Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
265
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1 Jahrg

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Nr. 17.] Dritte

lich nicht erwähnt werden konnte.

Werner, der ſich auch willig dieſer ſchwierigen Sache unter⸗ zog und nach kurzem Abſchied von ſeiner Mutter alsbald bleich.Warum ſo ſchnell, warum dieſe Eile? Laßt mir

den Weg antrat, mit dem Verſprechen, ſchnell wieder zu kehren und, wo es möglich, den kaiſerlichen Feldmarſchall zu ſchleunigem Succurs zu bewegen.

Doch verging ein Tag nach dem andern, und er kehrte nicht zurück. Es ließ ſich, da die Stadt enge eingeſchloſſen war, nichts über ſeinen Verbleib erfahren. Vielleicht war er den Feinden in die Hände gefallen, vielleicht gar von ihnen getödtet worden. Auch hatten, da er fortging, große und in dieſer Jahreszeit ſeltſame Regengüſſe die Wege ganz ungangbar gemacht und die Gewäſſer über die Ufer getrieben, ſo daß ihm leichtlich ein Unfall begegnet ſein konnte. 4

Jungfrau Gertraudt fragte ſlets, ſo es eine ſchickliche Gelegenheit gab, ob denn der Bote noch nicht wiedergekehrt ſei. Eines Samstags, man ſchrieb den 14. Jänner alten Styls, der damals in Sachſen noch galt, ſchaffte ſie, um ſich zu zerſtreuen, emſig in Truhen und Schränken, ſuchte aus der Menge ihrer Kleider und ihres Linnenzeugs Man⸗ cheklei hervor, was ſie der lieben Armuth könne zukommen laſſen, um mildthätig die frierende Blöße zu decken.

Ihr Vater überraſchte ſie dobei.Recht ſo, mein Töchterchen, ſagte er ſchmunzelndwähle nur unter demn Krimskrams aus, was Du noch brauchen kannſt, was ſich für die Frau Bürgermeiſterin ſchickt, den übrigen Plunder verſchenke oder verkaufe, wie es Dir gefällt ich kümmere mich darum nicht. Doch halte Dich wacker daran und ſieh vor allen Dingen darauf, daß Deine neuen Kleider, Hau⸗ beu, Hüllmäntel und was ſonſt dazu gehört in Bälde fertig ſeien. Ich bringe Dir eine gute Nachricht. Sinte⸗ mal man nicht wiſſen kann, wie lange dieſe Belagerung unſerer Stadt noch andauert, maßen welchen Ausgang ſie nimmt, oder mir in ſelbiger nicht gar etwas Menſch⸗ liches zuſtößet, ſo habe ich mit Deinem künftigen Eheherrn

Folge. 265

Die Wahl ſiel auf verabredet, daß morgen Euer erſtes Aufgebot vor ſich gehen

ſolle, worauf Ihr nach zwei Wochen copuliret werdet. Um Gott! Vater ſtammelte das Mädchen todten⸗

noch Zeit ich hoffte Ihr wißt Warum, das habe ich Dir ja ſchon geſagt, obgleich ein Kind den Vater darnach wohl nimmer zu fragen hat, unterbrach er ſie ſtrenge.Ich weiß, daß Du zum erſten Mal im Leben mir nicht den ſchuldigen Gehorſam zeigteſt, als ich Dir ſagte, ich hätte Freydiger zum Ehegatten für Dich erkieſen. Du weinteſt wie eine kleine Närrin und ließeſt das Köpfchen hängen, als ſtehe Dir das größte Un⸗ glück bevor, nicht ein ſeltenes Glück. Ich dachte, ſolches ſeien Weiberlaunen, und denke es heute noch; Deine Mutter ſelig ſah mich zuerſt auch nicht allzufreundlich an und wurde dann doch ein gutes braves Weib, gehorſam und mir unterthan, wie es die Bibel vorſchreibt, da ſie vom Manne ſagt:Und er ſoll Dein Herr ſein. Du thörich⸗ tes Ding wirſt obenein noch einen ſo fügſamen Eheherru haben, wie es deren nimmer viele gibt. Der Muſterherr i*ſt in Dein hübſches Lärvchen ganz vernarrt, alſo greine und jammere nicht, oder zum wenigſten nicht vor meinen Augen. Ich liebe das nicht, und daß es nichts ändert, was ich beſchloſſen habe, weißt Du auch. Mir läuft alsbald die Galle über, ſehe ich ſolche Blindheit für das eigene Glück und ſolchen Ungehorſam gegen den leiblichen Vater. Damit ging er unwirſch hinaus.

Gertraudt war auf die Kuiee geſunken, hatte die Hände mit dem bleichen Geſichte auf den Rand der Truhe geſtützt und bitterlich geweint. Nach einer Weile trocknete ſie jedoch ihre ſchönen Augen, warf den einfachſten von ihren koſtbaren, mit Pelz gefütterten und verbrämten Hüllmän⸗ teln um, ſetzte ein ſchwarzes Gewandhäubel auf und ver⸗ ließ das Haus. Die Mägde glaubten, ſie gehe in die Bet ſtunde, ſie eilte jedoch nach der Gaſſe, in welcher die Wer⸗

werden kann. Sobald dieſe Beſitzung durch die erforderlichen Be⸗ feſtigungswerke geſichert iſt, befindet ſich die Herrſchaft über den nördlichen Theil des ſtillen Meeres in den Händen Rußlands. Dditeſe Vergrößerungen Rußlands am ſtillen Meer bedrohen nicht bloß China und Japan, ſondern eben ſo ſehr die engliſche Herrſchaft in Oſtindien. Setzt die ruſſiſche Regierung dieſe Be⸗ wegung noch einige Jahre fort, ſo wird der ruſſiſche Kaiſer der Gebieter von Millionen kriegiſcher Tataren, deren Waffen in

frühern Zeiten öfters Oſtindien unterjocht haben, nach deſſen

fruchtbaren Ebenen und reichen Städten alle ihre nationalen Tra⸗ ditionen ſie hindrängen.

Ddisciplinirt und von ruſſiſchen Officieren befehligt, würden dieſe tapferen und feurigen Krieger die engliſchen Sepoys, die geiſtig und phyſiſch weit unter ihnen ſtehen, mit Leichtigkeit be⸗ ſiegen, weßhalb England volle Urſache hat, der weitern Ausdeh⸗ nung der ruſſiſchen Macht in jenen Gegenden vorzubeugen und ſich wohl zu hüten, ſich mit Rußland in einen neuen Krieg zu verwickeln, da ein ſolcher ihm in Oſtindien leicht große Gefahren bereiten möchte. C.

Zur Länder⸗ und Völkerkunde. Complimente im perſiſchen Salon. Ueber dieſe, die vollkommen eben ſo lächerlich ſind, als manche

nichtsſagende formelle Gebräuche unſeres europäiſchen Salons,

bringt ein ausführlicher Artikel über Perſien und das Leben in Teheran in der Chronik der Reiſen eine ergötzliche Schilderung, welcher wir das Folgende entnehmen:

Häusliches Leben in unſerem Sinne kennen die Perſer nicht; V Frauen und Männer ſind draußen, wenn es irgend angeht. Der Mann ſchlendert auf den Bazar und macht allerlei Beſuche, bei welchen die Förmlichkeiten und ſchöne Redensarten eine große Rolle ſpielen. Wer einen Anſtandsbeſuch machen will, ſchickt ſei⸗ nen Diener und läßt fragen, an welchem Tage er nicht läſtig fallen werde. Die Antwort fällt nach Wunſch aus; man macht ſich alſo etwa eine Stunde nach Sonnenaufgang auf den Weg, weil es dann noch nicht zu heiß iſt, oder auch um die Zeit des Aſr, dritten Gebetes, das von vielen Perſern unbeachtet bleibt. Es verſchlägt übrigens gar nichts, wenn man ſpäter kommt, denn, wie ſchon geſagt, bei dieſen Leuten hat die Zeit keinerlei Werth. Der vornehme Mann nimmt ſo viele Diener als irgend möglich mit; vor dem Pferde ſchreitet der Dſchelodar einher, mit einer geſtickten Decke, die ihm auf der Schulter hängt, hinter dem Herrn der Kaliandſchi mit der Waſſerpfeife. So geht es im Schritt durch Bazare und Straßen; man grüßt die Bekannten und ver⸗ theilt Almoſen. Einſt trat eine ſehr wohlgekleidete Frau zu einem Manne, der auf Beſuch ausritt, nahe heran und bat mit weiner⸗ licher Stimme um ein kleines Almoſen. Sie lebte offenbar im Wohlſtand, und antwortete auf die Frage, weßhalb ſie bettele, Folgendes:Ich bin reich, aber mein Kind iſt krank; ich habe gelobt, mich heute von Almoſen zu ernähren, um durch dieſe Er⸗ niedrigung Allah's Mitleid zu erflehen. Andere Bettler ſind aus weniger rührender Veranlaſſung zudringlich. Sie ſchreien uns entſetzlich laut an:Mögen die heiligen Märtyrer von Ker⸗ bela und Seine Hoheit der Prophet und der Fürſt der Gläubigen (Ali) Deine Hoheit zum Gipfel des Ruhmes und Glückes empor⸗ heben! DieſeHoheit iſt oft ein ſebr ſchlichter Bürgersmann,

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