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den verſchiedenen Orten geweſen ſein mag, die Angſt vor ihm war groß, und die zu Zeiten am meiſten über die Maßnahmen der Regierung raiſonnirt hatten, wenn ſie bei ihrer Faſche guten Weines ſaßen, wünſchten jetzt nichts ſehnlicher als ihren Schutz und ſchloſſen ſich der revolutio⸗ nären Bewegung gewiß nicht an, höchſtens wenn das Volk, — denn ſolche Leute verdienen nicht zum Volke gezählt zu werden, ſie ſind der wahre Pöbel im ſchwarzen Frack— vor ihren Fenſtern eine Barricade baute.
Zu dieſer Sorte gehörte Papa Goldſtein; das Herz ſank ihm einen Fuß tiefer, als der Skandal auf dem Marktplatze losging. Ein Paar Waffenläden wurden ausgeraumt, an Papa Goldſtein dachte kein Menſch; den⸗ noch hielt er ſich und ſein Gold für verloren und lief halb wahnſinnig treppauf und nieder. Alle ſeine Commis waren fortgelaufen, Mama lag in Ohnmacht, und Fräu⸗ lein Sidonia war die einzige Entſchloſſene, die ihre Gar⸗ derobe einpackte und in eine im Keller ſtehende leere Tonne ſteckte. Der Banquier hatte alle ſeine Baarbe⸗ ſtände in die eiſerne Geldſpinde eingeſchloſſen und trug die Werthpapiere unter der Weſte, ſo daß er noch einmal ſo beleibt als vorher ausſah; er zitterte an allen Glievern und beſchwor Frau und Tochter, ihn mit ſeiner Papier⸗ Wattirung zu retten.
Da war aber guter Rath theuer; bei jedem Freuden⸗ ſchuſſe ſchrie die ganze Familie aus drei Kehlen auf und duckte ſich unter die Fenſterbrüſtung; dort kauerte der Papa, ohne an das Aufſtehen zu denken, und Sidonia, die zuwei⸗ len hinauslugte, hatte nur Entſetzliches zu berichten.
„Sie bauen eine Barricade, Papa.“
„Heiliger Gott, wenn ſie uns nur in Ruhe laſſen wollten!“
„Die Barricade iſt wenigſtens ſchon vier Fuß hoch.“
„Wenn ſie nur nicht auf den Gedanken kommen, meine eiſerne Geldſpinde dazu zu nehmnen.“
„Zetzt iſt ſie ſchon beinahe fünf Fuß hoch, Papa.“
Dritte Folge.
251
„Ach, wenn doch endlich das Militair käme!“
„Papa, dann ſchießen ſie,— aber ich wollte auch, es käme.“*
„Schießen, Sidonchen? Wer wird auf's Militair ſchie⸗ ßen?— es ſind ja des Königs Soldaten.“
Jetzt erhob ſich Madame Goldſtein aus ihrer Ohu⸗ macht. 4
„Habe ich es Dir nicht immer geſagt, Mann, daß das Militair für uns nöthig ſei?— Wäre Sidonchen jetzt mit dem Lieutenant verlobt, ſo würde er ſchon läugſt mit ſeinen Soldaten hier ſein, um ſie und uns zu ſchützen. Jetzt werden ſie uns plündern und zu armen Leuten machen, Du wirſt es ſehn,— und wer anders iſt daran ſchuld als Du mit Deinem Starrſinn und Militairhaß? O Jakob, Du wirſt das bald bereuen müſſen, und wir fallen als unſchuldige Opfer Deines Eigenſinns!“
Madame Goldſtein ſchluchzte herzzerbrechend, und Si⸗
donia brach in Thränen aus. „SDer Lieutenant hat aber Schulden,“ rief Papa Gold⸗ ſtein, bereits halb beſiegt;—„ich muß das wiſſen, ich habe einen Wechſel auf fünfhundert Thaler von ihm in den Händen.“
„O, o!“ ſtönten die beiden Damen.
Draußen fiel wieder ein Schuß.
Allgemeines Kreiſchen der Familie Goldſtein.
„Jakob, hörſt Du, wie ſie ſchießen?— Wenn er jetzt hier wäre, Du könnteſt ihm gern ſeinen Wechſel zurückge⸗ ben, denn er würde Dir Dein ganzes Vermögen retten.“
Wieder ein Schuß!— Papa Goldſtein ſeufzte aus vollem Herzen und meinte dann wehmüthig:
„Er ſollte ſeinen Wechſel wiederhaben, wenn er jetzt käme, wie ein Engel Jehovah's in höchſter Noth. Aber er kommt ja nicht,— Herr Du mein Gott, wo bleibt das Militair?— Sidonchen, decke Dich, ſie können wieder ſchießen.“
„Papa, ſie trommeln!“ rief Sidonia, ſich weit aus
in dieſe Bilder hineinziehend, was irgend die Langeweile des Philiſters anſprechen oder die geſunde directe Anſchauung der Jugend indirect und deßhalb verſchroben machen kann. Merkwürdig bleibt es dabei, daß es den Ausübern dieſer Spielerei bis jetzt entgangen iſt, wie die Jugend durchaus nicht nach ihren läppiſchen Zuthaten und Süßlichkeiten verlangt. So wie es nicht nothwendig iſt, einem Kinde etwas Nettes über eine Birne vergleichungsweiſe zu ſagen, um ſie ihm ſchmackhaft zu machen, ſo iſt auch die Beſchreibung aller Naturgegenſtände an und für ſich höchſt intereſſant. Man wird endlich dieſe Wahrheit
einſehen lernen.
Ein Troſt mag es aber bis dahin ſein, zu ſehen, daß auch unter den Franzoſen jener facettirte Schliff der Sprache in natur⸗ geſchichtlichen Darſtellungen ganz und gar zu Hauſe iſt und dor⸗ tige Autoren auch immer zur ſcherzenden Herabziehung würdiger Gegenſtände bereit ſind.
Das vorliegende Buch gibt ein Beiſpiel davon. Schon der Titel:„Ein Mundvoll Brod“läßt gewiß an Affectirtheit wenig zu
wünſchen übrig und verdiente einen Platz in einem deutſchen Blatte,
welches eine nicht minder gequälte Benennung hat, nämlich im „Extrafelleiſen des Würzburger Stadt⸗ und Landboten“. Nicht minder herrſcht im Innern des Buches dieſelbe geſuchte Sprache. Der Mund iſt die Hausflur, die Zunge der Pförtner, auch manch⸗ mal ein Beſen, der im Munde die Speiſe zuſammenfegt, die Zähne ſind die kleinen Arbeiter im Hausflur, der Magen iſt der Inten⸗ dant, kurzum, es iſt die ganze Einkleidung ſo widerlich allerliebſt
wie nur möglich. Daß der Verfaſſer ſeine Arbeit„Briefe an ein 3 4 nennt, kann dafür keine Entſchuldigung bieten.
Aber es iſt gewiß bei all' dieſem Mangel verdienſtlich, —
der Autor es doch vermocht hat, den Leſer zu ſich hinüber zu ziehen, und zwar dadurch, daß man wohlthuend inne wird, welche warme Liebe zur Sache ihn beſeelt und mit welcher ſtufenweis fortſchreitenden Deutlichkeit er dem Laien— denn dieſer iſt auch ein kleines Mädchen oder Bübchen— die ſchwierigſten Vorgänge in der Natur erklärt.
Es iſt hauptſächlich der Ernährungsproceß, auf deſſen Er⸗ klärung es hier ankommt, und wir finden daran eine Schilderung aller verſchiedenen Thiergattungen angereiht und ihre Eigenthüm⸗ lichkeiten ſehr unterhaltend betrachtet.
Macé beanſprucht nicht das Verdienſt, ſelbſteigene Ent⸗ deckungen gemacht zu haben, aber er hat, auch für Erwachſene, die ihm zuertbeilte ſeltene Gabe ausgebeutet, das bereits Bekannte ſo vorzutragen, daß es einen immer neuen Reiz, nämlich den der Deutlichkeit, gewinnt.
Die Breite des Werkes iſt nur zu loben, denn man darf nicht glauben, höchſt complicirte Lebensthaͤtigkeiten und Verwand lungs⸗ proceſſe der animaliſchen und vegetabiliſchen Welt mit wenig Wor⸗ ten erſchöpfen zu können. Sihlu doch die Natur ſelbſt voll Ge⸗ duld den langen Weg der Gründlichkeit ein.
Die Ueberſetzung des Buches iſt gut. O. B.
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Aus den Tyrolerbergen. Von Adolph⸗ Pichler. München, Verlag von Fleiſchmann(Augu Rohſold).
Unter den mannigfachen beſchreibenden Schriften, welche über den Gebirgsgürtel der Alpen erſchienen ſind, gehört das vorlie⸗ gende ſehr gut ausgeſtattete Buch zu den beſſern.
Es vermeidet den flüchtigen unangenehmen Touriſtenton und
daß verweilt mit Vorliebe bei Gegenſtänden, die eine nähere Beziehung
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