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[VIII. Jahrg. .. barten Orte, großes Aufſehen erreget und gewaltiges Lob ſobald ſie den reichen Bräuherrn anſchaute. Als fromme und viel Ehre geerntet. Chriſtin hatte ſie es ihrem Widerſacher längſt verziehen, Eine Menge Leute war auf der Gaſſe zuſammen ge⸗ daß er ihre Habe an ſich gezogen und ihr und ihres Kindes laufen. Sie disputirten eifrig über das Unheil, ſo ihrer Leben mit Noth und Armuth erfüllt hatte. War Konrad Stadt von Neuem drohete. Denn wirkklich waren es die ihr doch anfänglich ein wirkſamer Troſt, ſpäter eine rechte Schweden, deren Ankunft der Thürmer durch Trompeten⸗ Stütze geworden und ſie in dem Beſitz dieſes wohlgerathe⸗ ſchall und das Aufſtecken einer weißen Fahne gemeldet nen Sohnes ſo glückſelig, daß ſie hinfort für ſich ſelber hatte, die jetzt ihre Wachen rings um den Ort poſtirten. nichts mehr begehrete, geſchweige denn Groll gegen ein Frau Wernerin trat zu den Andern, kaum gewahrte ſie Menſchenkind hegete. Aber der reiche Mann war ihr ge⸗ jedoch den ſtolz dahinſchreitenden Bräuherrn, als ſie ſich in rade in ihrem Sohne gar ungerechter Weiſe zu nahe ge⸗ ihre Wohnung zurückzog, angeblich um ihre Schaube zu V treten, und ob ſie ihm das auch vergab nach der Bitte:„Ver⸗ holen, da die Kälte gar grimmig. Die Nachbarsleute gib uns unſere Schuld, wie wir vergeben unſern Schul⸗ wußten aber wohl, ihr ſei der Anblick des Mannes zuwi- digern,“ ſo vermied ſie doch gern ſeinen Anblick. Er hatte der und zwar mit dem größeſten Rechte. Ihr Gatte ſelig V ein einziges Kind, ein Töchterlein, das ganze Widerſpiel war ein angeſeſſener und leidlich wohlgenährter Bürger von ihm ſelber, holdſelig von Antlitz, untadelig von Ge⸗ daſelbſt geweſen, der hochanſehnlichen Tuchmacherinnung ſtalt und fromm, demüthig und gottesfürchtig, wie die angehörig. Die Drangſale und Kümmerniſſe, welche der ärmſte Maid. Einſt, auf dem Wege zur Vesperpredigt, unſelige und ſchon an die fünfundzwanzig Jahr währende wurde die ſchöne Jungfer Gertraudt Volkmarin von einem Krieg mit ſich führte, hatten ihn heruntergebracht. Leider Kriegskuecht augehalten und gröblich beleidigt, wie denn war er dabei dem Brauer Volkmar in die Hände gefallen, die Soldateska, und nicht bloß die feindliche, in ſelbiger von deſſen Habſucht und wucheriſchem Geiſte ſo Mancher Zeit vie Plage und das Schrecken aller friedlichen Bürgers⸗ ein gar trauriges Lied zu ſingen wußte, daher auch Volk⸗ leute war. Der Reitersmann wollte das entſetzte Mägd⸗ mar bei den Armen bei Weitem nicht ſo beliebt und geach⸗ lein mit ſeinen Armen umfangen und küſſen, und hätte es tet war, wie bei reicher Leute Kindern, die dem vergäng- ſicherlich gethan, wäre nicht gerade Konrad Werner des lichen Mammon huldigten und weltlichen Gelüſten fröhn⸗ Weges dahergekommen und dem Trunkenen ergrimmt in ten. Nach dem frühen Tode Werner's bedrängte der den Arm gefallen. Der riß ſeinen Pallaſch aus der Scheide Bräuherr deſſen Wittib hart um der Schuld willen und und hieb nach dem jungen Bergmann, welcher ſich nur mit trieb ſie endlich unbarmherzig von Haus und Hof. Mit Noth ſeiner erwehren und einem tödtlichen Streich aus⸗ Mühe und Noth erwarb die Arme durch Spinnen des weichen konnte. Eine tüchtige Schmarre über den Kopf Lebens Nothdurft für ſich und ihren Sohn, bis dieſer her⸗ trug er doch davon, ehe denn die Umſtehenden ihm zu Hülfe angewachſen war. Nun ernährte er die Mutter, obgleich kamen und der Büttel ſammt der Wache ſich einmiſchte. er nicht, wie es ſonſt üblich, das Gewerbe des Vaters Die Jungfrau hatte ſich während der Zeit nicht von der ergriffen hatte, weil das Tuchmachergeſchäft ganz dar⸗ Stelle beweget, war auch nur mit Mühe von der zeternden niederlag. Magd, die ſie begleitete, zurückgehalten worden, alſp, daß Doch war es nicht dieſe alte Geſchichte, um deren ſie ſich nicht ſelber dem Schwerte des Kriegsknechtes aus⸗ willen die Witwe ſtets einen Stich im Herzen empfand, ſetzte, da ſie ihren Helfer in ſo drohender Gefahr erblickte.
Feuilleton.
— 95 Ein neues Märchen von Anderſen. Kupfer an ſich und befand ſich bereits ein ganzes Jahr in der —— Welt, das heißt in dem Lande, in welchem er ausgemünzt worden Die Märchen und Geſchichten dieſes beliebten Dichters, die war. Eines Tages aber ging er auf Reiſen ins Ausland; er war in neuer Folge wieder bei Wiedemann in Leipzig und zum Theil die letzte Landesmünze in dem Geldbeutel, den ſein reiſender Herr auch in der Spenerſchen Buchhandlung zu Berlin erſchienen und bei ſich führte; der Herr wußte ſelbſt nicht, daß er den Schilling dem Novelliſten Björnſon gewidmet ſind, bringen in den bekannten noch hatte, bis er ihm unter die Finger gerieth.„Hier hab' ich Formen und Manieren des Autors ſeinen Freunden unter Jung ja noch einen Schilling aus der Heimath!“ ſagte er,„der kann und Alt manches Anſprechende. Wenn dabei auch die eigenkliche die Reiſe mitmachen!“ und der Schilling klang und ſprang vor naive Unbefangenheit mehr und mehr abhanden kommt, ſo bleibt Freude, als er ihn wieder in den Beutel ſteckte. Hier lag er nun doch ein ſymboliſcher Sinn immer lebendig. Ueber die Erfahrung, bei kommenden und gehenden Cameraden, einer machte dem andern wie der Unbedeutende noch immer in der Heimath am beſten die Platz, aber der Schilling aus der Heimath blieb immer im Beutel, rechtmäßige Geltung findet, gibt das Märchen„der ſilberne Schil⸗ zurück; das war eine Auszeichnung. 3 ling“ eine hübſche Auslegung, welche das neue Bändchen empfeh⸗ Mehrere Wochen waren ſchon verſtrichen, und der Schilling len mag: war weit in die Welt hinaus gelangt, ohne daß er doch gerade
Es war einmal ein Schilling, blank ging er aus der Münze wußte, wo er ſich befände; zwar erfuhr er von den andern Mün⸗ hervor, ſprang und klang:„Hurrah! Jetzt geht's in die weite zen, daß ſie franzöſiſche und italieniſche ſeien, Eine ſagte, ſie ſeien Welt hinaus.“ jetzt in der Stadt, eine Andere, ſie ſeien in der, allein der Schil⸗ Das Kind hielt ihn feſt mit warmen Händen, der Geizige ling konnte ſich doch keine Vorſtellung von alledem machen, man
mit kalten krampfhaften Händen; der Aeltere wendete und drehte ſieht nichts von der Welt, wenn man immer im Sacke ſteckt, und ihn Gott weiß wie viele Male, während die Jugend ihn weiter das war ja ſein Loos. Doch eines Tages, wie er ſo da lag, be⸗ rollen ließ. Der Schilling war von Silber, hatte ſehr wenig merkte er, daß der Geldbeutel nicht zugemacht war, und alſo
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