Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
267
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Nr. 17.]

ihre Glückwünſche wegen der eben abgewandten Gefahr der franzöſiſchen Invaſion darzubriugen, die das Reich mehr als je bedrohet hatte, füllten die auſtoßende nicht minder prachtvolle Halle. Männer in weniger glänzen⸗ dem Anzuge, denen man anſah, daß ſie nicht häufig ge⸗ wohut waren auf den glänzenden Parquets ſich zu bewegen, ſtanden mit der bereit gehaltenen Bittſchrift im tiefſten Hintergrunde, ruhig erwartend, wenn der dienſtthuende Kammerherr ihre klangloſen Namen verzeichnen würde, während Pairs, Ritter vom Hoſenbande und vom Bath⸗ orden mit der ihrem Stande und dem engliſchen National⸗ charakter eigenen Grandezza, mit vornehmer Kürze ihre Namen nannten und mit verächtlichem Seitenblick ihre Promenade fortſetzten, wenn etwa in der Nähe eine der vor zweihundert Jahren von ihrem hohen Standpunkte herabge⸗ ſunkenen iriſchen Adelsfamilien genaunt wurde, deren ehe⸗ malige Beſitzungen durch Cromwell's und der Eliſabeth Edicte eben jenen ſtolz dahin ſchreitenden Männern ihren jetzigen Glanz verliehen hatten.

Jetzt öffneten ſich die hohen Flügelthüren. Augen⸗ blicklich herrſchte tiefes Schweigen ringsum, und von einem glänzenden Gefolge umgeben, trat der Lord Statthalter in die Verſammlung, die ſich wie bei einem Lever in den königlichen Gemächern von St. James zu beiden Seiten aufgeſtellt hatten.

Mit ernſter Würde nahm der vielgeltende Mann die Glückwünſche der zur Cour erſchienenen Großen an. Freundlich redete er mit faſt Allen, doch entging es dem kundigen Beobachter nicht, wie er an einzelnen beſtimmten Herren, deren Härte bis zu ſeinen Ohren gedrungen war, kalt grüßend vorüberging und ſeine Blicke einen Moment ſtreng auf ihnen verweilen ließ.

Man blieb zweifelhaft, ob der Unwille, welcher die kalt diplomatiſchen Züge des Staatsmaunes für einen Augenblick veränderte, der Ausdruck eines edlen Gefühles war, welches er ſelbſt in Ausübung ſeines ſtrengen Amtes

nicht zu unterdrücken vermochte, oder ob es die Mißbilli⸗ gung des Hochtory darüber verrieth, daß Mäuner von der Partei, der es ſelbſt angehörte, ſo fehlerhafte Maßre⸗ geln wie Härte, Gewalt und Grauſamkeit anwendeten, um ihre Privilegien aufrecht zu erhalten, da ſie ſeiner beſſeren Einſicht nach durch zeitgemäße Güte, diploma⸗ tiſche Gewandtheit und kluge Nachgiebigkeit in Kleinig⸗ keiten, worauf die unteren Volksclaſſen gewöhnlich einen hohen Werth legen, den alten Zuſtand der Dinge viel leichter zu ſichern und zu erhalten vermochten.

Mit freundlicher Herablaſſung ertheilte er darauf den zahlreichen Sollicitanten Gehör. Für Einzelne von ihnen hatte er beſondere Worte des Troſtes, Allen aber verſprach er eine beſſere Zukunft, und mancher der Männer, deſſen Unmuth im Blick, als er den Palaſt des Engländers be⸗ trat, nur zu deutlich verrieth, wie er dieſen für ihn deſſen Ahnen einſt in höherem Anſehen ſtanden als Lord Corhampton letzten demüthigenden Schritt, einer reife⸗ ren Ueberlegung folgegebend, gethan, ehe er die Entſchei⸗ dung ſeines vermeintlich wohlbegründeten Rechtes der Waffengewalt anheimſtellte verließ mit weniger Groll, mit neuer Hoffnung die glanzerfüllten Hallen, die unter Mitwirkung ſeiner Vorväter gebauet waren.

Eine leichte Verbeugung des Statthalters hatte das Zeichen zur Entlaſſung gegeben, und der größte Theil der Anweſenden hatte ſich unter Beobachtung derſelben ſteifen Formen, die eine Audienz des Vicekönigs von Irland eben ſo ſtreng und abgemeſſen bezeichnet, wie die, welche der Monarch der drei vereinigten Königreiche ſelbſt gewährt, zurückgezogen. Se. Herrlichkeit, froh, daß die läſtige Stunde vorüber, war eben im Begriff ſich in ſein Cabinet zurückzuziehen, als der Uſher noch einen Herrn anmeldete, der ſich bis dahin abſichtlich, wie es ſchien, in den entfern⸗ teſten Theil des Saales zurückgezogen hatte, um ſein An⸗ liegen ungeſtört, nach Entfernung der Uebrigen vorbringen zu können.

wirke Wunder.Wie könnte es auffallend ſein, daß da, wo Deine Excellenz erſcheint, Gleichgewicht und Ebenmaß in allen Dingen herrſcht, und alles Schöne ſich in ſeiner ganzen Vollkommenheit zeigt? Auch dieſe Bemerkung findet großen Beifall und wird durch Verſe aus mehr als einem Dichter bekräftigt.

Der Beſuchende muß natürlich auch ſeinerſeits in derartigen Complimenten wetteifern. Er ſagt alſo, das Wetter ſei erſt ſchön

geworden, ſeitdem man ſo gütig geweſen ſei, den Beſuch zu ge⸗

nehmigen, und man verdanke das Glück ausſchließlich dem vor⸗ trefflichen Herrn des Hauſes. Dann macht er eine geſchickte Wen⸗ dung im Geſpräch, um eine Anekdote erzählen zu können, über welche alle Anweſenden hoch erfreut ſind. Der Hausherr drückt ihm dankbar die Hand, dieſer Druck wird mit Lächeln und Zärt⸗ lichkeit erwidert und dann Pfeife, Kaffee, Thee und Sorbet um⸗ hergereicht, Uebrigens wiſſen die Perſer allen dieſen übertriebe⸗ nen Höflichkeiten eine ſcherzhafte Beimiſchung zu geben, durch welche ſie das Steife verlieren. Der bloße Schwulſt der Compli⸗ mente würde lächerlich ſein, das begreift man recht gut. Wer wirkliche Geſchäfte mit einem Andern abzumachen hat, faßt ſich mit ſolchen Förmlichkeiten kürzer, aber die Vorſchriften der äußern Höflichkeit werden von allen Claſſen beobachtet, ſelbſt von den Laſtträgern. 6.

Zur Culturgeſchichte.

Das ſchwache Nationalgefühl der Deutſchen im Weſten.

Es macht unſern Landsleuten, welche nach Nordamerika aus⸗ gewandert ſind, nicht im Mindeſten Ehre, daß ſie ſich ſo arg an unſerer edlen Mutterſprache verſündigen. Man leſe nur die ſo⸗

genannten deutſchen Zeitungen. Welch ein abſcheuliches Gemiſch, bei dem das Engliſch⸗Amerikaniſche wie das Deutſche gleich ſehr mißhandelt wird! Es iſt, als ob dieſe halbgebildeten Michel ſich kopfüber in ein erbärmliches Zwitterthum zu ſtürzen mit einander wetteiferten.

Solch' einProvinzialmichel, der in Neu⸗York oder Phila⸗

delphia landet, ſtaunt alles Neue als ſeltſam an und hat nichts

eiliger zu thun, als ſeinen ehrlichen Namen zu traveſtiren. Im alten Schwabenlande, zu Bocfingen oder Sindelfingen, ſteht er im Kirchenbuche als Johann Jakob Bäuchlez ſobald er aber nicht mehr Bauer iſt, ſondernFarmer geworden und irgendwo in Illinois oder Ohio wohnt, nennt er ſich John James Bäuchle und hält ſich nun erſt für den rechten Jakob. Oder ſeine Wiege hat an der Elbe geſtanden; er iſt Kaufmannsdiener hüben geweſen und wird drübenClerk, aus Karl Heinrich Adolf Meyer wird er zu einem Charles Henry Adolphus Myer, und ſtellt, wie er meint, nun etwas Rechtes vor. Auch in der Umgangsſprache veryankeet ſich John James, denn er will zeigen, daß er fähig ſei, die Maſſen von oft ſehr rohen Ausdrücken zu behalten, an welchen die Rede des gewöhnlichen Amerikaners ſo reich iſt.

Da er ſelber ſeine Mutterſprache nicht werth hält, bedienten⸗ haft die Yankees nachäfft und ohne wahre Selbſtachtung iſt, ſo verſteht es ſich von ſelbſt, daß er auch ſeine Kinder ſprachlich ver⸗ wildern läßt.Du muſcht fertik Engliſch lerne, ſagt er zu ſei⸗ nem Knaben, der inmitten der Yankeejugend dann auch über⸗ raſchend leicht Yankeeſprache und die Unſitten von Jung⸗Amerika ſich aneignet. Ein guter Beobachter hat einmal behauptet, daß kein deutſches Kind, welches ein paar Jahr mit Nankees verkehrt hat, mehr deutſch reden wird, als es eben muß. Und das Deutſch,