Jahrgang 
15-26 (1862)
Seite
237
Einzelbild herunterladen

Metropp⸗

iſt! rie nthuſias⸗ verfließt

Lächeln,

eit plötz⸗

duellen, verſtand.

t,man ollte, daß

ertragen hr große lägereien en Staa⸗ en ritter⸗ nd Uicht

er Miſ⸗ wegen chlichen die vier

beiden m, Al darauf twahr, eEdens eüppige zchurken ſſtehen. tg mſtand ſeinem rſchein ſeiund⸗ vorlie⸗ een und

andere tödtet. rlegen,

Nr. 15.].

kam und mit einem Schlag auf den Mahagonitiſch, an dem wir ſaßen, fiel. Er wurde gauz roth und ſuchte das unwillkommene Werkzeug fortzuſchaffen, als ich meine Hand daruach ausſtreckte und zu ihm ſagte:

Wollen Sie mir erlauben, dieſes Bowiemeſſer anzu⸗ ſehen? Ich habe oft gewünſcht, einmal ein ſolches zu ſehen.

Herr Alphonſo Jones reichte mir feierlich die Waffe in ihrer grünen Scheide, und ich betrachtete mit großem Intereſſe die ſcharfe und ſchwere Klinge, die ſtarke Quer⸗ ſtauge, um den Angriff bei einem Handgefecht zu verſtär ken, und die ſilbernen Beſchläge am Griffe und an der Scheide. In der Zwiſchenzeit murmelte Herr Jones etwas in Bezug auf die Nothwendigkeit der Selbſterhaltung und die Anzahl der Irländer und Deutſchen im Lande.

Sie müſſen dieſe Art von Dingen in Ihrer Lebens⸗ weiſe oft nöthig gefunden haben, ſagte ich, den ſchweren Dolch in meiner Hand wiegend, als ich ihn zurückgab.

Welche Lebensweiſe? Was wollen Sie damit ſagen?

Das waren die Fragen, die ungeſtüm an mich gerichtet wurden, während alle Stirnen ſich runzelten. Ich hatte aber in vollkommener Unſchuld geſprochen, und als ich nun anfing, von Büffel⸗ und Bärenjagden in den amerikaniſchen Wäldern zu ſprechen, glätteten ſich die Stirnen wieder, und meine neuen Bekannten theilten mir manche überraſchende Belehruyg über dieſe Gegenſtände mit. Plötlich ſtieß mein Auge auf einen bemerkenswerthen Gegenſtand. Das war nämlich das Geſicht des ſchwarzen Oberkellners Cor⸗ nelius, der jetzt mit ſeinen rollenden Augen und offnem Munde ſo viel Erſtaunen ausdrückte, als das Geſicht eines Negers auszudrücken vermag. Er ſtarrte zuerſt mich, dann meine Gefährten an, ſo daß er ganz vergaß, was er eben in der Hand trug. Ich ſprang in die Höhe und ſagte:

Um des Himmelswillen, was gibt es, Oberkellner?

Der Schwarze zog mich auf die Seite.Ich Maſſa keine Lüge erzählte; als Brite mich fragte, ob ich wiſſe, wer die Herren mit den weißen Händen und den vielen

237

Folge. goldenen Ringen ſeien, ſagte ich: Sportsmen. Dann kommt Cornelius zurück und findet Maſſa mitten unter ihnen ſitzen, und Freund mit ihnen, ſo dick mit Diebe.

Und weßhalb nicht? fragte ich ganz verdutzt.Wel⸗ chen möglichen Einwand könnte ich gegen ihre Geſellſchaft haben? Oder in der That, welche beſſere Geſellſchaft könute ich wohl hier aufzufinden hoffen, als die dieſer Herren, die nach Ihrer eignen Angabe

Komm hierher, Du ſchwarzes Plappermaul! don⸗ nerte in dieſem Augenblick aus der Vorrathskammer die Stimme des Capitains ſelbſt.Wie kann das Mittags⸗ eſſen zur beſtimmten Zeit fertig ſein, wenn Du dort plau⸗ derſt? Freier Mann oder nicht, ich werde Dich durch⸗ peitſchen!

Cornelius lief fort, und ich kehrte etwas verlegen, aber mit meinen neuen Freunden ganz zufrieden, auf meinen Sitz zurück. Sie gaben mir noch einige aufregende Er⸗ zählungen aus den Prairien und Wäldern zum Beſten, und dann wurde ein Kartenſpiel vorgeſchlagen, und wie durch einen Zauberſchlag erſchienen ein paar Spiele Kar⸗ ten auf dem Tiſche. Alphonſo Jones wollte aber nicht ſpielen und eben ſo wenig wollte er ſeine Zuſtimmung zu einem Spiele geben, ausgenommen, wenn der Einſatz nur nominell, etwa ein Vierteldollar, wäre. Ich habe nie Ge⸗ ſchmack an dem Kartenſpiele gefunden, doch zu Hauſe ſpielte ich auch zuweilen einen Robber mit und ſo hatte ich nichts dagegen einzuwenden, den vierten Mann zu machen, da der Satz ſo niedrig war, und die audern Herren über die feſte Weigerung des Herrn Jones mißvergnügt waren. Kaum war aber zum zweiten Mal gegeben worden, als der Capi⸗ tain Bell ſelbſt erſchien und mit ernſtem Geſicht auf unſern Tiſch losging, auf den er ſeine zuſammengeballte Fauſt legte. Es thut mir ſehr leid, meine Herren, ſagte er,aber als Befehlshaber des Schiffs bin ich verpflichtet, zu ſagen: fort mit den Karten!

und öde liegen nun dieſe Steppen; ich ſchaue, ſchaue lange aus, ob ſich meinem Auge nicht das Geſpenſt eines Hetmans zeigt, der ſein Roß über die Haide ſpornt; ich halte den Athem an, vielleicht vernehme ich das Echo eines Liebesliedes, wie es der ein⸗ ſame Koſak klagend vor ſich hinſingt. Doch ach! vergebens ſchweift mein ſpähender Blick über die Fläche, und all mein Lauſchen iſt vergebens! In ſolcher Weiſe beklagt der Ueberſetzer die ent⸗ ſchwundene Bedeutung Polens und tröſtet ſich damit, daß Polen nunmehr durchldie friedlichen Werke des dichteriſchen Genius ſeinen Ruhm finden werde. Wir wollen es von Herzen hoffen und wün⸗ ſchen, obgleich eine literariſche Entwickelung einer Nation ohne Selbſtſtändigkeit derſelben vorläufig nicht denkbar iſt. Die eigen⸗ thümliche Entfaltung des polniſchen literariſchen Genius, wenig⸗ ſtens in der Lyrik, mit der wir es hier zunächſt zu thun haben, liegt aber noch in der Zukunft, denn weit mehr noch, als bei den Dänen und Holländern, iſt die polniſche Lyrik von einem gewiſſen Hauch unbeſtimmter Anlehnung und Reminiscenz an fremde Er⸗ zeugniſſe erfüllt. Ihr echt ſlaviſches Volkslied ausgenommen und auch deſſen Nachahmungen von polniſchen Dichtern, ranken ſich die meiſten lyriſchen Gewächſe ſtützend an ſolchen einer höhe⸗ ren weſtlichen Cultur empor. Gedankenreichthum, große drama⸗ tiſche Leidenſchaft und ureigene Gewalt der Gefühlsausſprache, die mit einem neuen ſchöpferiſchen Weſen auftreten, finden wir noch ſehr wenig in der polniſchen Lyrik, dagegen viel elegiſche

Dies allgemein ausgedrückte Urtheil kann und ſoll indeß den trefflichen Einzelnheiten, die hier geboten ſind, ihr verdientes In⸗ tereſſe nicht rauben. Wir empfehlen den gebildeten Leſern ihre Auffindung und erwähnen nur ganz beſonders das GedichtDer Schmetterling von Syrokomla als beſonders angenehm. Wie eigenthümlich in der Phantaſie aber manche Darſtellungen ſind, mag das GedichtDie Fiſcherin von Zaleski beweiſen.

O Mädchen, ſchon iſt der Morgen wach

Voll Luft und Duft und Freude,

Die Wieſe grünet den jungen Tag

Im goldnen Blumenkleide. Steh' auf, du Maid, ſteh' auf! mach dich bereit! Heil ſingend, ſpringend geht's zum Fiſchfang heut.

Sieh', bell und ſchnell fließt der Bach, juchhei! Von Bergeshöhn hernieder;

Er fließt, o Mädchen, und ſingt dabei

Gar ſeltne Murmellieder.

Im Gras die helle, ſchnelle Welle dort,

So flimmernd, ſchimmernd fließt ſie, ſchießt ſie fort. Am Fußſteig drüben das Bretchen ſchwank Wird über'n Fluß dich tragen;

Die Ufer plätſchern mit frohem Klang,. Willkommen dir zu ſagen.

Wehmuth und das lyriſche Unterholz einer ſinnigen Betrachtung. Der mächtige, groß und kühn geaſtete Baumwuchs ſoll erſt noch kommen. Er kann, wenn ihre Zukunft andere bildungsfähige Geſtalten annimmt, einer geiſtvollen Nation von ſo viel Perſön⸗ lichkeit und friſcher Kraft nicht fehlen.

Das fließet, ſchießet koſend, toſend hin, Drum flink ans Waſſer, holde Fiſcherin.

Und ſieh', der Kork flieht im ſchnellen Lauf, Die Flur beginnt zu beben.

-