland, deſſen Verwal⸗ tung er mir anzuvertrauen die Gnade gehabt. Glauben Sie mir, Manches würde hier zu Lande beſſer ſein, wenn man ſich den Maßregeln einer ſe gütigen Regierung wie die iſt, welcher ſich die vereinigten Reiche unter Georg II. erfreuen, nur noch fügte, ſtatt in ſteter Oppoſition gegen ſie zu beharren.“ 1
welches es dann ſpricht, iſt immer höchſt elend. Nichts von En⸗ dungen, von Abwandlungen der Zeitwoͤrter, ein geringer Wort⸗ vorrath, und lauter undeutſche Wendungen bilden die Regel. Selbſt in den deutſchen Schulen ſchwätzen ſie Yankee⸗Engliſch mit einander. Sprachlich genommen kann man ſie als ſprachliche Mauleſel bezeichnen; auch dann, wenn ſie etwa in guten engliſchen Schulen unterrichtet werden, ſprechen ſie kein reines Engliſch, während ſie im Straßenjungen⸗Yankee⸗Slang eine große Geläu⸗ figkeit zeigen. Den richtigen Gebrauch der höheren Redewendun⸗ gen und beſonders des lateiniſchen Elementes in der Sprache eig⸗ nen ſie ſich ſelten und immer nur langſam an. Tauſende von gebildeten deutſchen Eltern ſehen mit dem größten Schmerz, daß ihre Kinder, troßz aller Gegenbemühungen, keine von beiden Spra⸗ chen vollkommen beherrſchen lernen. Dieſe letzteren Bemerkungen ſtellt ein zu St. Louis erſchei⸗ nendes Blatt an; es fügt hinzu, daß im Allgemeinen das Eng⸗ liſche viel leichter für die Kinder zu erlernen ſei als das Deutſche; jenes ſpricht ſich bequemer aus. Die Grammatik iſt viel einfacher und ſehr arm an Formen, die Redewendungen ſind weit weniger ausgebildet und weit einförmiger als jene unſerer herrlichen, un⸗ ermeßlich reichen und bildungsfähigen deurſchen Sprache. Im Engliſchen hat jeder Gedanke ſeine beſtimmte Ausdrucksform, welche ſich dem Gedächtniſſe leicht einprägt, und in den meiſten Fällen ſind dieſe Formen kürzer und deutlicher, fallen leichter in den Mund als im Deutſchen. Beim Engliſchreden braucht man nicht lange darüber nachzudenken, wie man ſich richtig oder wenigſtens angemeſſen ausdrücken ſolle. Dafür hat ſchon die Sprache von ſelbſt geſorgt. Wenn nun der Durchſchnittsmichel. ſeine Mutterſprache verunreinigt, ſo macht ſein Kind ihm dieſe
Unart nach, und gute deutſche Bücher gibt er ihm die Hand. 4
„Deutſche Schulen ſind bei weitem nicht in hinlänglicher Menge vorhanden; die meiſten werden von Geiſtlichen gehalten, welche entweder unfähig ſind, Sprachunterricht zu ertheilen, oder abſichtlich der Jugend nur ein dürftiges Maß deutſcher Sprach⸗ kenntniß gönnen; es ſcheint ihnen genug, wenn man ihre Predig⸗ ten verſtehen oder den Katechismus auswendig lernen kann, und gerade dieſe Sectenſchulen ſind es, welche den Kindern vollends ihre Luſt am Deutſchen verleiden. Die Kinder müſſen am Ende ſelbſt einſehen, daß ſie in denſelben nicht halb ſo viel lernen, als
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iin den engliſchen Volksſchulen, und ſie meſſen dann die Schuld
ihrer ſchweren Mutterſprache um ſo mehr bei, da das Engliſche
wie ſpielend anfliegt. Auch die Kinder gebildeter Eltern nehmen
gewöhnlich raſch die Unluſt zum Deutſchen an, da beim Spiel und täglichen Verkehr das Engliſche ihnen viel leichter und mundge⸗ rechter vorkommt. Die engliſche Volksſchule, für welche Jeder⸗
mann Schulſteuer zahlen muß, koſtet weiter nichts. Der Deutſche
in Nordamerika hat, durchſchnittlich genommen, nicht den rechten Nationalſtolz; nur im Handwerk, im Ackerbau und in den Volks⸗ feſten bält er zäh am Heimathlichen. Aber die deutſche Sprache wird darum doch nicht etwa in Amerika ausſterben. Es ſind glück⸗ licherweiſe ſehr viele höher gebildete Deutſche da, welche wiſſen, wie viel mehr wertb unſere Sprache und Literatur iſt, als die engliſche, und wie hoch unſere Wiſſenſchaft und Kunſt über jener der Engländer oder gar der Nordamerikaner ſteht. Sie wiſſen ferner, daß eine völlige Beherrſchung zweier Culturſprachen ein unſchätzbarer Gewinn für ſie und für das neue Vaterland iſt.“
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