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t verziehen, hes Kindes var Konrad deine rechte ohlgerathe⸗ ſich ſelber gegen ein var ihr ge⸗ nahe ge⸗ tte:„Ver⸗ en Schul— Er hatte Widerſpiel gvon Ge 3, wie die eperpredigt, von einem „wie denn in ſelbiger Bürgers⸗ zte Mägd⸗ i hätte es eerner des rimmt in er Scheide h nur mit reich aus⸗ den Kopf mm zu Hülfe einmiſchte. t von der zeternden alſo, daß ꝛchtes aus⸗ r erblicke.
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Jahrg. Nr. 17.]
Auch ſpäter nahm ſie ſich mit faſt ſehr großem Antheil
ſeiner an, zeigte die theiluehmendſte Sorge um ſeine Wunde
liebſten mit ihren feinen Händen ſelber
und hätte ihn am Willen des Vaters
gepflegt, wäre das nur nicht dem n B ſchnurſtracks zuwider geweſen. Dieſer drang bei dem Stadt⸗ commandanten darauf, daß der rohe Kriegsknecht hart beſtraft wurde, männiglich zum Exempel und Warnung, dem Beſchützer ſeiner Tochter aber bot er ſchnöde eine Handvoll böhmiſcher Groſchen als Lohn und zeigte für ihn gar keine Liebe und Anhänglichkeit, conträr eine Abnei⸗ gung und Gehäſſigkeit, ſo ſeines Herzens Bosheit klärlich zu Tage brachte. Wo er wußte und konnte, verläſterte er den jungen Mann, nannte ihn einen Tagedieb, Gecken und faulen Herumlungerer und ſchädigte ihn arg an ſeinem guten Leumund bei Allen, die ihn nicht näher kannten. Ob dieſes ſchandbaren Lohnes für eine ſolche Gutthat an ſeinem einzigen Kinde verwunderte ſich die ganze Stadt, und Viele, ſo ſich klug dünkten, meinten mit weiſem Kopf⸗ ſchütteln, das an dem alten Werner begangene Unrecht triebe den Bräuer zu dieſem Undank gegen den Sohn, wie denn die Sünde immer wieder von Neuem Sünde gebieret, und das Beſtreben, des Gewiſſens Stimme zum Schweigen zu bringen, der Stachel wird zu fernerer Ver⸗ ſündigung. Manche verdachten es Konrad, daß er ſich alſo ſchimpfiren ließ, ohne Volkmar gerichtlich zu belangen; Andere fanden das aber vernünftig von dem jungen Bur⸗ ſchen. Das löbliche Gerichtsverfahren war zu ſelbiger Zeit nicht mehr ſo einfach, wie vor Alters, wo Alles münd⸗ lich und vor allem Volke verhandelt und entſchieden ward. Die Schreiberei und Geheimnißkrämerei nahm dabei immer mehr überhand, die Proceſſe wurden oft ungebührlich in die Länge gezogen, und dieſe Weitſchweifigkeit bot zu Ränken und Winkelzügen vielfache Veraulaſſung, öffnete den Kniffen und Praktiken der Sachwalter Thür und Thor. Zum weuigſten hatte die niedere Bürgerſchaft das Vertrauen zur Gerechtigkeit der Juſtiz verloren und war des Glaubens,
das Urtheil falle niemals gegen die ſchuldige, ſondern ſtets gegen die ärmere Partei aus. Herrſchte doch ſeit gerau⸗ mer Zeit bittere Unzufriedenheit mit den Rathsherrn und Beamteten, die ſich nicht allein alle Macht angemaßt hatten, ſondern auch, wie die öffentliche Meinung behauptete, bei der Vertheilung der Kriegslaſten höchſt parteiiſch zu Werke gingen, zum Unterhalt der Beſatzung, zu Contributionen und ſonſtigen ſche n Auflagen immer nur die Bürger⸗ ſchaft heranzogen, den eignen Seckel und den ihrer Ange: hörigen und Freunde aber wohlweislich mit derlei Brand⸗ ſchatzungen verſchonten.
Dieſes Alles und noch mancherlei ſonſt ward von den Leuten auf der Gaſſe des Breiten durchgeſprochen, als der reiche Bräuherr vorüber gegangen war. 5
„Torſtenſon mit ſeinen Schweden kam dem auch gar ungelegen!“ bemerkte ein ehrſamer Schuſter.„Sein Hoch⸗ muth iſt arg gekitzelt durch den vornehmen Eidam; er hätte die Hochzeit je früher je lieber angerichtet, die jetzigen Zeit⸗ läufe ſind aber doch nicht zu ſolchen Feſten angethan.“
„Seine Jungfer Tochter mag mit dem weitern Auf⸗ ſchub nicht ſo unzufrieden ſein, dieweil man ſagt, ſie nehme den hochanſehnlichen Rathsherrn gar ungern, nur aus Gehorſam gegen den geſtrengen Herrn Vater!“ meinte eine Nachbarin.
„Pah, die Weibſen haben gern einen vornehmen Mann!“ verſetzte ein alter Schneider.„Und Ketten und Geſchmeide, wie ſeidene Zeuge und eine Menge Sammt und Rauchwerk bekommt die Jungfer ſowohl vom Vater, wie vom Bräutigam, daß Eine wohl im ſiebenten Himmel ſein kann und darüber vergeſſen, der Bräutigam ſei alt genug, ihr Vater zu ſein. Der Hoffahrtsteufel ſteckt bei⸗ neben in allen Weibern, auch den fein ehrbarſten.“
Die Zuhörerinnen widerſprachen lebhaft— die mei⸗ ſten Männer nahmen für den Schneider Partei, aber faſt Alle ſtimmten darin überein, daß Jungfrau Gertraudt Volkmarin nicht allein einen reichen und vornehmen Ehe⸗
ſchlich er ſich bis an die Oeffnung hervor, um ein wenig herauszu⸗ ſchauen. Das hätte er nun freilich nicht thun ſollen; er war aber neugierig, und das rächt ſich;— er glitt heraus in die Hoſentaſche, und als⸗Abends der Geldbeutel herausgenommen wurde, lag der Schilling noch da, wo er hingerutſcht war, und kam mit den Klei⸗ dern auf den Vorſal hinaus; dort fiel er ſogleich auf den Fuß⸗ boden; Niemand hörte das, Niemand ſah das.
Am andern Morgen wurden die Kleider wieder in das Zim⸗ mer getragen, der Herr zog ſie an, reiſte weiter, und der Schilling blieb zurück, er wurde gefunden, ſollte wieder Dienſte thun, und ging mit drei Münzen aus.„Es iſt doch angenehm, ſich in der Welt umzuſchauen,“ dachte der Schilling,„andere Menſchen, an⸗ dere Sitten kennen zu lernen.“
„Was iſt das für ein Schilling?“ hieß es in demſelben
Augenblicke.„Das iſt keine Landesmünze! Der iſt falſch! Der taugt nichts!“. Ja, nun beginnt die Geſchichte des Schillings, wie er ſie
ſpäter ſelbſt erzählte.„Falſch! Taugt nichts!— Es fuhr mir dieſes durch und durch,“ erzählte der Schilling.„Ich wußte, ich
ſei von gutem Silber, gutem Klang, und habe ein echtes Gepräge.
Die Leute mußten ſich jedenfalls irren, mich konnten ſie nicht mei⸗ nen, aber ſie meinten mich doch! ich war Derjenige, den ſie falſch nannten, ich taugte nichts!„den muß ich im Dunkeln aus⸗ geben!“ ſagte der Mann, der mich erhalten hatte, und ich wurde
im Dunkeln ausgegeben und am hellen Tage wieder ausgeſchimpft, daß ich ſolchergeſtalt zu wir ihn los⸗ der ich in meinen jungen Tagen freudig und ſicher mir meines
—„falſch, taugt nichts! wir müſſen machen, daß
werden!
Und der Schilling zitterte zwiſchen den Fingern der Leute rig wurde ich,
jedesmal, wenn er heimlich fortgeſchafft werden und für Landes⸗
Schilling! was hilft mir
münze gelten ſollte.—„Ich elender wenn das Alles keine
mein Silber, mein Werth, mein Gepräge, Geltung hat! In den Augen der Welt iſt man eben das, was die Welt von Einem hält! Es muß entſetzlich ſein, wenn mir, der ich doch ganz unſchuldig bin, ſchon ſo zu Muthe ſein kann, weil ich bloß das Ausſehen habe! Jedes Mal, wenn man mich hervorſuchte, ſchauderte ich vor den Augen, die mich anſehen wür⸗ den; wußte ich doch, daß ich zurückgeſtoßen, auf den Tiſch hinge⸗ worfen würde, als ſei ich Lug und Trug. Einmal kam ich zu einer alten, armen Frau, ſie erhielt mich als Tagelohn für harte Arbeit, allein ſie konnte mich nun gar nicht wieder los werden Niemand wollte mich annehmen, ich war der Frau ein wahres Unglück.„Ich bin wahrhaftig gezwungen, Jemand mit dem Schilling anzuführen,“ ſagte ſie,„ich kann mit dem beſten Willen einen falſchen Schilling nicht aufheben; der reiche Bäcker ſoll ihn haben, er kann es am beſten verſchmerzen, aber unrecht iſt es bei alledem doch, daß ichs thue!“
„ Auch das Gewiſſen der Frau muß ich nun obendrein be⸗ laſten!“ ſeufzte es in dem Schilling.„Bin ich denn auf meine älteren Tage wirklich ſo verändert?“.
Und die Frau begab ſich zu dem reichen Bäcker, aber der kannte gar zu gut die gangbaren Schillinge, als daß er mich hätte behalten ſollen, er warf mich der Frau gerade ins Geſicht, Brod bekam ſie für mich nicht, und ich fühlte mich ſo recht betrübt,
Anderer Ungemach ausgemünzt ſei, ich,
Werthes und echten Gepräges bewußt geweſen war! So recht trau⸗ wie es ein armer Schilling werden kann, wenn Die Frau nahm mich aber wieder mit
Niemand ihn haben will.


